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Mittwoch, 24. Juli 2024

RKI-Protokolle zur Pandemie

  Berliner Zeitung 23.7.24

"[...] Hier finden Sie die kompletten RKI-Files ohne Schwärzung

Eine Person aus dem Robert-Koch-Institut hatte nun offenbar genug von dem Versteckspiel: Sie gab die kompletten RKI-Files für alle vier Pandemie-Jahre, von 2020 bis einschließlich 2023, jetzt ungeschwärzt an die Berliner Journalistin Aya Velazquez weiter. Sie sind hier einzusehen

Freitag, 28. Juli 2023

Wie man nach der Pandemie wieder lächeln lernt

 Warum erhalten die Menschen in Japan Unterricht im Lächeln?

Manche Menschen haben vielleicht vergessen, wie man lächelt, weil sie so lange eine Maske getragen haben. Im Unterricht üben sie die Bewegung verschiedener Gesichtsmuskeln, um wieder zu lernen, wie man lächelt, ohne zu unbeholfen auszusehen.

LEILA FADEL, Moderatorin: Guten Morgen. Ich bin Leila Fadel. Vielleicht ging es Ihnen so: Sie gingen die Straße entlang, nahmen Augenkontakt mit jemandem auf und vergaßen, weil Sie so lange eine Maske getragen hatten, zu lächeln. Den Menschen in Japan wird jetzt beigebracht, wie sie wieder lächeln können. Der Unterricht beginnt mit Dehnübungen zur Entspannung, dann mit der Übung, verschiedene Gesichtsmuskeln zu bewegen, um wieder zu lernen, wie man lächelt, ohne zu unbeholfen auszusehen. (verbesserte Maschinenübersetzung)

https://www.npr.org/2023/05/17/1176600725/why-are-people-in-japan-getting-lessons-in-how-to-smile Times 23.5.2023

Dienstag, 14. Februar 2023

Umfassende Aufarbeitung der Pandemie gefordert

 Interview mit Hendrik Streeck „Das nahm fast intolerante Züge an“ in Focus, 13.2.23

"[...] Sie selbst sind heute Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung. Es gibt solche Runden also inzwischen.

Streeck: Und das müssen wir weiter ausbauen, auch über Pandemien hinaus. Oft mussten sich die politisch Verantwortlichen zwischen zwei Übeln in der Pandemie entscheiden: Schulschließung oder Infektion der Kinder, um mal ein plakatives Beispiel zu bringen. Da zeigte sich zugleich, dass kein Wissenschaftler allein die Wahrheit gepachtet hat und allein den richtigen Rat geben kann. Expertengremien müssen diverse Fachexpertise vereinen und ergebnisoffen diskutieren. Dass uns diese Ergebnisoffenheit fehlte, das sollten wir noch aufarbeiten.

Wer muss sich dem stellen?

Streeck: Wissenschaft, Politik, die Medien; auch Institutionen wie Robert Koch-Institut (RKI), Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Leopoldina, Ständige Impfkommission (Stiko), Ethikrat … Zugleich dürfen nicht ausschließlich jene die Aufarbeitung übernehmen, die selbst im Pandemiemanagement aktiv waren. Das kann nicht funktionieren.

Ein Teil der Bevölkerung fordert mittlerweile Entschuldigungen oder gleich Untersuchungsausschüsse.

Streeck: Da hat sich bedauerlicherweise viel Bitterkeit und Hass aufgestaut. Aber so eine Aufarbeitung ist wichtig, um zu einem gewissen Grad die Spaltung in der Gesellschaft zu überwinden. Dieser Prozess kann durchaus Jahre dauern und benötigt Ressourcen, darf aber auch nicht dazu führen, einzelne Akteure an den Pranger zu stellen. Wir brauchen eine neue, positive Fehlerkultur, um für die Zukunft zu lernen.

Viele Maßnahmen werden im Nachhinein damit entschuldigt, man habe anfangs ja nicht gewusst, wie gefährlich es wird …

Streeck: … was ja auch stimmt. Jede Entscheidung aus der ersten Phase der Pandemie stand unter der Prämisse: lieber zu harte Maßnahmen als zu milde. Es ging um Menschenleben. Präventive Vorsicht war in der allerersten Phase durchaus angeraten. Man hätte nur schneller adaptieren müssen. [...]

Was muss Ihrer Ansicht nach global in den nächsten Jahren angegangen werden als Antwort auf Corona?

Streeck: Wir brauchen intensiven, unideologischen und datenzentrierten Austausch auf internationaler Ebene, deutlich über Viren hinaus. In den USA werden zurzeit die Top-65-Erreger aufgelistet und darauf geprüft, wie gefährlich jeder einzelne von ihnen ist und wie man vorgehen soll, wenn er sich ausbreitet. Die Gefahr liegt bei der Übertragung von Tieren auf den Menschen. Der jüngste Ausbruch der Vogelgrippe in Nerz-Farmen zeigt das Risiko solcher Zoonosen. Es geht deshalb auch darum, Grenzen zu ziehen zwischen uns und der Tierwelt. Internationale Gesundheitspolitik bedeutet also auch, global über Artenschutz und den Stopp von Entwaldung zu reden. [...]"

Freitag, 9. September 2022

Zur Rolle der Queen

 "Es gab mit der Queen noch eine Instanz, eine überwölbende Identifikationsfigur, die weit über den parteipolitischen Kämpfen stand, in einem völlig anderen Ausmaß als die ja doch immer gewählten, und damit den jeweils aktuellen Mehrheitsverhältnissen ausgesetzten repräsentativen Staatsoberhäupter anderer Länder, beispielsweise der deutsche Bundespräsident. Die Briten konnten, wenn sie in den kollektiven Spiegel sahen, darin noch die vornehme Beständigkeit von Elisabeth erkennen. Nun sehen sie da Liz Truss. Oder Keir Starmer. Parteipolitiker jedenfalls, das Personal eines krisenhaften Alltags. So ist der Tod der Queen auch der Moment, in dem die Briten sich selbst und die von ihnen geschaffenen politischen Zustände erkennen müssen. Es ist das Ende einer Selbsttäuschung. 

 Zu dieser Selbsttäuschung gehört auch das mentale Festhalten am alten Empirestatus. Als ihr Vater 1952 starb und sie Königin wurde, war Elisabeth gerade in Kenia unterwegs, einer der vielen damaligen Kolonien des britischen Weltreichs. Dieses Weltreich gibt es schon lang nicht mehr, aber weil die Königin noch die gleiche war wie zu Empirezeiten, konnte sich auch das kollektive Selbstbild der Briten nie ganz von der (für sie) glorreichen Vergangenheit lösen. Es gab an der Spitze des Staates keinen personellen Bruch mit dieser längst vergangenen Epoche, das postimperiale Britannien konnte vielleicht deshalb nie ganz in der Gegenwart ankommen, weil in ihrer höchsten Repräsentantin die Vergangenheit symbolisch noch weiterlebte. So hielt sich auch die kolonialistische Vorstellung, andere für die eigenen Probleme und Kosten in Haftung nehmen zu wollen: die Franzosen für die Migration, die EU für den wirtschaftlichen Abstieg und sowieso alles Schlechte. Die britische Politik war zuletzt geprägt von einer chronischen Verantwortungsflucht. Viele der führenden Personen erwecken den Eindruck, sie und das Land hätten eine Art historisch gewachsenen Anspruch auf Wohlergehen. Die Armut explodiert, das Gesundheitssystem ist ruiniert, aber die neue Premierministerin plant eine Umverteilungspolitik von unten nach oben, als ginge das nichts an. Der Financial Times-Kolumnist Simon Kuper klagt schon, das Land verwandele sich in ein zweites Brasilien. Die Hoffnung wäre, dass das Land nun seine Empire-Phantomschmerzen loswird und sich der Gegenwart umso engagierter stellt: Großbritannien ist nicht mehr groß, sondern ein vergleichsweise kleines Land mit vergleichsweise großen, selbstverschuldeten Problemen." (Tod von Queen Elizabeth II: Die Mitte ist leerVon  und  ZEIT 9.9.2022)

Ich stimme dieser Analyse so nicht zu, doch m.E. ist etwas Wahres daran. Und diese Teilwahrheit trifft auch EU, Europa und den "Westen"*. Schuld sind die anderen. 

Das gilt auch für Russland und China, die Pandemie ("Der Virus ist schuld!") und den Klimawandel ("Wer konnte denn ahnen, dass er sich nicht an die politischen Spielregeln hält und die Menschenwürde nicht achtet mit seiner Gleichmacherei von Menschen und Tieren!") 

Aber vor alle: Warum gibt es die anderen, die Tausende, die ertrinken und denen wir nicht die Schuld geben können! - Selbst die Briten zeigen etwas vom Allgemeinmenschlichen.

*So angenehm war an der Humanitären Intervention, dass sie Vorwärtsverteidigung des Westens am Hindukusch und überall in der Welt rechtfertigte, so lange sie ihren Zweck ("nationales Interesse") erfüllte.

Freitag, 10. September 2021

Verzerrung der Berichterstattung über Corona

Vergessene Welten in der Pandemie FR 9.9.21

"Der Globale Süden kommt in Berichten wichtiger Medien über Corona extrem zu kurz. Das scheint leider System zu haben.

[...] Es gibt wohl kaum einen Ort auf der Welt und kaum einen Bereich des Lebens, der von den Auswirkungen von Sars-CoV-2 unbeeinflusst geblieben wäre. Umso wichtiger ist die Frage, wie die Medien, in denen die Pandemie dominierte, mit diesem Thema umgingen und insbesondere auch, ob geografisch ausgewogen berichtet wurde. Ein großer Teil der Betroffenen lebt im Globalen Süden (früher auch Entwicklungsländer oder Dritte Welt genannt), dessen medizinische und wirtschaftliche Möglichkeiten im Vergleich zum „Westen“ sehr begrenzt sind, um den Folgen der Pandemie zu begegnen. [...]

An 224 von 366 Tagen war in der „Tagesschau“ die Pandemie das Topthema. Wichtig ist dabei aber zu differenzieren und aufzuschlüsseln, über welche geografischen Räume im Zusammenhang mit dem Virus berichtet wurde, denn lediglich ein Bruchteil der Sendezeit entfiel auf die Staaten des Globalen Südens. In der Tat berichtete die „Tagesschau“ in etwa nur fünf Prozent ihrer Sendezeit zur Pandemie über den Globalen Süden, und da vor allem über China. [...]"


YouTube: Vergessene Welten Blinde Flecken

https://www.ivr-heidelberg.de/


Samstag, 5. Dezember 2020

Die Pandemie ist nur eine Probe für die wirkliche Krise

 

  • Die Pandemie ist nur eine Probe für die wirkliche Krise FR 5.12.20; Slavoj ŽižekWikipedia-logo.png: "Es wird entweder sehr viel schlimmer oder sehr viel besser werden. Das liegt ganz an uns. Covid-19 wird nicht einfach verschwinden. Wir werden uns in einer neuen Art und Weise verhalten müssen, trotz Impfungen. Aber die größte Sorge macht mir etwas anderes. Haben Sie die Temperatur in Sibirien beobachtet? Im Juli wurden dort Temperaturen von mehr als 35 Grad gemessen. Davor sollten wir wirklich Angst haben."

Donnerstag, 26. November 2020

Corona-Pandemie: FFP2-Masken wohl für 27 Millionen Menschen mit hohem Risiko

"Von Dezember an sollen berechtigte Personen insgesamt 15 FFP2-Masken gegen „eine geringe Eigenbeteiligung“ erhalten. Die Ausgabe soll über die Apotheken erfolgen."
(FAZ 25.11.20)

"Sofern vom Hersteller nicht anders angegeben, sind FFP-Masken aus hygienischen Gründen grundsätzlich für einmalige Nutzung innerhalb einer Arbeitsschicht von maximal acht Stunden vorgesehen. Bei wiederverwendbaren Masken muss das Filtervlies bzw. der Partikelfilter ebenfalls nach acht Stunden ausgetauscht und der Maskenkörper desinfiziert werden. In Deutschland empfehlen die Arbeitsschutzausschüsse beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), eine Schutzmaske mit Atemventil maximal 120 Minuten, ohne Atemventil höchstens 75 Minuten zu tragen; vor der erneuten Verwendung ist eine Erholungszeit von 30 Minuten einzuhalten.[16]

Je nach Tätigkeit kann eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung des Beschäftigten erforderlich sein, wenn er bei seiner Tätigkeit FFP-Masken länger als 30 Minuten am Tag trägt.[17] Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGVU) empfiehlt in ihrer Handlungsanleitung für die arbeitsmedizinische Vorsorge nach dem DGUV Grundsatz G26 Atemschutzgeräte (BGI/GUV-I 504-526), dass der Betriebsarzt mit einbezogen wird und eine Gefährdungsbeurteilung nach Arbeitsschutzgesetz durchgeführt wird.[18]

Verschiedene Untersuchungen aus dem Jahr 2006 beschäftigten sich damit, wie sich das längere Tragen von N95-Masken auf die Gesundheit auswirkt: Dabei wurde bei einem Projekt festgestellt, dass bei einer Tragedauer von mehr als vier Stunden vermehrt Kopfschmerzen auftraten.[19] Zum Teil entzündliche Hautreaktionen wurden bei einer anderen Studie festgestellt, in der die Tragedauer der N95-Masken durchschnittlich acht Stunden täglich über einen Zeitraum von über acht Monaten betrug.[20]

Wiederverwendbarkeit von FFP-Masken

Wiederverwendbare Masken vom Typ FFP 2 oder 3 sind mit dem Buchstaben „R“ für reusable gekennzeichnet und CE-zertifiziert; sie erfüllen die EN-Normen 136, 140, 143, 149, 1827, 12941 oder 12942. Es müssen seitens des Herstellers Prüfdokumente, Anweisungen zur Handhabung und Desinfektion bereitgestellt werden. Außerdem müssen entsprechende Desinfektionsmittel und Ersatzpartikelfilter verfügbar sein, da letztere nach Durchfeuchtung oder längerem Tragen ausgetauscht werden müssen.[21]"

Sonntag, 8. März 2020

Lars Fischer: Ist Covid-19 wirklich gefährlicher als die Grippe?

Es ist schon oft kurz dargelegt worden, ich habe es aber selten aber so genau, stringent und unaufgeregt gelesen.

"Die neue Krankheit Covid-19 ähnelt auffällig der Grippe, sie ist ähnlich ansteckend, ungefähr so tödlich und gefährdet auch die gleichen Risikogruppen. Viele Leute fragen sich deswegen, warum wegen SARS-CoV-2 so viel mehr Aufwand getrieben wird.
Die Grippe ist nicht harmlos, im Gegenteil. [...]

Es gibt Grippe-Subtypen, die weitaus mehr Menschen töten als die bisherigen. Zum Beispiel die “Vogelgrippe” H5N1. Mit der haben sich in den letzten Jahren 861 Menschen infiziert, 455 sind gestorben. Den Grippestamm H7N9 haben sich seit 2013 etwa 1600 Menschen eingefangen, über 600 sind gestorben.
Stellt euch eine globale Seuche vor, die zwischen einem Drittel und der Hälfte aller Infizierten tötet. Wegen solcher möglicher Pandemien gilt Grippe als die gefährlichste Krankheit der Welt, und Coronaviren spielen etwa in der gleichen Liga.
SARS tötete etwa zehn Prozent, das andere neue Coronavirus MERS sogar etwa 30 Prozent aller Kranken. Wir haben Glück gehabt. Mit seiner Sterblichkeit weit unter diesen Werten ist das pandemische SARS-CoV-2 zwar immer noch gefährlich, aber nicht so gefährlich, wie es hätte sein können."
(https://scilogs.spektrum.de/fischblog/covid19-gefahrlicher-als-grippe/ Lars Fischer 8.3.2020)

dazu sieh auch:
https://www.republik.ch/2020/03/09/wie-enden-epidemien

Coronavirus in Italien SZ 10.3.20

Länder mit bestätigten Krankheitsfällen 10.3.8:33 - 15:33
Fallzahlen für Deutschland nach Ländern aufgeschlüsselt

Die soziale Dimension der Epidemie (internationale Kommentare)

Reisevermeidung:
Mit virtueller Zusammenarbeit durch die Krise (Cogneon)
 Lead-User-Ansatz  Der Ansatz von Automattic ist in A Year Without Pants beschrieben. Der CEO Matt Mullenweg betreibt den Podcast Distributed zum Thema verteilte Zusammenarbeit.