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Mittwoch, 1. Juli 2015

Besinnt sich noch jemand an den zweiten Putin?

Den von der GdL?

Bahn-Tarifkonflikt beendet

Im Bericht wird erst nach der Mitte Ramelow zitiert in dem Satz:
Ramelow hatte bereits am Dienstagnachmittag auf Twitter ein Lied von Marius Müller-Westernhagen zitiert und damit eine Einigung angedeutet: "Insider-Tipp: Fahrkarten kaufen & DB fahren! Ich lege mir jetzt MMW auf & höre Freiheit, ganz besonders die Stelle: die Verträge sind gemacht!"
Erst danach taucht der Name auf, als dessen Versteher man sich lange nicht outen durfte, viel ungefährdeter waren da Versicherungsbetrüger, vielleicht sogar Steuerhinterzieher.
Sein Name? Wie hieß er doch gleich? Claus ...

Donnerstag, 7. Mai 2015

Er weigerte sich, in die Staatspartei SED einzutreten: Weselsky

Wie die Bildzeitung aus Gegnerschaft zur SED ein Negativimage zu stricken versucht:

CLAUS WESELSKY: Schon als junger Mann war er Außenseiter
"Claus „QUÄLselsky” – wer ist der Mann der uns die Woche versaut? So wurde aus dem GDL-Chef der Quälgeist für Pendler und Bahnfahrer..."  (Bild.de 5.5.15)
„Er hat es nicht leicht: Oberlippenbart eines Karussellbremsers, Sachse und dann auch noch Chef einer Mini-Gewerkschaft, die alles lahmlegen kann – und davon ausführlich Gebrauch macht. Viel mehr kann nicht schiefgehen, wenn man in Deutschland Sympathieträger werden will…Er ist der Minderheitenführer, der die Mehrheit ausbremsen kann. Ein Zwerg mit Riesenkräften, ein Leichtgewicht am langen Hebel. Und ein Radikaler…Er ist der Ostdeutsche, der streikenden Außenseiter…." (Druckausgabe der Bildzeitung)
So viel Positives habe ich über Weselsky lange nicht gelesen, weil ich nichts über sein Vorleben wusste. Dass jedes Detail, das völlig wertneutral ist oder für ihn spricht, durch die Art der Darstellung  benutzt wird, um ihn zum Usympath umzufrisieren, habe ich selten deutlicher gelesen.
Ein Schrecken, man sähe diese Methode auf sich selbst angewandt. Kein Wunder, dass deutsche Politiker das Wohlwollen der Bildzeitung suchen.

Mittwoch, 6. Mai 2015

Heiner Geißler: Bundesregierung trägt Schuld am Bahnstreik

Heiner Geißler: Bundesregierung trägt Schuld am Bahnstreik, Merkur.de 6.5.15

Ich stimme mit Geißler in diesem Fall im einzelnen nicht überein und bin gar nicht glücklich mit dem Ergebnis seiner Schlichtung in Sachen Stuttgart21. Aber dass Vereinigungsfreiheit und Arbeitskämpfe über Artikel 9 des Grundgesetzes  ausdrücklich geschützt sind, wird bei der Kritik an den Streiks der GdL viel zu häufig übergangen.

Merke: Auch wenn in diesem Fall Arbeitgeber und Bundesregierung am gleichen Strang ziehen, bleibt das Streikrecht davon unberührt.


Ver.di beschließt unbefristeten Streik in Kitas

Donnerstag, 6. November 2014

Der Streik der GDL und die Presse

Die Bild-Zeitung fordert die Leser auf, dem Gewerkschaftsführer die Meinung zu „geigen“ und veröffentlicht seine Büro-Telefonnummer. Der Focus bringt ein Foto vom Wohnhaus Weselskys und vom Klingelschild, auf dem steht: „Fam. Weselsky“. Es muss diesen Medien ziemlich schlecht gehen, wenn sie zu solchen Mitteln greifen. (Deutsche Wirtschaftsnachrichten, 6.11.14)

Donnerstag, 30. Oktober 2014

Weshalb Berufsgewerkschaften zwar eher fragwürdig, die GDL aber ein positiver Sonderfall ist

Jens Berger erklärt sich auf den NachDenkSeiten zum GdL-Versteher und hat mich überzeugt.

Zum großen Zusammenstoß mit der GDL kam es 2007, als Transnet einen Tarifvertrag mit der Deutschen Bahn unterzeichnete, der es der Bahn gestattete, über fragwürdige Vertragsbedingungen neue Lokführer zu Stundenlöhnen von 7,50 Euro einzustellen. Nicht die „Lokführergewerkschaft“, sondern Transnet war laut Vertrag für diese „Lokführer zweiter Klasse“ verantwortlich, die formaljuristisch als „Mitarbeiter mit eisenbahnspezifischer Ausrichtung“ bezeichnet wurden. [...] 
Durch einen langwierigen Arbeitskampf konnte die GDL 2008 ihren ersten großen Sieg erringen und musste von der Deutschen Bahn in einem eigenständigen Tarifvertrag als vollwertige Arbeitnehmervertreterin anerkannt werden. Im gleichen Jahr unterzeichnete die Konkurrenz von Transnet ihren moralischen Offenbarungseid – der Gewerkschaftsvorsitzende Norbert Hansen wechselte ohne jegliche Übergangszeit mit fliegenden Fahnen die Seiten und heuerte im Vorstand der Deutschen Bahn AG als neuer Arbeitsdirektor an. Der Gewerkschafter, der zuvor seine Kollegen an die Deutsche Bahn verraten hatte, kassierte nun auf der Arbeitgeberseite seinen Judaslohn. Für die nicht einmal zwei Jahre, die er im Vorstand der Deutschen Bahn AG verbrachte, überwies ihm das Staatsunternehmen inkl. Abfindung stolze 3,3 Millionen Euro. Einen derart massiven Fall von Korruption (nicht juristisch, aber sehr wohl moralisch) hat es in der deutschen Gewerkschaftsgeschichte wohl noch nie gegeben.(Jens Berger: Bahnstreik – Ich bin ein GDL-Versteher!)
Sieh auch: Die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) und die Tarifeinheit