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Mittwoch, 21. Mai 2025

Veränderte Googlestrategie

 Ich werde mich bemühen, noch seltener mit Google zu "suchen/googlen". Gegenwärtig suche ich meist mit https://www.ecosia.org/search? und wechsle nur dann zu Google, wenn die Ecosiasuche erfolglos war. Oft findet dann auch Google nichts Passendes.

"Googles Paradigmenwechsel
Mit der Einführung des AI Mode in der Google-Suche markiert der Konzern eine strategische Zäsur: Statt zehn blauer Links tritt nun ein KI-generierter Antwortblock in den Vordergrund. Nutzer erhalten direkt in der Suchmaske vollständige Antworten auf komplexe Fragen, oft ohne Klick auf eine externe Website.
Für Google bedeutet das eine tiefgreifende Reorganisation seines Geschäftsmodells. Für die Anbieter der Inhalte bringt der Strategiewechsel eine massive strategische Herausforderung.
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Holger Schmidt
Verantwortlicher Redakteur für Newsletter und Verticals.
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Inhalteanbieter verlieren Sichtbarkeit und Kontrolle. Ihre Inhalte bleiben zwar die Grundlage für KI-generierte Antworten, doch der Google-Traffic fällt weg. Die klassische Logik des offenen Webs – Inhalte gegen Reichweite und Werbeeinnahmen – wird durch eine Logik der Plattformintermediation ersetzt. Wer nicht als Quelle sichtbar bleibt, verliert Relevanz und Monetarisierungspotenzial. Zugleich wachsen die Abhängigkeiten: Um überhaupt noch Reichweite zu erzielen, müssen sich Verlage stärker als je zuvor in Googles Ökosystem integrieren, zum Beispiel mit strukturierten Daten oder der Teilnahme an Partnerprogrammen.

Die Branche der Suchmaschinenoptimierer steht vor einem Paradigmenwechsel. Klassisches Optimieren auf Schlagworte verliert an Wirksamkeit, wenn Google die Suchintention eigenständig antizipiert und Nutzer gar nicht mehr zu Webseiten weiterleitet. Künftig wird es wichtiger sein, Inhalte so zu strukturieren, dass sie in den KI-Antworten als relevante Quellen auftauchen, auch wenn dies kaum nachvollziehbar oder beeinflussbar ist.

Strategisch verändert sich der Suchmarkt grundlegend. Google versucht, sich selbst zu kannibalisieren, bevor es andere wie OpenAI, Perplexity oder You.com tun Der AI Mode ist Googles Versuch, den Paradigmenwechsel von Navigation zu Information, von Linkverzeichnis zu Antwortmaschine, selbst zu steuern. Der Konzern verteidigt damit seinen Zugang zu Nutzerdaten und zur Werbevermarktung – auch wenn er kurzfristig eigene Suchanzeigen kannibalisiert. Langfristig könnte sich ein neues Plattformregime herausbilden, bei dem Inhalte nur noch dann Sichtbarkeit bekommen, wenn sie in AI-Antworten eingespeist werden – kontrolliert, gewichtet und bewertet von einer Handvoll dominanter KI-Plattformen."
 Frankfurter Allgemeine Pro DIGITALWIRTSCHAFT 21.5.25

Dienstag, 17. Januar 2017

Stoßseufzer!

Die Individualisierung, die Suchmaschinen vornehmen, hat bekanntlich jetzt auch die Eingabezeile der Browser erfasst.
Wenn man jemandem Hilfen zum Umgang mit dem Internet geben will, ohne seinen Computer zu sehen oder beeinflussen zu können, kann man dann nicht mehr davon ausgehen, dass bei ihm bei gleicher Eingabe auch das Gleiche passiert.

Seufz!  

Dienstag, 4. Februar 2014

Von der totalen Unübersichtlichkeit des Internets von 1996

"Nachdem das World Wide Web mittlerweile die Größe von 40 bis 50 Millionen Textseiten und Bildern auf ungefähr 500 000 Rechnern erreicht hat, ist man immer mehr auf die zwei Dutzend Suchmaschinen angewiesen, die versuchen, einen Überblick über die riesige Datenmenge zu behalten" (ZEIT Nr.36 1996)
 Damals hatte offenbar das gesamte Internet einen geringeren Umfang als heute die Wikipedia.
Bibliothekare versuchten durch Klassifizierung der Seiten einen Überblick zu gewinnen.
Im Blick auf die Wikipedia scheint das ein nahezu kinderleichtes Unterfangen. Suchbegriff eingegeben und Artikel gefunden oder wenn es keinen Artikel dazu gibt, dass eine Auflistung aller Seiten, die den Begriff enthalten.

Thomas Baker schrieb damals noch: "Im World Wide Web findet man alles, nur nicht, was man sucht."
Wie idyllisch! Die NSA hilflos vor einem Datenbestand von 50 Millionen Textseiten?

Wie fern scheint diese Zeit zu liegen.