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Montag, 6. April 2020

Weshalb werden gerade systemrelevante Arbeiten so schlecht bezahlt?

"{´[...] Der Frauenanteil in systemrelevanten Berufen liegt bei 75 Prozent. Noch höher ist er in systemrelevanten Berufen, die wenig angesehen sind und in denen niedrige Löhne gezahlt werden. Krankenpflegerinnen, Hilfen in Arztpraxen, Reinigungskräfte (das sind die, die nun dreimal am Tag durch die Büros laufen und alles desinfizieren), Verkäuferinnen in Supermärkten und Drogerien – laut der sogenannten Magnitude-Prestigeskala, basierend auf repräsentativen Befragungen durch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), liegt das Ansehen dieser Berufe unter dem Durchschnitt.
Berufsgruppen dagegen, die als Männerberufe klassifiziert werden (das heißt, in denen weniger als 30 Prozent Frauen arbeiten), machen nur einen kleinen Teil der systemrelevanten Jobs aus. Und sie genießen durchaus Ansehen, das gilt für IT-Berufe ebenso wie für die Beschäftigten der Luftfahrt. [...]
Offenbar gibt es eine Korrelation zwischen Frau und schlecht bezahlt, nicht anerkannt, nicht gesehen, unentbehrlich. [...] Paradoxerweise liegt gerade in der Unverzichtbarkeit ein Grund für die geringe Anerkennung. Die Arbeit, die Frauen leisten, ist so grundlegend, dass man sie nicht wahrnimmt. Die Böden wischen im Krankenhaus, Äpfelchen für Kita-Kinder schneiden, den Alten die Füße waschen – was soll daran besonders sein? Bricht nicht gerade eine Pandemie aus, erscheint es als selbstverständlich, dass diese Dinge erledigt sind. So wie die Sonne morgens auf- und abends wieder untergeht. Zumal viele der Tätigkeiten denen ähneln, die Frauen zu Hause auch unbezahlt und scheinbar nebenbei erledigen: putzen, kochen, waschen, spülen, kümmern, sorgen, pflegen. [...]" ("Plötzlich Elite",  ZEIT 15/2020, S.3)

Sonntag, 8. März 2020

"He has a Man's heart. It was hard telling him not to go."

Seit 5 Jahren sorgt Diagouraga im Senegal allein für die Familie.
Ihr Mann ist durch die Hölle gegangen, aber er hat Folter, Wüste und Mittelmeer überlebt. Er ist in Italien. Er hat Geld geschickt, aber er meldet sich oft erst nach Monaten, und es ist nur wenig. In Italien muss er zeitweise hungern. Für eine Rückkehr kann er nicht sparen.
"She had thougt about leaving her husband. But she loved him. And how could she leave a man who was only trying to do better for his family?"
(The New York Times 30.12.2019)