Es wird deutlich, wer gegangen ist, wer geblockt wurde und dass noch viel Erfreuliches gefunden werden kann, wenn man von Twitter her noch weiß, wer Sinnvolles zu sagen weiß:
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Samstag, 25. Januar 2025
Trotz Musk ist Twitter immer noch nützlich
Bleiben oder gehen? Was tun angesichts der Entscheidungen der Multimiliardäre Musk und Zuckerberg?
"[...] Viele schreiben hier das Internet voll mit Texten, die sie in den alten Medien nicht mehr verkaufen können – zu speziell, zu voraussetzungs- und anspielungsreich, zu lang, zu politisch oder einfach: zu klug. Viele etablierte Leute aus Academia, Kunst und Kultur nutz(t)en Facebook zur Vernetzung, um auf kurzem Weg Knowledge zu droppen oder sich frei von den Formatierungszwängen und Etiketten ihrer jeweiligen Branchen zu äußern. [...]"
Das schreibt Klaus Walter in der Frankfurter Rundschau vom 25./26.1.2025.
Ich selbst tendiere dazu, zu bleiben und zu gehen. Doch auch gibt es angesichts der Facebookreichweite von rund 3 Milliarden auf der Erde und rund 30 Millionen in Deutschland für mich weiterhin keinen Grund, zu Facebook zu gehen, gegen das ich von Anfang an geschrieben habe und wo mein Account trotz meiner dortigen afrikanischen Freunde und anderer nicht bespielt wird. Aber bei Twitter (jetzt X), wo ich höchst lehrreiche Gespräche mitverfolgen konnte, bin ich geblieben, als ich zu Mastodon wechselte. Freilich gehe ich auf Musks X fast nur noch, um auf meine Blogbeiträge hinzuweisen, doch begegne ich da zum Glück ab und zu meinen alten friends, nur im Internetsinne Freunde, weil viel zu klug für mich, mit denen ich aber lehrreichen Meinungsaustausch hatte, wo wir unsere Standpunkte zwar nur wenig angenähert haben, wo aber - zumindest meine - Wertschätzung wuchs.
Mein - auch viel zu kluger, aber dennoch: - Internetfreund, Jean-Pol Martin, der mich an Twitter herangeführt hat, wechselte von Twitter zu Facebook, was ich damals nicht gleich verstand, aber wegen der Gruppe von damals 800 Mitarbeitern und Schülern von Lernen durch Lehren akzeptiert habe, inzwischen habe ich es verstanden.
Zwar ist Twitter viel besser gewesen, als X es heute ist, und Facebook wird viel an Qualität verlieren, aber wenn man 3 Milliarden Teilnehmer hat, kann man nicht jede Löschung individuell entscheiden und bei Entscheidungen durch KI fallen notwendigerweise viele Fehlentscheidungen. Dass das passiert, kann man als einzelner akzeptieren, so lange man es auf der Plattform aushalten und für seine Zwecke arbeiten kann.
Es mag eine Zukunft geben, in der das als Fehlentscheidung verstanden wird. Wir Zeitgenossen müssen heute entscheiden.
Sonntag, 24. März 2024
Twittergespräche
Was man heute unter dem Hashtag #twitter findet.
Gespräche, wie sie vor dem Aufkauf durch einen bekannten Milliardär dort noch geführt wurden:
11.8.2009:
Filterraum#wissenschaftler "...teilweise erscheint ihnen die Realität lästig und störend" http://bit.ly/a0cUJ
Fischblog@Filterraum Kann man da antworten? Bei den Papers, die ich so lese, steht jedenfalls vorne immer dabei, was neu und relevant ist #abstract
Filterraum@Fischblog ich kann da nicht intern antworten da kein wissenschaftler, du ja weil wissenschaftler. einfach anmelden =)
berndweiss@Fischblog Hat mich auch schon gestört, aber @jeanpol schränkt es ja etwas ein: "Natürlich wird es meist getan, aber der...".
Fischblog@Filterraum Von der Wissenschaft die ich kenne ist das nicht einmal ein Zerrbild.[2]
Filterraum@Fischblog hehe, leider ist dort #wissenschaftler nicht klar definiert, aber wie ich dass seh bist du einer in diesem kontext
Filterraum@Fischblog geht mir bei den themen #bildung #kultur #politik #medien ähnlich wie dir
Fischblog.@Filterraum Vllt. sollten man sich darauf einigen, dass es "die" Wissenschaft nicht gibt, sondern nur einzelne Wissenschaften
Filterraum@Fischblog "Vllt. sollten man sich darauf einigen..." ich beobachte eher zunehmende #singularität
Fischblog@Filterraum Inwiefern? Methodisch driften Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften doch immer stärker auseinander.
berndweiss@Fischblog Nö, zumindest für Teile der Sozialwissenschaften gilt, dass sie sich immer stärker auf die Naturwissenschaften zubewegen.
zoonpolitikon@berndweiss @fischblog Woraus schliesst ihr das? Ich sehe keine eindeutigen Trends (zumindest in den Sozialwissenschaften).
zoonpolitikon@berndweiss Ev. in den Politikwissenschaften historisch etwas anders (Bauchgefühl). Höhepunkt des Quantitativen war in den 50er und in US.
zoonpolitikon@berndweiss Rational Choice schon lange dominant. Statistik und RAT meines Erachtens seit Jahrzehnten stabil. I guess that is where I sit.
zoonpolitikon@berndweiss Vielleicht einmal einen Blogeintrag wert, wie das in den Internationalen Beziehungen aussieht. Danke für die Idee.
Filterraum@Fischblog in dem sinne "dass die Menschen verstandesmäßig nicht mehr folgen können" http://bit.ly/c7VVD #singularität [aktuelle Tweets zu #singularität]
jeanpol@Fischblog @berndweiss @Filterraum ich verstehe, dass mein beitrag seltsam wirkt: http://wissenschaftler20.mi...
Fischblog@jeanpol Das ist einleuchtender, aber warum schreibst du von Wissenschaft, wenn nur der Anspruch von Wissenschaftlichkeit gemeint ist?
Fischblog@berndweiss Ich sehe als Naturwissenschaftler nicht, dass die sozialwissenschaftliche Methodik sich auf die Naturwissenschaften zubewegt.
Fischblog@berndweiss Ich habe den Eindruck, dass die S. sich von den Geisteswissenschaften emanzipieren und dafür ihre eigenen Methoden ausbauen.
Fischblog@berndweiss Es mag Parallelen zu den empirischen Naturwissenschaften geben, aber ich sehe das schon als eigenständige Entwicklung.
jeanpol@Fischblog deine überlegungen gerade sind sehr wichtig für mich geisteswissenschaften/natruwissenschaften/sozialwissenschaften
berndweiss@Fischblog Natürlich adaptieren die Soz.wiss nicht sklavisch alle natwiss Methoden., hängt ja auch von Fragestellung ab. Aber Dinge wie... Replizierbarkeit oder Mathematik/Statistik werden wichtiger.
Das [folgende] Gespräch [über Schulfinanzen und Schulbücher] wurde am 14.9.09 zwischen lisarosa, herr_larbig, scheppler und cspannagel geführt.
lisarosa@herr_larbig mehr Geld für digital inhabitants - Lehrer? Hm, ich glaub, weniger Unterrichtsverpflichtung wäre besser! = mehr Zeit f. Innovat
herr_larbig@lisarosa Zeit für Innovation = gut. Aber es muss auch die Frage gestellt werden, wie die gewollten PC-Aktivitäten der SuS finanziert werden
lisarosa@herr_larbig Finanzierungsfrage stellt sich ja immer. Solange wir mit unseren Bildungsausgaben nur knapp vor Mexico und Bulgarien liegen ...
scheppler uff, von 7 bis 17 Uhr Schule. Und das wird jeden Tag dieser Woche so sein. #Gehaltserhöhung beantragen?
herr_larbig@scheppler Und schon stellt sich die Frage, auf wessen Kosten eine Modellschule eine Modellschule ist…
cspannagel Jetzt Thema: Urheberrecht und Web 2.0 #bel09 #3el09
herr_larbig@lisarosa ganz genau. habe ich bislang das thema geld immer vermieden, tippe ich es jetzt doch hin und wieder mal an. Finanzierungsfrage würde weniger stellen, wenn wir nur Hefte und Bleistifte einsetzten ;-)
cspannagel Durch eigene Lizenzen wird die kollektive Freiheit eingeschränkt. #3el09 #bel09
lisarosa@herr_larbig und bist Du denn der Meinung, dass man mit Heften und Bleistiften heute die notwendigen Kompetenzen entwickeln kann? und wurde in Kalifornien nicht gerade aus Spargründen kindle statt Schulbuch eingeführt?
scheppler @lisarosa Ich staune auch, dass die Obrikeit noch nicht das Sparpotential digitaler Schulbücher entdeckt hat.
scheppler @herr_larbig so einfach ist die rechnung dann doch wieder nicht ;-) #Modellschule
herr_larbig@lisarosa das wurde aus Finanzierungsgründen auf den St. Nimmerleinstag verschoben.
cspannagel@scheppler @lisarosa Ich weiß nicht, ob das wirklich günstiger wäre. Die Verlage würden vermutlich Lizenzgebühren verlangen. #digibooks
herr_larbig@cspannagel Ein DigiBook, das hochwertige, von Lehrenden via Wiki erstellte Inhalte hätte. Ende der Schulbuchverlage. @scheppler @lisarosa
scheppler @cspannagel Ja, aber die wären sicher deutlich geringer als Printkosten. Länder sind ja einzige Kunden
cspannagel@scheppler @lisarosa @herr_larbig Müssen die Schulen eigentlich Schulbücher kaufen? Gibt es schulbuchfreie Schulen?
scheppler@cspannagel Es gibt Schulbuchfreiheit für Schüler. Welche/ob Bücher beschafft werden entscheidet meist Fachschaft.
cspannagel@scheppler Wäre Schulbuchverzicht nicht eine super Möglichkeit für Schulen, jede Menge Geld zu sparen und anders zu investieren? MIt einer Sammlung von Alternativmaterialien könnte das doch u,U. zumindest stellenweise funktionieren...
herr_larbig@cspannagel Da manche Fachschaften nicht viel Geld zur Verfügung haben… Ich arbeite in Religion teilw. ohne Bücher statt mit 30Jahre alten. Ein gutes Schulbuch ist allerdings eine echte Arbeitsunterstützung… (Arbeitszeiten!, die schon jetzt über dem Erträglichen sind)
scheppler @cspannagel Nutze Schulbücher kaum noch - selbst wenn wir welche haben. Potential ist da, muss genutzt werden. Verlage sind noch (zu) mächtig
lisarosa@cspannagel @herr_Larbig @scheppler in HH müssen die Schüler 80 bis 100 Euro pro SJ bezahlen, um Schulb. zu mieten, d. von Steuern bezahlt! und dann sind die Eltern natürlich sauer, wenn die Bücher nur selten genutzt werden und stattdessen Web
Gespräch über die Schwierigkeit, Deutsch zu lernen
In diesem Fall wurde ein Text auf mehrere Tweets aufgeteilt und so dargeboten, bis dazu immer mehr Kommentare angeregt wurden. Die Verzweigung in die Kommentare ist ohne die technischen Voraussetzungen nicht leicht nachzuvollziehen. (getwittert am 16.6.2018)
- Hier der Text
Wisst ihr, was ein Problem sein könnte, warum Menschen irgendwann aufgeben, Deutsch zu lernen? Die Reaktionen auf "schlechtes" Deutsch. Wenn ich anfange, eine Sprache neu zu erlernen, mache ich Fehler. Ich dekliniere Verben falsch, werfe Tempi durcheinander, spreche mit Akzent.
Das ist vollkommen normal und lässt sich nicht vermeiden. Ging mir überall dort, wo ich selbst eine Sprache neu gelernt habe, genau so. In Spanien haben sich alle bemüht, mich irgendwie zu verstehen. Es war mir schon peinlich, beispielsweise "Du Telefon Taxi Bitte" zu sagen, weil ich es einfach nicht besser ausdrücken konnte. Mein Gegenüber zuckte ganz kurz mit dem Mundwinkel zu einem Grinsen, wiederholte dann meine Frage nochmal richtig um sicher zu gehen, ob er mich richtig verstanden hat und beantwortete sie dann. Niemand sprach mit mir wie mit einem Kleinkind. Jeder versuchte, mich zu verstehen und sprach einfach ganz normal mit mir. Erst, wenn ich wirklich nicht verstanden habe, was mein Gegenüber mir sagen will, wurde langsamer, deutlicher, ggf einfacher und mit Händen und Füßen gesprochen. Sobald in Deutschland jemand so spricht, redet der Großteil der Menschen mit dieser Person nur noch wie mit einem Idioten. Aber wie zum Henker soll ich denn die Sprache lernen, wenn die Umwelt nicht richtig mit mir spricht? Woher soll jemand Übung im Deklinieren bekommen, wenn man nie deklinierte Verben hört? Oder korrekte Satzstellung? Oder die "Sie" - Form? Wenn man von Deutschen sofort und ohne es wenigsten versucht zu haben immer nur ein Deutsch a la "Du drücken Taste hier wenn blinkt grün" oder "Du putzen Treppenhaus gestern?" zu hören bekommt KANN man es doch gar nicht besser lernen. Dass Menschen dann auch nach Jahrzehnten hier immer noch so sprechen ist kein Wunder. Sie reden doch GENAUSO wie die DEUTSCHEN. Und das zweite Problem sind die Reaktionen, wenn jemand es wenigstens versucht. Als ich angefangen habe, Indonesisch zu lernen, habe ich immer mit allen so viel Indonesisch gesprochen, wie ich es halt konnte. Anfangs waren das ein paar Worte. Aber die Reaktion war immer Freude bis hin zu Begeisterung. Ich konnte keinen vollständigen Satz bilden, aber mein Gegenüber half mir, die fehlenden Vokabeln zu ergänzen und strahlte bis über beide Ohren, dass ich es wenigstens versuchte. In der Folge war ich super motiviert, paukte Vokabeln und gab mein bestes, um nicht immer so schnell auf Englisch umsteigen zu müssen. Wer in Deutschland keinen ganzen Satz sagen kann, wird bestenfalls belächelt, aber meist mit einem genervten Augenrollen betrachtet. Dass man dann irgendwann keinen Bock mehr hat und es halt gar nicht mehr versucht, ist einfach verständlich. Ganz besonders auch noch wegen dem letzten Punkt: Sprachen lernen kann verdammt schwer sein! Ich habe Spanisch und Indonesisch jeweils binnen 6 Monaten halbwegs flüssig gesprochen. Ich habe 6 Jahre in China gelebt und gearbeitet und kann bis heute nur eine Hand voll Sätze und Wörter, die ich auswendig gelernt habe. Weil die Sprache denen, die ich bereits kann, absolut nicht ähnlich ist. Trotz Kurs und Alltag habe ich die Vokabeln einfach nie behalten können. Und wenn ich daran denke, wie schwer Deutsch als Fremdsprache ist (Grammatik, dasselbe Wort mit völlig unterschiedlichen Bedeutungen je nach Kontext, Dialekte) finde ich es wirklich nicht verwunderlich oder verwerflich, dass jemand Jahrzehnte braucht, um sich halbwegs ausdrücken zu können. (Fontyfan mit Links zu einigen der Tweets, 12.6.2018)
Dazu hat sich dann eifriges Gespräch mit über einem Dutzend Teilnehmern entwickelt, das weiterführte zu Babysprache und den folgenden Anmerkungen, die das Thema m.E. thematisch sinnvoll bereicherten:
florian v.: Na ja, ich interessiere mich selbst für Sprache(n), liebe Englisch, habe im Studium mal zwei Semester Schwedisch gelernt, spreche (etwas) Esperanto und habe mir neulich Toki Pona angeschaut Und ich finde es wichtig, sich selbst daran zu erinnern, wie schwierig die eigene ist.
Cat in Chief (((i))): Das ist der Grund, warum ich als Deutschlehrerin in der Erwachsenenbildung mich gerade durch Arabisch quäle. Der Anstrengung wegen - und um den SuS zu zeigen: es ist normal, wenns schwer fällt, wenn Fehler passieren. Und es ist jedes Wort schön, das verstanden wird :-)
(((emden))): Ein wichtiger Nachteil d.Deutschen (z.B. IT-) Wirtschaft ist, dass viele Deutsche, Menschen mit schlechtem Deutsch für weniger Intelligent halten als sich selbst. In englischsprachigen Ländern existiert das Problem so nicht.Ergebnis:qualifizierte Fachkräfte zieht es eher dorthin.
IGloomy Juliet's Cup of Tea: Ideal für das Beispiel ist, dass du Tempi statt Tempora[3] verwendet hast. Meine Erfahrung ist: Wenn Franzosen, Amerikaner, ... eine Sprache lernen, ist der Akzent und die Fehler süß. Keiner verlangt ein höheres Niveau. Bei Syrern, Marrokanern, Türken ist es immer mangelnder Wille.
BLCKMLK™: Aber ganz genau darum wurdest du als Deutsche auch mit rudimentären Sprachkenntnissen ernstgenommen. Einwanderer, eventuell sozial bedürftig/arbeitsuchend, etc, werden das in Spanien und Indonesien auch nicht. Es gibt immer gute und schlechte Ausländer.
Thomas Kopp: Ist in Schweden aber ähnlich. Da ist es sogar teilweise so, dass die Nordschweden die Südschweden nicht verstehen und man dann - wie mit anderen deren schwedisch man nicht versteht auf englisch antwortet*
Dass die Tweets weder sprachlich noch in der Rechtschreibung durchweg korrekt sind, passt zu Fledermamas Klage über deutschen Anspruch auf Perfektion.
Quelle: ZUM-Wiki Twittergespräche
Zu dem Hinweis auf "Wissenschaftsdebatte" in dem ZUM-Wiki-Artikel hier ein Link zu der aktuellen Seite Wissenschaftsdebatte.de
*Die Fremdsprache, die in Schweden am häufigsten auf duolingo gelernt wird, ist Schwedisch. Englisch lernen Schweden anscheinend/scheinbar (?) nebenher und brauchen keine Unterstützung durch einen Sprachkurs. (Fontanefan)
Montag, 13. März 2023
Twitter Files
Twitter Files (en: Wikipedia)
Dienstag, 27. Dezember 2022
Hat Musk sich verrechnet?
Den Vogel abgeschossen ZEIT 21.12.22
Europäische Union: Wirtschaftsministerium fordert stärkere Regulierung von Twitter ZEIT 22.12.22Als Musk Tesla Inc. übernahm und 2008 den Tesla Roadster als Serienfahrzeug herausbrachte, war der das Auto der Zukunft. Jetzt ist er es nicht mehr, weil die Verbrenner-Autokonzerne nach dem Dieselskandal notgedrungen ihre Blockadepolitik gegenüber dem Elektroantrieb aufgegeben und mit staatlichen Subventionen haben.
Als er für 43 Milliarden Twitter kaufte, war Twitter noch ohne funktionierendes Geschäftsmodell und hatte einen gefährlichen, beinahe übermächtigen Konkurrenten in TikTok. Weil er Twitter "auf Pump" gekauft und viele Nutzer verschreckt hat, drohen Milliardenverluste.
Google war eine konkurrenzlos gute Suchmaschine, deren Geschäftsmodell trägt immer noch die nicht selten oder oft (?) Start-up-Versuche von Alphabet Inc.
Der Versuch mit Twitter hat Tesla Inc. in Schwierigkeiten gebracht.
Wie geht es weiter?
Donnerstag, 4. August 2022
Die Gesellschaft driftet auseinander (Corona, soziale Medien,Ukraine)
Julia Probst (@augenschmaus - Lippenleserin):
Heute morgen im Penny: Ich bin die einzige, die eine Maske trägt. Die einzige von ca. 30 Leute im Laden. Die #Maskenpflicht fallen zu lassen war ein Ausbund falsch verpackter "FREIHEIT" und sowas von wissenschaftsfeindlich. Der Herbst wird noch so richtig "lustig". Nicht.
Ich werde nie wieder Maske tragen! Ich werde nie wieder einen Test machen! Und vor allem: Werde ich mich nie wieder derart gängeln lassen wie die letzten 2,5 Jahre Bin ein freier, selbstbestimmender Mensch, der am besten weiß, was wichtig & richtig ist #ichmachenichtmehrmit
Und Sie werden nie wieder auch nur einen Funken Verantwortungsgefühl für Ihre Mitmenschen aufbringen. "Humanität" ist aus Ihrem Wörterbuch gestrichen! Dafür habe ich nur eines: Verachtung.
Juli Zeh und Thea Dorn im Gespräch 11.5.22
Es ist in Deutschland üblich geworden, mit dem Gefühl der Angst Politik zu machen. Das ist gefährlich. Denn Angst ist wirklich kein Argument. Von Thea Dorn (ZEIT 3./4.8.22)
Bei der Auseinandersetzung zwischen Zeh und Dorn (der arme Zeh! ;-)) stehe ich eher auf der Seite von Zeh. (Gut, dass die beiden betonen, dass sie befreundet sind.)
Recht gebe ich aber Thea Dorn darin, dass man die Gefahr sehen und bekämpfen, aber nicht vor der Meinung des anderen Angst haben sollte.
Freilich: Angesichts des NS-Terrors konnte rechtzeitige Flucht helfen, dagegen war das Ausharren und die mutige Tat eines Einzelnen oder einiger weniger (Elser, Scholl, 20. Juli) oft zum Scheitern verurteilt. Vor dem Klimawandel gibt es aber keine Flucht, und man kann gefahrlos etwas gegen ihn tun, während Nicht-Handeln die Gefahr vergrößert. Hier fehlt jede Entschuldigung für Nicht-Handeln, auch wenn kein Einzelner die entscheidende Wende erreichen kann.
Harry Nutt geht mit seinem Beitrag einem anderen Gefühl nach, das sich in Internet und Gesellschaft verbreitet:
Lust an der Empörung v. Harry Nutt FR 5.8.22
"Wir machen mit im Karneval der Affekte, erschrecken aber, wenn uns aus den sozialen Medien Hass entgegenschlägt."
Nicht mehr sind "Erkenntnis und Aufklärung eine Richtschnur für politische Entscheidungen und soziales Handeln [...] Stattdessen kostümieren wir uns in den in rasantem Tempo einander ablösenden gesellschaftspolitischen Debatten für einen Karneval der Affekte, in dem die Gebote zu rationaler Begründung geringe Aussichten haben, befolgt zu werden."
Empörung wurde 2010 durch die Schrift "Empört euch!" der 93-jährigen Stéphane Hessel als positiver Affekt bezeichnet. Harry Nutt schreibt dazu:
„Wir müssen radikal mit dem Rausch des Immer noch mehr brechen“, heißt es in Hessels Bestseller, „in dem die Finanzwelt, aber auch Wissenschaft und Technik die Flucht nach vorn angetreten haben.“ Es sei höchste Zeit, dass Ethik, Gerechtigkeit, nachhaltiges Gleichgewicht unsere Anliegen werden."
Das, was Hessel zu Recht gegen Handeln der eigenen Regierung gefordert hat, wurde 2018 mit steigendem Erfolg von Greta Thunberg gegen das Nicht-Handeln der Regierungen in aller Welt gefordert.
Im Zuge der Corona-Pandemie machten sich die Maßnahmenkritiker diesen Anspruch auf Empörung zu eigen, indem sie für sich Meinungsfreiheit und Recht auf passiven Widerstand forderten. Dazu kamen, wie Harry Nutt es formuliert "entfesselte Ausdrucksformen [...] die weitgehend ohne Etikette auskommen" Das wiederum rief auf der Seite derer, die die Regierungsmaßnahmen für angemessen oder sogar nicht energisch ansehen, entsprechende Reaktionen - jetzt aber nicht gegen die Regierung, sondern gegen Personen hervor.
Dabei entsteht immer die Gefahr, dass solche Enthemmung in Hass umschlägt. Von der "Verachtung" ist der Weg nicht mehr sehr weit. - Auf beiden Seiten.
Zitat:
„Die Grundtönung des Hasses ist Feindschaft, Widerstreben, Ablehnung, Gefühlseinstellung negativer Art“, schreibt Kolnai. „Darin ist Hass mit Antipathie, Zorn, Ekel, Verachtung, Bekämpfung verwandt.“ Im sprachlichen Gebrauch aber ist die Formulierung Hass weit weniger negativ konnotiert. So missbrauchen wir laut Kolnai die Wörter „Hassen“ und „Hass“ bewusst zur Bezeichnung von Stellungnahmen und Empfindungen, die in Wirklichkeit weit oberflächlicher und allgemeiner Natur sind. „Wer davon redet, dass er z. B. kalten Braten hasse, weiß sehr wohl, wie wenig diese seine Geschmacksrichtung mit Hass zu tun hat.“ Er sei sich sehr wohl im Klaren darüber, dass diese unlustvolle Beziehung nicht nur dem Grad, sondern auch der Art nach völlig verschieden ist etwa vom Hass gegen einen Mann, der ihn um seine Existenz gebracht hat.
Die Harmlosigkeit, die dem Hass gegenüber dem kalten Braten innezuwohnen scheint, steht in einem fundamentalen Gegensatz zum Vernichtungswillen, der Kolnai zufolge weit über die Tötung einer konkreten Person hinausgeht. Der andere, so definiert Kolnai ein wesentliches Merkmal des Hasses, möge nicht nur verschwinden, sondern nie existiert haben. „Was der Hass verlangt und verheißt ist (…) eine Art Entscheidung über das Schicksal der Welt.“ [...]" (Lust an der Empörung v. Harry Nutt FR 5.8.22)
Sonntag, 1. Mai 2022
Musk und Twitter
Jimmy Wales hat ein Gegenmodell entworfen: WT.Social https://wt.social/
Wie viele müssen sich darauf einlassen, damit es funktioniert?
Das wäre auszuprobieren.
Dienstag, 9. November 2021
Wollen Twitterer andere aushorchen?
"We all like to snoop just as much as big tech" schreibt James Marriott in der Times am 12.8.2021
Bei der Paketverfolgung erfahren wir nicht selten bis auf 5 Minuten genau, wann das Paket eintreffen wird. Und dann werden wir aufgefordert, die Anlieferung zu bewerten wie eine Äußerung bei Facebook oder Twitter. Marriott meint, damit fühlen wir uns berechtigt, eine Person zu bewerten wie eine vorher nur eine Meinung. (Ein Urteil hatten wir über Meinungen schon vor dem Internet, aber wir wurden nicht darauf getrimmt, sie allüberall durch "Likes" zu dokumentieren.)
Dabei fällt mir auf, bei Twitter lese ich alles mögliche an Gefühlsäußerungen von konkreten Personen, was ich über sie nicht wissen will. Nicht, dass ich ihnen das Recht beschneiden will, ihre Gefühle in der Öffentlichkeit auszubreiten. Es ist mir auch nicht uninteressant, dass jemand eine bestimmte hat und wie viele Personen sie teilen. Ich will es nur nicht über eine konkrete Person wissen, weil es meine Meinung über die Person beeinflussen könnte, ohne dass ich den Kontext beurteilen kann, in dem die Äußerung steht.
Wenn ich die Person dann entfolge, könnte sie aber meinen, ich hätte etwas dagegen, dass sie eine bestimmte Meinung hat oder ein bestimmtes Gefühl äußert. - So gewöhne ich mich langsam daran, lauter private Informationen zu bekommen, die mich nichts angehen.
Montag, 12. April 2021
Marko Martin und Twitter (sowie der Zusammenhang)
Jüdische Allgemeine, "das auflagenstärkste Periodikum des deutschen Judentums" (Wikipedia)
https://www.juedische-allgemeine.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Marko_Martin
Marko Martin:
"Wäre man wirklich besorgt und nicht nur darauf bedacht, mittels «Kritik» moralischen Distinktionsgewinn einzuheimsen, gäbe es tausendundeinen Grund, die seit Jahren ins Illiberale driftende Innenpolitik der Netanyahu-Regierung zu kritisieren. Freilich müsste man in diesem Falle konkret werden und Namen nennen wie den der engstirnigen Kulturministerin Miri Regev oder des ideologisierten Siedler-Lobbyisten Naftali Bennett. Und man müsste dann aber auch die couragierte Gegenwehr des Obersten Gerichtshofs erwähnen, die quicklebendige Protestkultur in den Medien und auf der Strasse – kurz, jene seit der Staatsgründung im Mai 1948 ebenfalls quasi institutionell gewordene Situation von Dauerstreit, Debattierlust und – vor allem – tief verwurzelter Macht- und Hierarchie-Skepsis, die nicht nur im rückständigen Nahen Osten einzigartig ist."
Kitsch, Ressentiment, Projektion – die meisten unserer Israel-Bilder sind ziemlich schief (Marko Matin in NZZ 7.5.2018)
https://www.juedische-allgemeine.de/autor/marko-martin/
https://twitter.com/clemensetz/status/1381144104973836291
Pfuiiii!!! Wer ist der, für den ich gerade nur Schimpfwörter übrig habe? [Eine richtige Ahnung!]
Hilfe! Ist diese Aussage eigentlich schon strafrechtlich relevant?
Entschuldige die Ausdrucksweise, aber wer ist dieser W*chser?!
Ich will nicht wissen wie er heißt. [Nichtwissenwollen schützt nicht vor Irrtum.] Ich will wissen, wieso er eingeladen wurde. [Ja, das würde helfen.]
Die Auflösung:
Aber der Thread geht weiter, Dabei waren die informierenden Links schon 10 oder 20 Tweets vorher geboten worden.
Ich kannte Marko Martin nicht, nachdem ich seine Position kennengelernt habe, teile ich sie nicht. Aber die Selbstsicherheit, mit der sich die Twitternden in die Gewissheit hineinsteigern, dass diese Metaphernkritik nur von einem Rassisten oder gar Antisemiten stammen könnte, erschreckt mich schon. 35 Sekunden und schon wird der Sender kritisiert, dass er keine Zensur ausübt.
Die Pandemie und die Abwehrmaßnahmen haben differenzierende Wahrnehmung offenbar sehr erschwert.
Ich nwhmw aber an, dass clemensetz nicht das demonstrieren wollte.
Für die, die sich für Christian Krachts Roman Eurotrash intersessieren:
Verlagsseite mit Pressestimmen und Rezensionen (bei Perlentaucher); Rezension FAZ