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Mittwoch, 21. Mai 2025

Flüchtlingslager: Essensverteilung und Essenszubereitung

Gemini:

Wie funktionieren in Flüchtlingslagern Essensverteilung und Essenszubereitung?

Die Essensverteilung und -zubereitung in Flüchtlingslagern ist eine logistische Herausforderung, die von verschiedenen Organisationen (wie dem UNHCR, dem World Food Programme (WFP) und zahlreichen NGOs) unter oft schwierigen Bedingungen bewältigt wird. Die konkreten Abläufe können je nach Art des Lagers (Notunterkunft, längerfristiges Lager), der Region, der Größe der Bevölkerung und der Verfügbarkeit von Ressourcen stark variieren.

Hier sind die gängigsten Modelle und Prozesse:

I. Essenszubereitung

Es gibt grundsätzlich zwei Hauptmodelle für die Essenszubereitung:

  1. Zentrale Küchen (Gemeinschaftsküchen):

    • Ablauf: In vielen größeren oder anfänglichen Notfalllagern wird das Essen zentral in großen Gemeinschaftsküchen zubereitet. Diese Küchen werden oft von den Hilfsorganisationen selbst oder von lokalen Caterern betrieben, die von den Organisationen beauftragt werden.
    • Personal: Gekocht wird von professionellen Köchen, die oft auch aus der Flüchtlingsgemeinschaft stammen, oder von geschulten Freiwilligen.
    • Menüplanung: Die Menüplanung berücksichtigt oft kulturelle Präferenzen, religiöse Vorgaben (z.B. Halal-Fleisch) und ernährungswissenschaftliche Aspekte (Kalorienbedarf, Mikronährstoffe). Es wird versucht, eine ausgewogene Ernährung mit Grundnahrungsmitteln (Reis, Hülsenfrüchte, Öl, Gemüse) zu gewährleisten.
    • Vorteile: Effizient in der Masse, einfachere Qualitätskontrolle, potenziell bessere Hygienebedingungen unter Aufsicht, weniger Abfall.
    • Nachteile: Weniger Flexibilität für individuelle Bedürfnisse, mangelnde Privatsphäre, kann die Autonomie der Flüchtlinge einschränken.
  2. Dezentrale Zubereitung (Selbstversorgung):

    • Ablauf: In Lagern, die länger bestehen oder in denen die Flüchtlinge ein gewisses Maß an Selbstorganisation haben, erhalten die Familien oft Rohwaren oder Gutscheine/Bargeld, um selbst zu kochen.
    • Bereitstellung von Mitteln: Hilfsorganisationen stellen dann entweder:
      • Nahrungsmittelrationen: Regelmäßige Lieferungen von Grundnahrungsmitteln (z.B. Reis, Mehl, Speiseöl, Hülsenfrüchte, Zucker, Salz) an einzelne Haushalte. Oft werden auch Küchensets mit Töpfen, Wasserkanistern und Kochgeräten (z.B. Öfen oder Solarkocher) verteilt.
      • Cash-Transfers (Bargeld/Gutscheine): In Gebieten, wo lokale Märkte funktionieren und sicher sind, werden Flüchtlinge mit Bargeld oder elektronischen Gutscheinen versorgt. Dies ermöglicht ihnen, ihre Nahrungsmittel selbst zu kaufen und dabei ihre eigenen Präferenzen und Ernährungsbedürfnisse besser zu berücksichtigen. Es stärkt zudem die lokale Wirtschaft.
    • Vorteile: Größere Autonomie und Würde für die Flüchtlinge, Berücksichtigung kultureller Essgewohnheiten, Potenzial zur Diversifizierung der Ernährung, Förderung lokaler Märkte.
    • Nachteile: Herausforderungen bei der Lagerung und Zubereitung (fehlende Kochgelegenheiten, Brennstoffmangel, Hygiene), Gefahr von Preissteigerungen auf lokalen Märkten, Risiko der Fehlernährung bei unzureichendem Wissen.

II. Essensverteilung

Die Verteilung des Essens ist ebenfalls ein kritischer Prozess, der gut organisiert sein muss, um Chaos, Ungleichheit und Spannungen zu vermeiden.

  1. Zentrale Ausgabestellen:

    • Ablauf: Bei zentraler Essenszubereitung oder der Verteilung von Rationen gibt es feste Ausgabestellen im Lager. Flüchtlinge stellen sich in langen Schlangen an, um ihre Mahlzeiten oder Rationen zu erhalten.
    • Kontrolle: Oft werden Essenskarten, biometrische Daten oder andere Registrierungssysteme verwendet, um sicherzustellen, dass jede Person oder Familie die ihr zustehende Menge erhält und Doppelausgaben vermieden werden.
    • Zeitpläne: Die Verteilung erfolgt zu festen Zeiten, oft mehrmals täglich für gekochte Mahlzeiten oder monatlich/zweimonatlich für Trockenrationen.
    • Herausforderungen: Lange Wartezeiten, Menschenmassen, Schwierigkeiten für ältere oder eingeschränkte Personen, das Essen zu transportieren, Potenzial für Konflikte.
  2. Mobile Verteilung (seltener, in besonderen Fällen):

    • In sehr schwer zugänglichen Gebieten oder bei akuten Krisen können Nahrungsmittel auch per LKW, Hubschrauber (Airdrops) oder sogar von Hand an schwer erreichbare Gemeinschaften verteilt werden. Dies ist jedoch logistisch sehr aufwendig und teuer.
  3. Cash-Transfer-Programme:

    • Hier erfolgt die "Verteilung" des Essens indirekt über den Zugang zu Geld. Die Flüchtlinge kaufen ihre Lebensmittel dann selbst auf lokalen Märkten oder in Geschäften.

III. Herausforderungen und Prioritäten

  • Mangel- und Unterernährung: Ein großes Problem, insbesondere bei Kindern, Schwangeren und stillenden Müttern. Hilfsorganisationen verteilen oft spezielle, nährstoffreiche Zusatznahrung für diese gefährdeten Gruppen.
  • Hygiene: Die Einhaltung hygienischer Standards bei Zubereitung und Verteilung ist entscheidend, um Krankheitsausbrüche zu verhindern. Zugang zu sauberem Wasser und Seife ist dabei unerlässlich.
  • Logistik: Der Transport von Lebensmitteln in oft abgelegene oder konfliktreiche Regionen ist eine enorme Herausforderung.
  • Sicherheit: Die Sicherheit des Personals und der Flüchtlinge während der Verteilung muss gewährleistet sein.
  • Kulturelle Sensibilität: Die Berücksichtigung kultureller Essgewohnheiten und religiöser Vorschriften ist wichtig für die Akzeptanz und Würde der Flüchtlinge.
  • Ressourcenknappheit: Die Verfügbarkeit von Hilfsgeldern und Nahrungsmitteln ist oft begrenzt, was zu Rationierungen oder Kürzungen führen kann (wie im Tschad, wo UNHCR aufgrund fehlender Gelder Programme einschränken muss).
  • Partizipation der Flüchtlinge: Es wird zunehmend Wert darauf gelegt, Flüchtlinge in die Planung und Umsetzung der Essensversorgung einzubeziehen, um ihre Autonomie und Würde zu stärken.

Flüchtlingslager für palästinensische Flüchtlinge

 Wikipedia

Lager für palästinensische Flüchtlinge



Die im Palästinakrieg und Sechstagekrieg geflohenen und vertriebenen Palästinenser wurden in 58 Flüchtlingslagern im Westjordanland und Gazastreifen, in JordanienSyrien und dem Libanon aufgenommen, wo sie und ihre Nachkommen teilweise bis heute leben und vom Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) versorgt werden. Die Integration der Flüchtlinge in die Bevölkerung wurde auch in den arabischen Staaten teilweise behördlich unterbunden. Die Zelte sind zwischenzeitlich durch feste Bebauung ersetzt worden, der Begriff „Lager“ (als kurzzeitiges Provisorium) ist damit sachlich nicht mehr korrekt. Der Gebrauch dieses Begriffs ist hier mehr politischer Natur, um den ungeklärten Status der Bewohner zu verdeutlichen. Der Unterschied zu politischen Gemeinden ist jedoch, dass das Land nicht den Bewohnern gehört, sondern sich noch immer in staatlichen oder privaten Besitz befindet und nur der UNRWA zur Verwaltung überlassen ist.[11] Es gibt daher auch keine politische Vertretung wie Gemeinderat und Bürgermeister.

Zurzeit bestehende Flüchtlingslager mit Anzahl der Bevölkerung und Jahr der Entstehung (Stand: Juli 2014):[12]

Westjordanland

Im Westjordanland befinden sich 19 Flüchtlingslager mit 762.288 registrierten Flüchtlingen.

  • 1948, Aqabat Jaber bei Jericho (S), 6.400
  • 1948, Ein Sultan bei Jericho, 1.900
  • 1949, Far’a zwischen Nablus und dem Jordantal, 7.600
  • 1949, Fawwar bei Hebron (S), 8.000
  • 1949, Jalazoun bei Bir Zait (S), 11.000
  • 1949, Kalandia zwischen Jerusalem und Ramallah, 11.000
  • 1949, Amari bei Ramallah/Al-Bireh, 10.500
  • 1949, Deir Ammar zwischen Ramallah und Nablus, 2.400
  • 1949, Daheishe bei Bethlehem (S), 13.000
  • 1950, Aida bei Betlehem (NW), 4.700
  • 1950, Al-Arroub zwischen Bethlehem und Hebron, 10.400
  • 1950, Askar bei Nablus (NO), 15.900
  • 1950, Balata bei Nablus (O), 23.600
  • 1950, 'Azza (Beit Jibrin), 1.000
  • 1950, Ein Beit al-Ma' (Camp No. 1), 6.750
  • 1950, Tulkarem, 18.000
  • 1952, Nur Shams bei Tulkarem (O), 9.000
  • 1953, Dschenin, 16.000
  • 1965, Shu’fat in Ostjerusalem (N), 11.000

Gazastreifen

Im Gazastreifen befinden sich 8 Flüchtlingslager mit 1.258.559 registrierten Flüchtlingen.

  • 1948, Al-Shati (Beach camp), 87.000
  • 1950, Bureij, 34.000
  • 1948, Dair al-Balah, 21.000
  • 1948, Dschabaliya bei Gaza (NW), 110.000
  • 1949, Khan Yunis, 72.000
  • 1949, Maghazi, 24.000
  • 1948, Nuseirat bei Gaza (S), 66.000
  • 1949, Rafah, 104.000

Jordanien

In Jordanien befinden sich 10 Flüchtlingslager mit 2.097.338 registrierten Flüchtlingen.

  • 1948, Amman New Camp (Wihdat), 51.500
  • 1948, Jebal al-Hussein, 29.000
  • 1948, Irbid, 25.000
  • 1949, Zarqa, 20.000
  • 1967, Souf, 20.000
  • 1967, Talbieh, 7.000
  • 1968, Baqa’a, 104.000
  • 1968, Jerash, 24.000
  • 1968, Husn, 22.000
  • 1968, Marka, 53.000

Libanon

Im Libanon befinden sich 12 Flüchtlingslager mit 449.957 registrierten Flüchtlingen.

  • 1948, Bourj el-Barajneh, südlicher Vorort von Beirut, 17.945
  • 1948, Ein el-Hilweh, Vorort von Sidon, 54.116
  • 1948, El-Buss, 2 km südlich Tyros, 11.254
  • 1949, Nahr al-Bared, 16 km nördlich Tripoli, 5.857
  • 1949, Schatila, 9.842 (siehe Massaker von Sabra und Schatila)
  • 1948, Wavel, bei Baalbek, 8.806
  • 1952, Mar Elias, Vorort von Beirut, 662
  • 1954, Mieh Mieh, 4 km östlich Sidon, 5,250
  • 1955, Beddawi, 5 km nördlich Tripoli, 16,500
  • 1955, Burj al-Shemali, 3 km östlich Tyros, 22.789
  • 1956, Dbayeh, 12 km östlich Beirut, 4.351
  • 1963, ar-Raschidiya, südlich Tyros, 31.478

Syrien

In Syrien befanden sich 2011 9 Flüchtlingslager (davon 3 inoffiziell *) mit 526.744 registrierten Flüchtlingen.

  • 1948, Sbeineh, 22.600
  • 1948, Neirab, 20.500
  • 1948, Dscharamana, 18.658
  • 1949, Khan Eshieh, 20.000
  • 1949, Homs, 22.000
  • 1950, Daraa, 10.000
  • 1950, Hama, 8.000
  • 1950, Chan Dunoun, 10.000
  • 1955-6, Latakia*, 10.000
  • 1957, Yarmouk*, 148.500
  • 1962, Ein El-Tal*, 6.000
  • 1967, Qabr Essit, 23.700

Mittwoch, 24. Februar 2016

Schwierigkeiten mit Hotspots

"Mithilfe von Hotspots will die EU Flüchtlinge registrieren und innerhalb Europas verteilen. Ein Besuch auf Lesbos zeigt: Noch funktioniert das nicht." (ZEIT online Nr.48/2015)

Montag, 28. September 2015

Flüchtlinge erzählen ihre Geschichte

Flüchtlinge erzählen (UNO-Flüchtlingshilfe)

Flüchtlinge integrieren: Muslime helfen Muslimen
"Täglich kommen in Deutschland neue Flüchtlinge an. Laut Schätzungen des Zentralrats der Muslime, sind acht von zehn Neuankömmlingen Muslime. Die islamischen Gemeinden und Verbände in München helfen, sie zu integrieren."

Türkei schlägt riesige Flüchtlingslager in Syrien vor  ZEIT online 28.9.15
"Drei Containerstädte mit jeweils 300.000 Einwohnern könnten in einer syrischen Schutzzone entstehen, sagte der türkische Premier Davutoğlu. Die EU müsse sich beteiligen. [...]

Die neuen Siedlungen sollen in einer Schutzzone im Norden Syriens entstehen, deren Einrichtung die Türkei schon seit Langem fordert.
Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) solle dazu aus einem etwa hundert Kilometer langen Streifen entlang der Grenze im Norden Syriens vertrieben werden. Anschließend sollten gemäßigte Rebellengruppen das Gebiet kontrollieren, um Vertriebenen die Rückkehr nach Syrien zu ermöglichen.
 Die Zone wäre allerdings auch ein Instrument, um einen von der Türkei befürchteten Kurdenstaat im Norden Syriens zu verhindern. Bisher ist kaum jemand bereit, das türkische Vorhaben zu unterstützen, weil es eine Verletzung der syrischen Souveränität mit sich bringen würde.

Davutoğlu kritisierte die Pläne der EU, sein Land mit bis zu einer Milliarde Euro in der Flüchtlingskrise zu unterstützen. Brüssel wolle das Geld aus Mitteln nehmen, die für den Beitrittsprozess der Türkei vorgesehen waren. Das lehne er ab. Mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einigte er sich darauf, eine bilaterale Arbeitsgruppe zum Thema Flüchtlinge einzurichten. Auch Griechenland könne daran teilnehmen."