Seiten
- Startseite
- Links
- Geschichte
- Über diesen Blog
- frühere Schnipsel
- Regenwaldreport
- Lernspiele
- Festgehalten
- Günter Gaus im Gespräch
- Gysi trifft Zeitgenossen
- Gysi gegen Guttenberg (Podcast)
- Sprüche
- Gesundheit
- Musik für den Abend
- Tools
- Lieder
- Rätsel, Quiz, Sudoku, Schach
- Sehenswürdigkeiten
- Impressum
- Dichter und andere Zeitgenossen im Gespräch
- Namen
Montag, 8. Dezember 2025
Missionare in Afrika
Samstag, 4. Oktober 2025
Sklaverei in Afrika
"Die omanischen Araber betrieben über den Indischen Ozean, einen regen Handel mit versklavten Afrikanern. Dieser Handel unterschied sich in mehrfacher Hinsicht von der Besitzsklaverei der atlantischen Welt. Zunächst konnten fast versklavte Afrikaner auf vielfältige Weise eingesetzt werden: sie wurden als einfache Diener beschäftigt, da der Besitz von Hauspersonal, in der arabischen Kultur als Zeichen von Prestige galt; sie leisteten als Dichter, Handwerker, Schriftsteller, Musiker und Handelsgehilfen, einen wichtigen Beitrag im kulturellen Bereich; sie dienten als Matrosen oder Soldaten in der omanischen Armee; oder sie wurden als Perlentaucher im Golf eingesetzt (viele Taucher litten an geplatzten Trommelfell, sowie schweren Haut- und Atemwegserkrankungen). Obwohl manche Sklaven derartige Tätigkeiten ausübten, wurde die überwiegende Mehrheit allerdings in riesigen landwirtschaftlichen Projekten mit dem Dattelpalmenanbau und der Trockenlegung von Salzwiesen eingesetzt, wobei Letzteres eine besonders zermürbende und harte Arbeit war.
Mittwoch, 17. September 2025
Zeinab Badawi: Eine afrikanische Geschichte Afrikas
Vorinformation
Afrika ist die Geburtsstätte der Menschheit – und doch wissen viele inner- und außerhalb Afrikas nur wenig über die frühe und auch die jüngere Geschichte des Kontinents. Weil die Geschichtsschreibung von der europäischen Perspektive dominiert und daher unvollständig, interessengeleitet sowie verzerrt sei, stellt die Historikerin und Journalistin Zeinab Badawi eine Gegenerzählung aus afrikanischer Perspektive vor. Nach einem Einblick in paläontologische Funde urzeitlicher Menschen gibt sie einen Überblick über die alten Zivilisationen und ihre Herrschenden – etwa die Pharaonen Ägyptens und des Kusch-Reiches, Mansa Musa und die Königreiche Westafrikas oder Mutota und die Könige Groß-Simbabwes.
Badawi spannt einen weiten Bogen bis hin zur Kolonialgeschichte und die massive Verschleppung versklavter Afrikanerinnen und Afrikaner im Zuge des arabischen und des transatlantischen Menschenhandels sowie die Plünderung und Zerstörung von Kulturgütern. Sie thematisiert dabei auch den Widerstand gegen diese lange Fremdherrschaft durch europäische Kolonialmächte und schließt mit der Unabhängigkeit der jungen afrikanischen Staaten. Badawi stützt sich unter anderem auf die Ergebnisse afrikanischer Forscher des UNESCO-Projekts „General History of Africa“, bereiste selbst mehrere Länder und historische Orte in Afrika von Marokko bis Madagaskar und sprach mit zeitgenössischen afrikanischen Expertinnen und Experten. Mit ihren Befunden möchte die in Großbritannien lebende gebürtige Sudanesin ein stärkeres Geschichtsbewusstsein in und über Afrika fördern und zu einer Veränderung der bislang oft von Negativschlagzeilen geprägten Auseinandersetzung mit afrikanischen Gesellschaften einladen.
Inhalt
1 Unsere Familie und andere Hominini 15
2 Geschenk des Nils 40
3 Das Reich von Kusch 73
4 Ezana von Aksum und der Aufstieg eines christlichen Königreichs 106
5 Kreuz und Halbmond 123
6 Ifrīqiya und die Amazigh 141
7 Der Islam und die Dynastien Nordafrikas 161
8 Mansa Musa und die Königreiche Westafrikas 189
9 Tippu-Tib und die ersten Sklavenhalter 219
10 In Bronze gegossen 246
11 Königreiche im Süden 270
12 Der Aufstieg von Asante: Osei Tutu und Abena Pokou 291
13 Unbeugsame Asante: Prempeh und Yaa Asantewaa 310
14 Sklaverei und Erlösung 326
15 Land, Gold und Gier 361 1
16 Das Königreich Kongo und der Wettlauf um Afrika 390
17 Widerstand und Befreiung
Bestellung bei der Bundeszentrale für politische Bildung
sieh auch: Brennpunkt Westafrika Bestellung bei der Bundeszentrale für politische Bildung
Donnerstag, 7. September 2023
Die erste afrikanische Klimagipfelkonferenz deutet auf eine neue Rolle Afrikas hin
In Zeiten des Kalten Krieges war Afrika immer wieder Schauplatz von "Stellvertreterkriegen", bei denen die beiden Supermächte USA und Sowjetunion innerafrikanische Konflikte nutzten, um ihre Einflusssphären in Afrika auszudehnen beziehungsweise zu verteidigen. Die Folge war, dass Afrika nicht zur Ruhe kam und seine Chancen zur Entwicklung nicht nutzen konnte. So lautet eine beliebte Deutung der afrikanischen Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20. und zu Anfang des 21. Jahrhunderts.
Der Zusammenbruch der Sowjetunion, der Aufstieg Chinas, die Corona-Pandemie und die allgemeine Erkenntnis, dass der menschengemachte Klimawandel verheerende Folgen für die gesamte Menschheit haben wird, wenn ihm nicht Einhalt geboten wird, eröffnen eine neue Sicht auf die Situation Afrikas.
Es gibt nicht mehr zwei Blöcke und die "Dritte Welt", deren Staaten nur die Wahl haben, sich einer Seite anzuschließen oder auf sich selbst zurückgeworfen die Folgen des Kolonialismus Stein für Stein beiseite zu räumen.
Der "Globale Süden" hat über die Kooperation der BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) eine Möglichkeit gefunden, manche gemeinsame Interessen deutlich vernehmbar zu vertreten, auch wenn angesichts der vielen Unterschiede zwischen diesen Staaten noch nicht viele Gemeinsamkeiten bestehen. Aber auch ganz Afrika selbst spielt eine neue Rolle. Kein anderer Kontinent hat so viel Potenzial für Solar- und Windenergie, so viele Rohstoffe, die für die Transformation zu einer nachhaltigen Energiewirtschaft gebraucht werden. Und angesichts der Konkurrenz zwischen den USA und ihrem Juniorpartner Europa einerseits und China andererseits, das Partner für eine zukünftige Führungsrolle sucht, sind plötzlich alle afrikanischen Staaten als Bundesgenossen gefragt.
Wenn beim ersten afrikanischen Klimagipfel Kenias Präsident William Ruto sagte: "Diejenigen, die den ganzen Müll verursacht haben, wollen jetzt die Rechnung nicht bezahlen", kann er darauf verweisen, dass über 90 Prozent von Kenias Strombedarf mit erneuerbaren Energien abgedeckt wird. Hier ist Kenia Vorreiter. Weder USA noch China, weder Europäische Union noch Russland können auf Vergleichbares verweisen. Das gilt auch im Bezug auf Afrika allgemein. Es ist der Kontinent mit 60 Prozent der weltweiten erneuerbaren Energieanlagen, darunter Solar- und Windenergie, Geothermie und Wasserkraft.
"Kein Land soll je wählen müssen zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und Klimaschutz" so lautet ein Satz in der vorgesehenen Abschlusserklärung für die Konferenz in Nairobi.
Samstag, 5. November 2022
FREITAGS KEINE DEMO
FREITAGS KEINE DEMO Von Vanessa Nakate Die ZEIT, 45/2022, 3.11.22
"Warum der Klimakampf in Afrika anders aussieht als in Europa, schreibt die ugandische Aktivistin Vanessa Nakate [...]
Statt das zu ändern, fließt weiterhin viel Kapital nach Afrika, um fossile Brennstoffprojekte von Konzernen aus dem globalen Norden zu finanzieren. Die Brennstoffe und die Gewinne daraus werden unvermeidlich zurück In den reichen Teil der Welt geleitet – und lassen die lokalen Gemeinschaften mit wenig mehr zurück als der Umweltverschmutzung und der Verdrängung vieler Anwohner, wie sie diese Projekte nun mal hervorrufen [...]"
Montag, 9. August 2021
Impfverweigerer in Deutschland - Impfungen in Afrika gehen zurück
Die Zahl der Coronatoten ist laut WHO in Afrika in nur einer Woche von 4384 auf 6273 pro Woche gestiegen. Ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Impfquote gegen Corona nur hier unter 2% beträgt.
Besorgniserregend ist, dass außerdem die Impfquote bei noch weit ansteckenderen Krankheiten stark zurückgeht. So teilt das Kinderhilfswerk Unicef mit, dass im Jahr 2020 rund 23 Millionen Kinder manche wichtigen Impfungen und vermutlich 17 Millionen überhaupt keine Impfungen erhalten hätten.
Was das angesichts der weithin unzureichenden Gesundheitsversorgung bei steigender Krankenhausauslastung durch an COVID-19 Erkrankte bedeutet, will man sich nicht vorstellen. Aber es müssen unbedingt Präventivmaßnahmen ergriffen werden.
mehr dazu: Corona in Afrika: Kein Schutz für die Ärmsten, FR 20.7.21
Dienstag, 27. Juli 2021
Lockdown in armen Ländern: »Je gerettetem Erwachsenen würden 1,7 Kinder sterben« Spiegel online 27.7.21
"[...] Sehr vereinfacht ist es so: Ein Lockdown führt recht sicher in eine ökonomische Rezession. Wir sehen anhand von Daten aus dem vergangenen Jahr bereits, dass Lockdown-Staaten Verluste von bis zu 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verzeichnen. Das bedeutet, die Einkommen der Haushalte verringern sich. In den ärmsten Ländern haben die Menschen keine Ersparnisse, um das auszugleichen. Die Regierung hat ebenfalls nicht die Mittel. [...]
Die reichsten Länder haben eine deutlich ältere Bevölkerung mit vielen Menschen im Alter von über 65 Jahren, die sehr vulnerabel gegenüber dem Virus sind. In den ärmsten Ländern ist nur ein geringer Anteil der Bevölkerung so alt. Stattdessen gibt es sehr viele junge Menschen unter 15 Jahren und Kinder unter fünf Jahren. Sie sind wenig gefährdet durch das Virus, aber sehr vulnerabel gegenüber den Risiken einer Wirtschaftskrise. [...]"
Dienstag, 20. Juli 2021
Corona: Kein Schutz für die Ärmsten
Kein Schutz für die Ärmsten von Pamela Dörhöfer FR 19.7.21
Corona-Infektionen in Afrika steigen immer stärker an. Alle Vorhersagen, der Kontinent würde verschont, waren Wunschdenken. Und nun stocken auch die Routine-Impfungen.
Namibia/Südafrika/Tunesien/Uganda/Sambia - Während in europäischen Ländern über sinkende Impfbereitschaft, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen und das Impfen von Kindern diskutiert wird, sieht die gesundheitliche Situation in anderen Regionen der Erde ungleich dramatischer aus. So berichtet die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass die Zahl der Coronatoten in Afrika binnen einer Woche von 4384 auf 6273 pro Woche (Stand 11. Juli) und somit um mehr als 40 Prozent gestiegen ist. [...]
Im Vergleich zu 2019 sollen 3,5 Millionen mehr Kinder die erste Dosis der Diphtherie-, der Tetanus- und der Keuchhusten-Impfung und drei Millionen mehr die erste Masern-Impfung nicht erhalten haben. Auch die Zahl der Mädchen, die zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs eine Impfung gegen das humane Papillomavirus bekommen haben, sei zurückgegangen.
Das seien „alarmierende Zahlen“, die zeigten, dass die Pandemie jahrelange Fortschritte bei Routine-Impfungen zunichte mache, sagt Seth Berkley von der internationalen Impfallianz Gavi.
Millionen Kinder würden so gefährlichen, vermeidbaren Krankheiten ausgesetzt. Unter der Entwicklung zu leiden hätten – wieder einmal – die „Schwächsten“, sagt Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Sie weist darauf hin, das es schon vor der Pandemie Anzeichen dafür gegeben habe, dass „im Kampf um die Immunisierung“ von Kindern gegen vermeidbare Krankheiten „Boden verloren“ ginge. Als Beispiel führt Henriette Fore einen Masernausbruch vor zwei Jahren an. „Die Pandemie hat die schlimme Situation noch verschlimmert.“
Bereits seit mehreren Jahren geraten die weltweit Kinder-Impfraten gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Masern und Polio ins Stocken – Krankheiten, an denen einst viele Menschen gestorben sind oder lebenslange Folgen davongetragen haben, vor denen eine Impfung aber sicheren Schutz bieten kann.
Freitag, 12. Februar 2021
Heinrich Barth, Afrikaforscher
Heinrich Barth Wikipedia
"Johann Heinrich Barth (* 16. Februar 1821[1] in Hamburg; † 25. November 1865 in Berlin) war ein deutscher Afrikaforscher und Wissenschaftler (Historiker, Geograph, Philologe).
Heinrich Barth gehört nicht zu den bekanntesten Afrikaforschern wie etwa Henry Morton Stanley und David Livingstone, was primär damit zusammenhängt, dass sein Reisewerk kein Bestseller wurde. Barth wandte sich weniger an das breite Publikum als vielmehr an die Wissenschaftler, vornehmlich die Geographen und Historiker, und lieferte eine detailreiche Reisebeschreibung und lange Exkurse zur Kultur und Geschichte der nord- und westafrikanischen Völker, jedoch keine spannenden Abenteuer, obwohl der Fortgang der Expedition mehrfach durch lebensbedrohliche Situationen gefährdet war. Angesichts des geringen zeitgenössischen Interesses an Afrika in Deutschland wurde Barths umfangreiches Werk nur teilweise zur Kenntnis genommen, und sein weit vorausschauendes Konzept einer interdisziplinären Afrikawissenschaft wurde erst nach 1950 aufgegriffen. In der Gegenwart gilt er nicht nur als Pionier der Afrikaforschung, sondern auch als einer der wenigen Forschungsreisenden des 19. Jahrhunderts, die den Afrikanern ausgesprochen unvoreingenommen begegneten und bereit waren, beispielsweise mit den Vertretern des afrikanischen Islam in einen interkulturellen Dialog einzutreten.[...]
Auch seine Verdienste um die afrikanische Sprachwissenschaft wurden in entsprechenden Gutachten bestritten, was weniger in der Qualität seiner Forschungen begründet lag als in der Tatsache, dass er die Sprachen der Afrikaner überhaupt der Erforschung für würdig und damit den indoeuropäischen Sprachen ebenbürtig hielt. Die Ablehnung durch die etablierten Sprachwissenschaftler hatten auch andere Forscher zu spüren bekommen, wie etwa Wilhelm Bleek, der nach seiner Promotion über die Bantu-Sprachen gezwungen war, eine Stellung in Südafrika anzunehmen, da im akademischen Bereich in Deutschland für einen Außenseiter wie ihn kein Platz war. Eine Hinwendung zur Erforschung afrikanischer Sprachen fand erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts statt, jedoch nicht um der wissenschaftlichen Untersuchung willen, sondern zum Zweck ihrer Nutzbarmachung im Rahmen einer effizienten Kolonialpolitik. In der Praxis bedeutete dies, dass angehende Kolonialbeamte und Offiziere die afrikanische Sprache erlernten, um mit der Bevölkerung in den Kolonien kommunizieren zu können, aber linguistische Forschungen, z. B. zur Sprachgeschichte, waren nicht vorgesehen, sondern konnten von den Dozenten allenfalls außerhalb des eigentlichen Lehrbetriebs als Liebhaberei betrieben werden.
Barths Central-Africanische Vocabularien, die weitaus mehr als reine Wortlisten darstellen, gelten als Beginn der vergleichenden Afrikanistik, wenngleich etliche Schlüsse, die der Forscher gezogen hatte, heute – angesichts einer großen Fülle von linguistischen Spezialuntersuchungen – nicht mehr als gültig anerkannt werden. Sein methodisches Vorgehen jedoch wird von führenden Afrikanisten heute noch als vorbildlich bezeichnet.[...]
In einem Vortrag aus dem Jahre 1860 betonte er, dass der Mittelmeerraum stets ein Angelpunkt der Kulturgeschichte gewesen sei, wo unterschiedliche Kulturen aufeinandergeprallt seien, sich miteinander vermischt und in die unterschiedlichen Richtungen ausgestrahlt hätten, wobei die rassische Zugehörigkeit der einzelnen Völker für ihn keine Rolle spielte. Barth sah im Mittelmeer keine Barriere zwischen den Kulturen bzw. Religionen, sondern eine Region des intensiven Austausches, wenngleich er nicht bestritt, dass der Kontakt nicht immer friedlich gewesen war. Schwarzafrika hatte daher für ihn nie isoliert neben der allgemeinen Weltgeschichte gestanden, sondern war immer ein integraler Bestandteil gewesen. In Barths Konzept von Kulturkontakt stand der Austausch durch Handel an vorderster Stelle. Die Reisen, die Barth in seinen letzten Lebensjahren in der Türkei und auf dem Balkan unternahm (u. a. war er der Erstbesteiger des Olymp), dienten der Untermauerung dieser Theorie, die angesichts seines frühen Todes nur bruchstückhaft überliefert ist. Doch belegen diese Fragmente, dass Barth mit seiner neuen Sicht des Mittelmeerraumes als einer kulturellen und historischen Einheit bereits auf die Geschichtswissenschaft des 20. Jahrhunderts verwies. Er nahm in Grundzügen die Konzeption vorweg, die der berühmte französische Historiker Fernand Braudel (1902–1985) fast 100 Jahre später in seinem berühmten Werk über den Mittelmeerraum im Zeitalter Philipps II. niederlegte.[...]"
Jenseits des dunklen Afrika ZEIT 10.2.21
Sonntag, 23. August 2020
Experte warnt vor „Massenflucht“ aus Afrika
Wie die Organisation Medico International beschreibt, sind es auch in der Corona-Krise vor allem die Bürger in afrikanischen Ländern, die sich für ihre Länder engagieren und dabei wichtige Erfolge im Kampf gegen die Pandemie* erringen. So sind etwa in Südafrika Gesundheitsarbeiter*innen, die sich unter Einsatz ihres Lebens für die Gesundheit aller einsetzen, während es die Politik versäume, dauerhafte Antworten auf die Krise zu finden - eine Krise, die schon vor Corona Normalzustand war. Lokale Initiativen, Bildung und Frauen zu unterstützen, muss ein Ansatz sein, so Asserate - doch das geht dem Experten nicht weit genug. [...]
Vor allem müsse Europa darauf setzen, dass Afrika endlich gut regiert werde, so Asserate: „Viel zu oft erreichen die Entwicklungsgelder nicht diejenigen, für die sie bestimmt sind. In den Händen der herrschenden Kleptokraten wird das Geld zum Instrument des Machterhalts und liefert das Schmiermittel für die grassierende Korruption.“ Viele der Regierenden würden zudem den aktuellen Ausnahmezustand nutzen, um ihren Machterhalt zu sichern.
Europa müsse eine Zusammenarbeit mit Regierungen beenden, die sich nicht um das Wohl ihrer Landsleute scherten, Menschenrechte mit Füßen träten und vor allem auf das eigene Wohl bedacht seien - ohne Politik vorzuschreiben. Letztendlich seien es die Afrikaner selbst, die die Veränderung herbeiführen müssten. Doch die bräuchten Unterstützung im Kampf für die eigenen Rechte."
https://www.fr.de/politik/afrika-massenflucht-corona-krise-europa-politik-korruption-diktatur-fluechtlinge-fluechtlingswelle-migration-zr-90028638.html
Sieh auch:
https://fontanefansschnipsel.blogspot.com/2020/08/zur-entwicklung-des-fluchtlingsproblems.html
Dienstag, 17. März 2020
Corona-Epidemie: Flatten The Curve
https://de.wikipedia.org/wiki/R%C3%A4umliche_Distanzierung
"Afrika schließt nun also seine Grenzen - und die Europäer müssen draußen bleiben. Während in Deutschland bis Montag noch mehrmals wöchentlich Flugzeuge aus Teheran landeten, obwohl sich Iran als eines der größten Zentren der Pandemie herausbildet, haben die Afrikaner schneller die Initiative ergriffen."
https://www.sueddeutsche.de/politik/coronavirus-afrika-grenzen-europaeer-1.4848766
Montag, 25. November 2019
Angeeignete Stimmen
Vor dem Ersten Weltkrieg nahmen Feldforscher in den deutschen Kolonien rund 2500 Wachswalzen mit afrikanischer Musik auf. Von Historikern kaum beachtet, liegen die Tonträger seither im Berliner Phonogramm-Archiv. Gespeichert ist auf ihnen mehr als nur Gesang. [...]
"Die beiden "Schönen", wie Weule sie nennt, ein Geograf, Philologe und Mitarbeiter des Berliner Museums für Völkerkunde, seien an den Trichter des Phonographen herangetreten [...] Zuerst habe die eine "vor dem Apparat einen tadellosen Hofknicks" gemacht und gesprochen: "Kwa heri, sauti yangu, Lebe wohl, meine Stimme!" Sodann habe die andere die Prozedur wiederholt. [...]"
https://www.zeit.de/2019/48/afrikanische-musik-kolonialzeit-wachswalzen-aufnahmen-karl-weule/komplettansicht
Für mich schwingt in dem "Lebe wohl, meine Stimme!" etwas von Benjamins "Kunstwerk im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit" mit und - deutlich weniger -von "Open Source". Denn es wird ja nicht freiwillig und bewusst eine Lizenz zur Weiterverwendung gegeben.
Aber aus der deutschen Fassung der afrikanische Aussage lässt sich zweierlei herauslesen: Der Verlust der Aura und der Abschiedssegen vor der Reise in die ferne Welt, fern durch Raum und Zeit.
Radano bemüht sich, den Indigenen gerecht zu werden, indem er die kolonialisierenden Weißen kritisiert. Aber die historisch erstmalige Situation, dass diese Stimmen über Zeit und Raum hinweg (natürlich unter Verlust eines erheblichen Anteils ihrer Authentizität!) transportiert werden können und dass dies - aufgrund der damaligen technischen Gegebenheiten - nur über die Ausrichtung der Stimme auf den Schalltrichter möglich war, stellt er zwar dar, bringt es aber nicht zur Sprache.
Wie der einmal der Fall, dass uns ein historischer Vorgang aufgrund seines zeitlichen Abstands unsere Gegenwart besser verstehen lehrt.
Ronald Radano hat ja Recht, aber die unberechtigte Aneignung wird zum Geschenk für die Nachwelt. Der "Stimmenraub" ist wie eine Verfremdung der archäologischen "Grabräuber", denen wir so viel unserer Kenntnis der Vorgeschichte und Selbsterkenntnis unser eigenen Zeit verdanken.
Samstag, 26. Januar 2019
Zahlen
Natürlich sind die Zahlen geschätzt, denn es handelt sich ja um illegales Vorgehen, wo die Dunkelziffer naturgemäß hoch ist. (FR 26.1.2019)
Um den Bestand einer Bevölkerung auf natürlichem Wege zu erhalten, müsste durchschnittlich jede Frau im Laufe ihres Lebens 2,05 Kinder bekommen. Gegenwärtig sind es noch durchschnittlich 2,4 Kinder. 91 Länder (besonders hoch entwickelte) liegen bereits unter 2,05.
Europa kann seinen Bevölkerungsverlust durch Migration ausgleichen, Japan nicht.
(Quelle: ZEIT oder FR, vermutlich spuckte eine Suchmaschine eine dpa-Meldung aus)
Aus Afrika fließt jährlich mehr Geld aufgrund Steuerflucht und anderen Gründen ab, als an Entwicklungshilfe gezahlt wird. (Diesmal ganz ohne Zahl, vergessen!)
Wichtiger noch ist, dass durch Subvention von Agrarexport aus Industrieländern große Teile der afrikanischen Landwirtschaft in den Ruin getrieben wird.
Für die Fischer gibt es zwei lukrativere Alternativen als Fischfang (Fischfang der Industrieländer macht lokalen Fischfang weitgehend unrentabel).
Die Alternativen sind Piraterie und Flüchtlingstransport.
Sonntag, 16. September 2018
Frauen glänzen nicht nur durch Schönheit
Die Siegerin bekommt finanzielle Unterstützung für die Realisierung ihres Projekts.
mehr dazu:
Zur Situation in Ruanda:
"[...] The government has set a target of achieving gender parity in the information communications technology sector by 2020, an ambitious goal in a worldwide industry notorious for its lack of diversity. But through educational campaigns, scholarships and mentorship programmes, Rwanda is determined to become a global leader for women in ICT.
Miss Geek Africa (englische Wikipedia)
Montag, 25. Juni 2018
Der afrikanische Fluch
"Einst hieß es: Diesem Kontinent gehört die Zukunft. Wer ist schuld daran, dass es anders kam?" Von Bastian Berbner, Malte Henk und Wolfgang Uchatius, DIE ZEIT Nr. 26/2018, 21. Juni 2018
Alle Einzelaussagen und auch die Hauptschuld des "Nordens" zweifle ich nicht an. Insgesamt sieht es aber sehr nach einer unangemessenen Dramatisierung aus, wie sie Hans Rosling in "Factfulness" beklagt.
Er weist darauf hin, man dürfe den Entwicklungsstand nicht nach Regionen, sondern müsse ihn auf Länder bezogen betrachten. (Beispiel: Ghana im Vergleich zu Somalia und Mosambik) Auch hingen der Lebensstandard und Lebensweise nicht von Region oder Land ab, sondern von der Einkommenssituation des betreffenden Haushalts.
Freitag, 27. Oktober 2017
Bildung gegen Massenflucht
Samstag, 19. August 2017
Aufforstungs- und Umweltschutzbestrebungen in Afrika
Afrikas Grüne Mauer in der Sahelzone (Projekt mehrerer Staaten)
Der Mann, der die Wüste aufhielt
Kurzfassung mit ergänzenden Links
Sonntag, 10. Januar 2016
EU-Export verursacht Flüchtlingsstrom
"Wie Tomaten aus der EU afrikanische Bauern zu Flüchtlingen machen."
Samstag, 6. Juni 2015
Wo sollte ausgestellt werden?
KOLONIALISMUS:Wem gehören die Masken? ZEIT online, 6.6.15
"Das Ethnologische Museum in Berlin, eines der kostbarsten seiner Art, verdankt seinen Bestand in weiten Teilen der kolonialen Gier. Nun soll die Sammlung ins neu erbaute Stadtschloss umziehen. Viele sind darüber alarmiert, und die Frage nach altem Unrecht stellt sich neu. [...]"Mehr dazu im "Humboldt-Forum", einem Magazin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz:
Dort berichten die italienische Ethnologin Paola Ivanov und der US-Amerikaner Jonathan Fine in einem Interview (S.22-24) darüber, wie sie die Ausstellung zu Afrika, wie sie ab 2019 im Humboldt Forum zu sehen sein wird, planen. (PI = Paola Ivanov; JF = Jonathan Fine)