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Sonntag, 2. Juli 2017

Waffen des Geheimdienstes außer Kontrolle

"In den USA ist eine Debatte darüber entbrannt, wie gefährlich die NSA für den eigenen Staat und seine Verbündeten ist. „Ich glaube“, sagte kürzlich etwa Leon Panetta, „dass wir unterschätzt haben, was geschehen kann.“ Panetta war unter dem früheren Präsidenten Barack Obama CIA-Chef und Verteidigungsminister. Er fürchtet, dass die NSA ihre Waffen nicht vor Dieben schützen kann. Computerviren aus den Laboren der Spione seien wohl längst weltweit verbreitet worden. [...]
Jeder, der das Geld aufbringt, kann die gestohlenen NSA-Viren im Internet erwerben und gegen Amerika einsetzen. Selbst dann, wenn er nicht über Experten verfügt, die in der Liga der TAO-Hacker spielen. [...]
„Wenn unsere Spione ihre Waffen nicht vor Dieben schützen können“, sagte etwa der ehemalige CIA-Direktor Michael Hayden, „dann sollten sie sie nicht besitzen.“" Die Waffen des Geheimdienstes sind außer Kontrolle, Die Welt 2.7.2017

Montag, 15. Mai 2017

Hätte der Cyberangriff verhindert werden können?

Mindestens 200.000 Nutzer waren betroffen, als Kriminelle am Freitag mit einem Cyberangriff Computer in etwa 150 Ländern lahmlegten. Sie nutzten eine Sicherheitslücke im Betriebssystem Windows und forderten von den Betroffenen ein Lösegeld, um deren Daten wieder freizugeben. Microsoft behauptete später, der US-Geheimdienst NSA habe Erkenntnisse über Lücken im System für sich behalten. Europas Kommentatoren diskutieren, was die Erfahrung vom Wochenende lehrt.
DER STANDARD (AT)

Was wir endlich lernen müssen

Drei Lehren lassen sich aus dem Cyberangriff ziehen, so Der Standard:
„Erstens: Auch große Konzerne und wichtige Institutionen sind - trotz zahlreicher Warnungen - darin säumig, aktuelle Upgrades einzuspielen, um bekannte Lücken zu schließen. Zweitens: Das liegt auch an den Softwareherstellern. Medizinisches Equipment kann etwa nicht 'einfach so' aktualisiert werden, da andere Softwareprogramme und komplexe Systeme daran angeschlossen sind. Hier müssen IT-Konzerne nachbessern und vereinfachen. Drittens: Die Angriffswaffen stammen aus dem Repertoire der NSA. Ein Geheimdienst hat wieder einmal lieber Lücken ausgenutzt, als diese zu melden. Über ein euphemistisch 'aktive Verteidigung' genanntes Horten von Lücken denkt auch das österreichische Heer nach. Dem muss politisch ein Riegel vorgeschoben werden.“
Fabian Schmid
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HUFFINGTON POST ITALIA (IT)

Putin führt einen IT-Guerrillakrieg

Huffington Post Italia vermutet hinter dem Cyberangriff den langen Arm des Kreml:
„Die Situation ist so außergewöhnlich, weil hier zeitgleich und unkontrolliert ein Virus verbreitet wurde, der seinen Ursprung in der Software Eternal Blue des US-amerikanischen Geheimdienstes NSA hat, welche dieser zu eigenen institutionellen Zwecken entwickelte. Eine vermutlich vom Kreml finanzierte Gruppe von Hackern hat das Sicherheitssystems des NSA geknackt, sich der Schadsoftware bemächtigt und sie verbreitet. Dies wirft Fragen auf: Seit wann und gegen wen benutzt der NSA Eternal Blue? ... Warum wurde der Diebstahl nicht augenblicklich und mit entsprechenden Warnungen bekannt gegeben? ... Und weiter: Hat Putin noch die volle Kontrolle über die Hacker, die er seit geraumer Zeit finanziert und pflegt? Wie lange kann die internationale Gemeinschaft noch zulassen, dass Putin ungestraft einen globalen IT-Guerillakrieg führt? “
Claudio Giua
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EL MUNDO (ES)

Digitale Hygiene geht alle an

Ohne ein Mindestmaß an digitaler Sauberkeit schützt die beste Technik nicht, erklärt Spaniens ehemaliger Staatssekretär für Sicherheit, Francisco Martínez Vázquez, in El Mundo:
„Gegen die wachsende und immer bedrohlichere Gefährdung der Cybersicherheit ist eine verstärkte Sensibilisierung der Öffentlichkeit noch wichtiger als eine Verbesserung der Technologie. Die Verbreitung bestimmter digitaler Hygienemaßnahmen ist absolute Grundvoraussetzung, um uns vor der gegenwärtig größten Sicherheitsbedrohung zu schützen. ... Die Cyber-Verbrecher greifen gleichzeitig hunderttausende Ziele an. Dabei bleiben sie im Deep Web oft anonym und versteckt und nutzen gleichzeitig die weltweite Allgegenwärtigkeit des Internets.“
Francisco Martínez Vázquez
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Freitag, 7. Juni 2013

Abgehört werden oder nicht abgehört werden, das ist hier die Frage

Wer also verschlüsseln will, muss das lokal tun, einen E-Mail-Client auf dem Rechner installieren und von dem aus bereits verschlüsselte Mails durchs Netz schicken.
Das erläutert Spiegel online im Zusammenhang mit US-Abhörpraktiken, insbesondere denen der National Security Agency. Besonders gefährdet sind Nutzer von Cloud-Diensten.

Solches Abhören ist freilich keine amerikanische Spezialität, sondern allgemeine Geheimdienstpraxis.
Mehr dazu hier.