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Dienstag, 21. April 2026

Es ist gut, dass du in der Schule Dinge lernst, die du nicht brauchst

  "In der neunten Klasse holte meine Biologielehrerin Frau Fischer einen Filmprojektor aus der Schrankwand. Sie musste noch mit der Hand kurbeln, um den Film abzuspielen, den sie uns zeigen wollte. (Nein, ich bin nicht in den sechziger Jahren zur Schule gegangen, Frau Fischer war nur etwas altmodisch.)

Über die Leinwand flimmerte ein Schwarzweißfilm über die Paarung des Alpenmolches. Ich weiß noch ganz genau, wie fassungslos ich damals war: Die Paarung des Alpenmolches? Ernsthaft? Wozu brauche ich das? Warum sollte ich das wissen?Diese Fassungslosigkeit begleitete mich durch meine gesamte Schulzeit und darüber hinaus. Und damit bin ich nicht allein. Erst neulich hat sich die ehemalige Boxerin Regina Halmich in einem SWR-Podcast aufgeregt: „Ich habe so viel in der Schule gelernt, was ich heute überhaupt nicht brauche.“ Gedichtanalyse? Kurvendiskussion? Stochastik? Puh. Shakespeare? Romantik? Goethe? Komm schon. Ich musste seit dem Matheabitur nie wieder die vierte Ableitung einer Funktion bestimmen. Du etwa? [...]" (zitiert nach: Krautreporter 8.4.26)

Freitag, 26. Juli 2024

Mythen über unser Gehirn

   5 Mythen aufgedeckt schon 2022 von Bent Freiwald 

Mythos 1: Wir benutzen nur 10 Prozent unseres Gehirns++ Nope. Wenn du gesund bist, nutzt du 100 Prozent deines Gehirns. Ein möglicher Ursprung des Irrtums sind zwei Harvard-Psychologen, die in den 1890er Jahren mit dem Wunderkind William Sidis gearbeitet haben.

Die Psychologen schlussfolgerten, Menschen würden offensichtlich nur einen Bruchteil ihres vollen geistigen Potenzials ausschöpfen. Hunderte Jahre später kamen MRT und EEG und andere bildgebende Verfahren und fanden: nichts. Jedenfalls nichts, das diese These unterstützen würde und schon gar keine 90 Prozent des Gehirns, die inaktiv vor sich hin warten.

Mythos 2: Menschen haben einen von vier unterschiedlichen Lerntypen++ Nope. Immer wieder höre ich das von Freund:innen, und sogar von Lehrer:innen. Jeder Mensch bevorzuge demnach entweder das visuelle, auditive, lesende und schreibende oder kinästhetische Lernen.

Das Problem: Fast alle Studien, die angeblich Beweise für diese Lernstile liefern, sind wissenschaftlich wahnsinnig schwach. Zu diesem Ergebnis kommt eine Vergleichsstudie nach der nächsten. Zum Beispiel diese hier und das bereits 2009:

Das Beharren auf den Lernstilen kann sogar schädlich sein, wenn Schüler:innen dadurch in eine Schublade gesteckt werden und das Gefühl haben, dass sie für Lernformen, die nicht zu ihrem Lernstil passen, nicht geeignet sind.

Viel besser: möglichst verschiedene Reize setzen, damit sich die verschiedenen Gehirnregionen miteinander verbinden.

Mythos 3: Wenn wir schlafen, schaltet unser Gehirn ab++ Nope. Das ist so falsch, dass ich das gar nicht ausführlich begründen muss. Früher gab es noch keine MRTs oder EEGs. Niemand konnte das Gehirn beim Schlafen beobachten. Heute ist das anders.

Unser Gehirn dreht praktisch durch, wenn wir schlafen. Der visuelle Kortex feuert und feuert (sonst würden wir gar nicht träumen). Wer tiefer einsteigen will: Niedrigschwellige Bücher zum Thema Schlaf sind "Why We Sleep" von Matthew Walker und "Livewired" von David Eagleman.

Mythos 4: Bei einigen von uns ist die rechte Hirnhälfte dominant, bei anderen die linke – deshalb lernen wir auch anders!++ Nope. Die linke und die rechte Gehirnhälfte arbeiten zusammen, permanent.

Mythos 5: "Ich kann halt einfach gut multitasken!"++ Nope, kannst du nicht. Das Gehirn kann sich nicht gleichzeitig mit zwei oder sogar mehr aufmerksamkeitsstarken Reizen beschäftigen. Multitasking gibt es nicht.

Studien liefern vor allem zwei wichtige Erkenntnisse. Erkenntnis 1: Wenn du mehrere Aufgaben gleichzeitig machst, leidet immer eine der beiden Aufgaben. Du erfüllst die Aufgaben gleichzeitig nie so erfolgreich, wie wenn du sie nacheinander erfüllen würdest.

An diese Erkenntnis sollte sich jeder erinnern, der beim Autofahren telefoniert – und sei es nur über die Fernsprechanlage. Wenn wir uns auf das Gespräch konzentrieren, leidet darunter immer (!) die Konzentration auf den Straßenverkehr.

Erkenntnis 2: Wenn wir multitasken, speichern wir Dinge schlechter ab. Wer in der Vorlesung sitzt und daddelt, kann also tatsächlich gleich zuhause bleiben.

Freitag, 19. Februar 2021

Bildungsforschung: Wie Distanzunterricht das Lernen verändert

 Wie Distanzunterricht das Lernen verändert Tagesspiegel 18.2.21

"[...] Besonderes Augenmerk wird dabei auf der Frage liegen, wie sich unterschiedliche häusliche und schulische Situationen auswirken, etwa wie die Schülerinnen und Schüler technisch ausgestattet sind, ob und wie sie von den Eltern unterstützt werden. Meine Hypothese dabei ist, dass sich die sozialen Unterschiede, von denen die Bildungschancen in Deutschland bekanntlich stark geprägt sind, verstärkt haben. Darauf gibt es deutliche Hinweise aus bereits vorliegenden Untersuchungen, die sich mit den Auswirkungen von langen Ferienzeiten insbesondere in den USA beschäftigt haben. [...]"

Donnerstag, 18. Juli 2019

Sprachenlernen in Deutschland

"[...] Sprachenlernen in Deutschland gibt es schon länger als es Deutschland gibt. Und natürlich war auch mit der Gründung des Deutschen Reichs im Jahr 1871 nicht alles sofort vereinheitlicht. Gymnasien gingen in Deutschland aus Lateinschulen hervor. Demzufolge sind die Sprachen, die im frühen 19. Jahrhundert auf dem gymnasialen Lehrplan standen, keine Überraschung: Als erste Sprache wurde Latein unterrichtet, dann Altgriechisch und als dritte Fremdsprache Französisch. In Seminarschulen, die ihre Schüler auf die Priesterlaufbahn vorbereiten sollten, stand dagegen Hebräisch an dritter Stelle.[...]"
(https://de.babbel.com/de/magazine/welche-sprachen-lernen-die-deutschen)

Dienstag, 7. Mai 2019

Lindner: Digitale Transformation in den Unternehmen

"[...] Wenn sich große Teile des betrieblichen Lernens zu den digital vernetzten Arbeitsplätzen verschieben, werden Räume und Zeiträume frei, die für herkömmliche Weiterbildung vorgesehen waren. [...] man kann das nun ganz anders füllen – nicht mehr mit Kursen und Seminaren im alten Stil, sondern mit Einzelveranstaltungen, Barcamps und agilen Workshops. Das folgt der Logik des Netzes: Treffen von Angesicht zu Angesicht werden seltener, aber zugleich wertvoller und intensiver. Hier bilden sich Keime für Netz-Communities. Hier entspinnen sich Konversationen, die über den alltäglichen Horizont hinausgehen. Hier holt man sich Impulse, die dann ein halbes Jahr lang weiterwirken und online gepflegt werden. [...]
Derzeit sieht es so aus, als würden zukunftsweisende Formen der Bildung und Weiterbildung vor allem abseits des akademischen Raums entstehen. Inwiefern die neue Lernkultur bei Adidas wirklich gelebt wird, lässt sich jetzt noch nicht beurteilen, aber der Start war jedenfalls verblüffend konsequent und dynamisch. [...]
"Die eigentliche Adidas-Universität ist kein Marmor-Gebäude, sondern das Smartphone, das jeder ohnehin dabei hat". [...]
Die Adidas-Zentrale ist also eine Art Luftschloss, und das passt natürlich gut in eine digital entkörperlichte Welt. Das Durchschnittsalter liegt bei 30 Jahren. Es ist klar, dass sich in postmodernen Firmen dieser Art die digitale Transformation viel radikaler vollzieht als in den herkömmlichen Industrien und Bürokratien. [...]
Eine Aussage aus einem konventionelleren Unternehmen, aus Continental:
"[...] Wenn man autonomes Fahren mitentwickeln will, muss man den ganzen Prozess über die ganze Organisation verteilen. Alle 215.000 Leute tragen dann im Idealfall dazu bei, jeder ein kleines Stückchen. Und dafür brauchen Sie eben Systeme, die dieses gemeinsame Denken und diese Kollaboration ermöglichen und abbilden." [...]
Wer das Lernen im Arbeitsprozess fördern will, muss E-Mails zurückdrängen. Je mehr mit E-Mails abgewickelt wird, desto weniger kann Wissen zirkulieren und weiter wachsen. [...]
E-Mails sind für die wenigen Inhalte da, die gerade nicht ins Netz gehören, weil sie vertraulich oder schwierig sind. Das heißt umgekehrt: Alle anderen Inhalte und Impulse müssten in sozialen Netzwerken und auf durchsuchbaren, verlinkten Webseiten ausgetauscht werden. An den vernetzten Arbeitsplätzen der Zukunft gilt die Maxime "So offen wie möglich, so geschlossen wie nötig". Nur dann kann auch eine neue Lernkultur entstehen."
Working Out Loud: "Der Blogger Bryce Williams brachte das [Working Out Loud] auf eine Formel: "observable work + narrating your work = working out loud". "Laut arbeiten" bedeutet also, die eigene Arbeit nach außen wahrnehmbar zu machen (passiv) und sie zusätzlich auch selbst in Worte zu fassen (aktiv). [...]
Auch die Grenzen zwischen Arbeiten und Lernen werden auf diese Weise fließend. Harold Jarche, einer der Vordenker des neuen digital-vernetzten Corporate Learning, spricht deshalb ausdrücklich von Learning Out Loud. Das Besondere sieht er darin, dass so ein zweiter von der eigentlichen Alltagsarbeit getrennter Raum entsteht: [...] Vertrauensvolle Räume, wie etwa die Communities of Practice, geben uns einen Platz, um ohne Risiko auch halbgare Ideen auszuprobieren. [...]
Um diesen Mentalitätswandel zu erleichtern, kreierte der Berater John Stepper eine Methode, die er ebenfalls "Working Out Loud" (WOL) nennt und in einem gleichnamigen Buch beschrieben hat: Working Out Loud: for a better career and life (2015). Hier findet das offene Arbeiten getrennt vom eigentlichen Arbeitsprozess in kleinen, geschützten Selbsthilfegruppen statt. Jedes der drei bis fünf Gruppenmitglieder setzt sich ein persönliches Ziel, das mit digitaler Kollaboration zusammenhängt, und dann trifft man sich 12 Wochen lang jede Woche, um zu reflektieren, wie weit man jeweils damit gekommen ist. [...]
Wenn man auf der individuellen Ebene der euphorischen Selbstverbesserung stehen bleibt, ergibt sich das typische Diät-Problem. Die Gefahr ist, sich etwas vorzunehmen, an dem man nur scheitern kann, und dann versinkt man erst recht in Frustration und neurotischen Ausweichmanövern. Es geht aber zuerst darum, ein stützendes Gerüst von Strukturen zu schaffen und dann mit Geduld und Frustrationstoleranz langsam die eigenen Routinen zu verändern. [...]
BuurtzogWikipedia-logo.png ist dagegen eine verteilte Organisation, die Pflegeteams sind im ganzen Land verstreut. [...] Wenn jemand ein schwieriges Problem hat, etwa Wie gehe ich mit Patienten umgeht, die lebensrettende Medikamente nicht einnehmen?, Dann können sie einzelne KollegInnen oder das Team um Hilfe bitten. Wenn systematischer Weiterbildungsbedarf entsteht, etwa zu neuen Medizintechnologien oder neuen Krankheitstherapien, kann man ein Training machen, wenn es dem eigenen Team (jeweils zwischen 4 und 12 Leute) gerechtfertigt erscheint. Die Budgetverantwortung liegt bei dem Team selbst. Drei Prozent der Einkünfte sind für die Weiterbildung reserviert, und bei Bedarf kann man mehr anfordern. Herkömmliches Weiterbildungsmanagement gibt es nicht. Die Zentrale versteht sich nicht als Planungszentrale, sondern als unterstützende Plattform, die Netzwerkeffekte zum Nutzen aller ausnützt. [...]
Es gibt keinen Unterschied zwischen Arbeit und Lernen, keine Kluft zwischen Online-Vernetzung und Offline-Weiterbildung. Leitbild ist die selbstständige Fachkraft, die auch beim Lernen alle wichtigen Entscheidungen selbst trifft. Im Zentrum stehen resources, not courses.
Die Industriearbeiter von FAVI und die KrankenpflegerInnen von Buurtzog sind bessere Modelle für die lebenslang lernenden MitarbeiterInnen der Zukunft als etwa die Google – MitarbeiterInnen oder die forschenden Ingenieure der schweizerischen Hightech-Firma Zühlke. Dort ist es ganz selbstverständlich, dass 20 % der Arbeitszeit dem Lernen in Communities auf Practice gewidmet sind, und die frühe Einführung eines ESN war nur die logische Konsequenz aus der immer schon vernetzten, agilen und projekthaften Arbeitsweise.
Doch Lalouxs Fallbeispiele zeigen, das es gar keinen Grund gibt, anspruchsvolle Selbstlern-Konzepte und Formen der Selbstorganisation auf Führungskräfte oder innovative WissensarbeiterInnen in der F&E-Abteilung zu beschränken. [...]
Natürlich sieht die Vision der lernenden Organisation aus der Perspektive von LeiharbeitnehmerInnen ganz anders aus, die für ein paar Jahre für weniger Geld neben den abgesicherten Regelarbeitsplätzen arbeiten und bei jeder Krise damit rechnen müssen, auf der Straße zu stehen."
Zum Kontext:
Martin Lindner: Die Bildung und das Netz

Samstag, 16. März 2019

"Non vitae sed scholae discimus" (Seneca)

Man hat es nicht leicht, wenn in Zeitungsartikeln lateinische Sprüche vorkommen.

"Non vitae sed scholae discimus – nicht für die Schule, für das Leben lernen wir. Das Zitat des Philosophen Lucius Annaeus Seneca, gut 2000 Jahre alt, [...]" so formuliert ein Journalist, der einen Artikel über Bildungsfragen wiedergeben will.

In dem Artikel steht in Wirklichkeit:
"Non vitae sed scholae discimus – nicht für das Leben, für die Schule lernen wir. Das Zitat des Philosophen Lucius Annaeus Seneca, gut 2000 Jahre alt, gilt als Klage darüber, dass die Erziehung in der Schule kaum dazu geeignet sei, die jungen Menschen auf das Leben vorzubereiten. [...]" (News4Teachers. Das Bildungsmagazin, 14.3.19) 

Wenn man kein Latein kann, musste man früher genau lesen.
Im Zweifelsfall hilft heute aber auch die Wikipedia:
"Non vitae sed scholae discimus („Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir“) ist ein Zitat aus einem Brief von Lucius Annaeus Seneca an seinen „Schüler“ Lucilius. [...] Die bekanntere umgekehrte Version Non scholae, sed vitae discimus („Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir“) wird verwendet, um auszudrücken, dass das, was man in der Schule lernt, wichtig fürs Leben sei."
[Hervorhebungen von Fontanefan]

In dem Wikipediaartikel wird übrigens der Brief so weitgehend ins Deutsche übersetzt, dass man Senecas Argumentation, die er mit dem berühmten Zitat beendet, nachvollziehen kann. 

Die Schüler, die jetzt für die Umwelt demonstrieren und dafür einige Schulstunden drangeben, haben Seneca besser verstanden als ganze Generationen von Lehrern. Dafür braucht man heute kein Latein mehr zu können, schon ein Blick in die Wikipedia kann helfen.
Vor allem freilich war es Greta Thunberg, die bei der Umweltkonferenz in Polen und beim Weltwirtschaftsforum in Davos sprach und über die auch weltweit berichtet wurde. Freilich nicht in allen Ländern und allen Nachrichtenkanälen

Stefan Rahmstorf zum Klimaquiz, das die AfD bei den Schülerdemonstrationen in Berlin verteilte.

Mittwoch, 12. Oktober 2016

Calliope : Dieser Computer kann unser Schulsystem revolutionieren

Digitalkunde ab der Grundschule: Jeder Drittklässler soll mit dem Calliope mini lernen, wie Computer funktionieren. Das Saarland macht den Anfang, andere dürften folgen.

Das Thema bedarf einer differenzierteren Behandlung. Hier zunächst nur drei Thesen:

1. Lobbyismus hat an Schulen nichts zu suchen.
2. Schule braucht Ideen und Engagement, nicht Apparate.
3. Spezialisten machen sich Illusionen darüber, was Lehrer lehren und Schüler lernen können.

Zur Erläuterung der These 3 dient mir das Beispiel Mengenlehre:
Wer viel Verständnis hat und viel pädagogische Einfühlung, kann sie jedem Kind nahe bringen. Aber nicht jeder Lehrer, der sie halbwegs verstanden hat, kann sie auch zureichend gut vermitteln. Das hat damals das Großexperiment gezeigt, und die Wahrscheinlichkeit, dass auch mit einem sehr geeigneten Instrument die Mehrzahl der Schüler nicht genügend gut lernt, worauf es für das Verständnis digitaler Instrumente ankommt, ist groß. Ob es dann an den Lehrern oder den Schülern liegt, ist egal.

Mehr zum Thema:

Webseite des Calliopeprojekts

Jöran ruft an

SPD will das Lernen des Programmierens verpflichtend machen.

Freitag, 26. August 2016

Tipps fürs Englischlernen

AstridDerPu hat auf gutefrage.net eine umfassende Antwort gegeben, auf die ich hinweisen möchte:
"Auch wenn ein Aufenthalt im englischsprachigen Ausland (Ferienfreizeit, Gastfamilie, Schüleraustausch, Au Pair, work und travel usw.) am besten wäre, um fließend Englisch zu lernen (möglichst allein, sonst schickt man gerne seine Begleitung vor), stellen Auslandsreisen doch meist ein zeitliches+ finanzielles Problem dar.
Tipps für daheim:
Um Vokabeln effizient zu lernen, d. h. so, dass man sie auch abrufen + anwenden kann, sollte man sie nicht nur stur auswendig lernen, sondern
• Wortfamilien damit bilden: (Themen; Gegenteil; Nomen m. passendem Verb + Adjektiv; etc.),
• Beispielsätze bilden
• Redewendungen aufschreiben
• Phrasal Verbs lernen: (ein Verb hat unterschiedl. Bedeutungen, je nachdem, welche Präposition danach folgt: look (schauen), aber look for/ after/ forward to (+ Gerund) = suchen/s.um jdn.kümmern/s.freuen auf)
• Vokabeln mit ihren (grammatikal.) Besonderheiten aufschreiben + lernen,
z.B. folgt Gerund o. to-Infinitiv, welche Präposition, unregelm. Plural, Verb, Adjektiv, Adverb, usw.
• Du kannst auch Haftnotizen m. dem jeweiligen englischen Wort auf alle Gegenstände, Haushaltsgeräte, etc.
o. anderen Vokabeln in die ganze Wohnung kleben + Vokabeln sozusagen im Vorbeigehen lernen.
Dabei ist es egal, ob du mit dem guten, alten Vokabelheft, einem Karteikasten o. einem elektronischen Vokabeltrainer arbeitest.
Die meisten Schulen in Bayern empfehlen phase6, als Vokabeltrainer. Den muss man aber kaufen.
• Kostenlose Vokabeltrainer findest du bei navendo.de, vokker.net, vocabulix.com, vokabel.org, teachmaster.de
Egal für welches System du dich entscheidest, wichtig ist, dass du regelmäßigübst. Jeden Tag 10 - 15 Minuten bringt mehr als wochenlang nichts + dann Endlossitzungen von 1 Std. + mehr.
• Vokabeln sollten auch mit allen Sinnen (sehen, hören, riechen, schmecken, fühlen/anfassen) gelernt
  • am besten auch noch gesprochen, gesungen, gerappt, rhythmisch, in Versen + geturnt werden (typische Handbewegung).
Denk nur mal an das Lied 'Head and shoulders, knees and toes', was die Kinder - du vielleicht auch - heute schon im Kindergarten o in der GS lernen.
• Vokabeln kann man auch spielen(d lernen) Stadt, Land, Fluß auf Engl., wer weiß die meisten engl. Namen d. Tiere?, Teekesselchen, Taboo, Memory, Bingo, Scrabble uvm.
indem man
• englisches Fernsehen schaut
• englisches Radio hört (BBC im Internet, mit Podcast Download)
• englische Podcasts hört
  • Englisch ganz leicht - Der neue Hörkurs, Hueber
  • BBC Podcast 6 Minute English (bei Goggle eingeben und dem Link folgen)
  • Podcastarchiv: Business Spotlight Podcast -http://www.podcast.de/podcast/2756/archiv/?seite=11
  • Randall's ESL Cyber Listening Lab (bei Goggle eingeben und dem Link folgen)
• Vokabeln als MP3 aufnimmt + immer wieder abspielt + anhört, dabei mitspricht o. in eine Sprechlücke spricht
• englische Bücher liest:
• Lernkrimis: f. verschied. Lernjahre, m. Grammatikübungen
• penguinreaders.de (Level Easystarts - Advanced) engl. Bücher für verschied. Lernstufen
• Reading A-Z.com: The online leveled reading program, m. Büchern f. verschied. Lernstufen (kostenloser Download)
• Krimis/Thriller: Helen MacInnes, Collin Forbes, Ken Follet, Sidney Sheldon, Joy Fielding, Elizabeth George, Robert Ludlum
• Liebesromane z.B. Rosamunde Pilcher
Diese sind meist auch auf Deutsch erhältlich, so dass du dort auch mal nachschauen kannst, wenn du gar nicht mehr weiter weißt.
Tipp z. Lesen engl. Bücher:
Nicht jedes neue o. unbekannte Wort nachschlagen + rausschreiben. Das wird schnell zu viel + man blättert mehr im Wörterbuch, als dass man liest. So verliert man schnell den Spaß am Lesen. Nur Wörter nachschlagen, aufschreiben + lernen, die du für wirklich notwendig erachtest + wenn sich dir ansonsten der Sinn einer Passage nicht erschließt. Viele Wörter erklären sich ja auch bereits durch den Kontext.
• englische Zeitungen, Zeitschriften + Comics liest, z.B.
• Spot on Das Magazin f Jugendliche, Hueber Verlag
• (Business) Spotlight (mit Worterklärung + verschied. Schwierigkeitsgraden; manchmal auch i.d. Bücherei erhältlich)
• World and Press v. Schuenemann Verlag (Original-Artikel aus englischsprachigen Tageszeitungen m. Vokabular)
• DVDs auch mal auf Englisch schaut (v.a. wenn man den Lieblingsfilm auf Deutsch eh schon in + auswendig kennt.)
• sich einen von Muttersprachlern geleiteten Konversationskurs (z.B. VHS) o. einen Englisch-Stammtisch, bei dem Muttersprachler mitmachen, in Wohnortnähe sucht.
• sich Skype einrichten + englische Muttersprachler als Gesprächspartner suchen.
Da eine Sprache aber nicht nur eine Aneinanderreihung v. Vokabeln ist, sondern diese auch noch möglichst sinnvoll zu Sätzen verbunden werden sollen, ist es genauso wichtig, regelmäßig 10 - 15 Minuten Grammatik zu üben: ego4u.de +englisch-hilfen.de.

Montag, 30. Mai 2016

Donnerstag, 12. Mai 2016

Lernen im Alter

Als 86-Jähriger an der Uni: "Auf dem Grabstein soll stehen: Er hat bis zuletzt gelernt"
"Auch die meisten Dozenten kennen ihn längst - und wissen, dass er anders ist als die typischen Seniorenstudenten, die sonst in ihren Seminaren sitzen."

Solang er Zeit und Energie von Professoren und Mitstudenten nicht strapaziert, sehr recht.
Sonst sind MOOCs und Barcamps auch nicht schlecht.
Lernen durch Lehren darf man auch mit 86, nur muss man sich vor dem Belehrenwollen hüten.
Was für ihn gilt?
Ich hoffe, als Wikipedialeser hilft er auch mit, die Wikipedia zu verbessern, wenn er da etwas Verbesserungswürdiges entdeckt. Nur edit-wars sollte er sich sparen.

Wenn man irgend etwas lernen will, was wäre am sinnvollsten zu lernen?

Die Frage nach Bildung einmal grundsätzlich anders gestellt und die Antworten darauf.

Samstag, 23. April 2016

Persönliches Lernnetzwerk (PLN)

"Je nach eigenem Entwicklungsstand oder aktueller persönlicher Herausforderung muss ich meinen sozialen Filter durch die Auswahl der Experten in meinem Netzwerk erweitern oder ändern." (K. Pape: Wir müssen Experten im Netzwerk-Lernen sein!) 23.4.16

Dienstag, 1. März 2016

Studenten und Professoren

Klage eines Hochschullehrers. Studienanfänger – leseschwach und verantwortungsscheu
von BERND BEUSCHER, faz.net 24.2.2016
"Ein Professor lässt Frust ab: Warum sind Studenten so mutlos und verzweifelt, wenn es Widerstände gibt? Und wo sind Neugier und Abenteuerlust geblieben?"

"[...] Das Leben und seine Wissenschaften konfrontieren aber immer wieder mit Neuem, Ungewohntem, Ungemütlichem, Unübersichtlichem, Komplexem, Fremdem. Das löst Angst, Ohnmachtsgefühle und Enttäuschungen aus. Neugier und Abenteuerlust werden im Freizeitpark konsumiert. [...] Ich verstehe die Aufgabe von Professoren nicht als Erfüllungsgehilfen studentischer Verstehenswut, sondern als Köche, die ein reichhaltiges Buffet anbieten, woraus Studenten ihren Bildungshunger stillen können. Nicht „All you can eat“, sondern „What do you want to eat?“: „Bedienen Sie sich. Picken Sie sich etwas heraus. Kosten Sie. Und in der schriftlichen oder mündlichen Prüfung berichten Sie dann systematisch, wie es geschmeckt hat und wie es bekommen ist.“ [...]  Es geht meines Erachtens an der Hochschule darum, richtig in Schwierigkeiten hineinzukommen anstatt ideologisch zu simplifizieren, bildungsbürgerlich abzuhaken und Patentrezepte zu erhaschen. Ein guter Professor verweigert sich Erklärungsschnelldiensten und Pädagotchi-Reflexen. Er kaut nicht vor und jubelt nicht unter, sondern ist eine (dosierte) Zumutung. Im Idealfall ergibt sich im Seminar ein Flow. Die Inszenierung einer knackigen Phase Frontalunterrichts ist dazu übrigens kein Widerspruch - im Gegenteil. Nirgendwo wird mehr manipuliert als durch die Trutschigkeit buntkarierter Reformpädagogikfolklore."

Dienstag, 19. Januar 2016

e-Learning

Überzeugende Vorstellungen darüber, wie man Mitarbeiter zum e-Learning bringt, entwickelt der 2get-ther.com Blog.

Ich stelle sie in verkürzter Form vor:

Vorteile:
Jeder kann dann lernen, wenn es ihm zeitlich passt.
Das Lernen problemlos kann unterbrochen werden, ohne dass man Angst haben müsste, dass man zeitlich zurückfällt oder sogar etwas verpassen würde.
    e-Learning kann in kleineren Lerneinheiten bearbeitet werden. Somit kommt auch nicht ein Gefühl der Überforderung auf und es bleibt immer genügend Zeit, über das Gelernte zu reflektieren.
    Schon bearbeitete Lerneinheiten können nochmals konsultiert werden, um Wissenslücken zu schliessen oder eine später auftauchende Frage zu beantworten.

Anfangsschwierigkeiten:

Hier hilft es, dass die Lernenden vor allem am Anfang nicht alleine gelassen werden. Also zum Beispiel, dass man sich gemeinsam zum Bearbeiten der ersten e-Learning-Einheit trifft – entweder in einem physischen Raum oder als Online-Konferenz. So kann gemeinsam die einzelnen Schritte im e-Learning vollzogen werden, für Fragen ist gleich Raum vorhanden. Dies sollte erfolgsversprechender sein, als gleich am Anfang alle alleine ins kalte Wasser zu werfen.