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Samstag, 13. Mai 2023

Wo die "Dritte Welt" uns voraus war/ist

1. Algorithmus

2.Verbot von Plastiktüten

3. Ein Ladegerät, mit dem man beim Fahrradfahren sein Handy auflädt

4. Aus Elektroschrott gebaute 3-D-Drucker

5. GNH (Gross National Happiness Product)


1. Nach dem choresmischen Mathematiker al-Chwarizimi benannt

2. Ruanda seit 2006

3. zwei Studenten aus Kenia

4.Togo

5. Bhutan

Unter dem Stichwort "Importierte Ideen" in der Freitag vom 4.5.2023, S.16

Freitag, 10. September 2021

Verzerrung der Berichterstattung über Corona

Vergessene Welten in der Pandemie FR 9.9.21

"Der Globale Süden kommt in Berichten wichtiger Medien über Corona extrem zu kurz. Das scheint leider System zu haben.

[...] Es gibt wohl kaum einen Ort auf der Welt und kaum einen Bereich des Lebens, der von den Auswirkungen von Sars-CoV-2 unbeeinflusst geblieben wäre. Umso wichtiger ist die Frage, wie die Medien, in denen die Pandemie dominierte, mit diesem Thema umgingen und insbesondere auch, ob geografisch ausgewogen berichtet wurde. Ein großer Teil der Betroffenen lebt im Globalen Süden (früher auch Entwicklungsländer oder Dritte Welt genannt), dessen medizinische und wirtschaftliche Möglichkeiten im Vergleich zum „Westen“ sehr begrenzt sind, um den Folgen der Pandemie zu begegnen. [...]

An 224 von 366 Tagen war in der „Tagesschau“ die Pandemie das Topthema. Wichtig ist dabei aber zu differenzieren und aufzuschlüsseln, über welche geografischen Räume im Zusammenhang mit dem Virus berichtet wurde, denn lediglich ein Bruchteil der Sendezeit entfiel auf die Staaten des Globalen Südens. In der Tat berichtete die „Tagesschau“ in etwa nur fünf Prozent ihrer Sendezeit zur Pandemie über den Globalen Süden, und da vor allem über China. [...]"


YouTube: Vergessene Welten Blinde Flecken

https://www.ivr-heidelberg.de/


Dienstag, 28. April 2015

Glutenfreies Getreide und Ausbeutung

ANDRZEJ RYBAK: Essen oder exportieren? DIE ZEIT Nº 05/2015 29. Januar 2015
"Teff zählt zu den Grundnahrungsmitteln in Äthiopien. Nun aber entdeckt der Westen das glutenfreie Getreide.  [...]
"Im äthiopischen Hochland wird der Teff seit etwa 5.000 Jahren angebaut.  das Urgras hierzulande genannt wird, gilt als das kleinste Getreide der Welt. [...] Seine Körner sind kaum größer als die von Mohn, Hundert von ihnen wiegen weniger als ein Weizenkorn.  [...] Die Körner sind reich an Proteinen, Fetten und Aminosäuren. Sie beinhalten hohe Mengen an Vitaminen sowie Mineralien, vor allem Kalzium, Eisen, Magnesium und Phosphor. Sie sind kalorienreich und von Natur aus glutenfrei. "Kein anderes Getreide kann es mit dem Teff aufnehmen", sagt der Farmer. Und genau das könnte noch zum Problem werden.[...] Schon jetzt ist Teff ein Renner unter ernährungsbewussten Hollywoodstars.  [...] Schon wird in Health-Food-Läden in den USA und Europa das Teff-Mehl angeboten. Zu etwa acht Euro pro Kilo. [...]
Die Regierung fürchtet eine Preisexplosion wie vor einigen Jahren bei der südamerikanischen Quinoa. Die sogenannte Andenhirse wird in Peru und Bolivien angebaut und war eine Zeit lang ebenfalls zum Modegetreide des Westens geworden. Prompt verdienten Exporteure und Farmer gutes Geld. Doch viele arme Familien, die sich von Quinoa ernährten, konnten sie nicht mehr bezahlen. Hunger und Unterernährung waren die Folge.
Die äthiopische Regierung hat deswegen den Export von Teff vorläufig untersagt. Nur wer über eine Lizenz verfügt, darf das Getreide exportieren. Teff-Produkte wie Ingera oder auch Pasta können allerdings frei ausgeführt werden. [...]
Theoretisch könnte der Teff fast überall auf der Welt angebaut werden. [...] Manche erwarten offenbar gute Geschäfte mit der äthiopischen Zwerghirse. Eine niederländische Firma ließ sich vor einigen Jahren sogar Samen aus Debre Zeyit liefern und produzierte aus dem Teff ein besonderes Mehl. Kurz danach meldete es auf die Technik dahinter ein Patent an. "