Als wichtiges Bindeglied bei der Vermittlung römischer Kultur und des Christentums auf die Franken (Merowingerreich) habe ich die Galloromanen und ihre Kultur fast ganz übersehen.
Die Translatio Imperii (wobei ich nicht die Theorie, sondern den Anschluss an die römischen Traditionen meine) wäre ohne den maßgeblichen Einfluss dieser Bevölkerungsgruppe wohl ganz anders verlaufen.
Wichtig war, dass die Merowinger eine Integration der Völker anstrebten.
"Die Franken lebten nach ihrem Volksrecht, wahrscheinlich fällt die Lex salica noch in die Zeit Chlodwigs. Für die Gallo-Römer und den ganzen Bereich der Kirche galt das römische Recht in Gestalt des Breviarium Alaricianum. Doch war das Gerichtsverfahren im ganzen Staatsgebiet fränkisch, [...] daß Bluttaten nicht vom Staat zu bestrafen seien, wie es das römische Recht verlangte, sondern durch Fehde oder durch privaten Vertrag bereinigt werden müßten: Der Missetäter hatte ein Wergeld zu entrichten, dieses aber betrug für einen Römer nur halb so viel wie für einen Germanen."
(J. Vogt: Die Spätantike. Metamorphose der antiken Kultur, Kindlers Kulturgeschichte Europas Bd 5 1976/1983, S.482/83)
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Montag, 9. Mai 2016
Galloromanen
Labels:
Fehde,
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