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Mittwoch, 21. Mai 2025

Flüchtlingslager für palästinensische Flüchtlinge

 Wikipedia

Lager für palästinensische Flüchtlinge



Die im Palästinakrieg und Sechstagekrieg geflohenen und vertriebenen Palästinenser wurden in 58 Flüchtlingslagern im Westjordanland und Gazastreifen, in JordanienSyrien und dem Libanon aufgenommen, wo sie und ihre Nachkommen teilweise bis heute leben und vom Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) versorgt werden. Die Integration der Flüchtlinge in die Bevölkerung wurde auch in den arabischen Staaten teilweise behördlich unterbunden. Die Zelte sind zwischenzeitlich durch feste Bebauung ersetzt worden, der Begriff „Lager“ (als kurzzeitiges Provisorium) ist damit sachlich nicht mehr korrekt. Der Gebrauch dieses Begriffs ist hier mehr politischer Natur, um den ungeklärten Status der Bewohner zu verdeutlichen. Der Unterschied zu politischen Gemeinden ist jedoch, dass das Land nicht den Bewohnern gehört, sondern sich noch immer in staatlichen oder privaten Besitz befindet und nur der UNRWA zur Verwaltung überlassen ist.[11] Es gibt daher auch keine politische Vertretung wie Gemeinderat und Bürgermeister.

Zurzeit bestehende Flüchtlingslager mit Anzahl der Bevölkerung und Jahr der Entstehung (Stand: Juli 2014):[12]

Westjordanland

Im Westjordanland befinden sich 19 Flüchtlingslager mit 762.288 registrierten Flüchtlingen.

  • 1948, Aqabat Jaber bei Jericho (S), 6.400
  • 1948, Ein Sultan bei Jericho, 1.900
  • 1949, Far’a zwischen Nablus und dem Jordantal, 7.600
  • 1949, Fawwar bei Hebron (S), 8.000
  • 1949, Jalazoun bei Bir Zait (S), 11.000
  • 1949, Kalandia zwischen Jerusalem und Ramallah, 11.000
  • 1949, Amari bei Ramallah/Al-Bireh, 10.500
  • 1949, Deir Ammar zwischen Ramallah und Nablus, 2.400
  • 1949, Daheishe bei Bethlehem (S), 13.000
  • 1950, Aida bei Betlehem (NW), 4.700
  • 1950, Al-Arroub zwischen Bethlehem und Hebron, 10.400
  • 1950, Askar bei Nablus (NO), 15.900
  • 1950, Balata bei Nablus (O), 23.600
  • 1950, 'Azza (Beit Jibrin), 1.000
  • 1950, Ein Beit al-Ma' (Camp No. 1), 6.750
  • 1950, Tulkarem, 18.000
  • 1952, Nur Shams bei Tulkarem (O), 9.000
  • 1953, Dschenin, 16.000
  • 1965, Shu’fat in Ostjerusalem (N), 11.000

Gazastreifen

Im Gazastreifen befinden sich 8 Flüchtlingslager mit 1.258.559 registrierten Flüchtlingen.

  • 1948, Al-Shati (Beach camp), 87.000
  • 1950, Bureij, 34.000
  • 1948, Dair al-Balah, 21.000
  • 1948, Dschabaliya bei Gaza (NW), 110.000
  • 1949, Khan Yunis, 72.000
  • 1949, Maghazi, 24.000
  • 1948, Nuseirat bei Gaza (S), 66.000
  • 1949, Rafah, 104.000

Jordanien

In Jordanien befinden sich 10 Flüchtlingslager mit 2.097.338 registrierten Flüchtlingen.

  • 1948, Amman New Camp (Wihdat), 51.500
  • 1948, Jebal al-Hussein, 29.000
  • 1948, Irbid, 25.000
  • 1949, Zarqa, 20.000
  • 1967, Souf, 20.000
  • 1967, Talbieh, 7.000
  • 1968, Baqa’a, 104.000
  • 1968, Jerash, 24.000
  • 1968, Husn, 22.000
  • 1968, Marka, 53.000

Libanon

Im Libanon befinden sich 12 Flüchtlingslager mit 449.957 registrierten Flüchtlingen.

  • 1948, Bourj el-Barajneh, südlicher Vorort von Beirut, 17.945
  • 1948, Ein el-Hilweh, Vorort von Sidon, 54.116
  • 1948, El-Buss, 2 km südlich Tyros, 11.254
  • 1949, Nahr al-Bared, 16 km nördlich Tripoli, 5.857
  • 1949, Schatila, 9.842 (siehe Massaker von Sabra und Schatila)
  • 1948, Wavel, bei Baalbek, 8.806
  • 1952, Mar Elias, Vorort von Beirut, 662
  • 1954, Mieh Mieh, 4 km östlich Sidon, 5,250
  • 1955, Beddawi, 5 km nördlich Tripoli, 16,500
  • 1955, Burj al-Shemali, 3 km östlich Tyros, 22.789
  • 1956, Dbayeh, 12 km östlich Beirut, 4.351
  • 1963, ar-Raschidiya, südlich Tyros, 31.478

Syrien

In Syrien befanden sich 2011 9 Flüchtlingslager (davon 3 inoffiziell *) mit 526.744 registrierten Flüchtlingen.

  • 1948, Sbeineh, 22.600
  • 1948, Neirab, 20.500
  • 1948, Dscharamana, 18.658
  • 1949, Khan Eshieh, 20.000
  • 1949, Homs, 22.000
  • 1950, Daraa, 10.000
  • 1950, Hama, 8.000
  • 1950, Chan Dunoun, 10.000
  • 1955-6, Latakia*, 10.000
  • 1957, Yarmouk*, 148.500
  • 1962, Ein El-Tal*, 6.000
  • 1967, Qabr Essit, 23.700

Sonntag, 5. November 2023

Fayez Sayegh

Zitate aus: Markus Schaub am 29.12.2023

 https://twitter.com/M_Schaub/status/1608553384633860096

Sayegh wurde in Syrien als Sohn eines presbyterianischen Ministers geboren und begann sein politisches Leben als er der Syrian Social Nationalist Party beitrat, einer von der NSDAP inspirierten pansyrischen Bewegung, die 1932 von Antoun Sa'ada gegründet wurde, einem libanesischen Christlich-Orthodoxen, der darauf bestand „Al Za'iem“ (arab. „Der Führer“) genannt zu werden. Sein Artikel „Groß Syrien“ (1943) lieferte das Modell für alle nationalistischen Bewegungen in der gesamten Levante. Sa'ada's intellektuelles Gebäude baut auf der organischen Einheit zwischen Boden und Nation auf, die er zu vorislamischen heidnischen Ursprüngen zurückführte, ähnlich dem nationalsozialistischen „Blut und Boden“, verstrickt in einen ewigen Kampf.

Zurück zu Fayez Sayegh, er verliebte sich in die SSNP, trat ihr 1938 bei und wurde ihr Repräsentant an der American University of Beirut. Im selben Jahr ging Sa'ada nach Brasilien, was Sayegh die Möglichkeit gab, zu glänzen und 1943 zu einem der prominentesten Namen im neugeborenen Libanon zu werden. 1944 wurde er Vorstand für Kultur und Medien der SSNP. Er wurde schnell zu dem Mann, der die intellektuellen Linien, die Botschaft und die Doktrinen der SNNP definierte.

Sayegh war der Erste, der Sartres Kritik an Rassismus und Neokolonialismus auf Israel anwandte und argumentierte, dass das, was für Algerien, Kongo und Vietnam galt, auch für Israel galt.

Er war auch der Hauptautor der UN-Resolution 3379 von 1975 die Zionismus mit Rassismus gleichsetzte und 1991 aufgehoben wurde. (Für Kofi Annan war die Resolution 3379 ein Tiefpunkt in der Geschichte der UN).

 https://twitter.com/M_Schaub/status/1608553384633860096

Sayegh, der der nationalsozialistischen Ideologie nahestand und Antisemit blieb, hat sicher wesentlich dazu beigetragen, den Kampf für Selbstverwaltung der Palästinenser bei der  internationalen Linken anschlussfähig zu machen, insofern sie für Emanzipation, Bürgerrechte, ein Recht auf Widerstand. und Selbstverteidigung sowie allgemeine Menschenrechte eintrat. Das gelang ihm, indem er auf Algerien, die Afroamerikaner, den Kongo und Vietnam verwies.

Insofern bin ich Markus Schaub dankbar, dass er auf ihn aufmerksam macht. Doch wenn er die Siedlungspolitik Israels damit zu rechtfertigen versucht, das Westjordanland sei "bereits jüdisches Land [gewesen], bevor es durch Römer, Araber und Osmanen kolonisiert wurde" (Schaub), dann begibt er sich auf eine Argumentationsebene, die noch weit unsicherer ist als die, die Ludwig XIV. und Friedrich II. für ihre Eroberungspolitik im 17. und 18. Jahrhundert heranzogen.

Freitag, 20. April 2018

David Grossmann über Israels Zukunft

"[...]  Ich wünsche unserer Regierung, dass sie weniger verschlagen wäre und dafür klüger. Man darf ja träumen. Man darf auch Errungenschaften bewundern. Für Israel lohnt es sich
zu kämpfen. 
Unseren palästinensischen Freunden wünsche ich dasselbe: ein Leben in Unabhängigkeit, Freiheit und Frieden und den Aufbau einer neuen veränderten Nation. Und ich wünsche mir, dass in siebzig Jahren unsere Enkel und Urenkel, palästinensische wie israelische, hier stehen und ihre jeweilige Nationalhymne singen. Aber einen Vers werden sie zusammen singen können, auf Hebräisch und Arabisch: „ein freies Volk zu sein in unserem Land“. Und dann wird es vielleicht, endlich, eine zutreffende Beschreibung für beide Völker sein."  (FAZ 19.4.2018)

Dienstag, 21. Juli 2015

Merkel und die Palästinenserin

Reem weint, Angela Merkel streichelt Hannoversche Allgemeine, 16.7.15

"Politik hat Folgen, auch für eine Bundeskanzlerin. Aber wohl nicht allzu oft wird Angela Merkel so unmittelbar damit konfrontiert. In Rostock war es jetzt ein herzerweichend weinendes Mädchen aus dem Libanon. Mit ihrer Reaktion erntete Merkel im Internet Häme und wütende Kommentare. Der NDR hat jetzt ein ungekürztes Video der Szene veröffentlicht."
Youtube (kurz)

Reem: "Es hätte mich noch mehr gekränkt, wenn sie nicht ehrlich gewesen wäre. Ich mag ehrliche Menschen wie Frau Merkel."

Merkel macht keine monarchische Gnadengeste, sie ist ehrlich.
Ärgerlich ist freilich, dass ihre Politik falsch ist.