Sonntag, 24. März 2024

Twittergespräche

Was man heute unter dem Hashtag #twitter findet.

Gespräche, wie sie vor dem Aufkauf durch einen bekannten Milliardär dort noch geführt wurden:

11.8.2009:

Filterraum#wissenschaftler "...teilweise erscheint ihnen die Realität lästig und störend" http://bit.ly/a0cUJ

Fischblog@Filterraum Kann man da antworten? Bei den Papers, die ich so lese, steht jedenfalls vorne immer dabei, was neu und relevant ist #abstract

Filterraum@Fischblog ich kann da nicht intern antworten da kein wissenschaftler, du ja weil wissenschaftler. einfach anmelden =)

berndweiss@Fischblog Hat mich auch schon gestört, aber @jeanpol schränkt es ja etwas ein: "Natürlich wird es meist getan, aber der...".

Fischblog@Filterraum Von der Wissenschaft die ich kenne ist das nicht einmal ein Zerrbild.[2]

Filterraum@Fischblog hehe, leider ist dort #wissenschaftler nicht klar definiert, aber wie ich dass seh bist du einer in diesem kontext

Filterraum@Fischblog geht mir bei den themen #bildung #kultur #politik #medien ähnlich wie dir

Fischblog.@Filterraum Vllt. sollten man sich darauf einigen, dass es "die" Wissenschaft nicht gibt, sondern nur einzelne Wissenschaften

Filterraum@Fischblog "Vllt. sollten man sich darauf einigen..." ich beobachte eher zunehmende #singularität

Fischblog@Filterraum Inwiefern? Methodisch driften Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften doch immer stärker auseinander.

berndweiss@Fischblog Nö, zumindest für Teile der Sozialwissenschaften gilt, dass sie sich immer stärker auf die Naturwissenschaften zubewegen.

zoonpolitikon@berndweiss @fischblog Woraus schliesst ihr das? Ich sehe keine eindeutigen Trends (zumindest in den Sozialwissenschaften).

zoonpolitikon@berndweiss Ev. in den Politikwissenschaften historisch etwas anders (Bauchgefühl). Höhepunkt des Quantitativen war in den 50er und in US.

zoonpolitikon@berndweiss Rational Choice schon lange dominant. Statistik und RAT meines Erachtens seit Jahrzehnten stabil. I guess that is where I sit.

zoonpolitikon@berndweiss Vielleicht einmal einen Blogeintrag wert, wie das in den Internationalen Beziehungen aussieht. Danke für die Idee.

Filterraum@Fischblog in dem sinne "dass die Menschen verstandesmäßig nicht mehr folgen können" http://bit.ly/c7VVD #singularität [aktuelle Tweets zu #singularität]

jeanpol@Fischblog @berndweiss @Filterraum ich verstehe, dass mein beitrag seltsam wirkt: http://wissenschaftler20.mi...

Fischblog@jeanpol Das ist einleuchtender, aber warum schreibst du von Wissenschaft, wenn nur der Anspruch von Wissenschaftlichkeit gemeint ist?

Fischblog@berndweiss Ich sehe als Naturwissenschaftler nicht, dass die sozialwissenschaftliche Methodik sich auf die Naturwissenschaften zubewegt.

Fischblog@berndweiss Ich habe den Eindruck, dass die S. sich von den Geisteswissenschaften emanzipieren und dafür ihre eigenen Methoden ausbauen.

Fischblog@berndweiss Es mag Parallelen zu den empirischen Naturwissenschaften geben, aber ich sehe das schon als eigenständige Entwicklung.

jeanpol@Fischblog deine überlegungen gerade sind sehr wichtig für mich geisteswissenschaften/natruwissenschaften/sozialwissenschaften

berndweiss@Fischblog Natürlich adaptieren die Soz.wiss nicht sklavisch alle natwiss Methoden., hängt ja auch von Fragestellung ab. Aber Dinge wie... Replizierbarkeit oder Mathematik/Statistik werden wichtiger.


Das [folgende] Gespräch [über Schulfinanzen und Schulbücher] wurde am 14.9.09 zwischen lisarosa, herr_larbig, scheppler und cspannagel geführt.

lisarosa@herr_larbig mehr Geld für digital inhabitants - Lehrer? Hm, ich glaub, weniger Unterrichtsverpflichtung wäre besser! = mehr Zeit f. Innovat

herr_larbig@lisarosa Zeit für Innovation = gut. Aber es muss auch die Frage gestellt werden, wie die gewollten PC-Aktivitäten der SuS finanziert werden

lisarosa@herr_larbig Finanzierungsfrage stellt sich ja immer. Solange wir mit unseren Bildungsausgaben nur knapp vor Mexico und Bulgarien liegen ...

scheppler uff, von 7 bis 17 Uhr Schule. Und das wird jeden Tag dieser Woche so sein. #Gehaltserhöhung beantragen?

herr_larbig@scheppler Und schon stellt sich die Frage, auf wessen Kosten eine Modellschule eine Modellschule ist…

cspannagel Jetzt Thema: Urheberrecht und Web 2.0 #bel09 #3el09

herr_larbig@lisarosa ganz genau. habe ich bislang das thema geld immer vermieden, tippe ich es jetzt doch hin und wieder mal an. Finanzierungsfrage würde weniger stellen, wenn wir nur Hefte und Bleistifte einsetzten ;-)

cspannagel Durch eigene Lizenzen wird die kollektive Freiheit eingeschränkt. #3el09 #bel09

lisarosa@herr_larbig und bist Du denn der Meinung, dass man mit Heften und Bleistiften heute die notwendigen Kompetenzen entwickeln kann? und wurde in Kalifornien nicht gerade aus Spargründen kindle statt Schulbuch eingeführt?

scheppler @lisarosa Ich staune auch, dass die Obrikeit noch nicht das Sparpotential digitaler Schulbücher entdeckt hat.

scheppler @herr_larbig so einfach ist die rechnung dann doch wieder nicht ;-) #Modellschule

herr_larbig@lisarosa das wurde aus Finanzierungsgründen auf den St. Nimmerleinstag verschoben.

cspannagel@scheppler @lisarosa Ich weiß nicht, ob das wirklich günstiger wäre. Die Verlage würden vermutlich Lizenzgebühren verlangen. #digibooks

herr_larbig@cspannagel Ein DigiBook, das hochwertige, von Lehrenden via Wiki erstellte Inhalte hätte. Ende der Schulbuchverlage. @scheppler @lisarosa

scheppler @cspannagel Ja, aber die wären sicher deutlich geringer als Printkosten. Länder sind ja einzige Kunden

cspannagel@scheppler @lisarosa @herr_larbig Müssen die Schulen eigentlich Schulbücher kaufen? Gibt es schulbuchfreie Schulen?

scheppler@cspannagel Es gibt Schulbuchfreiheit für Schüler. Welche/ob Bücher beschafft werden entscheidet meist Fachschaft.

cspannagel@scheppler Wäre Schulbuchverzicht nicht eine super Möglichkeit für Schulen, jede Menge Geld zu sparen und anders zu investieren? MIt einer Sammlung von Alternativmaterialien könnte das doch u,U. zumindest stellenweise funktionieren...

herr_larbig@cspannagel Da manche Fachschaften nicht viel Geld zur Verfügung haben… Ich arbeite in Religion teilw. ohne Bücher statt mit 30Jahre alten. Ein gutes Schulbuch ist allerdings eine echte Arbeitsunterstützung… (Arbeitszeiten!, die schon jetzt über dem Erträglichen sind)

scheppler @cspannagel Nutze Schulbücher kaum noch - selbst wenn wir welche haben. Potential ist da, muss genutzt werden. Verlage sind noch (zu) mächtig

lisarosa@cspannagel @herr_Larbig @scheppler in HH müssen die Schüler 80 bis 100 Euro pro SJ bezahlen, um Schulb. zu mieten, d. von Steuern bezahlt! und dann sind die Eltern natürlich sauer, wenn die Bücher nur selten genutzt werden und stattdessen Web


Gespräch über die Schwierigkeit, Deutsch zu lernen

In diesem Fall wurde ein Text auf mehrere Tweets aufgeteilt und so dargeboten, bis dazu immer mehr Kommentare angeregt wurden. Die Verzweigung in die Kommentare ist ohne die technischen Voraussetzungen nicht leicht nachzuvollziehen. (getwittert am 16.6.2018)

Hier der Text

Wisst ihr, was ein Problem sein könnte, warum Menschen irgendwann aufgeben, Deutsch zu lernen? Die Reaktionen auf "schlechtes" Deutsch. Wenn ich anfange, eine Sprache neu zu erlernen, mache ich Fehler. Ich dekliniere Verben falsch, werfe Tempi durcheinander, spreche mit Akzent.

Das ist vollkommen normal und lässt sich nicht vermeiden. Ging mir überall dort, wo ich selbst eine Sprache neu gelernt habe, genau so. In Spanien haben sich alle bemüht, mich irgendwie zu verstehen. Es war mir schon peinlich, beispielsweise "Du Telefon Taxi Bitte" zu sagen, weil ich es einfach nicht besser ausdrücken konnte. Mein Gegenüber zuckte ganz kurz mit dem Mundwinkel zu einem Grinsen, wiederholte dann meine Frage nochmal richtig um sicher zu gehen, ob er mich richtig verstanden hat und beantwortete sie dann. Niemand sprach mit mir wie mit einem Kleinkind. Jeder versuchte, mich zu verstehen und sprach einfach ganz normal mit mir. Erst, wenn ich wirklich nicht verstanden habe, was mein Gegenüber mir sagen will, wurde langsamer, deutlicher, ggf einfacher und mit Händen und Füßen gesprochen. Sobald in Deutschland jemand so spricht, redet der Großteil der Menschen mit dieser Person nur noch wie mit einem Idioten. Aber wie zum Henker soll ich denn die Sprache lernen, wenn die Umwelt nicht richtig mit mir spricht? Woher soll jemand Übung im Deklinieren bekommen, wenn man nie deklinierte Verben hört? Oder korrekte Satzstellung? Oder die "Sie" - Form? Wenn man von Deutschen sofort und ohne es wenigsten versucht zu haben immer nur ein Deutsch a la "Du drücken Taste hier wenn blinkt grün" oder "Du putzen Treppenhaus gestern?" zu hören bekommt KANN man es doch gar nicht besser lernen. Dass Menschen dann auch nach Jahrzehnten hier immer noch so sprechen ist kein Wunder. Sie reden doch GENAUSO wie die DEUTSCHEN. Und das zweite Problem sind die Reaktionen, wenn jemand es wenigstens versucht. Als ich angefangen habe, Indonesisch zu lernen, habe ich immer mit allen so viel Indonesisch gesprochen, wie ich es halt konnte. Anfangs waren das ein paar Worte. Aber die Reaktion war immer Freude bis hin zu Begeisterung. Ich konnte keinen vollständigen Satz bilden, aber mein Gegenüber half mir, die fehlenden Vokabeln zu ergänzen und strahlte bis über beide Ohren, dass ich es wenigstens versuchte. In der Folge war ich super motiviert, paukte Vokabeln und gab mein bestes, um nicht immer so schnell auf Englisch umsteigen zu müssen. Wer in Deutschland keinen ganzen Satz sagen kann, wird bestenfalls belächelt, aber meist mit einem genervten Augenrollen betrachtet. Dass man dann irgendwann keinen Bock mehr hat und es halt gar nicht mehr versucht, ist einfach verständlich. Ganz besonders auch noch wegen dem letzten Punkt: Sprachen lernen kann verdammt schwer sein! Ich habe Spanisch und Indonesisch jeweils binnen 6 Monaten halbwegs flüssig gesprochen. Ich habe 6 Jahre in China gelebt und gearbeitet und kann bis heute nur eine Hand voll Sätze und Wörter, die ich auswendig gelernt habe. Weil die Sprache denen, die ich bereits kann, absolut nicht ähnlich ist. Trotz Kurs und Alltag habe ich die Vokabeln einfach nie behalten können. Und wenn ich daran denke, wie schwer Deutsch als Fremdsprache ist (Grammatik, dasselbe Wort mit völlig unterschiedlichen Bedeutungen je nach Kontext, Dialekte) finde ich es wirklich nicht verwunderlich oder verwerflich, dass jemand Jahrzehnte braucht, um sich halbwegs ausdrücken zu können. (Fontyfan mit Links zu einigen der Tweets, 12.6.2018)

Dazu hat sich dann eifriges Gespräch mit über einem Dutzend Teilnehmern entwickelt, das weiterführte zu Babysprache und den folgenden Anmerkungen, die das Thema m.E. thematisch sinnvoll bereicherten:

florian v.: Na ja, ich interessiere mich selbst für Sprache(n), liebe Englisch, habe im Studium mal zwei Semester Schwedisch gelernt, spreche (etwas) Esperanto und habe mir neulich Toki Pona angeschaut Und ich finde es wichtig, sich selbst daran zu erinnern, wie schwierig die eigene ist.

Cat in Chief (((i))): Das ist der Grund, warum ich als Deutschlehrerin in der Erwachsenenbildung mich gerade durch Arabisch quäle. Der Anstrengung wegen - und um den SuS zu zeigen: es ist normal, wenns schwer fällt, wenn Fehler passieren. Und es ist jedes Wort schön, das verstanden wird :-)

(((emden)))‏: Ein wichtiger Nachteil d.Deutschen (z.B. IT-) Wirtschaft ist, dass viele Deutsche, Menschen mit schlechtem Deutsch für weniger Intelligent halten als sich selbst. In englischsprachigen Ländern existiert das Problem so nicht.Ergebnis:qualifizierte Fachkräfte zieht es eher dorthin.

IGloomy Juliet's Cup of Tea: Ideal für das Beispiel ist, dass du Tempi statt Tempora[3] verwendet hast. Meine Erfahrung ist: Wenn Franzosen, Amerikaner, ... eine Sprache lernen, ist der Akzent und die Fehler süß. Keiner verlangt ein höheres Niveau. Bei Syrern, Marrokanern, Türken ist es immer mangelnder Wille.

BLCKMLK™:‏ Aber ganz genau darum wurdest du als Deutsche auch mit rudimentären Sprachkenntnissen ernstgenommen. Einwanderer, eventuell sozial bedürftig/arbeitsuchend, etc, werden das in Spanien und Indonesien auch nicht. Es gibt immer gute und schlechte Ausländer.

Thomas Kopp‏: Ist in Schweden aber ähnlich. Da ist es sogar teilweise so, dass die Nordschweden die Südschweden nicht verstehen und man dann - wie mit anderen deren schwedisch man nicht versteht auf englisch antwortet*

Dass die Tweets weder sprachlich noch in der Rechtschreibung durchweg korrekt sind, passt zu Fledermamas Klage über deutschen Anspruch auf Perfektion.

Quelle: ZUM-Wiki Twittergespräche

Zu dem Hinweis auf "Wissenschaftsdebatte" in dem ZUM-Wiki-Artikel  hier ein Link zu der aktuellen Seite Wissenschaftsdebatte.de

*Die Fremdsprache, die in Schweden am häufigsten auf duolingo gelernt wird, ist Schwedisch. Englisch lernen Schweden anscheinend/scheinbar (?) nebenher und brauchen keine Unterstützung durch einen Sprachkurs. (Fontanefan)



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