Donnerstag, 1. Oktober 2026

Neues zur Raumfahrt

 https://www.zeit.de/suche/index?q=Raumfahrt&mode=7d&type=article&type=gallery&type=video&type=author&type=manualtopic


Damit ist nun fraglich, ob in den kommenden zehn Jahren überhaupt ein Esa-Astronaut aufden Mond reist. Allen voran Deutschland mit seinen Esa-Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer hatte sich hier große Hoffnungen gemacht. Für sie bleibt, Stand jetzt, allenfalls ein Flug um den Mond – als bereits ausgehandelte Tauschleistung für das in Bremen gefertigte Antriebsmodul der Orion-Raumkapseln, mit denen Astronauten in eine Mondumlaufbahn reisen können.

https://www.zeit.de/2026/42/mondlandungen-usa-nasa-esa-jared-isaacman-mondumflug-italien


"Das Projekt Starship hat damit nach nunmehr 14 Testflügen einen beeindruckenden Punkt erreicht: Musk hat die wohl fähigsten Ingenieure des Planeten zusammengebracht, für 15 Milliarden US-Dollar eine gigantische Raketenfabrik in Südtexas hochgezogen. SpaceX hat dort die modernste und größte Rakete aller Zeiten gebaut. Eine Rakete, die anders als alle Vorgängerinnen vollständig wiederverwertbar ist, nach dem Flug ins All sogar vom selben Startturm wieder aufgefangen werden soll, von dem sie zuvor abgehoben ist (was nun Testflug Nummer 15 demonstrieren soll). [...] Um den Mars geht es Musk längst nicht mehr. Im Februar rief er stattdessen völlig überraschend den Mond als Ziel für eine bemannte Siedlung aus – und degradierte auch dieses Projekt schon vier Monate später wieder zum Nebenschauplatz. Da ging SpaceX nämlich an die Börse – und Musk kündigte in Telefonkonferenzen an, aus der Raketenfirma einen der größten Anbieter für KI und globale Kommunikation machen zu wollen. [...]

All das soll sich in einem weitgehend rechtsfreien Raum abspielen: Bisher ist das Allermeiste im Weltall erlaubt, eine strengere internationale Gesetzgebung ist nicht in Sicht. Dabei dürfte sich die Gefahr durch Weltraumschrott durch zehntausende neue Satelliten deutlich verschärfen. Forscher diskutieren außerdem die Möglichkeit, dass altersschwache Satelliten beim Verglühen in der Atmosphäre die Ozonschicht schädigen könnten. Und US-Militärs bereiten sich längst auf einen Schlagabtausch im Orbit vor, der künftig jeden größeren Konflikt auf der Erde begleiten dürfte.

Das Starship wird all diese Probleme eher verschärfen als auflösen. Wenn es neue Möglichkeiten schafft, dann vor allem solche des Machtausbaus und der Monetarisierung der Ressource Weltall – und das auch nur für die USA und ihre engsten Verbündeten. Doch selbst für sie ist es hochriskant, sich bei diesem Thema von einem einzelnen Mann abhängig zu machen. Man muss jedenfalls ziemlich verträumt sein, um darin noch eine Utopie zu sehen."

https://www.zeit.de/wissenschaft/2026-09/spacex-elon-musk-starship-rakete-technik/komplettansicht

Das Starship ist also eine Art vertikal startender Jumbojet für die Schwerelosigkeit. Er dürfte die Raumfahrt so stark verändern, wie keine Rakete zuvor. SpaceX kann nun nämlich pro Start fünf- bis zehnmal so viel Masse wie bisher ins All transportieren. Und das wohl perspektivisch mit noch höherer Taktung als die bereits alle paar Tage startenden Falcon-9-Raketen des Unternehmens. Auch die Preise könnten weiter fallen. Ungeahnte Materialmengen dürften somit in den nächsten Jahren in die Umlaufbahn gelangen.

[...]

All das soll sich in einem weitgehend rechtsfreien Raum abspielen: Bisher ist das Allermeiste im Weltall erlaubt, eine strengere internationale Gesetzgebung ist nicht in Sicht. Dabei dürfte sich die Gefahr durch Weltraumschrott durch zehntausende neue Satelliten deutlich verschärfen. Forscher diskutieren außerdem die Möglichkeit, dass altersschwache Satelliten beim Verglühen in der Atmosphäre die Ozonschicht schädigen könnten. Und US-Militärs bereiten sich längst auf einen Schlagabtausch im Orbit vor, der künftig jeden größeren Konflikt auf der Erde begleiten dürfte.

Das Starship wird all diese Probleme eher verschärfen als auflösen. Wenn es neue Möglichkeiten schafft, dann vor allem solche des Machtausbaus und der Monetarisierung der Ressource Weltall – und das auch nur für die USA und ihre engsten Verbündeten. Doch selbst für sie ist es hochriskant, sich bei diesem Thema von einem einzelnen Mann abhängig zu machen. Man muss jedenfalls ziemlich verträumt sein, um darin noch eine Utopie zu sehen. 

https://www.zeit.de/wissenschaft/2026-09/spacex-elon-musk-starship-rakete-technik/komplettansicht

Montag, 28. September 2026

Sind die Fehler, die im Verlauf der deutschen Einigung gemacht worden sind, immer noch prägend für das Verhältnis zwischen West und Ost?

Ich bin dankbar für die vielen guten Antworten auf diese Frage auf gutefrage.net/ und habe wenigstens einige davon hier festgehalten. 

Zwar gab es auch 1945 keine Stunde 0, aber 1989/90 war der Neuanfang noch weniger grundlegend und die Eliten im Westen waren nicht zureichend verunsichert, als dass man so etwas ernstlich hätte versuchen wollen. 

Etwas Ähnliches wie das Lastenausgleichsgesetz von 1952 (3 Jahre nach der Gründung der Bundesrepublik und 7 nach dem Ende der NS-Herrschaft) wurde zwar versucht (offene Vermögensfragen und Lastenausgleichsgesetz (Wiedervereinigung), aber 40 Jahre nach dem Verlust des Eigentums war es nicht von ähnlicher Wirkung, und die DDR-Eliten wurden für den Umbau nicht so gebraucht wie 1945 die ehemaligen NSDAP-Mitglieder. (ein ambivalenter Sachverhalt!) - Dies ist eine verkürzte Darstellung. Die Aufarbeitung dieser Fragen ist wohl erst im Verlauf kommender Jahrzehnte zu erwarten, wenn überhaupt.

https://www.gutefrage.net/frage/sind-die-fehler-die--im-verlauf-der-deutschen-einigung-gemacht-worden-sind-immer-noch-praegend-fuer-das-verhaeltnis-zwischen-west--und-ost

Ja natürlich.

Fragt man einen Westdeutschen, was sich 1989/90 für ihn geändert hat, sagt er "nichts", fragt man einen Ostdeutsche das Selbe, sagt er "Alles!"

Das verstehen die Westdeutschen bis heute nicht.

Insbesondere die weitestgehende Deindustrialisierung durch die Treuhand hat tiefe Narben hinterlassen.

Viele Betriebe wurden an die Westdeutsche Konkurrenz verhökert, die dann einfach die Patente rausgenommen, die Maschine in die dritte Welt verkauft und die Leute entlassen haben. Nur um nicht mit dem Produkten konkurrieren zu müssen

Für die Belegschaft war das ein Schlag ins Gesicht. Zumal es für die ostdeutsche Belegschaft in der Regel unmöglich war, die vormals volkseigenen Betriebe, die sie ein Leben lang aufgebaut hatten, in Eigenregie zu übernehmen.

Die DDR Bürger wurden im 20. Jahrhundert zweimal enteignet. Erst nach dem zweiten Weltkrieg von den Kommunisten und dann nach der Wiedervereinigung von der Treuhand.

Auch ein Grund warum es im Osten bis heute kaum Vermögen gibt.


@Fontanefan

Man hat halt ohne Vorbereitung den Kapitalismus auf die Ostdeutschen los gelassen und eh die verstanden haben was da passiert, war das Kind auch schon in den Brunnen gefallen.

In anderen Ostblock-Ländern haben zumindest die einheimischen Eliten die Gunst der Stunde genutzt und sind durch die Wendewirren zu Oligarchen aufgestiegen. Im Ostdeutschland hat das das Geld der westdeutschen Eliten verhindert, die sich alles von Wert geschnappt haben eh die ostdeutschen auch nur begreifen konnten was da gerade passiert.

Als es die berühmten "Schlösser für eine Mark" gab, hatten die ostdeutschen auch keine Chance da ein Schloss zu bekommen. Sie konnten ja kein Kapital nachweisen um die Schlösser zu renovieren oder zu unterhalten.


@steefi

Die Ostdeutschen wollen zu Beginn einfach nur Reformen. Dass dann von einem Tag auf den anderen der Kapitalismus eingeführt wurde, muss man eher als Unfall der Geschichte betrachten. Weil Kohl seine Chance für die Geschichtsbücher gesehen hat

Es hätte nicht so laufen müssen, dass dann bis heute 90% der Produktionsmittel in Ostdeutschland Westdeutschen gehören.

Meine Großeltern haben 10 Jahre in Angst gelebt, dass doch noch ein Alteigentürmer aus dem Westen auftaucht und ihnen das Häuschen weg nimmt, dass sie 10 Jahre nach dem Krieg als verlasse Ruine übernommen und wieder aufgebaut haben.

Meine anderen Großeltern mussten aus der Wohnung raus wo sie ihre Kinder großgezogen haben, weil der Alteigentümer eine Luxussanierung durchführen wollte. Und das sind keine Einzelschicksale, sowas kennt jeder im Osten.

Ja, es wurde nicht daran gedacht, das nach der Umstellung von Volkseigen auf Privatwirtschaft, es nicht ausreicht diese unrentablen VEB betriebe durch die Treuhand abzuwickeln, aber es dann den Zufall überlassen, das eventuell neue Arbeitsplätze geschaffen werden. 30 % der Bürger und dazu überwiegend jungen Leute zogen der Arbeit nach, der Rest vergreiste mit der Zeit und die Stimmung drehte sich dadurch, die Wahlergebnisse sind der Beweis dafür.

 Klar, die Fehler von damals führten zu einer Dynamik, die bis heute nachwirkt.

Den Menschen im Osten kann man nur eines vorwerfen: bodenlose Naivität in ihrer Hurra-Euphorie.

Im Westen standen schon die kapitalistischen Haie in den Startlöchern, bereit für die Immobilien-Schnäppchen Jagd.

Selbst der heutige Seniorchef meiner eher mittelständischen privaten sozialen Einrichtung kaufte sich damals ein rundes Dutzend Villen/Häuser auf dem Land oder in mittelgroßen Städten.

Betriebe wurden im großen Stil geschlossen. Selbst produktive Wirtschaftsteile wie z.B. die Werftindustrie, die keinen schlechten Ruf hatte, wurden ganz bewusst gegen die Wand gefahren.

Die Menschen hatten zwar zunächst ein paar DM in der Tasche aber oft keine Arbeit mehr, waren ausgesourced, abgemeldet. Ministerpräsidenten waren fast ausnahmslos zunächst Westimporte. DDR-Bürger hatten in der Politik zunächst kaum eine Stimme.

Man hat die Auswirkungen dieser defacto "feindlichen" Übernahme lange unterschätzt obwohl die Wut von damals schon in Rostock-Lichtenhagen spürbar war und die gleiche Wut heute die AFD-Erfolge befeuert. existieren alle miteinander in einer höchst globalisierten Welt. Wenn sich ringsum die wirtschaftlichen Verhältnisse ändern, betrifft uns das auch hier. Egal ob Ost oder West, aber in strukturschwächeren Gegenden bekanntlich immer zeitiger, als in den etablierten.

Was den "Osten" womöglich vom "Westen" (noch immer) unterscheidet, ist die Interpretation der Lage, und die vermuteten Ursache

Die Ossis wurden durch Treuehändler beraubt. Wir Wessis zahlen immer noch.

Also alle beraubt und geschädigt.

Nicht alle: Vielmehr Absatzmarkt für westdeutsche Betriebe, billige Immobilien Karrieremöglichkeiten für Beamte ...

Donnerstag, 24. September 2026

Judenverfolgung

 Holocaust am Starnberger See

"[...] Der Dachauer Außenlagerkomplex Mühldorf liegt etwa 70 Kilometer östlich von München und besteht aus mehreren Lagern mit rund 8.000 Häftlingen. In den ersten Wochen muss Sigi im berüchtigten »Waldlager« schuften, in dem die Häftlinge in Iglu-artigen Hütten auf dem Boden schlafen und es keine Sanitäranlagen gibt. Später wird er ins Lager Mettenheim überstellt. Die Nationalsozialisten lassen hier eine gewaltige unterirdische Fabrik zur Montage von Militärflugzeugen der Firma Messerschmitt errichten, Deckname »Weingut I«. Die Häftlinge müssen einen Betonbogen bauen, auf dem später Bäume zur Tarnung gepflanzt werden sollen. Sie schleppen 50-Kilo-Zementsäcke, zwölf Stunden am Tag, sechs Tage die Woche, dafür erhalten sie täglich einen Liter Suppe und einen Viertel-Laib Brot. Immer wieder fallen Häftlinge vor Erschöpfung in den nassen Beton und versinken. Die durchschnittliche Überlebensdauer beträgt nur wenige Monate. »Obwohl unser KZ klein war, gab es ein Dutzend Tote jeden Morgen«, erzählt Dan Golomb in Seeshaupt.

Dass er selbst nicht dazugehörte, erklärt er sich später damit, dass er an vielen Tagen, statt auf der Hauptbaustelle zu arbeiten, dem »Sonderkommando« zugeteilt war, das die Leichen abtransportierte. Das war furchtbar, aber weniger anstrengend.

Sigi Golomb ist gegen jede Wahrscheinlichkeit am Leben geblieben. Noch in den letzten Tagen vor seiner Befreiung übersteht er einen Luftangriff der Alliierten, die den Todeszug aus Mühldorf für einen Militärtransport halten. Als US-Soldaten am 30. April 1945 im Seeshaupter Bahnhof die Waggons öffnen, zählen sie mindestens 63 Leichen. Viele, die noch leben, sind so geschwächt, dass sie die nächsten Wochen nicht überstehen. Ein zweiter Zugteil strandet in Tutzing und wird dort befreit.

Jahrzehntelang schweigt Golomb über das Erlebte. Nach dem Krieg geht er zurück nach Jugoslawien, beendet die Schule und beginnt in Belgrad, physikalische Chemie zu studieren. 1948 zieht es ihn nach Israel, wo er seinen verhassten Vornamen ablegt. Als Dan Golomb setzt er nach dem Militärdienst sein Studium an der Hebräischen Universität in Jerusalem fort; 1958 wird er promoviert. In Israel lernt er auch seine spätere Frau kennen, mit der er in die USA auswandert. Viele Jahre arbeitet er dort in einer Forschungsstelle der Luftwaffe, bevor er Forschungsdirektor der noch jungen nationalen Umweltschutzbehörde in Washington wird. Spezialisiert auf Luftveränderungsprozesse und deren Folgen, wechselt er später ans Polytechnikum in Cambridge.[...]"

Mutterrolle heute

 https://www.zeit.de/2026/41/mutterschaft-frauen-familienpolitik-teilzeitmuster-rentenluecke

Selbsthilfegruppen

 https://de.wikipedia.org/wiki/Selbsthilfegruppe (Wikipedia)mit vielen Einzelbelegen

Selbsthilfegruppen

https://www.zeit.de/2026/41/selbsthilfegruppen-gesundheitssystem-chronische-krankheiten-sucht-abstinenz

"Suchtdruck"


Material für Wikipediaartikel

Wikifizierung und Ausbau von Rohartikeln:

Benutzer:Cethegus/Secondhandwaren

Benutzer:Cethegus/Weltordnung


Schulseiten:

Erich Kästner-Schule, Karlsruhe), 

Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ)

Erich Kästner-Schule, Karlsruhe), 

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/unterricht-fuer-majas-beduerfnisse-in-klasse-mit-schwerhoerigen-102.html

Vervollständigung von Listen:

Liste der Bildungseinrichtungen in Mannheim

"In der Liste der Bildungseinrichtungen in Mannheim sind Bildungseinrichtungen für Orte, die zum Stadtkreis Mannheim in Baden-Württemberg gehören, aufgeführt. Die Schulaufsicht für die öffentlichen Schulen im Stadtkreis Mannheim liegt im Bereich der Gymnasien beim Regierungspräsidium Karlsruhe, für die Grund-, Werkreal- und Realschulen, die Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ) und die Gemeinschaftsschulen ist das Staatliche Schulamt Mannheim zuständig.[1]

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit (Stand: 14. April 2020).

Liste der Bildungseinrichtungen im Landkreis Karlsruhe

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Montag, 21. September 2026

Weltordnung

Die Vorstellung einer geordneten Welt, also einer Weltordnung; liegt wohl allen Mythologien zugrunde, auch da, wo es keine geschlossene Götterwelt gibt, dienen Mythologien dazu, die Welt begreifbar zu machen, indem sie das Chaos gliedern und die Welt beseelen. 

In den großen Imperien herrschte nicht selten die Vorstellung, das Imperium sei wie China, das Reich der Mitte, Mittelpunkt der Welt und die Grundlage jeder Weltordnung, gerade weil man nur so wenig über den Erdball wusste. 

Der Begriff Weltordnung wurde daher erst dann aktuell, als mit dem Völkerbund und später mit den Vereinen Nationen Institutionen gegründet wurden, die eine Zusammenarbeit aller Nationen der Welt erreichen sollten.

Mit der Entstehung von Ost- und Westblock erlahmte dann dies Bemühen. Der Versuch, Gorbatschows es fortzusetzen, endete schon früh mir dem Zusammenbuch der Supermacht, so dass die USA als einige verbleibende Supermacht versuchten, eine Neue Weltordnung als US-Hegemonie aufzurichten, während Mächte zweiten Ranges eine Multipolare Weltordnung anstrebten, bei der auch sie mitwirken könnten.  Die Regelbasierte Weltordnung, die eng an die bestehenden Institutionen der Vereinten Nationen  angebunden ist, soll nach diesem Verständnis energisch reformiert werde, während China und Russland sie ganz ablehnen zugunsten einer Multipolarität ohne die traditionelle Vorrangstellung der USA.

Technopolare Weltordnung

"Den Begriff der technopolaren Weltordnung hat der amerikanische Politikwissenschaftler Ian Bremmer geprägt. Er meint eine Ordnung, in der Tech-Konzerne Machtbefugnisse gewinnen, die seit dem Westfälischen Frieden in den Händen der Nationalstaaten waren. Ihr wichtigster Hebel sind ihre Monopole. Indem sie Plattformen, Daten, Kommunikationswege, Suchmaschinen, Cloud-Infrastruktur kontrollieren, beherrschen sie den digitalen Raum.

Schrittweise weiten sie ihre digitale Macht ins Politische aus. Entscheidend ist: Die Konzerne gewinnen politische Macht aktuell weniger im Kampf gegen staatliche Auflagen als vielmehr durch Verschmelzung von digitaler und staatlicher Macht. Genau in dieses zweite Vorgehen reihen sich die aktuellen Kontrollforderungen ein.

Beim Verständnis der technopolaren Machttransformationen hilft ein Blick auf das Selbstverständnis der Tech-Eliten. Aufschlussreich sind Stellungnahmen von Peter Thiel. Thiel hat nicht nur PayPal und Palantir mitgegründet und u. a. Facebook, OpenAI, Anthropic sowie die Wahlkämpfe von Donald Trump und JD Vance mitfinanziert; der „Thielismus“ bildet – nach seinem Biografen Max Chafkin – auch „das dominante Ethos im Silicon Valley“. In Vorlesungen an der Stanford-Universität führt Thiel in Monopolbildung ein. Er stellt sie als „Verschwörung zur Veränderung der Welt“ vor. Verändern will er die liberale Welt, deren Grundprinzipien er ablehnt: die ökonomische „Ideologie des Wettbewerbs“, das politische Rechtsstaatsprinzip und den Pluralismus der Weltanschauungen.

Im Silicon Valley werden die Thielischen Monopolstrategien äußerst erfolgreich umgesetzt. Über ihre Monopole an der digitalen Infrastruktur gewinnen Thiel und seine „Mitverschwörer“ immense ökonomische Macht, Wissensmacht und politische Macht – und bauen damit die technopolare Ordnung auf. Dies beginnt mit volkswirtschaftlichen Transformationen: Die Infrastruktur-Monopole überführen die liberale Konkurrenzwirtschaft in eine postliberale Wirtschaftsordnung der großen Konzerne."

KI Ecosia: "Technopolarität bezieht sich auf die zunehmende Dominanz und den Einfluss moderner Technologie und technokratischer Strukturen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Dabei geht es um die Idee, dass technische Experten und Fachleute – statt gewählter Politiker – zentrale Entscheidungen treffen, insbesondere in Bereichen, die wissenschaftliches oder technisches Fachwissen erfordern. Diese Entwicklung wird oft mit dem Begriff Technokratie verbunden, also einer Herrschaftsform, in der Sachverständige und Technokraten die Politik bestimmen."