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Samstag, 4. April 2026

Ein Beispiel für das, was sich Habermas ...

unter einem herrschaftsfreien Diskurs nicht vorgestellt hat.

 @luserl

restriktive Migration ist die dna rechter Politik ,schukldenbremse aufzulösen und Milliarden Neuverschuldung ist schon eher links . die Wissenschaft gibt es nicht und Deutschland hat nur 2% Einfluss . gibt keine einzige rechte Partei ,die verbrennerverbot und co2 Steuer fordert


@Der33333

Uff alter. Ehrlich, mein Beileid.

Wie darf man sich das vorstellen, wirfst du einen Apfel auf den Boden und schreist dann "it's magic"?

gutefrage.net 3.4.2026



Donnerstag, 17. Juli 2025

Wofür braucht man KI?

Cyber-Grooming: "Mit dem Begriff Cyber-Grooming [...] wird die gezielte Manipulation  Minderjähriger sowie junger Volljähriger über das Instrument Internet bezeichnet. Das Ziel ist, das Opfer in eine Falle zu locken, um Straftaten wie sexuell motivierte Übergriffe bis hin zur Vergewaltigung zu begehen. Die Kontaktaufnahme erfolgt mit dem konkreten Ziel, sexuellen Missbrauch oft über viele Jahre hinweg online oder offline bei realen Treffen anzubahnen. Dies geschieht per Chat, Fotos, Videos, Sexting, Erpressung z. B. mit Hilfe pornografischer Videoaufnahmen. Der Begriff wird auch für sexuelle Belästigung im Internet verwendet." 

Die Zahl der Fälle ist schon 2019 im Vergleich zum Vorjahr um fast 34 Prozent gestiegen. Doch die Zahl der gemeldeten Fälle ist gering. Wenn man Umfragen bei Schülern glauben darf, sind 44% von ihnen schon "mindestens einmal von einem Täter angesprochen" worden. 

Wofür man KI  längst dringlich braucht, ist Gewaltprävention im Internet: „Wenn wir Prävention und die Strafverfolgung im Netz ernst nehmen, wie wir es in der realen Welt tun, kritisiert Rüdiger, müssten wir sicherlich 20-25 % des Personals der Sicherheitsbehörden für digitale Themen einsetzen. “ Das dürfte in Deutschland kaum realistisch sein. Rüdiger sieht in künstliche Intelligenz deshalb nicht nur einen Treiber für Kriminalität – sondern möglicherweise auch „die letzte Chance der Sicherheitsbehörden, das digitale Gewaltmonopol auch im Netz ernsthaft durchzusetzen“. („Per Internet-Chat in den Tod getrieben“ Frankfurter Rundschau 17.7.25)

Donnerstag, 10. Oktober 2024

Was kann man "vertrauenswürdigen Hinweisgebern" überlassen?

Während Assange jahrelang verfolgt und in Einzelhaft gehalten wurde, weil er Material von Whistleblowern veröffentlicht hat, sollen jetzt "vertrauenswürdige Hinweisgeber" helfen, Fake News und Hassbotschaften im Internet zu beseitigen.

Dagegen gibt es scharfe Proteste: https://www.nachdenkseiten.de/?p=122750

Weshalb haben sich die Fronten bei Hinweisgebern vertauscht?

Der Unterschied liegt natürlich darin, dass die einen Hinweise auf etwas geben, was geheim bleiben sollte und die anderen Hinweise auf das, was nicht veröffentlicht werden sollte.

Es geht also um einen zentralen Punkt der Aufklärung, die Meinungsfreiheit und die Abschaffung der Zensur. Neutral gesprochen um Informationskontrolle. Wer darf Informationen veröffentlichen und wer nicht? Während beim bürgerlichen Strukturwandel der Öffentlichkeit das Recht der Presse, Meinungen ohne Zensur zu veröffentlichen gefordert wurde, wird gegenwärtig vom Staat gefordert, die Freiheit der Einzelnen zu veröffentlichen einzuschränken.

Welcher Art ist der Strukturwandel, der jetzt stattgefunden hat und wie ist auf ihn zu reagieren? Mir scheint, dass dieser Strukturwandel, obwohl schon seit Jahrzehnten darüber gestritten wird, immer noch nicht zureichend beschrieben worden ist. Und ich wünsche mir, analog zu dem von Habermas beschriebenen Strukturwandel den gegenwärtigen zu beschreiben. Bisher habe ich diese Beschreibung noch nirgendwo gefunden.

Wo gibt es Hinweise?


Freitag, 29. März 2024

HateAid

HateAid

HateAid sieht sich als gemeinnützige Organisation für Menschenrechte im Netz. Mit ihrer Betroffenenberatung und rechtlichen Unterstützung sowie mit der Sensibilisierung von Politik und Gesellschaft für digitale Gewalt, will HateAid demokratische Grundwerte im Netz stärken. Die Organisation bietet Betroffenen von digitaler Gewalt[2][3][4] bei Hasskommentaren und anderen Formen digitaler Gewalt eine emotional-stabilisierende Erstberatung, aufbauende Beratungen sowie gegebenenfalls eine Prozesskostenfinanzierung an.[5] Über einen Fonds zur Prozesskostenfinanzierung führt sie Zivilprozesse gegen digitale Straftaten im Namen von Betroffenen. Durch die erstrittenen Schadensersatzansprüche sowie Spenden möchte sie weitere Prozesse finanzieren.[2]

(Wikipedia: HateAid)


 Sehr geehrter Herr Bundeskanzler,

Menschenrechte schützen uns – eigentlich offline wie online. Sie garantieren unsere Würde und unsere gesellschaftliche Teilhabe. Doch leider sind wir im Internet schutzlos. Denn wer unsere Gesellschaft mitgestalten will, lebt gefährlich. Menschen, die Demokratie-Demos organisieren, werden im Netz angegriffen. Jene, die online ihre Meinung gegen Rassismus oder Menschenfeindlichkeit sagen, entblößt und vorgeführt. Statt Liebe geht der Hass viral.

Im Internet findet unsere öffentliche Debatte statt. Hier sollten Perspektiven diskutiert, Kultur geteilt und Demokratie gelebt werden. Doch aktuell steht genau das auf dem Spiel. Denn auf TikTok, Instagram und Co. geben die Hater*innen den Ton an. Hier werden Lügen zu News. Engagierte Stimmen werden mit Hass eingeschüchtert. Und mit gefälschten Nacktbildern werden Karrieren zerstört. Rechtsradikale und andere Demokratiefeind*innen vereinnahmen das Internet, und zerstören das, was es eigentlich sein sollte: ein Raum für alle.

Die Folgen sind jetzt schon sichtbar: Der ungehinderte Hass der Aggressiven hat bereits Tausende Menschen von X und anderen Plattformen vertrieben. Es droht ein Internet der wenigen Lauten. Ein Internet, in dem niemand mehr Vielfalt lebt und sich für Demokratie einsetzt. Ein Internet, in dem unser aller Menschenrechte mit Füßen getreten werden.

Mit einer Offensive für die Menschenrechte im Netz können Sie #UnserInternet wieder zu dem zu machen, was es sein sollte: Ein Ort, an dem Demokratie gelebt wird.

Bitte machen Sie sich stark für ein sicheres Netz. Holen wir uns gemeinsam #UnserInternet zurück. Denn Menschenrecht gilt auch digital.

Mit freundlichen Grüßen

Anna-Lena von Hodenberg, Geschäftsführerin HateAid
Josephine Ballon, Geschäftsführerin HateAid

https://hateaid.org/offener-brief-unser-internet/

Freitag, 8. März 2024

Das Internet vergisst ständig

"Die Aussage, dass das Internet nicht vergisst, ist nicht ganz richtig. Viele Netzinhalte verschwinden, wenn sie nicht archiviert werden – gerade in sozialen Medien.

https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/521549/history-auf-tiktok-und-instagram/


Zitat daraus:

"werkstatt.bpb.de: Wie beeinträchtigt das Ihre Forschung?

Andrea Lorenz: Ich kann dann in einigen Jahren beispielsweise nur noch schlecht über die Präsidentschaft von Donald Trump schreiben, die ja viel auf Twitter stattgefunden hat. Oder über #BlackLivesMatter, den Krieg gegen die Ukraine oder die Proteste im Iran. Das ist ein Problem, mit dem wir uns im Projekt viel auseinandergesetzt haben. Wir haben allerdings noch keine Lösung gefunden. Uns geht es aber auch darum, diese Dringlichkeit zu thematisieren.

werkstatt.bpb.de: Auch wenn die bisherige Forschung erschwert wurde. Gibt es schon Erkenntnisse zu den Geschichtserzählungen auf Instagram/TikTok?

Andrea Lorenz: Die unbefriedigende Antwort lautet: Es gibt in den sozialen Medien alles an geschichtsbezogenen Inhalten.

Wenn man auf TikTok #History eingibt, wird man feststellen, dass der Hashtag insgesamt 82 Milliarden Aufrufe hat. Das ist einerseits cool, weil es offensichtlich viele Menschen und Inhalte gibt, die sich mit Geschichte auseinandersetzen. Und andererseits ist es sehr schwer, da einen Überblick zu bekommen. Vor allem als klassisch ausgebildete Historikerin, die ja nicht unbedingt technische Kompetenzen im Umgang mit Big Data besitzt."

Dagegen kämpfen Einrichtungen wie das Webarchive: https://archive.org/.

Aber natürlich kann da nur vergleichsweise wenig festgehalten werden.

Das Projekt Memory of Mankind (https://de.wikipedia.org/wiki/Memory_of_Mankind)

geht das Problem ganz grundsätzlich an.

Zum Beispiel um mit Keramiktafeln langfristig vor gelagertem Atommüll zu warnen.



Freitag, 9. September 2022

Geht im Netz nichts verloren?

 

Leider verweisen trotz der verdienstvollen web-archive immer wieder Links in der Wikipedia ins Imaginäre.
Nur Peinlichkeiten werden immer wieder der Vergessenheit entrissen, und seien sie noch so irrelevant.

Wenn es an Peinlichkeiten fehlen sollte, gibt es zum Ersatz Fakes.


Mittwoch, 13. November 2019

Sascha Lobo zur Plattform-Ökonomie

Die Plattform-Ökonomie zieht herauf, und  Kylie Jenner zeigt, welche Marktmacht sich damit freisetzen lässt, welche Konsumkraft so entfaltet werden kann. Eine Plattform ist technisch gesehen eine digitale Infrastruktur, auf der zwei oder mehr Gruppen interagieren können. Man muss sie als neue Unternehmensform verstehen,  die überhaupt erst mit dem Internet möglich geworden ist. Dabei entstehen digitale Ökosysteme, das heißt, nicht nur die Plattform profitiert wirtschaftlich, sondern auch eine größere Zahl von Kooperationspartnern. [...] Uber funktioniert auch nach dem Plattform-Prinzip und attackiert seine Konkurrenten so aggressiv, als wolle es sie vernichten." (Sascha Lobo: Realitätsschock, S.338)
"Der Realitätsschock der Ökonomie hat mehrere Dimensionen. Digitale Plattformen erobern mit großer Radikalität einen Markt und eine Branche nach der anderen. Viele ökonomische und gesellschaftliche Probleme beruhen darauf, dass wir bis heute nicht herausgefunden haben, wie Plattformen richtig reguliert werden können." (S.340)
"Facebook hat 2017 in Großbritannien Einnahmen von etwa anderthalb Milliarden Euro erzielen können und davon rund neun Millionen  Euro  Steuern gezahlt. Das ist nicht einmal ein Prozent. Amazon hat 2018 auf über elf Milliarden Dollar Gewinn in den USA null Dollar 'federal taxes' gezahlt und 129 Millionen Dollar Erstattungen bekommen. Ähnliche Zahlen sind von fast allen großen Digitalunternehmen bekannt. Das Problem ist, dass solche Tricks zumeist legal sind. Das liegt neben politischen Versäumnissen auch daran, dass das Steuerrecht in seinen Grundzügen noch auf der alten Wirtschaft mit dinglichen Produkten und klassischen Dienstleistungen beruht." (S. 341)
Bei Plattformen greifen die klassischen Konsumtheorien von der Bedürfnisbefriedigung nicht mehr:
 "Digitale Plattformen haben eine katalytische Funktion, sie verwandeln ganze Märkte in Gefühlslandschaften. Drei Gefühle sind dabei ausschlaggebend:
  • Begeisterung
  • Ungeduld
  • Bequemlichkeit 
(S. 347)

Begeisterung: "Nutzungsfreude" tritt an die Stelle von Zweckmäßigkeit.
Ungeduld: "Wenn im Plattform–Kapitalismus das Ziel nur einen einzigen Klick oder Touch entfernt ist – dann ist der beste Weg dorthin, impulsive Gefühle der Verlockung zu erwecken." (S.352/53) Das gelingt den großen Plattformen vorzüglich. Was einmal das Kaufhaus Harrods in London war, ist jetzt Amazon. Und zwar zu Hause. Man kann sofort alles kaufen. (Bei Harrods hieß es: sogar Elefanten.) Das führt zum Aspekt:
Bequemlichkeit: "[...] die Beqemlichkeit des Menschen ist zuverlässiger und wirksamer als die Schwerkraft" (S.354) Interessanterweise gelingt es dabei trotzdem, dem Kunden jede Menge Arbeit anzuhängen, die früher der Verkäufer leistete: Beratung, Heraussuchen des Produkts aus der Fülle des Angebots, Zusammenstellung aller Daten für die Rechnung und Überweisung auf das Konto des Verkäufers. Auch wenn die Kunden dabei fluchen. Sie nehmen dem Verkäufer die Arbeit ab. Es treibt sie die Ungeduld (s.o.).*

"In anderthalb Jahren haben zwei große Plattformen den Werbemarkt halb leer gesaugt. Geld, das zuvor in der Regel bei Medienunternehmen ausgegeben wurde – nur dass Google und Facebook selbst keine Inhalte produzieren. Selbst die lange resistent scheinende Fernsehwerbung beginnt zu schwächeln. Wachstum im Werbemarkt findet etwa seit 2016 weitgehend auf Plattformen statt, alle anderen befinden sich entweder noch im Sink- oder schon im Sturzflug.
Diese Marktbeherrschung und das aggressive Gebaren der Plattformen haben eine merkwürdige Volte der Kapitalismuskritik hervorgebracht: Großkonzerne des 20. Jahrhunderts plädieren traurig-trotzig für Gerechtigkeit, vor allem ihnen selbst gegenüber. Sie fanden wenig regulierte Märkte so lange gut, wie sie davon profitierten. Nun schreien sie nach der Politik weil sie von Google, Facebook, Amazon selbst eine Lektion in neoliberaler Marktkunde erhalten haben.
Auf der anderen Seite findet man einen Teil der Zivilgesellschaft, der aus schwer nachvollziehbaren Gründen bereit ist, Digitalkonzernen fast alles durchgehen zu lassen."

*(s.o.)
(Sascha Lobo: Realitätsschock, S.358/59)

Sieh auch:
Sascha Lobo über Kylie Jenner

Sonntag, 28. April 2019

Lindner zu Guerilla-Lernen

Lindner meint, dass das Lernen in Institutionen und in vorgegebenen Lernschritten in der jetzigen sich rapide ändernden Welt unangemessen sei.
Folglich nennt er das jetzt notwendige neue Lernen im Netz in Analogie zum Guerillakrieg mit ständig wechselnden Kampfsituationen "Guerilla-Lernen".
Die dafür notwendigen Fähigkeiten entwickelt er anhand der Arbeiten von Rheingold über "Digital Literacy" (dafür erfindet Lindner das neue deutsche Wort: Literanz)
Rheingold unterscheidet fünf Schlüsselkompetenzen: "Man muss die eigene Aufmerksamkeit und Konzentration managen. Man muss Bullshit schnell erkennen können. Man muss sich aktiv beteiligen können an den Web-Kommunikationen und Web-Wissensprozessen. Man muss lernen, im Web mit anderen zusammenzuarbeiten. Und schließlich muss man verstehen, wie die Vernetzung auch im Offline-Leben die gewohnten Verhältnisse verändert – sozial, geistig-kulturell und wirtschaftlich. [...]

Am nützlichsten für Guerilla -LernerInnen sind vielleicht seine Bemerkungen zur Aufmerksamkeit. Rheingold leitet dazu an, ruhig und konzentriert mit dem Internet umzugehen – achtsam, nicht hastig und getrieben. In seinem Kursplan sind auch Links zu einfachen Meditationsübungen. [...]"
Man muss fähig sein, seine Aufmerksamkeit zu teilen: "So ist das auch im Netz; es gibt keinen Tunnelblick, und es geschehen immer viele Dinge gleichzeitig. Um nicht von den Ablenkungen hin- und hergeworfen zu werden, muss man also quasi einen zerstreuten, halbaufmerksamen Blick aus den Augenwinkeln trainieren, mit dem man immer vieles gleichzeitig erfasst. [...] Man muss lernen, an den richtigen Stellen quasi hinein- und wieder hinauszuzoomen. Dazu gehört auch, zwischen mehreren Apps oder auch zwischen mehreren digitalen Bildschirmen und Geräten zu wechseln."

Weiterhin empfiehlt Lindner: David Allen: Getting Things done. The Art of Stress-Free Productivity (2001; deutsch: Wie ich die Dinge geregelt kriege. Selbstmanagement für den Alltag): 
"Allen leitet dazu an, auch kleinere Aktivitäten als persönliche Projekte zu betrachten. Als Projekt bezeichnet Allan alles, was sich nicht auf einen Blick übersehen lässt, weil es über länger als zwei Tage erstreckt oder in mehr als drei Schritten abgearbeitet werden muss. Alles, was an Anforderungen täglich herein kommt, wird in kleine Next Actionable Steps zerlegt: Das sind Aktionen, die man jetzt und sofort in einem Zug erledigen kann. Also etwa ein Einkauf, ein Telefonanruf, eine E-Mail, eine Google-Recherche, um eine ganz konkrete Frage zu klären, und so weiter. [...]
Ein alternatives Konzept von digitaler Literanz hat Doug Belshaw für Mozilla Education entwickelt. [...] Belshaw hat acht Zutaten der Digital Literacy destilliert, aus denen man die eigene Diät zusammenstellen soll. [...] Hier sind die im Überblick: Kritisch Denken entspricht ungefähr dem, was Rheingold "Bullshit-Erkennung" nennt. Hier geht es darum, Machtverhältnisse zu erkennen, mit Fragen wie: Für wen ist dieses digitale Angebote hier gedacht? Worin besteht der Nutzen für die Anbieter? Wer ist hier ausgeschlossen, und wer wird hier privilegiert? Welche unterschwelligen Annahmen werden hier transportiert? Wo liegen die Gefahren? Das hat alles sehr viel mit Text-Kompetenz zu tun sagt Belshaw.
Kreativ ist hier konkreter gefasst als der geläufige Wischiwaschi-Begriff: Es geht nicht einfach darum, sich auszudrücken, sondern darum, neue Dinge auf neue Art zu tun, um etwas zu erzeugen, was für jemand praktischen Wert hat. Das heißt, man muss vorher geeignete Probleme überhaupt erst finden, die man dann in einem eigenen kreativen Projekt bearbeiten kann. [...] Immer geht es um das Machen, um das Herstellen von Objekten.
Damit hängt für Belshaw Kommunikation und Kollaboration direkt zusammen. Unter Communicative versteht er, dass man sich gemeinsam auf ein konkretes Objekt bezieht, das man gestaltet. [...] Das kann auch durch einen Blogpost geschehen, der etwas auf den Begriff bringen, das man vorher selbst nicht verstanden hat. Darüber tauscht man sich dann auch im Netz aus. Das Objekt wird so zum "sozialen Objekt“. Auch Grafiken oder Fotos sind gute Beispiele dafür. Visuelle Kommunikation ist im Netz eine wichtige Fähigkeit. Das muss und soll gar nicht große Kunst sein. Auch ein erhellendes Foto, das man irgendwo findet und mit einer witzigen Unterschrift* versieht, [...] ist bereits ein soziales Objekt. [...]
[*Ob Belshaw so etwas oder auch so etwas unter "erhellend" versteht? Und dies oder eher das?]
Construktive bedeutet bei Belshaw, digitale Texte und Medieninhalte konstruieren und rekonstruieren zu können. Auch Empfänger von fremden Inhalten haben im Netz eine viel aktivere Rolle als früher. Der erste Schritt ist immer das Kopieren. Copy and Paste ist die allererste digitale Technik, die man lernen muss. Wenn man etwas interessant oder anregend findet, schneidet man es aus und sammelt es. Dann kann man das Material in eigene Zusammenhänge bringen, verformen und verändern. Digitales Konstruieren ist dabei viel leichter und risikoloser als im nicht-digitalen Raum, weil man jeden Schritt mit einem Klick rückgängig machen kann.
Cognitive meint Denkwerkzeuge und Denkgewohnheiten. Das erste kognitive Werkzeug ist das jeweilige Netz-Gerät selbst, das Smartphone oder der PC. Dazu kommen eine Vielzahl von Tools und Apps, die alle bestimmte Arten zu denken begünstigen, von der Mind Map bis zum Tagging. Zu Cognitive gehört es für Belshaw, diese Werkzeuge auszuprobieren, mit ihnen herumzuspielen, die für sich geeignetsten auszuwählen und andere zu verwerfen. Aber auch Rheingolds Achtsamkeitstechniken sind in diesem Sinne kognitiv.
Cultures heißt kulturelles Wissen und kulturelle Geläufigkeit. Die Mehrzahl ist wichtig. Man erwirbt diesen Teil von Literanz am besten, wenn man in viele digitale Umwelten für jeweils einige Zeit eintaucht. Belshaw meint hier so etwas Ähnliches wie die Minerva-Hochschule, die ihre Studierenden jedes Semester in eine andere Metropole schickt. Im Prinzip kann das jede/r im Netz selbst machen. Man erkennt den eigenen Fortschritt, sagt Belshaw, wenn man immer schneller und bruchloser zwischen verschiedenen Digitalkulturen wechseln kann.
Confident steht für Selbstsicherheit, elastische Widerstandsfähigkeit und Beharrungsvermögen. Am Anfang sind alle Leute sehr unsicher, die es in digitale Umwelten verschlägt. Man weiß nicht, welcher Klick was bewirkt und welche Tastenkombination eine Abkürzung ist, die viel Zeit und Nerven spart. Mit komplexeren Kenntnissen ist es ähnlich. Man lernt es, sag Belshaw, in dem man Probleme löst und sein Lernen als eigenes, selbstgesteuertes Projekt versteht. Da braucht man mehr als nur die Tricks aus Getting Things done. Vor allem hilft das Feedback von Peers und Mentoren. Man braucht persönliche Lern-Netzwerke und im Idealfall auch eine Community, eine Online-Gemeinschaft von Gleichgesetzten, in der man sich anfeuert und hilft.
Der achte und letzte Bereich, aus dem sich Belshaws digitale Literanz speist, ist Civic. Das meint "zivil" im Sinne von "Zivilgesellschaft": das Feld außerhalb der festgefügten Institutionen, wo sich Leute mit gemeinsamen Interessen treffen, austauschen und zusammenschließen. Draußen in der analogen Welt kann das ein Café sein, ein Co-WorkingSpace, ein selbst organisiertes Barcamp oder ein FabLab für Digitalbastler. Aber es könnte auch eine Volkshochschulgruppe sein, in der man kunstvolle Decken bestickt und dann auf dem Flohmarkt oder auf der Kunsthandwerk-Netzplattform etsy anbietet. [...] digitale Zivilgesellschaft, die sich der Diktatur widersetzt. Aber natürlich gehören zu civic alle Arten von Web-Inhalten und Lebenszeichen.* [...]
Was könnte es den durchschnittlichen Guerilla-LernerInnen nützen, mit Code und Software Entwicklung grundsätzlich vertraut zu sein? Darauf gibt es drei Antworten: Informatisch denken lernen, Web Literacy und die Fähigkeit zur digitalen Kollaboration.

Informatisch denken lernen ist nicht dasselbe wie "Informatik-Wissen" erwerben. Es geht darum, die innere Logik von Software-gesteuerten Prozessen besser verstehen zu lernen. Das sei auch für die Allgemeinbildung von Bedeutung, sagt Beat Döbeli Honegger, der selbst Informatiker und Professor an einer pädagogischen Hochschule ist. Letztlich geht es um Systemdenken, "das modellierende, vernetzte Denken, um Systeme der Wirklichkeit zu beschreiben zu simulieren und zu verstehen". Ich stimme dem zu, konzentriere mich im folgenden aber auf die Schnittmenge mit Web Literacy. [...]
Im schulischen Informatikunterricht programmieren die SchülerInnen üblicherweise entweder kleine Roboter oder Sensorenschaltungen (das soll auf industrielle Ingenieurstätigkeit vorbereiten) oder es werden Grundkenntnisse in Office-Programmen vermittelt (das soll auf Bürotätigkeiten vorbereiten). Das Web kommt in der Regel zu kurz, dabei ist gerade hier die wichtigste Schnittstelle zwischen Kulturwelt und Datenwelt. Alle 'weichen' digitalen Literanzen haben irgendwie mit dem Web zu tun. Für die Nonprofit-Firma Mozilla, die unter anderem den Open Source-Browser Firefox entwickelt, hat ein Team, zu dem auch nach Belshow gehörte, ein sehr sinnvolles Curriculum für code-bezogene Webkompetenzen ausgearbeitet.
Auf eine interaktiven Webseite sieht man dort alles auf einen Blick und kann auf einzelne Kompetenzen klicken. Dann findet man nicht nur einfache Erklärungen, sondern bekommt kleine Werkzeuge zur Verfügung gestellt, um diese Kompetenzen im kleinen praktischen Projekten spielerisch zu entwickeln. Diese Mozilla-Seite ist vorbildlich. Man könnte sie ohne großen Aufwand ins Deutsche übertragen. Eigentlich sollte das in allen Schulen benutzt werden, aber anscheinend macht das kaum jemand. Es ist kaum zu verstehen, warum nicht Mozilla und auch Wikimedia nicht privilegierte Partner der Schulen sind, wenn es um Iinformatorische Bildung geht. Aber in den unzähligen deutschen MINT-Programmen spielen das Web und die Web Literacy bislang kaum eine Rolle. [...]

Damit ist die dritte wichtige
Web Literacy-Komponente angesprochen, die im weiteren Sinn mit dem Coden und der Informatik zusammenhängt. Es geht darum, eigene Fähigkeiten zu entwickeln, die in gemischten Teams brauchbar und anschlussfähig sind. Auch hier werden viele Fähigkeiten gebraucht, die kaum mit einem tieferen Verständnis von Code und Informatik zu tun haben – organisieren, präsentieren, recherchieren, kommunizieren, texten, kreativ gestalten, Zahlen erheben und auswerten, und so weiter.

Viele Leute kommen in einer hochdigitalisierten Umgebung glänzend zurecht, ohne selbst je ein Stück Quellcode gesehen zu haben. Dazu gehören nämlich die ganzen Abläufe in einer vernetzten Welt, die indirekt durch die Digitalisierung betroffen sind. Informationen werden so umgeformt, Prozesse so definiert und Ziele so gesetzt, dass sie dann von Programmen und Programmierern sinnvoll bearbeitet werden können. Es geht darum, die eigenen Fähigkeiten in die Zusammenarbeit einzubringen und so anschlussfähig zu machen, dass das Team Projekte für eine digitalisierte Welt entwickeln kann. [...]
Design Thinking ist im Kern eine gute Idee, die abgeleitet wurde aus der Arbeit der Leute, die Web-Anwendungen entwerfen und gestalten, bevor man sich mit der konkreten Programmierung beschäftigt. Daraus entstand im Silicon Valley ein Methoden-Baukasten, der dann vom SAP-nahen Hasso Plattner-Institut in Potsdam auch nach Deutschland importiert wurde. Oft ist Design Thinking allerdings nicht viel mehr als ein mehr oder minder anregendes Kreativitäts-Larifari für Wochenend-Workshops. Wenn es aber ernsthaft betrieben wird, ist es eine eigene Disziplin, in der es darum geht, in konzentrierter und zeitraubender Teamarbeit komplexe Problemlösungen zu finden.


Eigentlich geht es darum, dem verengten Blickwinkel der IT-Ingenieure wie auch dem Wunschdenken der Marketingleute zu entkommen. Gute Design Thinking-Methoden zielen auf eine Haltung, die pragmatisch und empathisch zugleich ist. Sie rücken die Perspektive der real existierenden Menschen und ihren unübersichtlichen, und ordentlichen Alltag in den Blick [...]. So verstanden ist Design Thinking eng verwandt mit den emanzipatorischen Idealen des Guerilla-Lernens.
So verstandene Design-Kompetenzen sind tatsächlich für fast alle nützlich, die sich in der digitalisierten Welt durchschlagen. Das ist sozusagen die Hintertür, durch die die verdrängten sozial- und kulturwissenschaftlichen Methoden in die verarmte MINT-Welt wieder einsickern. MINT ist in aller Munde, für die Zahlenmenschen ist überall gesorgt, aber welches griffige Etikett halt die andere Hälfte, die wir in der digitalen Gesellschaft und Wirtschaft mindestens genauso brauchen? 
[...] für den Anfang stelle ich ZONS zur Diskussion: Zeichen, Organisation, Netzwerk, System.
Z steht für die Disziplinen, die sich nicht wie Mathematik mit Zahlen und Formeln befassen, sondern mit Zeichen und Texten. So wie es mathematische Kompetenzen gibt, gibt es auch Zeichenkompetenzen – es geht dann darum, Texte zu verstehen, zu analysieren, zu verformen und in neuen Formen zusammenzustellen. Das geht weit über das hinaus, was die akademische Semiotik abdeckt. (Semiotik ist die Wissenschaft von den Zeichen.) Solche Zeichenkompetenzen kann man grundsätzlich in allen Kultur- und sprachwissenschaftlichen Fächern erwerben und einüben. Bisher geschieht das nur am Rand, aber gerade jetzt beginnen sich mit den sogenannten Digital Humanities Disziplinen zu entwickeln, die Schriftsprache als Teil des neuen digitalen Informationsraums behandeln.


Als Leser fühle ich mich von Belshaw angesprochen, wenn ich hier Martin Lindner (mit seiner Zustimmung) ausführlich zitiere oder wenn ich immer wieder auch kleine Gesprächsergebnisse mit meinen Netzbekannten auf Wikiversity festhalte. Und überhaupt bei diesem gesamten Blog, der zu großen Teilen auf copy & paste + Links mit Kurzkommentaren beruht.

zum Kontext:
https://fontanefanopco11.blogspot.com/2019/04/martin-lindner-die-bildung-und-das-netz.html

Montag, 25. März 2019

Martin Lindner: Die Bildung und das Netz: Bildung - Begriffsklärung


"Bildung ist nicht zeitlos, und ist sie auch keine individuelle Angelegenheit. Hier entfalten sich nicht einfach verschiedene Persönlichkeiten, entsprechend ihren natürlichen Anlagen. Die Persönlichkeiten werden entfaltet, geprägt und geformt im kulturellen, politischen und eben auch technischen Systemen. Scheinbar ganz persönliche Bildungserlebnisse sind von Anfang an geprägt durch die gesellschaftliche Situation. Bildung zur Zeit Humboldts war ganz anders als Bildung um 1900 oder Bildung um 1935. Und die Bildung, die ich selbst in den 1970er Jahren erfahren habe, ist eine ganz andere als die Bildung, die meine Tochter 35 Jahre später erfährt.
Das Schlagwort Digitale Bildung meint immer: erneuerte Bildung. Bildung unter den Bedingungen des großen Umbruchs seit etwa 1990, der alle westlichen Gesellschaften betrifft. Das ist auch, aber eben nicht nur ein technologischer Umbruch. Vielleicht noch nicht einmal in erster Linie.
Wie haben sich die grundsätzlichen Bedingungen verändert, die unser lebenslanges Lernen, unser Wissenwollen und Wissenmüssen prägen? Was hat das zu tun mit dem epochalen Change, der seit den 1990er Jahren überall ausgerufen wird? Es gibt keinen passgenauen Überbegriff dafür, aber so ungefähr weiß man, wovon die Rede ist, wenn die bekannten Schlagworte fallen: Globalisierung, Automatisierung, Individualisierung, Ökonomisierung, Wissensgesellschaft. Neoliberalismus und Prekariat gehören auch dazu. All diese Schlagworte beschreiben Aspekte des globalen Wandels, der zeitlich zusammenfällt mit der Digitalisierung [...]
Mir gefällt die eingängige und vieldeutige Metapher am besten, die Thomas Friedman als roten Faden für sein bekanntes Buch über die Globalisierung benutzt hat: "Die Welt ist flach". Der New York Times-Chefkolumnist ist berüchtigt dafür, komplexe Entwicklungen auf allzu simple, allzu einleuchtende Formeln zu reduzieren. Natürlich ist das zu simpel. Aber wenn man das Schlagwort wertfrei nimmt, bietet "Verflachung der Welt" einen nützlichen Blickwinkel, gerade weil es so umfassend und vage ist. Vor allem passt es gut auf die digitalen Informationsströme, die immer schneller, breiter und weltumspannender werden. Mit der Netz hat sich die digitale Sphäre um die Welt gelegt, die jederzeit alles mit allem in Verbindung setzen kann. Das betrifft Geld und Kapital, Produktions- und Logistikketten, wissenschaftliche Daten und Ideen, die Pop-Kultur und sogar die globalisierungsfeindlichen Ideologien der Islamisten und rechtsextremen Nationalisten.

Flach bedeutet: Schützende Grenzen und Einigungen werden brüchig – wirtschaftlich, gesellschaftlich und technologisch. Unsere Lebenswelt fühlt sich offener und unsicherer an. Das gilt nicht nur global, sondern auch regional, bis hinein in die tiefste Provinz. [...]

Im Blog des Weltwirtschaftsforums wurde gerade wieder prophezeit, das größte Unternehmen des Jahres 2030 werde ein Bildungstechnologie-Unternehmen sein. Weltweite Massenkurse, aber die Lehrenden werden keine Professoren-auf-Videos mehr sein, sondern künstlich-intelligente Bots. Sie personalisieren jeden Lehrplan für jede einzelne Person, und die Lernenden werden dann viermal oder gar zehnmal so schnell lernen. Das sagt ein weißbärtiger Thinktank-Futurist voraus, von dem man praktisch ausschließen kann, dass er selbst nennenswerte Erfahrungen mit dem Lernen im Netz gesammelt hat."

Donnerstag, 7. März 2019

Chinas abgeschottetes Internet, ein landesweites Intranet

"[...] Den Begriff "Außennetz" – auf Chinesisch waiwang – hörte ich 2018 zum ersten Mal. Bis vor wenigen Jahren war auch in China das Internet einfach das Internet: Die Great Firewall, die Große Zensurmauer, war durchlässig genug, um nicht zwischen Innen und Außen unterscheiden zu müssen. Seit Xi Jinping die Zensur allerdings Jahr für Jahr verschärft und immer mehr ausländische Websites sperren lässt, gleicht das Internet in China zunehmend einem hermetisch abgeriegelten Intranet. Wer heute zwanzig ist und nicht im Ausland war, kennt Google, Facebook, Twitter und YouTube in der Regel nur vom Hörensagen.[...]" Xifan Yang: "Winnie Puh, der gefährliche Bär", ZEITmagazin 7.3.2019, S.15

Montag, 21. Januar 2019

Zur Entwicklung des Internets

"Von einer stieg die Zahl der Internetseiten innerhalb der vergangenen 28 Jahre auf knapp zwei Milliarden – die genaue Zahl findet sich stets aktuell hier." 
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/netzkonferenz-dld/zur-dld-multimedia-dossier-die-vermessung-des-webs-15995388.html

Sonntag, 16. September 2018

Frauen glänzen nicht nur durch Schönheit

Laureen Gambino berichtet im Guardian von einem afrikanischen Wettbewerb, in dem sich Mädchen und Frauen von 13 bis 25 Jahren durch brillanten Einsatz von IT-Kenntnissen für Gemeinschaftsprojekte hervortun können.
Die Siegerin bekommt finanzielle Unterstützung für die Realisierung ihres Projekts.

mehr dazu:
Zur Situation in Ruanda:
"[...] The government has set a target of achieving gender parity in the information communications technology sector by 2020, an ambitious goal in a worldwide industry notorious for its lack of diversity. But through educational campaigns, scholarships and mentorship programmes, Rwanda is determined to become a global leader for women in ICT.
“It’s a good place to be a woman in tech right now,” Kunda says of Rwanda.
Before the genocide of 1994, it was uncommon for women in Rwanda to own land, receive a formal education or hold jobs outside of the home. After the atrocity, the country’s surviving population was 60-70% female, according to contemporary accounts.
President Paul Kagame, who has led Rwanda with an iron fist since 2000, realised that advancing women was the only way forward and has championed their rights ever since.
Rwanda now leads the world in female representation in parliament, due in part to a quota system that reserves seats for women. Gender rights are enshrined in the national constitution and laws were changed to give women the right to inherit land and obtain credit.
As a child, Rosine Mwiseneza, who was orphaned during the genocide, recalls watching the women around her stepping into leadership roles in government and civil society. They became police officers, accountants, butchers, shop owners. Girls went to school and competed alongside boys for internships and scholarships.
Mwiseneza was studying business management at Kepler University in Kigali when she entered the Ms Geek contest in 2016. Her idea was for an automated irrigation system that would help farmers cultivate their fields year-round as opposed to just during the rainy season.
Mwiseneza says she was astounded when she won the competition. In that moment, she remembered her parents and all the hardships she had endured.
“It was very difficult to believe,” she says. “I started thinking of everything that had passed before that day and I began to cry.”
As well as rapid economic growth and rising standards of living, Rwanda is fast becoming a highly digitised society.
In 2013, the Akilah Institute, Rwanda’s first college exclusively for women, launched a diploma in information systems. The programme, which started off enrolling just 10 students each year, has expanded sixfold in the five years since it opened. [...]" (The Guardian 28.5.2018)

Miss Geek Africa (englische Wikipedia)

Samstag, 19. Mai 2018

Loescher über Wikipedia und Internet

"Die Verknüpfung einzelner Internet-Dokumente durch Hyperlinks, Metadaten und Tags führe zu einer prinzipiell unabgeschlossenen Lektüre. „Niemand liest das Netz. Anders beim Buch: Es ist autonom rezipierbar, ja, es muss als zusammenhängendes Argument und Narrativ ‚abgeschritten‘ werden.“ Im Netz fehle „der Sog des kohärenten Narrativs“.
Loescher fordert die diversen sozialwissenschaftlichen Disziplinen auf, „unsere Sorge über verändertes Informationsverhalten der Digital Natives“ nicht der Kulturkritik zu überlassen. Das Problem bestehe darin, dass viele Wissenschaftler nicht über den Tellerrand der eigenen Disziplin hinausblickten. „Da der Umbau des Schiffes jetzt und auf hoher See erfolgt, können wir nicht warten, bis die Digital Natives Texte produzieren, statt sie zu verlinken.“[1]" (Wikipedia Kurier 19.5.18)

Montag, 30. April 2018

25 JAHRE HTML

"Forscher um Tim Berners-Lee haben vor 25 Jahren Webseiten für alle zugänglich gemacht. Doch der gewaltige Erfolg hat so manche Schattenseite. Heute versucht der Physiker, Menschen die Kontrolle über ihre Daten zurückzugeben. [...]
Eine der vielen aktuellen Unternehmungen von Berners-Lee ist folgerichtig das „Solid“-Projekt am MIT, das eine Software entwickelt, die den Menschen die Kontrolle über ihren digitalen Zwilling, also die über ihre persönlichen Daten erhalten – und diese von den Apps und Servern, die sie erfassen, trennen soll. Mit Solid kann man entscheiden, wo die Daten gespeichert sind – auf dem Handy zum Beispiel, auf einem Server, in der Cloud oder an einem anderen Ort. Derzeit sind Buchvorlieben möglicherweise bei Amazon gespeichert, Musikpräferenzen bei iTunes, die Freunde finden sich auf Facebook. Solid zielt darauf ab, diese Daten an einem Ort der eigenen Wahl vorzuhalten. Dann wären die großen Internetkonzerne nicht mehr dazu in der Lage, auf der Basis dieser Daten so glänzende Geschäfte zu machen – und sich im Rennen um die besten Datensammlungen zur Auswertung durch Künstliche Intelligenz einen uneinholbaren Vorsprung zu verschaffen. [...]"
" (25 JAHRE HTML:So wurde das Internet zum Netz für alle, FAZ 30.4.18)



Samstag, 13. Mai 2017

Asterix mit Internet im Regenwald?

Sarayaku wurde bekannt durch den bis heute anhaltenden Widerstand gegen die von der ecuadorianischen Regierung beschlossene Erschließung des ihr gehörenden Regenwalds für die Erdölförderung durch den argentinischen Erdölkonzern Compañía General de Combustibles (CGC), was mit Enteignung ihres Landes und Umweltzerstörung verbunden wäre.[1] Die Einwohner verfügen über eine Satellitenschüssel und nutzen mit ihrer eigenen Website das Internet für ihren Kampf. Eine Solaranlage sorgt mitten im Regenwald für Strom, der für den Betrieb eines Internetcafés* benötigt wird. Finanziert wurde die moderne Technik unter anderem durch Spenden und den Verkauf eines Filmes von Eriberto Gualinga. Er dokumentierte den Widerstand seines Dorfes auf DVD.[2] 
(Seite „Sarayacu“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 10. März 2017, 21:53 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Sarayacu&oldid=163467708 (Abgerufen: 13. Mai 2017,11:03 UTC))

"Sarayacu (Kichwa Sarayakuist eine Kichwa-Ortschaft am Bobonaza-Fluss im ecuadorianischen Teil Amazoniens und hat ungefähr 1.200 kichwasprachige Einwohner." (ebenda)

mehr dazu in Publik Forum

*  sieh auch: Internet im Regenwald