Posts mit dem Label Deutsche Sprache werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Deutsche Sprache werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 13. Mai 2017

Wortschöpfungen Luthers

Im Zuge seiner Bibelübersetzung hat Luther viele Wortschöpfungen hervorgebracht.

Dazu der Sprachforscher Hartmut Günther im Interview: "Lückenbüßer, friedfertig, wetterwendisch, Machtwort, Feuereifer, Langmut, Lästermaul, Morgenland. Stammen alle von Luther. Im Süddeutschen würde man vielleicht noch Lefze statt Lippe sagen, und Geißel statt Peitsche – Wörter aus dem Norden, die Luther auch nach Bayern brachte. Fraglich ist auch, ob wir die Redewendungen kennen würden, die er populär gemacht hat: Sein Licht unter den Scheffel stellen. Ein Stein des Anstoßes sein. Mit Blindheit geschlagen sein. Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Niemand kann zwei Herren dienen.

Das Wort Sicherheit, das Christian Thomas in der Frankfurter Rundschau vom 13./14.5.2017 auch dazu rechnet, findet sich freilich schon im Mittelhochdeutschen. (Grimms Deutsches Wörterbuch: Sicherheit) Dagegen wird zu Denkzettel, was Thomas auch anführt, dort in der Tat Luther angeführt.

Dazu auch: aufsmaulschaun.de (Wortklaubereien & Beo(hr)bachtungen zu & mit lutherschem Sprachmaterial)

und Luther und die deutsche Sprache (S.23-29 zu Wortschöpfungen)


Mittwoch, 13. Juli 2016

Wandel der deutschen Sprache

Sie "wirft Ballast ab"

"Das gesprochene Deutsch baut ordentlich grammatischen Ballast ab, der Satzbau wird einfacher und effizienter, in allen Medien wirkt eine starke Doktrin von Schnelligkeit und mündlicher Effizienz. Noch nie war das gesprochene Deutsch von der Schulgrammatik so weit entfernt wie heute, und die Schere geht immer weiter auseinander. [...]
 "Sprache ändert sich, weil sich die Gesellschaft ändert. Wollen wir das eine anhalten oder steuern, müssen wir das auch mit dem anderen tun." So der englische Linguist David Crystal.  [...]
Migranten wie Nichtmigranten benötigen eine Sprachform, die vor allem den Alltag flexibel managen kann. Dabei nimmt das Gefühl für strenge grammatische Korrektheit allmählich ab. Dass Hochsprache und Umgangssprache verschiedene Normen und Formen haben können, die sich gegenseitig ergänzen, zeigen zum Beispiel das Russische oder Tschechische. Auch die Deutschen steuern nun auf das zu, was die Linguisten eine "Diglossie" nennen: Es wird anders gesprochen als geschrieben. "