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Montag, 10. März 2025

Auswirkungen des Lockdowns in der Coronazeit


























Ein Bericht aus dem Bergsträßer Anzeiger vom 10.3.2025 in der Rubrik Aus aller Welt, S.6

Da sehr schlechte Auflösung hier zum Text der letzten beiden unteren Spalten:

Urlaub nur unter Corona-Auflagen möglich.
Als sich die Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 weltweit zuspitzt, befinden sich noch über 100.000 Deutsche im Ausland. Am 17. März spricht die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung aus und kündigt Rückholaktionen an. Sonderzüge bringen die Menschen zurück, da reguläre Verbindungen bereits eingestellt wurden.
Im Sommer 2020, als sich die Lage etwas entspannt, reisen, trotz Pandemie viele Menschen in den Urlaub. Bayern richtet für Reiserückkehrer aus ganz Deutschland kostenlose Teststationen an den Grenzen und Flughäfen im Freistaat ein. Doch es kommt zu einer Panne: Zehntausende Menschen warten teils mehrere Tage auf ihr Testergebnis, darunter auch 900 positiv Getestete. [...]
Keine Einschränkungen mehr für Geimpfte.
"Die dritte Welle scheint gebrochen", stellt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am 7. Mai 2021 fest. Mit Blick auf eine zunehmende Anzahl an geimpften. Menschen stimmt der Bundestag für eine Aufhebung zahlreicher Einschränkungen für diese. So brauchen Geimpfte und Genesene beispielsweise keine negativen Tests mehr zum Einkaufen oder beim Friseur. Sie können sich außerdem ohne Einschränkungen treffen. Deutschland tritt damit in eine neue Phase der Pandemie. dpa

Link zu Geimpfte und Genesene2G-Regel

Allgemeine Links zu COVID und Corona:



Dienstag, 27. Juli 2021

 Lockdown in armen Ländern: »Je gerettetem Erwachsenen würden 1,7 Kinder sterben« Spiegel online 27.7.21

"[...] Sehr vereinfacht ist es so: Ein Lockdown führt recht sicher in eine ökonomische Rezession. Wir sehen anhand von Daten aus dem vergangenen Jahr bereits, dass Lockdown-Staaten Verluste von bis zu 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts verzeichnen. Das bedeutet, die Einkommen der Haushalte verringern sich. In den ärmsten Ländern haben die Menschen keine Ersparnisse, um das auszugleichen. Die Regierung hat ebenfalls nicht die Mittel. [...]

Die reichsten Länder haben eine deutlich ältere Bevölkerung mit vielen Menschen im Alter von über 65 Jahren, die sehr vulnerabel gegenüber dem Virus sind. In den ärmsten Ländern ist nur ein geringer Anteil der Bevölkerung so alt. Stattdessen gibt es sehr viele junge Menschen unter 15 Jahren und Kinder unter fünf Jahren. Sie sind wenig gefährdet durch das Virus, aber sehr vulnerabel gegenüber den Risiken einer Wirtschaftskrise. [...]"

Freitag, 9. April 2021

Ein begründetes Urteil zur Beurteilung der gegenwärtigen Lockdownstrategie

 https://twitter.com/michael_huether/status/1380569168664260614

Der Verfasser verweist darauf, dass sie nicht alternativlos ist.

Er versucht keinen Beweis, dass eine andere Strategie erfolgreicher wäre.

In der Tat liegen bei erfolgreicheren Staaten andere Ausgangsvoraussetzungen vor. Das beweist freilich auch nicht, dass andere Strategien hier nicht ebenfalls erfolgreicher sein könnten. Es käme auf den Versuch an.

Dienstag, 28. April 2020

Offenbar ist der Spiegel bereit, per Gastbeitrag Fake News zu verbreiten

Unter der url https://www.spiegel.de/[...]-ein-zweiter-shutdown-ist-unmoeglich verbreitet der Spiegel einen Gastbeitrag von René Schlott unter der Überschrift "Ein zweiter Shutdown ist unmöglich".
Das ist offenkundig eine Falschaussage, da keine einzige Aussage des Textes einen Hinweis auf die Unmöglichkeit einer Zurücknahme der Lockerungen des Lockdowns enthält, sondern nur allerlei Argumente dafür, dass er nicht sinnvoll sei.
Weshalb verbreitet der Spiegel solch einen Gastbeitrag?

Dagegen ist die Aussage
"Ich möchte mir von Frau Merkel nicht sagen lassen, dass ich mir die Hände waschen muss" von Frank Castorf Spiegel vom 28.4. ein ernst zu nehmender Diskussionsbeitrag.
Darüber lässt sich jederzeit diskutieren, über Fake News nicht.

Donnerstag, 9. April 2020

"Zuhause bleiben" zu können ist eine unverdiente Möglichkeit

So sehr es von vielen als Zumutung empfunden werden wird. Zuhause bleiben ist eine Chance, die vielen Millionen nicht gegeben wird. Nicht den über 70 Millionen, die gegenwärtig unterwegs sind: auf der Flucht vor unerträglichen Verhältnissen oder wie die Wanderarbeiter in Indien, die in großen Mengen zu Tausenden ohne jeden Sicherheitsabstand durch das Land ziehen, weil sie vertrieben worden sind.

Dazu Arundhati Roy:

"Der Lockdown funktionierte wie ein chemisches Experiment, bei dem Verborgenes plötzlich sichtbar wird. Geschäfte, Lokale, Fabriken und der Bausektor wurden geschlossen, und während sich Wohlhabende und Mittelschichten in ihre geschlossenen Wohnanlagen zurückzogen, fingen unsere Städte und Megastädte an, ihre Einwohner aus der Arbeiterschicht, die Wanderarbeiter, auszustoßen wie unerwünschte Substanzen. Viele wurden von Arbeitgebern und Vermietern vertrieben. Millionen verarmter, hungriger, durstiger Menschen, Junge und Alte, Männer, Frauen, Kinder, kranke Menschen, blinde Menschen, Menschen mit Behinderungen, die sonst nirgendwo hinkonnten und keine öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung hatten, machten sich auf den langen Fußmarsch nach Hause in ihre Dörfer. Tagelang marschierten sie, von Delhi aus in Richtung Badaun, Agra, Azamgarh, Aligarh, Lucknow, Gorakhpur – Hunderte Kilometer weit. Einige von ihnen starben unterwegs.
Ihnen war klar, dass sie zu Hause womöglich langsam verhungern würden. Vielleicht war ihnen auch klar, dass sie möglicherweise das Virus mitbringen und ihre Familie anstecken würden, ihre Eltern und Großeltern in der Heimat. Doch sie brauchten so dringend ein kleines bisschen Vertrautheit, Unterschlupf und Würde, außerdem Essen, wenn nicht gar Liebe. Einige wurden unterwegs brutal zusammengeschlagen und gedemütigt von der Polizei, die Befehl hatte, die Ausgangssperre streng durchzusetzen. Junge Männer wurden gezwungen, sich hinzuhocken und wie Frösche auf der Autobahn zu hüpfen. Vor der Stadt Bareilly wurde eine Gruppe zusammengetrieben und mit einem Desinfektionsmittel besprüht. Die Regierung befürchtete, die flüchtenden Menschen würden das Virus in die Dörfer tragen. Und so schloss sie ein paar Tage später die Grenzen zwischen den Bundesstaaten sogar für Menschen, die zu Fuß unterwegs waren. Menschen, die schon einen tagelangen Marsch hinter sich hatten, wurden gestoppt und mussten in Lager in den Städten zurückkehren, die sie gerade zwangsweise verlassen hatten." (Arundhati Roy: Durch das Tor des Schreckens, ZEIT 16/2020)

Freitag, 3. April 2020

Vom Umgang mit der Krise

Jeremy Farrar argumentiert: "Billionen für die Rettung der Wirtschaft, aber nur Millionen für die Exit-Option Medizin – es passt nicht zusammen. Wer auf der Suche nach dem Ausweg Kosten und Nutzen vergleicht, der müsste auf die globale Forschung setzen. Jeremy Farrar hat die Hoffnung, dass dabei schnell etwas herauskommt." (ZEIT 15/2020, S.19)
Clemens Fuest kündigt über die wirtschaftlichen Folgen des Lockdown an: 
"Die Menschen werden damit zehn Jahre zu tun haben. Sie werden nicht jeden Tag daran denken, aber die Schulden, die wir jetzt aufhäufen, die wirtschaftlichen Verluste werden wir wohl mindestens ein Jahrzehnt spüren."  (ZEIT 15/2020, S.20)

Beide sehen bei ihrer Betrachtung vom Klimawandel ab. Das ist in ihrem Zusammenhang völlig verständlich. 
Aber bei einem Blick auf das kommende Jahrzehnt zeigt: 
So wie unsere gegenwärtige Wirtschaft funktioniert, macht sie den Klimawandel mittelfristig unbeherrschbar. In einem Jahrzehnt mit dem Umbau anzufangen, wäre zu spät. Die - vergleichsweise kurze - Krise darf nicht die Kapazitäten zur Erhaltung alter Strukturen verschwenden, der schlagartige Wandel (die Disruption) muss genutzt werden, die Voraussetzungen für die Eindämmung der langfristigen Krise zu schaffen.

Zum größeren Zusammenhang:
Vergleich von Coronaepidemie und Klimawandel

Sonderbeispiel Indien:
Arundhati Roy: Durch das Tor des Schreckens  Zeit, 16/2020  8.4.2020
"Indiens Regierung macht das Riesenland dicht, die Armen werden heimatlos. [...]

Am 11. März erklärte die Weltgesundheitsorganisation Covid-19 zur Pandemie. Zwei Tage später, am 13. März, ließ das indische Gesundheitsministerium verlauten, es handele sich "nicht um einen gesundheitlichen Notstand". Am 19. März wandte sich dann schließlich der Premierminister, Narendra Modi, an die Nation. Viel Hausaufgaben hatte er nicht gemacht: Er guckte sich die Vorgehensweisen einfach bei Frankreich und Italien ab. Er erklärte uns die Notwendigkeit des "Social Distancing" (leicht nachvollziehbar für eine Gesellschaft, die derart vom Kastensystem durchdrungen ist) und rief eine eintägige "Ausgangssperre des Volkes" für den 22. März aus. [...] Er erwähnte nicht, dass Indien bis zu diesem Moment Schutzbekleidung und Beatmungsgeräte exportiert hatte, statt sie für das medizinische Personal und die Krankenhäuser des Landes zu behalten. [...]
Am 24. März um 20 Uhr trat Modi erneut im Fernsehen auf und gab bekannt, dass ab Mitternacht für ganz Indien ein Lockdown gelte. Die Märkte würden geschlossen. Öffentlicher und Individualverkehr würden untersagt. Wie Modi erklärte, traf er diese Entscheidung nicht nur als Premierminister, sondern auch als unser Familienältester. Wer sonst könnte ohne Rücksprache mit den Bundesstaaten, die sich mit den Folgen würden auseinandersetzen müssen, bestimmen, dass eine Nation von 1,38 Milliarden Menschen in den Lockdown gehen soll – ohne jegliche Vorbereitung und innerhalb von vier Stunden? Seine Methoden vermitteln entschieden den Eindruck, dass Indiens Premierminister die Bürger für eine feindliche Macht hält, die man überrumpeln und überraschen muss und der auf keinen Fall zu trauen ist."