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Montag, 11. April 2016

Welche Schwächen sehen Kinder an Erwachsenen?

Wenn man einem Aufsatzwettbewerb in China trauen darf?

"Welche Gewohnheiten finden sie unerträglich? Diese Fragen beantworteten über 10.000 Grundschüler des 6. Jahrgangs bei einem Aufsatzwettbewerb in Wuhan in der zentralchinesischen Provinz Hubei. Rund ein Drittel der Kinder kritisierten dabei, dass ihre Eltern zu viel Zeit mit dem Handy verbrächten.
Bei dem Aufsatzwettbewerb sollten die Schüler sich zum Thema „Schlechte Gewohnheiten von Erwachsenen" äußern. Die Teilnehmer kritisierten dabei, dass ihre Eltern zu viel mit dem Handy hantierten, Alkohol konsumierten, rauchten, Mahjong spielten, dauernd nörgelten, zu viel Online-Shopping betrieben, ihre Versprechen brächen, ungerechte Vergleiche mit anderen zögen und Abfall auf die Straße würfen.
Die Handynutzung der Eltern hat überraschenderweise sogar den Alkoholkonsum und das Rauchen übertroffen und wurde von den meisten Kindern kritisiert. Erwachsene hätten jederzeit und überall ihr Handy in der Hand, hieß es in den Aufsätzen. Sie benutzten Smartphones, um mit Aktien zu handeln, zu chatten oder Spiele zu spielen. Handys seien zu ihrem zweiten Kind geworden und beeinflussten ihre Laune, erklärten die Schüler ihren Unmut über die Handynutzung von Erwachsenen.
Xuanxuan schrieb in ihrem Aufsatz: „Seit des 5. Jahrgangs habe ich gelernt, eigenständig zu sein. Meine Eltern haben fast 24 Stunden am Tag ihr Handy in der Hand. Es ist, als ob sie ein Baby im Arm hielten."
Weil ihre Eltern mit ihren Handys beschäftigt sind, vergessen sie häufig, Frühstück zu machen. Xuanxuan hat keine andere Wahl, als loszugehen und das Frühstück zu kaufen. Ihren Eltern bringt sie dann eine Portion mit." (http://german.cri.cn/3105/2016/04/06/1s249521.htm)

Freitag, 15. August 2014

Tunnelblick bei Kindern?

Sind Kinder mit etwas beschäftigt, nehmen sie nichts anderes mehr wahr. Diese Art von Blindheit verschwindet überraschend langsam, wie ein Experiment jetzt zeigt. Selbst Jugendliche haben noch den Tunnelblick. SPON 13.8.14
Charakteristisch für Kinder im Gegensatz zu Erwachsenen ist, dass sie gerade keinen Tunnelblick haben, sondern, ohne sich zu konzentrieren, mehr wahrnehmen als Erwachsene. Das kennt jeder normal begabte Erwachsene, der mit normal begabten Kindern Memory gespielt hat. Nur mit großer Konzentration übertrifft er Kinder, die sich nicht konzentrieren.

Was in dem Experiment geprüft wird, ist etwas anderes. (Um zu wissen, was genau das ist, müsste man freilich die Versuchsanordnung besser kennen, als nach dem verlinkten Artikel möglich ist.)
Anscheinend wird geprüft, wie gut sich Kinder konzentrieren können, wenn sie wollen (!). Von Marie Curie wird berichtet, dass sie auch dann konzentriert bei ihrer Arbeit blieb, wenn nebenher laut gesprochen wurde. Das schaffen immer mehr Erwachsene nicht mehr.
Kleine Kinder dagegen können noch ganz in ihrem Spiel aufgehen, erleben noch häufig Flow.

Freilich, für den Straßenverkehr ist Konzentration auf das, was einen interessiert, lebensgefährlich. Man muss immer bereit sein, auch anderes im Blick zu behalten.

Das heißt: Nicht Tunnelblick, sondern größere Schwierigkeit beim Multitasking ist typisch für Kinder.

Was das Ergebnis eines wissenschaftlichen Versuchs ist, hängt aber so sehr von der Versuchsanordnung ab, dass ohne genauere Kenntnis darüber nie zu beurteilen ist, ob er valide ist.