Fehler, die man vermeiden sollte ZEIT 15.4.2025
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Sonntag, 20. April 2025
Donnerstag, 6. Juli 2023
Pflege: "Ich habe Gott immer um Kraft gebeten"
"[...] Woher haben Sie Ihren Glauben?
Schubert: Es ist ein Geschenk, das ich früher einmal bekommen habe durch den Segen am Ende des Kindergottesdienstes. Das ist für mich bis heute das Wichtigste.
Gab es Momente, in denen Ihnen der Glaube abhandengekommen ist?
Schubert: Nein. Das ist ja das Schöne. Auch in den schlimmsten Situationen. Ich habe Gott immer um Kraft gebeten. Merkwürdigerweise habe ich wenig um Verzeihung gebeten. Müsste man ja eigentlich auch.
Was ist Gott denn für Sie?
Schubert: Es gibt etwas, auf dem alles beruht, ein konstruktives Prinzip – das ist für mich Gott. Alle Blumen, alle Sterne, alles, was es gibt. [...]"
Samstag, 9. Juli 2022
Pflegeratgeber
Mittwoch, 5. Mai 2021
Moralische Verletzung in der Pflege
"Eine Impfpflicht für Pflegepersonal? So etwas kann nur fordern, wer keinen Schimmer davon hat, wie tief die moralischen Verletzungen sind, unter denen diese Berufsgruppe schon seit Langem leidet.
Wenn er höre, so Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Anfang dieser Woche, "dass sehr wenige Pflegekräfte sich impfen lassen", dann müsse man über eine Impfpflicht für diesen Berufsstand nachdenken. Das ist eine bemerkenswerte Ansage, und zwar nicht nur, weil die Datenlage über die Impfverweigerer im Pflegewesen unklar ist. Bemerkenswert ist sie vor allem, weil sie erneut zeigt, wie wenig darüber nachgedacht wird, warum es diese Zögerlichkeit unter Pflegenden gibt. Aus meiner Sicht und nach dem Austausch mit vielen beruflich Pflegenden hat dies weniger medizinische als vielmehr politisch-moralische Gründe.
Schon seit Jahren herrscht ein Missverhältnis zwischen den Risiken und Zumutungen, die dieses Land beruflich Pflegenden aufbürdet, und der Anerkennung, die sie dafür zurückbekommen. Aus einem solchen Missverhältnis kann eine gefährliche Entfremdung wachsen. Niemand sollte sich wundern, wenn dieser Wertschätzungsmangel unter anderem umschlägt in den Gedanken: "Nein, impfen lasse ich mich für euch nicht auch noch!"
Völlig selbstverständlich scheinen Bevölkerung und Politik davon auszugehen, dass es die Pflicht der Pflegenden sei, sich als Erste gegen Corona impfen zu lassen. Menschen, die sich nicht impfen lassen wollten, hätten am Pflegebett nichts zu suchen, heißt es in einem Kommentar des Spiegels: "Für sie gilt dasselbe wie für eine Soldatin, die nicht kämpfen möchte: Beruf verfehlt." Die Kriegsmetapher ist in der Tat treffend – allerdings auf eine ganz andere Art, als der Autor dieses Satzes denkt. [...]"
Von Monja Schünemann, Die ZEIT 13.1.21
Franziska Böhler: Krankenschwester über Intensivzeit: „Schaue, dass am Ende des Tages alle noch leben“, Focus 6.12.2020
13 Jahre lang arbeitete Franziska Böhler als Intensiv-Krankenschwester. Mit Leidenschaft und am Limit. Sie wechselte wegen ihrer Familie. Wegen Corona-Überlastung werden viele Kollegen gehen, ist sie sich sicher. Dann haben wir nächstes Jahr ein gravierendes Problem. [...]
Ich bin mit einem blutenden Herz gegangen. Denn ich war von Herzen gern Intensivkrankenschwester.
Doch mein kleiner Sohn fragte eines Tages: Mama, warum bist du eigentlich immer weg? Als er zu mir sagte, er möchte am Wochenende nicht immer nur mit der Oma oder dem Papa allein sein, habe ich entschieden, dass sich etwas ändern muss. Denn mein Mann ist Arzt, hatte viele Wochenendschichten. Ich als Intensivkrankenschwester ebenso. Also hatten wir kaum Zeit als Familie mit den beiden Kindern. Das wollte ich so nicht mehr. [...]"
Samstag, 26. Mai 2018
Das Geschäft mit der Altenpflege
Wie ist das gerade in der Altenpflege möglich?
"Jeder Betreiber schließt alleine oder gemeinsam mit anderen einen Vertrag mit den Pflegekassen ab. Dabei wird ein kalkulatorischer Gewinn veranschlagt, den Pflegekassen etwa bei 4 % festmachen. Der tatsächliche Gewinn weicht jedoch regelmäßig davon ab."
(Publik Forum, 25.5.2018, S.14)
Er hängt von der Produktivität der Unternehmen ab.
Wie kann man die erhöhen?
Durch Arbeitsverdichtung, also Pflege von mehr Personen in kürzerer Zeit bei geringeren Kosten für Arbeitslohn. Also auf Kosten der Pflegebedürftigen und des Pflegepersonals.
Wie kam es dazu?
"Niemand zwang die Politiker in Deutschland oder anderen Ländern, einen [privaten] Pflegemarkt zu schaffen. Als sie es taten, folgten sie dem neoliberalen Zeitgeist der in den 1900 neunziger Jahren in der Privatisierung öffentlicher Angebote ein Mittel für höre Effizienz sah und pries.
Die Politik wollte angesichts ja alternden Bevölkerung vor allem die Kosten für die öffentliche Hand im Pflegebereich begrenzen. Dazu mobilisierte sie privates Kapital für anstehende Investitionen. Mehr als die Hälfte der Altenheime befindet sich mittlerweile in privater Trägerschaft – Tendenz steigend." (Publik Forum, 25.5.2018, S.14)
"Korian ist ein französisches Unternehmen, das in Frankreich, Deutschland, Italien und Belgien in vier Kernbereichen aktiv ist: Pflegeeinrichtungen, Rehabilitationszentren für Senioren, Betreutes Wohnen und Ambulante Pflegedienste. [1] Der Unternehmensname „Korian“ kann auf das japanische Wort „kokoro“ zurückgeführt werden, was im Deutschen ‚Herz‘ bedeutet."