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Freitag, 6. Oktober 2023

FR-Klima: Stille Krankheit

"[...] Papst Franziskus hat in seiner neuen Enzyklika zur Klimakrise ein interessantes Bild dazu gefunden: Extremes Wetter wie Hitze und Dürre seien die greifbaren Ausprägungen „einer stillen Krankheit, die uns alle betrifft“, schreibt er in seinem apostolischen Schreiben, das diese Woche veröffentlicht wurde. Denn auch wenn sich in diesem Sommer die Extremereignisse häuften, ist die Klimakrise auch an den milden, stillen Herbsttagen präsent. 
Während der Papst die Mitglieder seiner Kirche zu mehr Klimaschutz aufruft, wird in der EU mit Wopke Hoekstra ein ehemaliger Öl-Manager zum neuen Klimakommissar ernannt. Politiker:innen im Umweltausschuss haben es geschafft, ihm einige ambitionierte Aussagen abzuringen. Ob er sich daran halten wird, steht auf einem anderen Blatt – aber immerhin kann man seine Politik nun daran messen. [...]" 
"Franziskus warnte vor Mutlosigkeit mit Blick auf den Klimawandel. „Zu sagen, dass man sich nichts zu erwarten braucht, gliche einer Selbstverstümmelung“, schreibt der Pontifex. „Denn es würde bedeuten, die gesamte Menschheit, insbesondere die Ärmsten, den schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels auszusetzen.“ "



Sonntag, 27. Oktober 2019

Amazonassynode

"[...] Dom Edson Damian [...] ist Amazonas-Bischof einer riesigen brasilianischen Diözese im Becken des Rio Negro, wo über 90 Prozent Indigene leben, die fast alle katholisch sind. 23 Ethnien mit 18 lebendigen Sprachen. Drei dieser Sprachen sind heute auch Amtssprache. Auf 500 Gemeinden kommen hier nur 21 Priester. Bischof Edson, 71, ist froh, dass Rom endlich hört, was das Volk an der Peripherie will. Von den 390 Völkern des Amazonas wurden vor der Synode ja 179 befragt. "Es schmerzt mich sehr, wenn die Indigenen Heiden genannt werden." Nicht nur weil so viele von ihnen Christen geworden sind. "Ich habe von ihnen gelernt, was die frohe Botschaft bedeutet. Sie beginnen jeden Tag mit einem Gebet. Sie nehmen von der Natur nur, was sie zum Leben brauchen. Sie leben in Genügsamkeit." Daraus lasse sich ableiten, was Dom Edson eine indigene Theologie nennt. Sie passt zu dem neuen Katakombenpakt*, den die Amazonas-Bischöfe am vergangenen Sonntag geschlossen haben. Eine Revolution: In den Katakomben der Dormitilla, wo während des Zweiten Vatikanischen Konzils in den Sechzigerjahren bereits Bischöfe ein Leben in Einfachheit gelobten, verpflichteten nun auch sie sich zu einem Leben des Dienstes, zum Verzicht auf die Insignien kirchlicher Macht, zur Einfachheit.

Kardinal Pedro Ricardo Barreto aus Peru war auch dabei. Der Vorsitzende der Synode gehört zu jenen Getreuen von Franziskus, die Zuversicht ausstrahlen: Diese Revolution gelingt. Aufgewachsen in der Stadt Lima am chemieverseuchten Fluss Rimac, habe er, sagt Barreto, die Natur erst finden müssen und damit einen tieferen Zugang zu Gott. Bei den Indigenen sei er in die klaren Gewässer eingetaucht, bei ihnen habe er buchstäblich gelernt, in den Fluss zu springen und sich ans andere Ufer tragen zu lassen. Den Machtkampf in seiner Kirche sieht der Jesuit gelassen. Denn die Macht, um die es hier gehe, sei nicht die Macht des Evangeliums. Barreto sagt, die Schöpfung zu verteidigen, heiße leiden und Jesus folgen bis zum Tod. Das mag in den Ohren westeuropäischer Christen pathetisch klingen. Barreto sagt es bescheiden lächelnd. Man versteht, was er meint, wenn man weiß: In seiner Heimat haben sie, weil er gegen die Minen und die Metallindustrie protestierte, schon einen Sarg mit seinem Namen darauf durch die Stadt getragen."
https://www.zeit.de/2019/44/amazonas-synode-katholische-kirche-regenwald-papst/komplettansicht

https://www.zeit.de/2019/42/synode-vatikan-bischofsversammlung-primin-spiegel-miseror

https://www.katholisch.de/artikel/23330-wie-pseudo-fragen-die-amazonas-synode-in-verruf-bringen-sollen

Twitter: Amazonassynode

https://twitter.com/Strack_C/status/1186255627867299841

„We conclude under the protection of Mary, Mother of the Amazon, venerated with various titles throughout the region.“ (Christoph Strack)
Pachamama

* neuer Katakombenpakt

Baumpflanzung im Vatikan zum Ausdruck des symbolischen Zusammenhangs von Einsatz des Heiligen Franziskus für die Natur und der Amazonassynode

Papst Franziskus gegen ein "Weiter so":
"[...] Queridos hermanos, sintámonos convocados aquí para servir, poniendo en el centro el don de Dios", pidió el Papa en su sermón, en el que llamó a no defender el status quo, sino a una "prudencia audaz" guiada por el Espíritu Santo. "Si todo permanece como está, si nuestros días están marcados por el 'siempre se ha hecho así', el don desaparece, sofocado por las cenizas de los temores y por la preocupación de defender el status quo", subrayó. "La prudencia no es indecisión, no es una actitud defensiva. Es la virtud del pastor, que, para servir con sabiduría, sabe discernir, sensible a la novedad del Espíritu. Entonces, reavivar el don en el fuego del Espíritu es lo contrario a dejar que las cosas sigan su curso sin hacer nada. Y ser fieles a la novedad del Espíritu es una gracia que debemos pedir en la oración", siguió. [...]
[Hauptaussage des spanischen Textes: "Liebe Brüder, lassen Sie uns hierher gerufen werden, um zu dienen und die Gabe Gottes in den Mittelpunkt zu stellen [...], nicht den Status quo zu verteidigen, sondern eine" kühne Klugheit", die vom Heiligen Geist geleitet wird. ]
https://www.lanacion.com.ar/el-mundo/el-papa-abrio-sinodo-panamazonico-denunciando-los-nid2294626

Thomas Seiterich: Die Amazonassynode: Wie Papst Franziskus die Kirche umbauen will
Zur Rolle der Frauen bei der Amazonassynode (spanisch)

Zur Kritik an der Amazonassynode

andererseits:
https://de.wikipedia.org/wiki/OTCA (Brasilien ist Mitglied)

Mittwoch, 30. Mai 2018

Papst Franziskus: Ein Mann seines Wortes

Papst Franziskus: Ein Mann seines Wortes (Trailer)

  Filmkritik von Maria Wiesner

Ich weiß noch fast nichts mehr über diesen Film als das, was hier gezeigt wird, doch glaube ich, ein Hinweis auf den Filmstart am 14.6.18 ist sinnvoll.

Hier Kommentare zum Trailer:

Was soll das denn heißen? Es gibt nicht nur schwarz oder weiß, gut oder böse und links oder rechts.

Der Vatikan , der Papst sind alles Verräter , Lügner und Kinderschänder, Das Christentum wurde von Merkel an den Islam verkauft , sie hat uns verkauft und Papst macht mit , Die Geister die sie riefen werden sie NIEMALS los.

Wenn es jemals einen Papst gegeben hat den die Katholiken hätten lynchen sollen für Hochverrat, dann diesen hier.

Ich denke, es verwundert nicht, dass ich diese Kommentare als Empfehlung für den Film auffasse.
Maria Wiesner empfiehlt ihn nicht ganz so uneingeschränkt.

Aktuell bemerkenswert ein Kommentar zu der Äußerung von Franziskus von 2013 "Wenn jemand homosexuell ist und Gott sucht und guten Willens ist, wer bin ich, über ihn zu richten?"
meint dazu in SPON am 19.6.18, er meine damit nur "dass er Lesben und Schwule nicht eigenhändig auspeitschen möchte." und fügt dann noch hinzu: "Hach, der lockere Oberhirte, dem das Herz überquillt vor Gnade und Demut, so feierte man ihn damals - dabei war das alles weder neu noch nett, denn über Menschen richten kann auch und gerade für einen Papst eben nur Gott. "

Bemerkenswert sind diese Formulierungen, mehr brauche ich wohl zu ihrer Charakterisierung nicht zu sagen.

Dienstag, 13. März 2018

Papst Franziskus

euro|topics.net


Seit fünf Jahren sitzt Jorge Bergoglio auf dem Heiligen Stuhl. Wie stark Franziskus' Pontifikat den Vatikan und die katholische Kirche verändert hat, ist unter Europas Medien umstritten.
JORNAL DE NOTÍCIAS (PT)

An der Seite der Vergessenen

Jornal de Notícias lobt den Papst für seine Menschlichkeit:
„Die Kirche kehrt unter Papst Franziskus zu ihren Wurzeln zurück. Sie positioniert sich an der Seite der Enterbten, derjenigen, die in extremer Einsamkeit leben: Bürger und Bürgerinnen, die still ihre Almosen empfangen, sodass die Gesellschaft ein reines Gewissen hat. Durch die Stimme von Papst Franziskus erfahren wir von dem erschreckenden Alltag in Syrien, nicht durch das Geflüster der UN. Er ist es, der uns wachrüttelt, wenn wieder ein Mensch auf der Suche nach einem würdigen Dasein sein Leben im Mittelmeer lässt.“
Paula Ferreira
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GAZETA WYBORCZA (PL)

Vom Ende der einheitlichen Lehre

Verändert Papst Franziskus die kirchliche Lehre? Gazeta Wyborcza versucht sich an einer Antwort:
„Das hängt davon ab, was man darunter versteht. Man könne die Lehre nicht im Schrank einmotten, heißt es vom Papst, und sein wichtigster Berater, Kardinal Kasper, erklärt, die Doktrin sei wie ein Fluss. Im Vatikan spricht man auch davon, die Kirche zu dezentralisieren und den Episkopaten der einzelnen Länder eine Lehrbefugnis zuzugestehen. Laut Kommentatoren des Kirchenrechts könnte es auf diese Weise dazu kommen, dass eine geschiedene Person in einem Land an der Kommunion teilnehmen darf und im anderen nicht. Wahrscheinlich geschieht es so und Franziskus lässt es zu. Und somit stellt sich die ganz grundsätzliche Frage, ob in der gesamten Katholischen Kirche die gleichen Regeln gelten sollen.“
Jan Turnau
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LA VANGUARDIA (ES)

Mut zur Tat fehlt noch

Noch nicht in allen Bereichen sind den schönen Worten des Papstes auch mutige Taten gefolgt, klagt hingegen La Vanguardia:
„Franziskus hat die Struktur des Vatikans dynamisiert, die Kirchenfinanzen saniert, deren Aufsicht erneuert und Misswirtschaft bekämpft. ... Doch wie schon seine Vorgänger schreckte auch er davor zurück, Priesterinnen zuzulassen. Und im Kampf gegen sexuellen Missbrauch enttäuschte er diejenigen, die darin eine oberste Priorität sehen. Obwohl die Nummer drei der Kirchenhierarchie, Kardinal George Pell, vor Gericht steht, hat Franziskus keine entscheidenden Schritte eingeleitet. Aus dem zum Kampf gegen dieses Übel eingerichteten Gremium traten einige Mitglieder aus Protest gegen dessen Laxheit wieder aus. 'Die Worte des Papstes weisen immer in die richtige Richtung. Das Problem ist, dass darauf keine Taten folgen', klagte einer von ihnen.“
Zum Originalartikel


Ein Beispiel für massive Kritik an Papst Franziskus,
die sich als "Papsttreue" gibt.

Hier wird Franziskus mit dem Zwergenkönig Thorin aud Tolkiens Hobbit verglichen.
Über Thorin wird gesagt:
"der edle Thorin verfällt dem Rausch der Macht und des Goldes. Er verweigert die Herausgabe von Schätzen, die ihm nicht gehören. Er verweigert sich Mitgefühl und Barmherzigkeit gegenüber Notleidenden. Er bricht sein Wort, auf das man vorher hätte bauen können, weil ihn nur noch die Gier beherrscht.  Und der Arkenstein, der noch mehr Loyalität an Thorin binden würde, würde einen unsinnigen und unnötigen Krieg auslösen."
Über Franziskus wird gesagt:
"Richtigstellungen bzw. Anmerkungen zu Aussagen sind nicht nur erlaubt sondern auch notwendig. Aggressionen gegen die Person sind es nicht. Auch dann nicht, wenn die Person in Autoritä [sic!] selbst sich ungerecht verhalten sollte
Es ist eine große Herausforderung, die Mut und Demut verlangt, die helfen kann mit eigenen Bequemlichkeiten und unguten Kompromissen zu brechen. Beten wir um Weisheit!"

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Leonardo Boff und Papst Franziskus

In der Frankfurter Rundschau vom 28.12.16 berichtet Leonardo Boff (auf S.30/31) über den Anteil, den er an der Entstehung der Enzyklika "Laudato si" von Papst Franziskus hat.

Bemerkenswert ist, was Franziskus unternehmen musste, um die Zusammenarbeit möglich zu machen. Dazu Boff: "Übrigens hat Papst Franziskus zu mir gesagt: 'Boff, bitte schick die Papiere nicht direkt an mich. Sonst fangen die Sottosegretari sie ab, und ich bekomme sie nicht. Schick die Sachen lieber dem argentinischen Botschafter, zu dem habe ich einen guten Draht, dann gelangen sie sicher in meine Hände.' "

Boff hat sich auch schon früher zu dem Thema geäußert (18.6.2015 veröffentlicht), aber bisher wurde  meines Wissens noch nicht so genau wie in diesem Interview darüber berichtet.

Samstag, 26. September 2015

"Ich glaube, ...

... Jesus ist im Innern der Kirche und klopft, weil er heraus will." (Papst Franziskus, damals noch Bergoglio.
Papst: Gottes Blauhelm – Franziskus fliegt nach Washington und zu den Vereinten Nationen in New York. Dort empfangen sie den Papst als neue Supermacht. Aber wie geht Weltpolitik, wenn man kein Politiker ist?
ZEIT Nr.39, 24.9.15, S.58

Mittwoch, 26. November 2014

Zwei Worte und ein "Jugendwort"

"Und so blicken wir wir heute auf das, was irgendwann zwangsläufig Alltag in einer gespaltenen Gesellschaft werden wird: Die Benachteiligten reagieren mit offener Gewalt." (Arnd Festerling in FR vom 26.11.14 über Ferguson)
"Es ist der Moment, den Gedanken eines verängstigten Europas fallen zu lassen, um ein Europa zu erwecken [...], das auf den Menschen schaut und ihn verteidigt [...], ein kostbarer Bezugspunkt für die gesamte Menschheit!" (Papst Franziskus vor dem EU-Parlament in Straßburg, 25.11.14 - Die vollständige Rede findet sich in der SZ)
Das "Jugendwort des Jahres 2014", das an sich ein einzelnes Wort sein soll, lautet "Läuft bei dir".

Dazu ein Kommentar von Jonas Jansen, faz.net, 24.11.14
"Anfang Oktober erschien auf der amerikanischen Seite 4chan ein Aufruf, doch bitte das Wort „fappieren“ zu wählen. 4chan ist bekannt für Trollaktionen und geschmacklose Bilder, die an der Grenze zur Legalität und manchmal jenseits ihrer liegen. Der Aufruf führte dazu, dass „fappieren“, was für Selbstbefriedung bei Jungen stehen soll, mit fast 50 Prozent der Stimmen auf Platz 1 der Online-Wahl landete. Wählen konnte man anonym und immer wieder. Das geht, weil Langenscheidt bei einer früheren Wahl mal feststellte, dass viel weniger Leute ihre Favoriten wählen, wenn man sich anmelden muss, wie eine Verlagssprecherin dieser Zeitung mitteilte. Was für eine Überraschung!"

Meine Zusammenstellung ist nicht zufällig. Jeder wird sich seinen eigenen Kommentar dazu machen.







Auch ich wünsche mir, dass "Läuft bei dir" ein treffender Kommentar für EU und die Menschheit wird und nicht "fappieren".

Dienstag, 8. Oktober 2013

Menschlichkeit unterwandert das System

Papst Franziskus lässt in römischen Klöstern prüfen, ob da Flüchtlinge untergebracht werden können. Roger Köppel von der Schweizer "Weltwoche" empörte sich darüber. Das unterwandere das Rechtssystem.
Mehr dazu in Spiegel online, 8.10.13

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Worte der Woche vom 11.5.1962

"Der Kommunismus wird versagen und verschwinden, denn er hat keine Antwort [...] auf die entscheidende Frage: Wie können menschliche Wesen endlich wirklich menschlich werden?" (Martin Niemöller)
                           Dann sieht es ganz schlecht für den Kapitalismus aus. (Fontanefan)

"Das Gerede vom Klerikalismus - das ist wie die Einhornjagd der alten Germanen: Man zieht mit tödlichem Ernst gegen etwas zu Felde, von dem man genau weiß, daß es nicht existiert." (Prälat B. Hanssler)
                          Wie erklärt es sich dann, dass Papst Franziskus versichert, er werde antiklerikal,                                  wenn er einen Kleriker sieht (SZ, 2.10.13)? Hat er Halluzinationen?  (Ff)

"Um der Kürze willen sind wir dem allgemeinen Sprachgebrauch gefolgt und benutzen das Wort 'Kommunist' durchweg auch für Faschisten." (Radcliff-Report über die nationale Sicherheit Großbritanniens)
                           Sollte eine entsprechende Begriffsfusion zwischen rechtsradikalen Terroristen und                                Muslimen im deutschen Verfassungsschutz stattgefunden haben, so dass man, um                                  Rechtsradikale zu finden, nach Muslimen fahndete? (Fontanefan)