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Montag, 27. November 2023

Beim Stellungskrieg setzen Russland und Ukraine jetzt verstärkt auf Drohnen

https://www.fr.de/politik/offensive-russland-ukraine-krieg-drohnen-schahed-schwarz-luftraum-verteidigung-kiew-zr-92696013.html

https://www.fr.de/politik/ukraine-russland-krieg-drohnen-roboter-waffen-moskau-kiew-zr-92696371.html

 Drohnen statt Menschen zu verheizen ist offenbar eine humanere Strategie. Praktisch heißt das, dass die europäischen Staaten mit dem Öl und Gas, das sie - zum Teil auf dem Weg durch die Ukraine, zum Teil über andere Staaten aus Russland beziehen, den russischen Krieg und mit ihren Finanzhilfen an die Ukraine den ukrainischen Krieg bezahlen. 

Das bedeutet mit der Zerstörung wichtiger Infrastruktur mehr CO2-Ausstoß für die Herstellung der Waffen und Wiederbeschaffung der zerstörten Werte eine Beschleunigung des Klimawandels. Und wegen der mit Drohneneinsatz verbundenen Tötung von Bewohnern des jeweils feindlichen Landes Finanzierung der Tötung von Zivilisten statt Soldaten. 

Dienstag, 16. August 2022

Kulturgeschichte Europas: Commonwealth

 In Kindlers Kulturgeschichte Europas handeln der Band 16 über "Europäische Kolonialreiche im 18. Jahrhundert" (708 Seiten der Taschenbuchausgabe) und Band 17 über "Das britische Commonwealth" (837 Seiten). 

Verständlich, aber doch bemerkenswert. Eine eigene Art von Eurozentrismus.

Was einerseits fragwürdig ist, hat andererseits schon Sinn. Immerhin beschäftigt sich Nicholas Mansergh in "Das britische Commonwealth" speziell mit der Definition des Begriffs, und dieser Begriff ist nun einmal spezifisch britisch (und insofern europäisch) wie überhaupt die dauerhafte Vereinigung von Staaten in einer engen Verbindung ohne Aufgabe ihrer nationalen Eigenart nach meiner Einschätzung überhaupt ziemlich typisch europäisch ist. Die EU ist das bekannteste Beispiel dafür (die USA das prominenteste Gegenbeispiel), die meisten anderen Vereinigungen von Staaten waren entweder sehr kurzlebig oder auf Abschleifung der nationalen Eigenarten ausgerichtet.

Die Sowjetunion, die länger bestanden hat als bisher die EU, war dadurch gekennzeichnet, dass eine gewisse Russifizierung stattfand, und ging von einem europäischen Zentrum aus. 

Der Begriff  "Das britische Commonwealth" wurde schließlich durch "The Commonwealth of Nations" ersetzt (im Deutschen freilich fast durchweg nur mit Commonwealth wiedergegeben. Und Mansergh beschäftigt sich auf 75 Seiten nur mit der Entstehung des Begriffs und des Übergangs vom Empire zum Commonwealth.

Zumindest für mich sehr ungewohnt ist, dass dabei Empire stets mit "Reich" übersetzt wird, wo doch das Empire in seiner Ausprägung sich sehr von anderen Reichen wie "Römisches Reich" oder "Zarenreich", aber auch von anderen Kolonialreichen unterschieden hat, eben darin, dass es mehr Siedlerkolonien als diese enthielt und dass es sich in eine Staatengemeinschaft wie den Commonwealth überführen ließ.

https://en.wikipedia.org/wiki/Commonwealth_of_Nations

https://en.wikipedia.org/wiki/Archibald_Primrose,_5th_Earl_of_Rosebery

erste Formulierung des Commonwealthgedankens

https://de.wikipedia.org/wiki/Jan_Christiaan_Smuts Betonung auf die Nationen gelegt (S.53)

Rolle der Siedlungskolonien und späteren Dominions

Liste der Dominions 

Erfahrungen Indiens in der Zeit des Empire 

 Massaker von Amritsar 13.4.1919 (S.39)

"das darauf hin verhängte Kriegsrecht, die öffentlich vollstreckte Prügelstrafe und der Befehl, dass Inder an dem Ort, wo eine Missionarin tätlich beleidigt worden war, vorbeikriechen mussten." (S.39) Die "Kriechergasse (Crawling Lane) Amritsars" wurde in Indien als Symbol der Unterdrückung durch die Briten zum geflügelten Wort. (S.39/40) 

O’Dwyer , der Gouverneur des Punjab "lobte General Reginald Dyers Verhalten, das zum Massaker von Amritsar führte, und befürwortete das Massaker als „korrekte Handlung“.[1][2" (WikipediaDazu O’Dwyers Rechtfertigung: Michael O’Dwyer: India as I Know It, London, 1925..

"Während der Nationalismus sich in den späteren Entwicklungsphasen des Commonwealth als der wichtigste Faktor erwies, blieb die Commonwealth–Idee selbst im wesentlichen weiterhin liberal. Dieser Umstand erklärt sowohl die Weise als auch die Begrenzung ihres Gehalts." ("Das britische Commonwealth", S. 42)

Als J[...] Nehru während des Zweiten Weltkriegs im Gefangenenlager[...] inhaftiert war, erinnerte er sich empört an das Denkmal auf dem General Nicholson, der beim Entsatz der indischen Hauptstadt im September 1857 an der Spitze seine Leute tödlich verwundet wurde 'immer noch das alte Delhi mit gezücktem Schwert bedroht'. Nach der Unabhängigkeit wurde es folglich entfernt; nur der Sockel erinnert noch an den Standort in den Gärten jenseits des Kashmirtors. Während aber die die Commonwealth–Idee solche nationalistische Zurückweisung der symbolischen Heldenfiguren des Reiches einschloss, blieb sie – obwohl nicht ganz unbeeinflusst von Ihnen – für die extremeren Vertreter des Nationalismus unempfänglich." ("Das britische Commonwealth", S. 42/43)

Britisch Nordamerika / Kanada S.61-115
Südafrika S.116-180
Australien / Neuseeland S. 181-224
Die Kolonialkonferenzen 1887-1911 S.225-288

2. Teil: Das britische Commonwealth der Nationen S.289 ff.

Der Krieg als Katalysator S.289-337
Irland: Die Dominion-Regelung S.338-383
Nicholas Mansergh erläutert sehr genau die Positionen der verschiedenen Akteure: Lloyd George und sein überraschender Kurswechsel vom "Frühsommer 1921" (S.365) auf Verhandlungen, die Unionisten in London und Ulster und den Verfechtern einer Republik Irland, hier stattdessen eine Zusammenfassung der Wikipedia: 
"Der fehlgeschlagene Aufstand an Ostern 1916 löste einige Jahre Guerillakrieg in Irland aus. Führend darin waren Patrick Pearse (1879–1916), Michael Collins (1890–1922), Roger Casement (hingerichtet 1916) [sowie Joseph Mary Plunket, ebenfalls 1916 hingerichtet] und Éamon de Valera (1882–1975). Die Sinn Féin, obwohl selbst nur unwesentlich am Aufstand beteiligt, wurde zum Mittelpunkt der Unabhängigkeitsbewegung. Bei den Unterhauswahlen von 1918 gewann Sinn Féin 80 % der irischen Mandate und bildete aus diesen Abgeordneten den First Dáil, das erste irische Parlament seit 1801. Éamon de Valera wurde zum Präsidenten der Republik Irland gewählt und der Aufbau einer parallelen Regierungs- und Verwaltungsstruktur begann. Die britische Regierung erklärte den Dáil unverzüglich für illegal. Der folgende Irische Unabhängigkeitskrieg (1919–1921) führte 1921 zum Anglo-Irischen Vertrag, der für 26 der 32 irischen Countys die Unabhängigkeit von Großbritannien garantierte. Aus den Provinzen MunsterLeinster und Connaught sowie drei der neun Countys von Ulster wurde der Irische Freistaat (englisch Irish Free-State) gebildet. Die sechs nördlichen Countys von Ulster bildeten Nordirland und blieben Teil des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland." (Geschichte Irlands)
Was Irland als Home Rule angeboten wurde, war weit weniger, als es die Siedlungskolonien als Dominions schon hatten. (S.358)
Von 1919 bis 1921 "kämpfte die Irish Republican Army (IRA) einen Guerillakrieg gegen die britische Armee"  Das "Ende des Unabhängigkeitskriegs bildete der Anglo-Irische Vertrag. Durch den Vertrag erhielt das südirische Gebiet den Status eines Dominion, ähnlich dem vom Kanada. Dies ging über das hinaus, was Ende des 19. Jahrhunderts Parnell angeboten worden war, und war etwas mehr, als das, was die Irish Parliamentary Party bisher auf konstitutionellem Weg erreicht hatte. Durch diesen Vertrag wurde 1922 der irische Freistaat geschaffen, doch Nordirland hatte die Möglichkeit aus dem Vertrag auszusteigen und Teil des Vereinigten Königreiches zu bleiben, was schließlich auch geschah." (Wikipedia)
"Irland wurde gezwungen, einem freien Bund beizutreten. Dieser Widerspruch, diese Belastung, die der verfassungsrechtlichen Stellung eines Dominions auferlegt wurde, als Lloyd George am 5. Dezember 1921 mit einem Ultimatum die Verhandlungen abbrach, heftete sich wie eine Klette an sie, die erst abgeschüttelt wurde, als die verfassungsrechtliche Stellung eines Dominions selbst abgelegt wurde." (Mansergh, S. 379)

Die verfassungsrechtliche Stellung der Dominien und die Zolltarifreform 1921-1936 S.384-446
Indien: Ein unbestimmtes Ziel S.447-486
Befriedung und Krieg: Die Rolle des Commonwealth S.487-533

3. Teil: Das Commonwealth S.577 ff.




Freitag, 25. Dezember 2020

Europa - Schule - Saarbrücken - Bad Vilbel - Luxemburg

 https://www.europamachtschule.de/das-programm/standorte/saarbruecken/

Die ESRM ist eine vollständig akkreditierte Europäische Schule, die den vollen Service, der im Curriculum der Europäischen Schulen vorgesehen ist, anbietet und darüber hinaus in der glücklichen Position ist noch mehr anzubieten... 

Die seit 1956 in Luxemburg angesiedelte älteste Europäische Schule hat an PISA teilgenommen. Sie konnte die Punktzahl der führenden Teilnehmerländer (Taiwan, Korea, Finnland) übertreffen. Nach OECD Standard sind Europäische Schulen bis zu zwei Jahren den öffentlichen Schulsystemen in Deutschland an Wissensvermittlung voraus. Die Schulen unterrichten multilingual.

Mittwoch, 15. Mai 2019

Bevölkerungsdichte europäischer Länder




Niederlande 412 E/km²
Belgien 373 E/km²
Malta 316 E/km²
Luxemburg 232 E/km²
Deutschland 231 E/km²

Mittwoch, 3. April 2019

Europa im 20. Jahrhundert

Geert Mak: "In Europa" Eine Reise durch das 20. Jahrhundert. Aus dem Niederländischen von Andreas Ecke und Gregor Seferens. Siedler Verlag, München 2005. 

"Geert Mak ist einer der bekanntesten Journalisten der Niederlande. Er ist aber auch ein Erzähler. Man spürt, welchen Spaß es ihm macht, aus einem Fakt eine Geschichte zu machen. Mit retardierenden Spannungsmomenten, mit verblüffenden Schlüssen. Die 944 Seiten von "In Europa" erzählen Hunderte kleiner Geschichten. Manche sind ein paar Seiten lang, manche nur ein paar Sätze. Ein andermal wieder liebt er es, die Fakten selbst sprechen zu lassen. Aber aus ästhetischen oder, nennen wir es beim Namen, aus effekthascherischen Gründen. So wenn er daran erinnert, dass die Staatsausgaben, die Margaret Thatcher drastisch hatte senken wollen, in ihrer Regierungszeit gerade mal von 42,5 Prozent des Bruttosozialprodukts auf 41,7 Prozent zurückgingen. Das ist ein Schlag tief in die Magengrube des Mythos von der Eisernen Lady. 

Wer es lieber langweilig hat und umständlich, weil er sich sonst an der Nase herum geführt fühlt - es soll solche Einfaltspinsel unter den Lesern geben - der sei vor Mak gewarnt. Mak weiß seine Akzente zu setzen, und er sieht seine Aufgabe darin, der Leser nicht nur zu interessieren, sondern ihn hineinzuziehen in das Buch, in die Geschichten und die Geschichte dieses vermaledeiten Europa in diesem schrecklichen 20. Jahrhundert. Geert Mak hat dabei immer die Gegenwart vor Augen." (Arno Widman)

Montag, 4. Februar 2019

Dieter Langewiesche: Krieg, Der gewaltsame Lehrer

Gespräch mit Dieter Langewiesche (Video)

Vom Wiener Kongress an lässt sich eine Unterscheidung zwischen gehegtem Krieg (regional begrenzt und der Idee nach nicht die Zivilgesellschaft einbeziehend)  und dem ungehegten Krieg machen. (Gehegter Krieg als "regulative Idee")
Gehegter Krieg setzt voraus, dass beide Seiten ihn führen wollen und auch können (setzt ein Mindestmaß an Staatlichkeit voraus).

Die Kolonialkriege der Europäer bezogen immer die Zivilgesellschaften der Gegner ein, waren also durchweg "ungehegt".
Callwell war der wichtigste Theoretiker der Kolonialkriege.
Großbritannien war jahrzehntelang in jedem Jahr in einen Kolonialkriege verwickelt.

Die Revolutionen von 1848 sind gescheitert, weil sie militärisch von Preußen bzw. Russland niedergeschlagen wurden. Dennoch ging die Nationenbildung voran.
Bei dem Krieg Preußens gegen Frankreich waren die nationalen Emotionen so groß, dass die süddeutschen Fürsten sich auf die Seite Preußens stellten, so dass es eine deutsch-französischer Krieg wurde.

Die Formulierung "Der gewaltsame Lehrer" stammt von Thukydides, der sie im Zusammenhang seiner Darstellung des Peloponnesischen Krieges entwickelte.

Dienstag, 5. Dezember 2017

"Weißes Europa" - Der twitternde Jura-Professor

Professor Thomas Rauscher, Mitglied der juristischen Fakultät der Universität Leipzig postete auf Twitter einen Artikel der Süddeutschen Zeitung, der rechtsextreme Demonstrationen am polnischen Unabhängigkeitstag thematisiert, und kommentierte: "Polen: 'Ein weißes Europa brüderlicher Nationen. Für mich ist das ein wunderbares Ziel!"
(ZEIT Campus online 3.12.17 mit 1300 Kommentaren)

Es erhob sich ein Proteststurm.
Wie weit darf ein Professor gehen? Welche Reaktionen sind angemessenß

Sonntag, 6. August 2017

Ivan Krastev: Europadämmerung

Ivan KrastevEuropadämmerung suhrkamp 2017


Dazu E. v. Thadden: "[...] unsere Welt war seit 1989 zunächst auch das Leben in Staaten, die noch nicht vom millionenfachen Fortziehen ihrer Bürger gen Westen geprägt waren."

Donnerstag, 22. Juni 2017

Macron spaltet

Darin gleicht er Trump.
Im Unterschied zu diesem macht er keinen Hehl daraus. Das überlässt er dem Wahlsystem und den Kommentatoren.

Er spaltet Frankreich und versucht, Europa zu einigen. Auch dort, indem er eine Koalition der Eliten zu schmieden versucht.

Die Frage ist: Kann haltbar sein, was auf einem gespaltenen Fundament ruht?
Nur: Wem nutzt es, wenn auch Europa gespalten ist?
Wo ist der europäische Obama?
Obama hat ein gespaltenes Land übernommen und versucht, es wieder zusammenzuführen.
Das ist ihm nicht gelungen.
Dann also doch spalten wie Trump?

Samstag, 18. Februar 2017

Münkler: "Den" Westen gibt es nicht mehr

Die enge Kooperation zwischen USA und Europa, die es in der 2. Hälfte des 20. Jhs gab, wird es nicht wieder geben.
"Die politische Linke ist zum Schutzherrn aller denkbaren Minderheiten zerfasert, aber sie hat dabei die kleinen Leute aus den Augen verloren."
Herfried Münkler im Interview der FR, 18.2.17

Debatte zwischen Ian Kershaw und Herfried Münkler über den "großen Krieg" FR 20.10.16

Samstag, 5. März 2016

Europabewusstsein

"Europa, dieses große Versprechen" von Steffen Dobbert, Elisa Simantke, Alena Hrachová, Henry King und Agon Kamberi ZEIT online 4.3.16 "Ist ein geeintes Europa noch nötig, und überhaupt möglich? Junge Europäer beantworten dieselben Fragen wie Albert Einstein vor fast 100 Jahren. Was hat sich verändert?"

Dienstag, 1. September 2015

Ist Europa mit Flüchtlingen überfordert?

Merkel macht Flüchtlinge zur Chefsache 
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Montag in Berlin größere Anstrengungen Deutschlands im Umgang mit der Flüchtlingskrise angekündigt. Zudem forderte sie mehr Zusammenarbeit innerhalb der EU. Endlich übernimmt Merkel die Führungsrolle in Europa, jubeln einige Kommentatoren. Andere halten ihre Einstellung zu Flüchtlingen für naiv. 


Corriere del Ticino - Schweiz
Endlich übernimmt Deutschland Führungsrolle 
Europa kann sich glücklich schätzen, dass jemand in der Flüchtlingskrise vorangeht, urteilt die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "In Kriegen und Notständen zeigt sich, wer Führungskraft besitzt. Eine Mangelware in Europa. Mit einer Ausnahme: Angela Merkel. Ihre Stellungnahme in der Flüchtlingsfrage ist dazu bestimmt, die kontinentale Machtgeografie nachhaltig zu verändern. ... [...]  Wenn Deutschland eine höhere Verantwortung und die Führung nicht nur in der Wirtschaft sondern auch in strategischen Fragen übernimmt, sollte dies kein Grund zur Sorge für die europäischen Partner sein. Die Gespenster der Vergangenheit sollten ruhen." (01.09.2015) 

» zur Homepage (Corriere del Ticino)
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Contributors.ro - Rumänien
Rumänien könnte Einwanderer gut gebrauchen 
In Rumänien haben bis Ende Juni dieses Jahres lediglich rund 700 Menschen Asyl beantragt. Das ist zu wenig, meint die Migrationsforscherin Andreia Ghimis im Blogportal Contributors: "Nach Angaben des Nationalen Statistikamts nimmt die demographische Alterung bei uns stetig zu. Zusammen mit dem Fakt, dass Rumänien weiterhin ein Auswanderungsland ist, könnte dieses Phänomen sehr negative Folgen für das rumänische Renten- und Sozialsystem haben. Wir brauchen also ausländische Arbeitskräfte (die aufgrund der niedrigen Gehälter nur schwer zu finden sind)." (31.08.2015) 

» zum ganzen Artikel (externer Link, rumänisch)
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Magyar Nemzet - Ungarn | Montag, 31. August 2015

Huntingtons Kampf der Kulturen wird Realität, meint Károly Loránt

Europa stehen große Konflikte der aufnehmenden Gesellschaften mit den Migranten bevor, glaubt der Journalist Károly Loránt in der konservativen Tageszeitung Magyar Nemzet und fordert die Politik auf, das Buch Kampf der Kulturen des US-Politologen Samuel P. Huntington neu zu lesen: "Die Konflikte sind nicht darauf zurückzuführen, dass die Menschen der einen oder anderen Zivilisation gut oder schlecht sind oder zu der einen oder anderen Rasse gehören. Und auch nicht darauf, dass die wirtschaftlichen Interessen einander zuwiderlaufen, sondern darauf, dass die unterschiedlichen Kulturen die Welt anders wahrnehmen, was sich in absehbarer Zukunft auch nicht ändern wird. [...] Es wäre angebracht, Huntington neu zu lesen, vielleicht ist es noch nicht zu spät." (31.08.2015)

Warum die Tschechen Flüchtlinge fürchten, erklärt Petr Honzejk

Während die Flüchtlinge in Westeuropa als Menschen mit einem persönlichen Schicksal wahrgenommen werden, sind sie für die Tschechen eine graue, gesichtslose und bedrohliche Masse, konstatiert der Journalist Petr Honzejk in der wirtschaftsliberalen Hospodářské noviny: "Der Respekt gegenüber dem Einzelnen, der sich im Westen über lange Jahrzehnte herausbildete, wurde bei uns in 40 Jahren Kommunismus unterdrückt. Kein Wunder, dass wir jetzt ein Problem damit haben, den einzelnen Migranten respektvoll zu begegnen. ... Wir haben zudem die Erfahrung dunkler Mächte, gegen die jede Verteidigung zwecklos war. Die Nazis kamen aus dem Westen, die Bolschewisten aus dem Osten. Menschen im Westen haben keine solch komplexbeladene Erfahrung der Machtlosigkeit. ...." (01.09.2015)

Le Figaro - Frankreich
Merkel blauäugig gegenüber Flüchtlingen 
Die Aussage Merkels, dass Deutschland noch mehrere hunderttausend Flüchtlinge aufnehmen kann, findet die konservative Tageszeitung Le Figaro naiv: "Es mag sein, dass es in Deutschland für hunderttausende Migranten im Erwachsenenalter Beschäftigungsmöglichkeiten in der Industrie und im Dienstleistungsbereich gibt, doch in Italien, Spanien und Frankreich ist das nicht der Fall. Diese Länder sind nicht einmal dazu in der Lage, ihrer eigenen Jugend Jobs anzubieten. … Merkel scheint den Menschen ausschließlich als wirtschaftendes Wesen anzusehen. In Wahrheit ist er jedoch vor allem ein kulturelles Wesen. Warum sonst hat es in schwedischen Vorstädten [2013] Krawalle gegeben, wobei doch in diesem Land kaum Arbeitslosigkeit herrscht? Offenbar ist Europa die soziale und kulturelle Integration der muslimischen Arbeitsmigranten der sechziger Jahre und ihrer Nachkommen noch nicht vollständig gelungen. Seltsam, dass Angela Merkel sich weigert, dies festzustellen." (01.09.2015) 

» zur Homepage (Le Figaro)
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Freitag, 14. August 2015

Flüchtlingskrise belastet Europa

Linie

Flüchtlingskrise belastet Europa 
Täglich flüchten Menschen vor Krieg und Armut und suchen Schutz in Europa. Zwischen den EU-Mitgliedstaaten herrscht Streit über Aufnahmequoten, die Behörden sind oft überfordert, Teile der Bevölkerung lehnen Asylbewerber ab. Beim Umgang mit den Flüchtlingen steht Europas moralische Glaubwürdigkeit auf dem Spiel, meinen Kommentatoren und blicken mit Sorge in die Zukunft. 

Irish Independent - Irland
Europa darf keine Festung sein 
Die Tendenz in vielen Staaten Europas, sich gegenüber Flüchtlingen abzuschotten anstatt ihnen zu helfen, ist beschämend, meint Kolumnistin Martina Devlin in der konservativen Tageszeitung Irish Independent: "Warum herrscht diese Geisteshaltung einer Festung Europa vor, obwohl doch weithin akzeptiert wird, dass es sich bei dem, was an den Küsten passiert, um eine Notsituation handelt? ... Auch wenn diese Menschen keinen Rechtsanspruch darauf haben, in Europa zu sein, haben sie nicht zumindest einen moralischen Anspruch auf Schutz? Verschafft ihnen nicht allein die Tatsache, dass sie ebenfalls Menschen sind, dieses Anrecht? Vor 70 Jahren, nach Ende des Zweiten Weltkriegs mussten sich viele Länder fragen, ob sie genug getan hatten, um den Holocaust zu verhindern. Einige mussten beschämt den Kopf hängen lassen. Nun ist es Zeit, die gleiche Frage zu stellen." (13.08.2015)