Wie kann man Kröten bei ihrer Wanderung helfen?
Krötenwanderungen finden meist im Frühjahr statt, wenn die Tiere zu ihren Laichgewässern wandern. In Deutschland ist das oft zwischen März und Mai, abhängig von der Witterung. (sieh: Fortpflanzung von Erdkröten). Hier sind die wichtigsten Maßnahmen, um Kröten zu helfen:
1. Krötenschutzzäune aufstellen
- Wo? An Straßen, die zwischen Wäldern/Grünflächen und Laichgewässern verlaufen.
- Wie?
- Ein etwa 50 cm hoher Zaun aus Kunststoff oder Metall wird entlang der Straße aufgestellt.
- Der Zaun muss lückenlos sein und etwa 10–20 cm tief in den Boden reichen, um Untergrabungen zu verhindern.
- Eimer oder Tonnen werden alle 20–30 Meter eingegraben, sodass die Kröten hineinfallen und gerettet werden können.
- Wer organisiert das?
- Oft übernehmen lokale Naturschutzgruppen, Schulen oder ehrenamtliche Helfer:innen die Aufstellung und Betreuung der Zäune.
- In vielen Regionen gibt es offizielle Krötenschutzprojekte, die Unterstützung benötigen.
2. Kröten über die Straße tragen
- Wann? Vor allem in den Abend- und Nachtstunden (zwischen 20 Uhr und Mitternacht), wenn die Kröten unterwegs sind.
- Wie?
- Vorsichtig aufheben: Kröten dürfen nicht an den Beinen, sondern am Körper (z. B. seitlich am Rumpf) gehalten werden, um Verletzungen zu vermeiden.
- In Wanderrichtung über die Straße tragen – nicht zurück, woher sie kamen!
- Handschuhe tragen, um Hautreizungen zu vermeiden (Krötenhaut sondert ein Sekret ab, das für Menschen unangenehm sein kann).
- Tipp: Eine Taschenlampe mit rotem Licht hilft, die Tiere zu finden, ohne sie zu blenden.
3. Laichgewässer erhalten und schaffen
- Naturnahe Teiche anlegen oder bestehende Gewässer renaturieren:
- Flache Uferzonen ermöglichen den Kröten den Zugang.
- Vermeide Fischbesatz, da Fische die Kaulquappen fressen.
- Keine Enten oder Gänse im Gewässer halten, da sie ebenfalls Kaulquappen fressen.
- Vermeide Pestizide und Dünger in der Nähe von Gewässern, da sie die Amphibien schädigen.
4. Gefahrenquellen minimieren
- Autos: Langsam fahren in bekannten Krötenwandergebieten, besonders bei Nässe oder Dämmerung.
- Gartenarbeit: Mähen oder Umgraben im Frühjahr vermeiden, da Kröten im Boden überwintern.
- Lichtverschmutzung: Straßenlaternen oder private Beleuchtung können Kröten verwirren. Rotes Licht ist weniger störend als weißes.
5. Ehrenamtlich engagieren
Viele Regionen suchen Helfer:innen für:
- Betreuung von Krötenschutzzäunen (morgens die gefangenen Tiere einsammeln und über die Straße tragen).
- Dokumentation (z. B. Anzahl der geretteten Tiere melden).
- Aufklärung (Nachbar:innen oder Schulen informieren).
Wo melden?
- Lokale Naturschutzverbände (z. B. NABU, BUND)
- Bürgerbüros der Gemeinde
- Online-Plattformen wie www.aktion-kroetenschutz.de
6. Krötenhotels bauen
Ein Krötenhotel ist ein Unterschlupf aus Steinen, Laub und Totholz, der Kröten Schutz bietet. Das kann z. B. im Garten oder am Rand von Feldern platziert werden.
Wichtig: Artenkenntnis
Nicht alle Amphibien sind Kröten! Auch Frösche, Molche und Unken wandern. Achte darauf, ob es sich um eine Erdkröte, Grasfrosch oder eine andere Art handelt. Bei Unsicherheit hilft ein Foto oder eine Rücksprache mit lokalen Expert:innen.
Rechtlicher Schutz
In Deutschland sind alle Amphibienarten nach dem Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders geschützt. Das bedeutet:
- Zerstörung von Laichgewässern ist verboten.
- Fangen oder Töten von Kröten ist strafbar.
- Ausnahmen (z. B. für Schutzmaßnahmen) müssen behördlich genehmigt werden.
Nächste Schritte
Falls du in deiner Region aktiv werden möchtest:
- Frage bei der Gemeinde oder beim NABU/BUND nach, ob es bereits Krötenschutzprojekte gibt.
- Beobachte, ob in deiner Nähe Kröten wandern (z. B. an Straßen mit vielen toten Tieren).
- Organisiere eine Sammelaktion mit Nachbar:innen oder lokalen Gruppen.
Frage: Möchtest du wissen, ob es in deiner Nähe (z. B. Bensheim oder Umgebung) bereits aktive Krötenschutzprojekte gibt? Dann kann ich gezielt nach Informationen suchen.