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Samstag, 14. April 2018

Zur Rolle Polens im Kontext des Holocaust

Die Deutschen errichteten die Hauptvernichtungslager auf polnischem Boden.

Bei der Entdeckung von versteckten Juden spielten Einzelpersonen und Verbrecherbanden "nicht selten mit einer ethnisch gemischten – polnischen, deutschen und jüdischen – Struktur und Aufgabenverteilung" eine nicht unwichtige Rolle. (Wikipedia: Szmalcownik)

Wikipedia: Liste der Gerechten unter den Völkern Abschnitt Polen

"Żegota war der Codename für den Rat für die Unterstützung der Juden eine Untergrundorganisation im deutsch besetzten Polen, die zwischen 1942 und 1945 fungierte und unter der Schirmherrschaft der polnischen Exilregierung stand. Im besetzten Europa war sie die einzige Organisation ihrer Art. Mit ihrer Hilfe konnten Tausende von polnischen Juden gerettet werden. Meist wurden für die Juden, die sich auf der „arischen“ Seite verbargen, gefälschte Personaldokumente beschafft, sowie finanzielle Unterstützung und medizinische Betreuung organisiert.
Der Rat für die Unterstützung der Juden wurde im Dezember 1942 als Fortsetzung eines früheren Geheimkomitees gegründet, das Provisorisches Komitee für die Judenhilfe hieß und im September 1942 gegründet worden war.
Allein in Warschau wurden von Żegotas Kinderabteilung, aus dem deutschen Ghetto für Juden in Warschau, mehr als 2.500 jüdische Kinder geschmuggelt und bei polnischen Familien oder in Waisenhäusern, die von Klöstern oder Stadtverwaltungen geführt wurden, versteckt."
(Niconasbeznas bei gutefrage.net)    Dort auch mehr zum Thema

Freitag, 2. September 2016

Was geschah im Januar 1933?

War es eine "Machtergreifung"?

Es war der Versuch, dem Teufel nur einen Finger zu geben. Der ging schief.
Die Machteliten waren am Ende ihrer Optionen. Da hofften sie, einen Pakt mit Hitler schließen zu können, obwohl ihnen klar war, dass das ein Risiko war.
Wie das Pfeifen im Walde der Spruch: "Wir werden ihn an die Wand drücken, dass er quietscht."
"Machtergreifung" war die Bezeichnung, die von der NS-Seite verwendet wurde (war es Hitler selbst oder irgendeiner aus seiner Entourage, der immer unbekannt bleiben wird?), um sich als einzig Handelnde zu sehen.
Dass Hitler nach dem fehlgeschlagenen Putsch keinen Staatsstreich riskierte, sondern abwartete, bis man ihm den kleinen Finger reichte, dann aber entschlossen Hand und Arm ergriff, um die Eliten aus dem Weg zu räumen, zeugt davon, dass er gelernt hatte.
Hinterlistig ("Erschleichung") war es aus der Sicht der Eliten, eine kraftvolle Tat ("Ergreifung") war es aus Sicht Hitlers und seiner Anhänger. 
Den überzeugten Demokraten musste es wie ein "Pakt mit dem Teufel" erscheinen. 
Als objektive Beschreibung passen alle drei Bezeichnungen nicht. 
Die reaktionären Machteliten hatten alle Optionen verspielt, die sie einzusetzen bereit waren, und sich keine weitere offen gehalten. So versuchten sie etwas, was sie nicht wollten. ("So schlimm wird es schon nicht sein.") - Die Alternative wäre ein Bündnis mit allen demokratischen Kräften gewesen. Das lag ihnen aber so fern, dass ihnen nur Hitler blieb.
Freilich: Die Demokraten hatten schon verspielt, als sie Hindenburg als Bollwerk gegen Hitler nutzen wollten. Die Frage, ob es Möglichkeiten gab, Hitler zu verhindern, ist nicht eindeutig zu beantworten. Dass es nicht geschehen ist, ist klar. 
Dass es nicht so sehr die Fehler der anderen Seite waren, sondern die Kraft der "Bewegung" und die "Vorsehung", dafür sollte das Wort "Machtergreifung" stehen. Man braucht Hitlers Sichtweise nicht zu übernehmen, wenn man feststellt: Er hatte richtig taktiert und die anderen ausgespielt.

Wenn man unbedingt ein Wort für den Vorgang finden will, passt am ehesten das neutrale "Machtübertragung". 
Was Hitler danach aus der "Machtübertragung" gemacht hat: die konsequente Ausschaltung aller Kräfte, die seiner Diktatur im Wege standen, das war entschlossenes, geschicktes Handeln. Wenn man etwas "Machtergreifung" nennen will, dann war es dieser Vorgang, der mit dem "Ermächtigungsgesetz" zur de facto Abschaffung der Weimarer Verfassung führte.

Samstag, 20. August 2016

"Drittes Reich" oder: was den Nazis bald nicht mehr in den Kram passte

Im NS-Staat wurde nicht nur die Frakturschrift abgeschafft, sondern auch die Verwendung des Begriffs "Drittes Reich" verboten. - Das ist im allgemeinen Bewusstsein längst vergessen. Ein Beispiel dafür, dass wir selbst über die seit Jahrzehnten intensiv diskutierte Zeit so manches nicht wissen.

Als Drittes Reich wird seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges die Zeit des Nationalsozialismus beziehungsweise das Deutsche Reich von 1933 bis 1945 bezeichnet.
Der Ausdruck wurde von den Nationalsozialisten zeitweilig als Begriff in ihrer Propaganda benutzt, hat jedoch eine weitaus ältere christlich-theologische sowie philosophisch-utopische Tradition in der abendländischen Geschichte.[1] Im christlich-theologischen Verständnis bezeichnet der Begriff ein Zeitalter der Herrschaft des Heiligen Geistes. Von den Nationalsozialisten wurde der Begriff weder staats- noch verfassungsrechtlich ausgearbeitet. [...]
Am 13. Juni 1939 ließ Hitler in einem „nicht zur Veröffentlichung“ bestimmten Rundschreiben die weitere Verwendung des Begriffs „Drittes Reich“ untersagen.[31]* Reinhard Bollmus schrieb dazu unter anderen, dass Hitler damit zu erkennen gab, dass „der Führer-Staat selbst nach seinen Anschauungen kaum jemals etwas mit den Vorstellungen Moeller van den Brucks“ gemein gehabt hätte. Und er ergänzte hinsichtlich der Perspektive Hitlers: „Er bevorzugte Ausdrücke wie ›Germanisches Reich deutscher Nation‹ und ›Großgermanisches Reich‹, und wenn darin die Erinnerung an die Zeit der Völkerwanderung beschworen werden sollte, wenn Hitler sich dabei an dem – in dieser Einseitigkeit für ihn typischen – Bilde einer Periode ständiger Eroberungszüge orientierte, so kennzeichnete er das von ihm geschaffene Herrschaftsgebilde durchaus richtig: als Eroberungsstaat, und zwar als Eroberungsstaat nicht nur in außenpolitischer, sondern auch in innenpolitischer Hinsicht.“[31]
Am 10. Juli 1939 wies das Reichspropagandaministerium die reichsdeutsche Presse an, den Begriff „Drittes Reich“ zukünftig zu meiden, weil Gegner des nationalsozialistischen Regimes dessen Ewigkeitsanspruch mit dem Begriff „Viertes Reich“ persifliert hatten. Wörtlich hieß es in der Begründung: „Die tiefgreifende Entwicklung, die seitdem stattgefunden hat, wird dieser historisch abgeleiteten Bezeichnung nicht mehr gerecht.“[20]
Getilgt wurde der Begriff deshalb allerdings nicht. Cornelia Schmitz-Berning wies nach, dass der Begriff beispielsweise in der von Joseph Goebbels herausgegebenen Wochenzeitung Das Reich weiterhin benutzt worden ist. Selbst im sogenannten politischen Testament von Hitler, in den vor seinem Tod verfassten Bormann-Diktaten, wurde der Begriff verwendet.[32]
Seite „Drittes Reich“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. August 2016, 14:40 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Drittes_Reich&oldid=156916424 (Abgerufen: 20. August 2016, 07:35 UTC)
* Hervorhebung von mir