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Sonntag, 10. Januar 2021

Adel im 18. Jh.

 Georg Rudé: Europa im 18. Jh. über die Unterschiede innerhalb des Adels im 18. Jh. :

"Fürst Esterhazy hatte ein Einkommen von mehr als 700000 und Graf Czobor eines von rund einer Million Gulden (und doch geriet er schließlich in Schulden" (S.135)

In Böhmen wurde "ein Besitz von nicht mehr als dreißig Dörfern [...] als relativ gering angesehen" (S.136)

"In Spanien standen Granden [...] turmhoch über den bescheideneren caballeros, und weit darunter stand dann wieder die Masse der verarmten Landadligen: der hidalgos, die den zahlenmäßig bei weitem größten Teil des Adels stellten, dem hier gegen Ende des Jahrhunderts etwa jeder zwanzigste* Bewohner Spaniens angehörte. Der arme hidalgo, von dem man sagte, daß er 'unter seinem Stammbaum Schwarzbrot aß' " (S.136/137) 

* "in Teilen Nordspaniens waren zeitweise bis zu 90 % der Einwohner Hidalgos" (Wikipediazitat nach  Peer Schmidt et al.: Kleine Geschichte Spaniens, Stuttgart 2002, S. 232 f.)


Donnerstag, 19. Dezember 2019

Weshalb wir eine Erneuerung der Parteien brauchen


  1. Die junge Generation muss die Möglichkeit haben, Parteien zu wählen, die für ihre Interessen eintreten.
  2. Die Preise müssen die ökologische Wahrheit sagen.
  3. Es muss auch Gebote und Verbote geben, damit die Reichen und Mächtigen nicht die Freiheit haben, sich über notwendige Regelungen hinweg zu setzen.
Ein Vorbild ist die #Metoo-Bewegung,Die klar gemacht hat, dass auch Reiche und Mächtige nicht ungestraft Sexualverbrechen begehen dürfen.

Mittwoch, 9. März 2016

Im 18. und in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Sterblichkeit in Städten höher als auf dem Land

"Die Sterblichkeit der Menschen nimmt umso mehr zu, je größer deren Zusammenrottung ist, und das dadurch verursachte Sitten-Verderbniß hat den größten Antheil daran; die Krankheiten der Menschen werden durch nahes Beysammenwohnen derselben, unterhalten und leichter fortgepflanzet. und jede Seuche ist um so tödlicher, je häufiger die Städte in einem Lande sind."
(Johann Peter Frank: System einer vollständigen medicinischen Polizey [...] Mannheim 1779, S.25)

"Ich habe schon an einem andern Orte bewiesen, [...] daß die Sterblichkeit immer umso größer ist, je geringer das Verhältniß des bewohnten Raumes zur Bevölkerung ist."
(Bayerischer National-Korrespondent zur Besprechung des Gemeinwohls der Bewohner Bayerns und angränzender Länder, 1832, S.268)

"Noch im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts machten in der Berliner Dorotheenstadt Kinder bis fünf Jahren mehr als die Hälfte aller erfassten Toten aus. Diphterie, Scharlach, Masern oder Keuchhusten trugen ebenso wie Pockenepidemien ihren Teil dazu bei."
(Steffen Martus: Aufklärung. Das deutsche 18. Jahrhundert, 2015, S.812 unter Berufung auf Ute Frevert: Die Krankheit als politisches Problem 1770-1880, Göttingen 1984, S.26)

Zur weiteren Entwicklung:
Niedergang und Wiederaufstieg öffentlicher Gesundheitsverhältnisse
"Sobald neues Wissen über epidemische Zusammenhänge sowie die Technologie, dieses Wissen umzusetzen, bereitstanden, verloren die großen Städte ihre 'Übersterblichkeit'  und wurden gesündere Lebenswelten als das platte Land."  Osterhammel: Die Verwandlung der Welt, 2009, S.265

Zu Johann Peter Frank: System...:
Im Laufe des 18. Jahrhunderts häuften sich kritische Stimmen seitens der Ärzteschaft. Die Vertreter der medizinischen Aufklärung prangerten vor allem das zu feste Wickeln an – eine, wenn man den Autoren Glauben schenken darf, sehr verbreitete Unsitte. Johann Peter Frank forderte daher 1786 in seinem „System einer Medicinischen Polizey“, dass junge Ehepaare „bey dem der Verehelichung vorauszuschickenden Unterricht“ auch über das richtige Wickeln belehrt werden sollten. (sieh: Fatschenkind)