Mittwoch, 18. Juli 2018

Ehemaligem Förderschüler steht Schadensersatz zu

"Weil er jahrelang zu Unrecht auf eine Schule für geistige Behinderte gehen musste, steht einem früheren Förderschüler Schadensersatz zu. Das hat das Landgericht Köln entschieden."
(Ehemaliger Förderschüler erhält Schadensersatz SPON 17.7.18)

So sehr man es dem einzelnen Betroffenen gönnt: Wenn jedem, der aufgrund einer Fehlentscheidung von Bildungsinstitutionen der angestrebte Bildungsweg versagt wurde, die Gelegenheit gegeben werden soll, Schadensersatz einzuklagen, stiege der Bedarf an zusätzlichen Richterstellen in astronomische Höhen. 
Der Fall "Nenad M." ist im deutschen Schulsystem mit Sicherheit kein Einzelfall.

Sonntag, 15. Juli 2018

Genscher und Merkel und - "Wir"

Hans-Dietrich Genscher sprach am 30.9.1989 in der deutschen Botschaft in Prag die historischen Worte. "Wir sind gekommen ..." Der Rest ging im Jubelgeschrei der rund 4000 Flüchtlinge unter.
(mehr zur Flucht über die deutsche Botschaft in Prag)

Angela Merkel sagte am 31.8.2015 auf der Sommerpressekonferenz: "Wir schaffen das ..." Es folgten Wochen und Monate einer Willkommenskultur.

Was sind die Gemeinsamkeiten, was sind die Unterschiede?

Es gab ein Problem, dass sich schon länger angebahnt hatte.
Ein wesentlicher Anstoß zur Veränderung ging von Ungarn aus.
Österreich spielte eine verbindende Rolle zwischen Ungarn und Deutschland.
Unter denen, denen die Weiterreise ermöglicht wurde, gab es auch Kriminelle.

Es herrschte Überfüllung,
die sanitären Bedingungen waren gefährlich,
der Zustand war unhaltbar.

Es ging um Flüchtlinge.
Sie waren geflohen, um ein besseres Leben führen zu können.
Schon seit vielen Jahren waren die Menschen geflohen.
Doch dann wurden sie daran gehindert, um Schaden vom Land abzuwenden.
Der Satz mit "Wir" kündigte eine Veränderung an.
Der Satz fand viel Beifall.

Es gab eine Veränderung.
Die Flüchtlinge waren in Not.
Die Mehrzahl der Notleidenden war nicht aufgebrochen.
Wer nicht aufbrach, hatte keine Möglichkeit dazu.
Wer nicht aufbrach, scheute die Veränderung.
Wer nicht aufbrach, wollte lieber die Verhältnisse verändern als ihnen entfliehen.

Die Fliehenden und die Aufnehmenden gehörten zusammen.
Die Fliehenden und die Aufnehmenden saßen in einem Boot.

Mit "wir" waren "wir" gemeint.

Wo sind die Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede?
Wer war mit "wir" gemeint?
Zu welchem "wir" gehören wir?

Wie hätte die Geschichte des Jahres 1989 fortgesetzt werden können, wie die von 2015?
Wer hat wie mitgespielt beim "wir"?

Hat gar diese Geschichte (des Jahres 2018) etwas mit dem Unterschied zwischen "wir" und "wir" zu tun?
Oder diese?




Freitag, 13. Juli 2018

Datenschutzgrundverordnung und die Reaktion von Bloggern

Öffentlichkeit: Die DSGVO und das Blogsterben: Es ist kompliziert netzpolitik.org 27.6.18

"[...] Wir berichten aber auf netzpolitik.org seit Jahren darüber, dass der deutsche Sonderweg, bereits erste Unterlassungsaufforderungen mit saftigen Kostennoten versehen zu können, in manchen Bereichen ein geradezu industrielles Geschäft mit Abmahnungen ermöglicht. Das sorgt für eine große Verunsicherung. [...]
Wenn wir eines aus dem Phänomen, das wir nach unserer Recherche lieber nicht mehr „Blogsterben“ nennen wollen, lernen: Ein Datenschutzgesetz allein reicht nicht – wir brauchen auch benutzerfreundliche Technik, die datenschutzkonformes und eigenständiges Publizieren ohne große Hürden möglich macht. Wenn die Europäische Union ihren eigenen Weg einer verantwortungsbewussten Digitalisierung gehen will, muss das entsprechend gefördert werden. Und der deutsche Sonderweg der Abmahnindustrie muss endlich beendet werden."

Donnerstag, 12. Juli 2018

Ein neues Verständnis von Armut

Abhijit V. BanerjeeEsther Duflo: Poor Economics 

Plädoyer für ein neues Verständnis von Armut


Joseph StiglitzDer Preis der Ungleichheit


"[...] In Afrika gibt es einige Staaten, die zwanzig, vierzig oder achtzig Prozent des Haushalts von der Entwicklungshilfe finanziert bekommen. Gelder in solch hohem Ausmass beeinflussen das Verhältnis zwischen Regierung und Bevölkerung. Der Gesellschaftsvertrag werde gestört, wie Angus Deaton betont: «Ohne ein demokratisches oder wechselwirksames Zusammenspiel von Steuern und Ausgaben» könne der Staat nicht funktionieren.
In der Schweiz ebenso wie in den USA übernimmt der Staat wichtige Dienstleistungen, und wenn der Bürger mit der Leistung des Staats und seinen politischen Vertretern nicht zufrieden ist, kann er sie abwählen. Aber wenn die Dienstleistungen von aussen herangetragen würden, funktioniere dieser Mechanismus nicht mehr. Das Zusammenspiel von Verantwortungs-Übertragung und Rechenschafts-Pflicht, wie es in einer modernen Gesellschaft besteht, werde gestört. Entwicklungshilfe behindert laut Deaton deshalb die Entstehung eines funktionierenden Staates.

Hilfe für statt Hilfe in

Damit Entwicklungshilfe den Gesellschaftsvertrag nicht antastet, schlägt Angus Deaton vor, nicht länger Hilfe in einem Land zu leisten. Stattdessen müsse man Hilfe für ein Land leisten. Etwa im Bereich Tropenkrankheiten könnten die Industrienationen viel mehr tun. «Es wird kaum Geld für die Malariaforschung ausgegeben und fast nichts für Ebola», erklärt Deaton, «weil die Krankheiten amerikanische Bürger nicht betreffen. Würde sie die Amerikaner betreffen, würde die Regierung sehr viel Geld ausgeben. Wenn wir den Menschen also helfen wollen, können wir grosse Summen für die Erforschung solcher Krankheiten spenden.» [...]"

Dienstag, 10. Juli 2018

Mitleid mit den Jungen in der Höhle in Thailand

http://www.sueddeutsche.de/politik/das-hoehlendrama-was-mitleid-kostet-1.4046604

Wegweiser Demenz

https://www.wegweiser-demenz.de/

Ratgeber für Betroffene und Angehörige

Für die Arbeit mit Migranten wird ein Erinnerungskoffer empfohlen (Blog)

Versicherungen in der DDR

"Ab 1945 war die Fortsetzung der Arbeit für die in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands tätigen Versicherungsunternehmen durch den Befehl Nr. 01 der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) verboten. An ihre Stelle traten staatliche Versicherungsanstalten. Die privaten Versicherungsgesellschaften verlegten demzufolge ihre Hauptsitze in die westlichen Besatzungszonen, wo sie ihre Arbeit fortsetzen konnten. [...]  Im Jahre 1969 fusionierten die DVA und die Vereinigte Großberliner Versicherungsanstalt, die als staatlicher Versicherer für Ost-Berlin fungierte, zur „Staatlichen Versicherung der DDR“ (SV).
Mit der politischen Wende kam es zur Auflösung der SV, indem 1990 die „Staatliche Versicherung der DDR in Abwicklung“ gegründet wurde. Die neu gebildeten „Deutschen Versicherungs-AG“ und der „Deutschen Lebensversicherungs-AG“ gingen 1998 in der Allianz-Versicherungs AG in München auf."
(Seite „Staatliche Versicherung der DDR“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 21. Oktober 2017, 21:21 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Staatliche_Versicherung_der_DDR&oldid=170199384 (Abgerufen: 10. Juli 2018, 06:27 UTC))