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Dienstag, 17. April 2018

Bernhard Schlink: Olga

Befragt nach der Motivation seiner Schriftstellertätigkeit, antwortete Schlink in einem Interview: „Ich schreibe aus demselben Grund, aus dem andere lesen: Man will nicht nur ein Leben leben.“[4]

"Wenn man will, findet man oft, wonach man sucht. Im neuen Roman von Bernhard Schlink zum Beispiel lässt sich bald etwas entdecken, das auf seinen großen Erfolg, auf den „Vorleser“ hindeutet: Ein junger Mann fühlt sich zu einer älteren Frau hingezogen. So vertraut wie mit ihr geht er mit keinem Menschen um. Sie lehrt ihn vieles anders, als er es in der Schule gehört hat. Damit enden die Parallelen aber schon.
Diese Frau, Olga, sie gab dem Buch den Titel, ist belesen, hat einen kritischen Blick auf die Gesellschaft. „Sie hatte den Nationalsozialismus von Anfang an abgelehnt – wieder sollte Deutschland zu groß werden, nachdem Bismarck es schon zu groß gewollt und gemacht hatte.“ Der junge Mann, Ferdinand, fungiert im zweiten Teil des Romans als Erzähler. Er lernt Olga als Näherin kennen, die bei ihm zu Hause herrichtet, was seine Mutter für sie zurechtlegt. [...]" (Die Königskinder, die zueinander kommen durften, Cornelia Geissler FR 13.1.18

Bernhard Schlink: "Wir haben ein Vaterland und eine Muttersprache - ist das nicht schön?" Interview mit  Cornelia Geissler FR 17.4.18, S.32/33

"Ich habe für die große Koalition gestimmt. Nachdem die Parteiführung den Karren in den Dreck gefahren hatten, blieb nichts anderes übrig. Klaus Staeck und ich hatten der SPD vorgeschlagen, mit fünf Forderungen auf zwei Jahre in eine große Koalition zu gehen und dann Neuwahlen abzuhalten, zwei plus fünf. Das wäre besser gewesen als das "buisiness as usual", das jetzt wieder kommt. [...] Mich schmerzt der Niedergang der SPD."
Schreiben Sie denn noch mit der Hand?
"Je nachdem, wie ich anfange. Wenn ich eine Geschichte mit der Hand anfange, unterwegs, im Zug, auf einer Parkbank, schreibe ich sie auch so weiter."

Bernhard Schlink „Die Frau auf der Treppe“
Bernhard Schlink: Sommerlügen
Bernhard Schlink: Das Wochenende  Fernsehverfilmung


In der Wikipedia:

Donnerstag, 18. April 2013

Bernhard Schlink

Ein Interview mit Bernhard Schlink in der FR:
Ich habe Amerika als große persönliche Befreiung erlebt. Etwas davon ist geblieben.
Haben Sie jemals daran gedacht …
... auszuwandern? Nie.
Warum nicht?
In Amerika singt keine Amsel, läuten keine Kirchenglocken. Und die Natur gehört einem nicht. Es ist alles Privateigentum. Wenn man wandern will, muss man einen Staats- oder Nationalpark finden. [...] 
Die drei untergetauchten NSU-Täter, die aus dem Untergrund mordeten, offenbar indirekt unterstützt von einem Netz aus Sympathisanten – das ist für Sie nicht vergleichbar mit den RAF-Terroristen?
Ich weiß es nicht. Die RAF-Terroristen haben eine reiche Selbstwahrnehmungs- und Selbstdarstellungsliteratur aus dem Gefängnis und der Zeit danach hinterlassen. Daraus kann man ablesen, wie das Untertauchen, das Leben auf der Flucht und im Verborgenen, ohne Kontakt mit der Gesellschaft, in Verbindung lediglich mit Sympathisanten – wie all das die Terroristen in eine immer engere, falschere Wahrnehmung der Wirklichkeit trieb. Man kann sich bei den rechten Terroristen Ähnliches vorstellen. Aber wir haben keine Zeugnisse, und ich bezweifele, dass wir eine ähnlich reiche Selbstdarstellungsliteratur bekommen werden.
B. Schlink