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Freitag, 9. September 2022

Von der Teilung Indiens 1947

Unter der Teilung Indiens versteht man die Aufteilung des vormaligen Britisch-Indien aufgrund religiöser und ethnischer Auseinandersetzungen, die schließlich am 14. und 15. August 1947 zur Gründung zweier unabhängiger Staaten führten: Pakistan und Indien. [...]

Die Aufteilung des ehemaligen Britisch-Indiens in zwei Dominions war im Indian Independence Act 1947 festgeschrieben worden und markierte das Ende der britischen Kolonialherrschaft auf dem indischen Subkontinent.

Im Verlauf des Teilungsprozesses kam es zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen, die zum Tod von mehreren hunderttausend Menschen führten. Einige Autoren sprechen von bis zu einer Million Opfern oder mehr.[1] Etwa 20 Millionen Menschen wurden im Zuge der Aufteilung Britisch-Indiens deportiert, vertrieben oder umgesiedelt.[2][3]" (Wikipedia: Teilung Indiens mit Karte)

"Nach Kriegsende [2. Weltkrieg] eskalierten die Feindseligkeiten zwischen Hindus und Muslimen und schließlich stimmten auch Jawaharlal Nehru und Mahatma Gandhi, die Führer des Indischen Nationalkongresses, der Teilung Indiens mit Abtrennung der muslimischen Gebiete in Form eines neuen politischen Gebildes „Pakistan“ zu, wie das von der Muslim-Liga gefordert wurde. 1947 wurden nahezu zeitgleich Pakistan und Indien als Dominions im Rahmen des Britischen Commonwealths unabhängig. Die Grenzlinie zwischen beiden Staaten wurde durch den britischen Beamten Cyril Radcliffe ausgearbeitet und buchstäblich erst in letzter Minute vor dem Teilungsakt der Öffentlichkeit präsentiert. Danach kam es zu Gewaltausbrüchen und zu überstürzten massenhaften Fluchtbewegungen von Hindus aus Pakistan und Muslimen aus Indien, bei denen mehr als eine Million Menschen ihr Leben verloren. Mahatma Gandhi wurde am 30. Januar 1948 von einem fanatischen Hindu erschossen." (Wikipedia)


The Guardian 14.08.2022:

 "Vor 75 Jahren, am 15. August 1947, wurde der Subkontinent entlang religiöser Grenzen geteilt und in zwei unabhängige Staaten, Indien und Pakistan, geteilt. Es sollte eine blutige und bittere Teilung werden. Nach 300 Jahren offizieller britischer Präsenz wollten die Schlüsselfiguren der indischen Unabhängigkeit, Mahatma Gandhi und sein Schützling und späterer Premierminister Jawaharlal Nehru, ein einheitliches, säkulares Land schaffen. Der politische Führer der Muslime, Muhammad Ali Jinnah, plädierte dagegen für einen separaten Staat für Muslime, da er die Auswirkungen eines mehrheitlich von Hindus bewohnten Indiens fürchtete.

Als die religiösen Spannungen zunahmen, kam es zu tödlichen Unruhen, die sich zunächst gegen Hindus, dann gegen Muslime und schließlich gegen Sikhs richteten. Die Briten, die sich schnell aus Indien zurückziehen wollten, sorgten für eine grobe Grenzziehung, die die indischen Staaten Punjab im Westen und Bengalen im Osten voneinander trennte, so dass ein unzusammenhängendes Pakistan entstand, das alle Gemeinschaften verärgerte. 

Dies führte zu einem gegenseitigen Völkermord auf beiden Seiten der neuen Grenze. Ganze Dörfer wurden angezündet, Kinder wurden massakriert und schätzungsweise 75 000 Frauen vergewaltigt. Im Punjab, dem Zentrum der Gewalt, wurden schwangeren Frauen die Babys aus dem Bauch geschnitten, und Züge voller Flüchtlinge - Muslime, die aus dem indischen Punjab flohen, Sikhs und Hindus, die aus Westpakistan flohen - wurden überfallen und kamen an Bahnhöfen an, die mit stummen, blutigen Leichen gefüllt waren.

Die tatsächliche Zahl der Todesopfer ist bis heute nicht bekannt, die Schätzungen reichen von 200.000 bis zu 2 Millionen, und es kam zur größten Zwangsmigration in der Geschichte, da mehr als 14 Millionen Menschen aus ihrer Heimat flohen. Von diesem Zeitpunkt an waren Indien und Pakistan Todfeinde, getrennt durch eine Grenze, die im Laufe der Jahrzehnte immer brüchiger und undurchdringlicher werden sollte.

Familien, die in dem Chaos und der Brutalität gefangen waren, mussten alles zurücklassen, und viele wurden bei der Überfahrt nach Indien oder Pakistan getrennt. Obwohl viele verzweifelt versuchten, über Zeitungsannoncen, Briefe und Nachrichten an Schwarzen Brettern zueinander zu finden, war die grenzüberschreitende Kommunikation begrenzt. Visabeschränkungen und eine tief verwurzelte Angst vor der "anderen Seite" hinderten die meisten auch daran, jemals wieder über die Grenze zu gehen.

Doch in jüngster Zeit haben die sozialen Medien ein Reich neuer Möglichkeiten eröffnet. Facebook-Seiten und YouTube-Kanäle mit zum Teil Tausenden von Mitgliedern aus Indien und Pakistan haben begonnen, die Menschen wieder mit den Häusern und Familienmitgliedern in Verbindung zu bringen, die sie während der Teilung und des daraus resultierenden Konflikts, der auch Kaschmir spaltete, verloren haben." (Übersetzt mit www.DeepL.com/Translator (kostenlose Version))

"Finally we are together" The Guardian 14.08.2022


Donnerstag, 9. April 2020

"Zuhause bleiben" zu können ist eine unverdiente Möglichkeit

So sehr es von vielen als Zumutung empfunden werden wird. Zuhause bleiben ist eine Chance, die vielen Millionen nicht gegeben wird. Nicht den über 70 Millionen, die gegenwärtig unterwegs sind: auf der Flucht vor unerträglichen Verhältnissen oder wie die Wanderarbeiter in Indien, die in großen Mengen zu Tausenden ohne jeden Sicherheitsabstand durch das Land ziehen, weil sie vertrieben worden sind.

Dazu Arundhati Roy:

"Der Lockdown funktionierte wie ein chemisches Experiment, bei dem Verborgenes plötzlich sichtbar wird. Geschäfte, Lokale, Fabriken und der Bausektor wurden geschlossen, und während sich Wohlhabende und Mittelschichten in ihre geschlossenen Wohnanlagen zurückzogen, fingen unsere Städte und Megastädte an, ihre Einwohner aus der Arbeiterschicht, die Wanderarbeiter, auszustoßen wie unerwünschte Substanzen. Viele wurden von Arbeitgebern und Vermietern vertrieben. Millionen verarmter, hungriger, durstiger Menschen, Junge und Alte, Männer, Frauen, Kinder, kranke Menschen, blinde Menschen, Menschen mit Behinderungen, die sonst nirgendwo hinkonnten und keine öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung hatten, machten sich auf den langen Fußmarsch nach Hause in ihre Dörfer. Tagelang marschierten sie, von Delhi aus in Richtung Badaun, Agra, Azamgarh, Aligarh, Lucknow, Gorakhpur – Hunderte Kilometer weit. Einige von ihnen starben unterwegs.
Ihnen war klar, dass sie zu Hause womöglich langsam verhungern würden. Vielleicht war ihnen auch klar, dass sie möglicherweise das Virus mitbringen und ihre Familie anstecken würden, ihre Eltern und Großeltern in der Heimat. Doch sie brauchten so dringend ein kleines bisschen Vertrautheit, Unterschlupf und Würde, außerdem Essen, wenn nicht gar Liebe. Einige wurden unterwegs brutal zusammengeschlagen und gedemütigt von der Polizei, die Befehl hatte, die Ausgangssperre streng durchzusetzen. Junge Männer wurden gezwungen, sich hinzuhocken und wie Frösche auf der Autobahn zu hüpfen. Vor der Stadt Bareilly wurde eine Gruppe zusammengetrieben und mit einem Desinfektionsmittel besprüht. Die Regierung befürchtete, die flüchtenden Menschen würden das Virus in die Dörfer tragen. Und so schloss sie ein paar Tage später die Grenzen zwischen den Bundesstaaten sogar für Menschen, die zu Fuß unterwegs waren. Menschen, die schon einen tagelangen Marsch hinter sich hatten, wurden gestoppt und mussten in Lager in den Städten zurückkehren, die sie gerade zwangsweise verlassen hatten." (Arundhati Roy: Durch das Tor des Schreckens, ZEIT 16/2020)

Freitag, 3. April 2020

Vom Umgang mit der Krise

Jeremy Farrar argumentiert: "Billionen für die Rettung der Wirtschaft, aber nur Millionen für die Exit-Option Medizin – es passt nicht zusammen. Wer auf der Suche nach dem Ausweg Kosten und Nutzen vergleicht, der müsste auf die globale Forschung setzen. Jeremy Farrar hat die Hoffnung, dass dabei schnell etwas herauskommt." (ZEIT 15/2020, S.19)
Clemens Fuest kündigt über die wirtschaftlichen Folgen des Lockdown an: 
"Die Menschen werden damit zehn Jahre zu tun haben. Sie werden nicht jeden Tag daran denken, aber die Schulden, die wir jetzt aufhäufen, die wirtschaftlichen Verluste werden wir wohl mindestens ein Jahrzehnt spüren."  (ZEIT 15/2020, S.20)

Beide sehen bei ihrer Betrachtung vom Klimawandel ab. Das ist in ihrem Zusammenhang völlig verständlich. 
Aber bei einem Blick auf das kommende Jahrzehnt zeigt: 
So wie unsere gegenwärtige Wirtschaft funktioniert, macht sie den Klimawandel mittelfristig unbeherrschbar. In einem Jahrzehnt mit dem Umbau anzufangen, wäre zu spät. Die - vergleichsweise kurze - Krise darf nicht die Kapazitäten zur Erhaltung alter Strukturen verschwenden, der schlagartige Wandel (die Disruption) muss genutzt werden, die Voraussetzungen für die Eindämmung der langfristigen Krise zu schaffen.

Zum größeren Zusammenhang:
Vergleich von Coronaepidemie und Klimawandel

Sonderbeispiel Indien:
Arundhati Roy: Durch das Tor des Schreckens  Zeit, 16/2020  8.4.2020
"Indiens Regierung macht das Riesenland dicht, die Armen werden heimatlos. [...]

Am 11. März erklärte die Weltgesundheitsorganisation Covid-19 zur Pandemie. Zwei Tage später, am 13. März, ließ das indische Gesundheitsministerium verlauten, es handele sich "nicht um einen gesundheitlichen Notstand". Am 19. März wandte sich dann schließlich der Premierminister, Narendra Modi, an die Nation. Viel Hausaufgaben hatte er nicht gemacht: Er guckte sich die Vorgehensweisen einfach bei Frankreich und Italien ab. Er erklärte uns die Notwendigkeit des "Social Distancing" (leicht nachvollziehbar für eine Gesellschaft, die derart vom Kastensystem durchdrungen ist) und rief eine eintägige "Ausgangssperre des Volkes" für den 22. März aus. [...] Er erwähnte nicht, dass Indien bis zu diesem Moment Schutzbekleidung und Beatmungsgeräte exportiert hatte, statt sie für das medizinische Personal und die Krankenhäuser des Landes zu behalten. [...]
Am 24. März um 20 Uhr trat Modi erneut im Fernsehen auf und gab bekannt, dass ab Mitternacht für ganz Indien ein Lockdown gelte. Die Märkte würden geschlossen. Öffentlicher und Individualverkehr würden untersagt. Wie Modi erklärte, traf er diese Entscheidung nicht nur als Premierminister, sondern auch als unser Familienältester. Wer sonst könnte ohne Rücksprache mit den Bundesstaaten, die sich mit den Folgen würden auseinandersetzen müssen, bestimmen, dass eine Nation von 1,38 Milliarden Menschen in den Lockdown gehen soll – ohne jegliche Vorbereitung und innerhalb von vier Stunden? Seine Methoden vermitteln entschieden den Eindruck, dass Indiens Premierminister die Bürger für eine feindliche Macht hält, die man überrumpeln und überraschen muss und der auf keinen Fall zu trauen ist."

Sonntag, 5. August 2018

Der längste Hungerstreik der Welt

Irom Chanu Sharmila war vom 5 November 2000 bis zum 9 August 2016 im Hungerstreik im Protest gegen ein 1958 erlassenes indisches Polizeigesetz, den Armed Forces (Special Powers) Act, 1958, der auf  ein 1942 gegen Gandhis Quit-India-Bewegung erlassenes Kolonialgesetz zurückgeht und indischen Bundesstaaten die Verhängung eines Ausnahmezustandes ermöglicht.
Irom Sharmila wurde bis 2015 unter der Anklage des versuchten Selbstmords gefangen gehalten und zwangsweise künstlich ernährt. Trotz ihrer Ausdauer erreichte  sie - anders als Mandela und Gandhi - ihr Ziel nicht, weil sie nicht genügend einflussreiche Unterstützer fand.
Das AmnestyJournal erinnert in seiner Julinummer an diesen längsten Hungerstreik der Weltgeschichte.

Mehr dazu

Sonntag, 5. November 2017

Indische Geschichte in Stichworten

  • die Induskultur,
  • das Eindringen von Nomaden, die sich ārya (Arier) nannten und ihre vedische Religion mitbrachten,
  • das Maurya-Reich,
  • Ashoka ( https://www.zdf.de/dokumentation/terra-x/ashoka-der-indische-krieger-buddhas-102... ),
  • das Gupta-Reich,
  • der Islam (Ghaznawiden, Ghuriden, Moguln),
  • "Die Fertigkeiten indischer Eisengießer lassen sich kaum besser veranschaulichen als durch die 8 m hohe eiserne Säule in Delhi, die aus der Regierungszeit Candraguptas II. im vierten Jahrhundert n. Chr. stammt und die bis heute keine Spur von Rost aufweist." (J.E. McClellan u. Harold Dorn: Werkzeuge und Wissen, 1999, Seite 174)
  • der Gewürzhandel (Kolumbus wollte einen Seeweg nach Indien finden),
  • die Rolle der Portugiesen und Briten,
  • Mahatma Gandhi,
  • die Teilung,
  • der Beginn des Kaschmir-Konflikts,
  • die Verfassung,
  • (das Attentat auf Indira Gandhi).

Sonntag, 8. Oktober 2017

Ramayana und Mahabharata

Ramayana  und Mahabharata sind die beiden indischen Nationalepen, die die Stoffe für viele indische Dichter geliefert haben, nicht zuletzt für Kalidasa.

Sonntag, 2. Oktober 2016

Richard Christ: Mein Indien

Richard Christ: Mein Indien. Aufbau-Verlag,1982 (Kommentare)

File:Mumbai 03-2016 52 Dharavi near Mahim Junction.jpg
Mumbai travel map.svg 
Bilder aus: Wikivoyage Mumbai*
sieh auch: Lonely Planet Indien

*Mumbai. (2016, August 30). Wikivoyage, The FREE worldwide travel guide that anyone can edit. Retrieved 04:17, October 3, 2016 fromhttps://en.wikivoyage.org/w/index.php?title=Mumbai&oldid=3042379.

Das Buch liest sich gut, ist nicht komprimiert, aber auf unterhaltsame Weise unterrichtend.
Beispiele: 
Elephanta, S.34
Über die vielfältigen Göttersagen und die zentralen religiösen Texte wissen auch ungebildete Inder erstaunlich gut Bescheid. Was früher die mündliche Überlieferung leistete, leisten jetzt Comics (in schreienden Farben illustriert) in Anlehnung an die bedeutendsten und berühmtesten Skulpturen und  Plastiken sehr effektiv:
"Wir sind im Westen ungeheuer spezialisiert, von profunder Wissenschaftlichkeit [...] aber unsere Vergangenheit haben wir darüber langsam, doch unwiderrufbar verloren. Sie lebt nur noch in den Archiven und im Gedächtnis studierter Altertumsforscher. Für die Mehrzahl der Bevölkerung ist unsere Kulturgeschichte tot." (S.106)
[Die Wikipedia ermöglicht freilich zu vielem einen im Vergleich zu früher sehr unkomplizierten Zugang. Nur aufgrund des hohen Anspruchs der Autoren an sich selbst droht sie sich mehr und mehr dem Verständnis der "Mehrzahl der Bevölkerung" zu entziehen.]
Parsen. Aus Persien kommend, die geborenen Händler und Unternehmer. Kein Kastendenken, kein Verbot, Schiffe zu benutzen, wie bei den Hindus. Dafür Zoroaster, Feuerkult, keine Verunreinigung der Elemente, Totentürme, auf denen Geier das Fleisch der Menschen fressen, ohne dass Feuer, Erde oder Wasser verunreinigt werden. Freilich ... (S.118-125)
Adschanta (Ajanta Wikipedia, Wikimedia Commons) S.143-152
Ellora (S.156ff), besonders Kailasa-Tempel ("Höhle 16"), dazu auch Lingam und Yoni.
Avatare Wischnus (Vishnu) S.160-163 (Buddha als Verkörperung Vishnus)
Pune S.164ff
"Keralas Hauptstadt Trivandrum schickt zur Begrüßung einen Mann, der in meiner Erinnerung weiterleben wird gewissermaßen als der indischste Inder." Mr. Menon. (S.225)

Vivekananda versuchte das Kastensystem aufzubrechen, Suchindram, ein eindrucksvoller Tempel (S.258 ff.)
Kasten "Wachsende Arbeitsteiligkeit führte ebenso wie die unablässige Verästelung des Hinduglaubens zu einer vielfachen Unterteilung der Stände", den Kasten. (S.266) 1927 zählten die Briten etwa 2500 Kasten, neuere Schätzungen schwanken zwischen 2000 und 3000. Zu den Parias, den Unberührbaren, Gandhi nannte sie die "Gotteskinder" , gibt es heute etwa 100 Millionen. (S.268)
Bhagavad Gita*: "Ich hatte in Goa das heiligste Buch der Hindus gelesen und war verzweifelt, weil ich mir nicht einmal die Synonyme der Personen merken konnte." (S.271)
*Viele Hindus sehen die Bhagavad Gita "als Allegorie. Eine mögliche und weit verbreitete Sichtweise ist, dass es sich um ein Zwiegespräch handelt zwischen der inneren Göttlichkeit, verkörpert durch Krishna, und der menschlichen Seele, die Arjuna darstellt: das Schlachtfeld sei das Leben, und die feindlichen Heerscharen, gegen die Arjuna antreten muss, verkörperten die menschlichen Schwächen, die besiegt und überwunden werden müssten. Neben dieser sich auf das Individuum beziehenden Deutung ist es möglich, der Bhagavadgita eine Deutung zu geben, die sich auf die Menschheit als Ganzes bezieht. In dieser evolutionären Anschauung ist die Schlacht ein Aufeinandertreffen der asurischenegoistischen Kräfte mit denen der göttlichen Ordnung. Arjuna und seine Mitstreiter werden in diesem Bemühen von Krishna, dem Avatar, angeführt und unterstützt." (Wikipedia)

Bei der Verabschiedung sagte Mr. Menon "mir nichts von den flotten Floskeln, die einem oft wie eingelernt vom Munde gehen [...]. Er [...] sah mir lange in die Augen und sagte: [...] Denken Sie gut von mir, wenn ich Ihnen in Erinnerung komme." (S.272)
Golkonda-Festung (S.293), Koh-i-Noor (S.294)
Bangalore (S.299 ff.)
Tanz zur Geschichte der Kuhhirtin Radha und Krischnas (S.302)

Für verschiedene Stimmungen stehen bestimmte Weisen, Ragas, die so wirkmächtig sind, dass eine feurige - der Legende nach - den Sänger selbst verbrennen kann und eine andere Regen für Bengalen gebracht und so die Ernte gerettet hat. S.304) Ohne Kenntnis der Ragas sei ein Tanz nicht vergnüglicher als ein Buch für einen Analphabeten. Der Autor, Richard Christ, kann das nicht bestätigen. Er war von dem Tanz sehr angetan. (S.305)
Bild: Krischna (blau) mit Kuhhirtinnen. (Wikipedia)

R. Christ fährt auch zum Mausoleum Tipu Sultans, der mit den Franzosen gegen die Briten kämpfte. Er war so begeistert für die Französische Revolition, dass er sich gelegentlich auch Citoyen Tipu nannte. (S.305-307)
Von Maisur/Mysore geht es zu den Gärten von Vrindavan (in französischem Stil). 


In Madurai fährt Christ zum Minakshi-Tempel, dem gegenüber andere Tempelanlagen winzig erscheinen (sieh Bild aus Wikipedia). (S.313-327)

Madras (S.333 ff.)

Witwenverbrennung 
Ram Mohan Roy (1772-1833), S. 340

In Südindien wurden Denkmäler für britische Könige u.ä. weniger oft zerstört als in Nordindien. (S.344)

Streit um die indische Gemeinsprache. Die Verhandlungen wurden auf Englisch geführt. Die Entscheidung fiel für Hindi. Bengalen und Tamil Nadu wehrten sich dagegen. Bis 1975 sollte der Umlernprozess abgeschlossen sein. (S.346)
1983 war das noch nicht erreicht.
Im Süden von Madras eine Schlangenfarm und das "Welthauptquartier der Theosophischen Gesellschaft." (S,349)
Schlangen sind in Südindien und Bengalen fast so heilig wie die Kühe. Sie sind oft als eine Art Halstuch oder Gürtel Begleiter der Götter, dienen als Tempelwächter, müssen aber vor"skrupellosen Händlern geschützt" werden. (S.350)
Mamalapuram (S.357)
heutige Steinmetze (S.359)
auf dem Lande, Reisfelder (S.363ff.)
Auroville (S.371)
Aurobindo Ghose
Mirra Alfassa ("die Mutter")
Matrimandir (S.372)
Pondicherry (S.379)


Banyan-Feige (Ficus Benghalensis L.) (S.406-408)
Milton beschreibt im "Paradise Lost" 25 Jahre vor der Gründung Kalkuttas einen solchen Baum:
"der heut in Indien bekannt,/ In Malabar und Deckhan, der die Zweige/ So breit und lang ausstreckt, dass die zum Boden/ Gesenkten Reiser wurzeln und als Töchter/ Den Mutterbaum umwachsen, hoch gewölbt,/ Ein Pfeilerwald mit widerhallenden Gängen./ Dort sucht der indische Hirt, die Hitze scheuend, / Im Kühlen Schutz und hütet seine Herden/ Durch Lücken, die er in das Dickicht haut." (S.406)
Der Same des Baums wurde 1786 in den Boden gesenkt. Als Queen Viktiria sich zur Kaiserin Indiens machte, hatte der Hauptstamm schon 15 Meter Umfang. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs war der Kronenumfang 300 Meter. Während der Regierungszeit Georgs V. verliert der Baum seinen Hauptstamm. Seine Krone wird weiter von den Luftwurzeln gehalten. Eine Zählung ergibt 526.
1947 dann zum Ende der britischen Herrschaft bedeckt der Baum eine Fläche von 7000 Quadratmetern. Die Krone hat einen Umfang von 400 m. Unter Indira Gandhi Höhe des Baums 27 Meter, Kronenumfang 417 m. 1983 zählt Richard Christ 1125 Stämme.

Kalkutta ist einmalig in seinem Verkehrschaos "Weil es keine Stdt gibt, die so wenige Quadratmeter für den Verkehr unbebaut lässt (im indischen Vergleich dreimal weniger als Bombay)."
Im Stau ergibt sich folgender Eindruck: "Die gesamte Bewegungsenergie der Fahrzeuge scheint sich umzuwandeln in Geräusche." (S.409) "Jam hour: Wenn alles zerrieben und zermahlen wird zu Verkehrsmarmelade." (S.410)

New Market: "Schaufenster gibt es nicht, alle Ware liegt offen. Jedes Stehenbleiben provoziert ein fast gewalttätiges Angebot." (S.414)

Bettler
"Hier wird in anderem Stil gebettelt, unfreundlich, fast aggressiv. [...] Die Miserablen setzen das letzte ein, was ihnen geblieben ist, ihre Krankheit. Sie bedrängen mit beulenbesetzten Gliedern und zerfressenen Gesichtern die ahnungslose Kundschaft, verursachen Schrecken und Ekel, aus dem jeder bereit ist, sich loszukaufen [...] Ihr Aussatz ist echt. Sie betteln ohne Vorspiegelung falscher Leiden." (S.415)
"Die Statistik neutralisiert das Grauen zu Zahlen. In derStadt werden jährlich zehn Millionen Dollar erbettelt, allein gewerbsmäßige Bettler zählt man hundertfünfzigtausend." (S.415)
"Seither stirbt Kalkuttas Armut unter den sanften Händen der Mutter Theresa und ihrer tapferen Helfer. Das Los der Todkranken wird gelindert, ohne dass missioniert würde. [...] das Heim, in dem noch niemand verzweifelt, verlassen, unversorgt oder - dies ist vielleicht das Größte, was Mutter Theresa leistet - ungeliebt gestorben ist." (S.416)

Lord Curzon, Kaiserin Victoria (S.430)

Orissa, Puri, Kaiser Aschoka (S.435 ff.)
Entfernungsmaß: "Geh einen grünen Zweig lang! Es ist die durch das Verdorren eines gebrochenen Zweiges geeichte kurze Zeitspanne." (S.441)
Dschagannath (S.441 ff.) Sein Tempel steht von Beginn an allen Kasten der Hindus offen. Er wird behandelt "als regierendes Oberhaupt von Orissa", gewaschen, angezogen, gespeist, umgezogen, gespeist ... (S.443) Das Götterbild ist aus Holz und unvollständig (S.444)

Varanasi, Ganges, Ghat, (S.457ff.) 
"Denn vor allem die Alten, einen Schritt vor dem Grab, wollen nach Varanasi. Der Fluß wäscht alle Sünden ab und sichert die Wiedergeburt in besserer Existenz." (S.464) "Panchganga-Ghat, unter ihm sollen sich fünf heilige Flüsse treffen." (S.467)

"Chemiker haben Versuchsreihen angesetzt, mischten Gangawasser mit Choleraerrregern. Die Krankheitskeime starben nach kurzer Zeit ab. [...] man vermutet desinfizierende mineralische Bestandteile [...] (S.473)

Kinderhochzeit ist verboten. "Vor kurzem habe ich in der Presse gelesen, daß in Radschasthan an einem Tag, der als besonders glückverheißend gilt, zehntausend Kinder vermählt worden sind." (S.479) Essen im Tempel der tibetischen Lamaisten (S.481ff.)

Lord Krishna (S.484) Tadsch Mahal (S.488)

Ali: "Ich bin wie Kaiser Akbar. Ich war nie in einer Schule." (S.502)

Khadschuraho, Tempel, Kamasutra, (S.502 ff.)

Raschputenland, Dschaipur, Pfauen (S.517)
Dschai Singh II. "Palast der Winde" (nur Fassade aus lauter Erkern) (S.519)
Amber, Elefant,
Udaipur, Maharana, Maharadscha, Insel Dschag Mandir,
Nagda (S.531) Mewar 
"Spruch aus einem Handbuch über Radschstan: "Sieh Venedig und stirb, aber sieh Udaipur und lebe, um es wieder und wieder zu sehen!" Bei Vollmond gab es da gar nichts zu Belächeln." (S.532)

Simla; Hanuman "Sein Affenfuß hat hier einen Abdruck hinterlassen, als er auf die Insel Ceylon hinübersprang, wo er Rama beistand. Es sind die gleichen Mythen, wie sie dreitausend Kilometer südlich, in Tamil Nadu oder Kerala erzählt werden. Sie verbinden das Land, und wenn es ein Indien gibt, trotz vieler Nationalitäten, Religionen, Rassen, Kasten, so sind die alten Geschichten, so ist Poesie nicht unbeteiligt daran." (S.592)

"ein Wort aus dem Sanskrit: "Wer kann getadelt werden, wenn er trotz redlicher Bemühung das erwünschte Ziel nicht erreicht?" (S.625)

Weiteres zu Indien:
eher etwas zum Schmökern: 
- "An den inneren Ufern Indiens. Eine Reise entlang des Ganges" von Ilija Trojanow, Piper
- "Der Sadhu an der Teufelswand. Reportagen aus einem anderen Indien" von Ilija Trojanow, Sierra Taschenbuch
- "Notbremse nicht zu früh ziehen! Mit dem Zug durch Indien" von Andreas Altmann von Rowohlt Tb.

Mittwoch, 18. September 2013

Der Bruder beendete sein Studium mit 14, die Schwester mit 13, aber ...

die Familie hat ihren Grundbesitz verkauft und lebt von Unterstützung.
"Wunderkinder" in Indien

Sushma Verma: "Her talent was discovered when she recited the Ramayana at a local school function at the age of two." (The Better India)

Sushma Verma mit 15 Jahren, 21.6.15

Samstag, 5. Januar 2013

Ein weiblicher Schinderhannes? - Rächerin an einer ungerechten Gesellschaft

Mit elf Jahren verheiratet und folgerichtig als Arbeitssklavin und sexuell missbraucht, wurde Phoolan Devi nach einigen Vergewaltigungen zur Räuberin. Daran erinnert die Frankfurter Rundschau. In zutiefst ungerechten Gesellschaften können Räuber zu Volkshelden werden. (vgl. Schiller) Die Verachtung der Menschenwürde der Frau scheint in Indiens Männergesellschaft endemisch. Aber nicht nur in Indien.

Phoolan Devi – Rebellion einer Banditin, Dokumentarfilm

zu der Vergewaltigung am 6.12.12 in Neu-Delhi