Sonntag, 8. März 2026

Von der Pferdebahn 1898 bis zum Bierstreik

 Was KIs alles zu einem Lied zutage führen:

Zum Dresdner Straßenbahnerstreiks von 1900:

„Zu Dresden in der Residenz, Da gab es einen Streit, Den man in ganz Europa kennt, Er dauerte lange Zeit. Es war am neunzehnten August, Da fing die Sache an, Da streikten in der Residenz Die Leute von der Straßenbahn.“

https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/das-lobtaulied-in-wolfgang-steinitz.html

Zum Löbtauer Bierstreik

https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/erlautere-die-hintergrunde-des-lobtauer.html

https://antworteneinerki.blogspot.com/2026/03/der-lobtauer-bierstreik-von-189091.html


Freitag, 6. März 2026

Taubes und Carl Schmitt

Einführungsseminar zu Carl Schmidt Nägele Gegenuni

1. Carl Schmitt : Der Begriff des Politischen. 
Politik ist für Schmitt nicht einfach Handeln im staatlichen Raum, sondern direkt an den Begriff eines Feindes gebunden. 
"Die spezifische Unterscheidung, auf welche sich die politischen Handlungen und Motive zurückführen lassen, ist die Unterscheidung von Freund und Feind. [...] Jeder religiöse, moralische, ökonomische, ethnische oder andere Gegensatz verwandelt sich in einen politischen Gegensatz, wenn er stark genug ist, die Menschen nach Freund und Feind effektiv zu gruppieren."
Nach meinem Verständnis wird für Schmitt der Staat erst dann interessant, wenn es nicht mehr um Kompromisse und Aushandeln geht, sondern wenn der Staat die Funktion hat, bei einem Verhältnis von Freund und Feind  eine Regelung für den Ausnahmezustand zu finden. Dann erst ist der Souverän gefragt.
2. Carl Schmitt Parlamentarismuskritik
Parlamentarismus, Klärung durch Diskussion gehört zum Liberalismus,  aber nicht zur Demokratie.
Demokratie ist eine Organisationsform ohne Inhalt, Liberalismus ist Ideologie und Partei. De facto siegt nicht das bessere Argument, sondern Kompromisse zu Interessengegensätzen  werden ausgehandelt.
In der Demokratie wird nicht nur Gleiches gleich (wir), sondern auch Ungleiches ungleich (der Feind)  behandelt. Dafür braucht man Gleichheit der Bürger.  Demokratie ist auch ohne Wahlrecht möglich. (Akklamation, Auslosung)
Demokratie [...] ist die Identität von Herrscher und Beherrschten, Regierenden und Regierten, Befehlenden und Gehorchenden. Verfassungslehre S. 234
Prinzip der Identität des Volkes mit sich selbst als politischer Einheit. Ausscheidung und Vernichtung des Heterogenen. Für Einheit braucht man einen Mythos (Faschismus, Marxismus)

Konkretes Ordnungsdenken Carl Schmitt und NS






" [..] Mit Carl Schmitt traf er sich in der apokalyptischen Überzeugung, das eschatologische Ende der Geschichte eröffne die Möglichkeit einer neuen politischen Praxis. Israel steht für ihn als „Ort der Revolution“, als „unruhiges Element in der Weltgeschichte“, das erst eigentlich einen Geschichtsbegriff erschaffen habe. Wie Nietzsche und Max Weber betont er die weltgeschichtliche Bedeutung Israels als „axiologischen“ Anfang der abendländischen Eschatologie. Gegen Carl Schmitt will Taubes die Perspektive einer Erlösung von der Gebundenheit an diese Welt aufrechterhalten; ohne die notwendige Unterscheidung zwischen weltlich und geistlich sei der Mensch Herrschern und Gewalten ausgeliefert, die in einem „monistischen Kosmos kein Jenseits mehr kennen würden“.[9] Den „Kern des Judentums“ habe Taubes nach dem Holocaust in einem „mit Hilfe von Paulus spiritualisierten Judentum“ gefunden, während etwa Scholem diesen in der Kabbala gefunden habe. „Taubes rekonstruierte das Judentum nicht aus den Quellen der jüdischen Mystik, sondern aus denen der jüdisch-urchristlichen Apokalyptik, die den explosiven Gehalt der Gnosis aufnahm.“[10"(Jacob Taubes)

Seine Schrift: Ad Carl Schmitt. Gegenstrebige Fügung. Merve Verlag, Berlin 1987, ISBN 3-88396-054-3 online (englische Ausgabe: To Carl Schmitt, Letters and Reflections, Columbia University Press 2013[12])



zusammengerollte Zeit / messianische Zeit (Kairos) Zwischenzeit, die von Handlung ergriffen werden muss
die vor dem jüngsten Tag Gestorben werden als erste auferstehen, die am jüngsten Tag noch Lebenden als letzte
Paulus lässt das jüdische Gottesvolk durch die Gemeinschaft der Glaubenden ersetzt
nicht mehr jemandem glauben, sondern an jemanden glauben
Römerbrief verheiratet sein, als sei man es nicht (im letzten Augenblick: Ernstfall, Ausnahmezustand)
Paulus versteht sich als Apostel der Heiden  Mose forderte vom Gottesvolk Treue
Inklusions- oder Exklusionstheologie
Paulus (Glaube)        Carl Schmitt (Bedrohungsbewusstsein - Krankheit)


H. M. Enzensberger  (youtube) Wikipedia

Lob der Wikipedia-Mitarbeiterschaft

 Zum 25-jährigen Jubiläum der Wikipedia wurde manches Positive über die Wikipedia gesagt. Bei Gelegenheit werde ich eine KI dazu auffordern, das zusammenzustellen.

Heute drängt es mich, nach über 20 Jahren Wikipediaarbeit, bei der ich durchaus manche unerfreuliche Erfahrungen gemacht habe, der Wikipediamitarbeiterschaft dafür zu danken, dass sie diese wichtige Einrichtung, obwohl es immer schwieriger wird, dort mitzuarbeiten, weiterhin voranbringt (voranbringen) und inzwischen in über 200 Sprachsektionen.

Insbesondere bin ich glücklich, dass Wikipedianerinnen in diese Gemeinschaft einen so empathischen Ton hineingebracht haben, dass das Erzübel des rauen Tons von beglückenden Edelsteinen unterbrochen wird.

Damit man mir abnimmt, dass ich weiß, wovon ich spreche, möchte ich elian (eine Wikipediapionierin)   und 1falt (eine Meisterin der Empathie seit 2018) nennen.

Danke!


Mittwoch, 4. März 2026

US-Kriegsministerium besteht auf Verwendung von KI für staatliche Überwachung und autonome Waffen



"Anthropic-Chef Dario Amodei erklärte, Künstliche Intelligenz mache es möglich, verstreute Daten einzelner Menschen in großem Stil automatisiert zu einem ausführlichen Bild ihres Lebens zusammenzusetzen. Zugleich sei KI noch nicht verlässlich genug, um in vollständig autonomen Waffen eingesetzt zu werden. „Wir werden nicht wissentlich ein Produkt liefern, das Amerikas Krieger und Zivilisten in Gefahr bringt“. "

"Im Februar 2026 stufte die US-Regierung Anthropic als Sicherheitsrisiko für die Lieferkette ein und untersagte allen Bundesbehörden mit sofortiger Wirkung die Nutzung von Anthropic-Technologie. Kriegsminister Pete Hegseth ordnete an, dass Auftragnehmer des US-Militärs keine Geschäfte mehr mit Anthropic machen dürfen. Für das Ministerium gilt eine sechsmonatige Frist, um zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Anthropic besteht darauf, dass Künstliche Intelligenz der Firma nicht für Massenüberwachung in den USA sowie nicht in komplett autonomen Waffen eingesetzt wird."

"Der mit Anthropic konkurrierende ChatGPT-Entwickler OpenAI schloss unterdessen eine Vereinbarung mit dem US-Militär über den Einsatz seiner KI-Modelle in klassifizierten Cloud-Netzwerken.[46][47]"

(Wikipedia)

"„Arroganz und Verrat“: Trump bestraft KI-Konzern Anthropic mit hartem Bann [...]

Die Weigerung seines Unternehmens begründete Anthropic-CEO Amodei mit zwei roten Linien, die nicht überschritten werden dürften. Die erste lautet: KI soll keine autonomen Waffen steuern, bei denen Maschinen selbstständig töten. Und die zweite: KI soll nicht zur Massenüberwachung von US-Bürger:innen eingesetzt werden." FR 3./4.3.26

Dienstag, 3. März 2026

Treibhausgasemissionen

Die natürlichen Quellen von CO₂ betragen etwa 750 Gigatonnen pro Jahr, und ungefähr gleiche Mengen werden durch natürliche Senken (Ozeane, Vegetation) wieder aufgenommen – das System war also über Jahrtausende nahezu im Gleichgewicht.

Der menschliche Zusatz liegt derzeit bei etwa 40 Gigatonnen CO₂ jährlich, was rund 5 % der natürlichen Flüsse entspricht, aber nicht vollständig kompensiert wird. Diese kleine, aber stetige Störung ist der Hauptgrund für den Anstieg der atmosphärischen CO₂-Konzentration (von etwa 280 ppm vor der Industrialisierung auf über 420 ppm heute).

Für Methan (CH₄) stammen etwa 40 % aus natürlichen Quellen (Feuchtgebiete, Termiten, Vulkane) und 60 % aus menschlichen Aktivitäten (Viehzucht, Reisanbau, fossile Brennstoffe).

Beim Distickstoffoxid (N₂O) ist der menschliche Anteil rund 40 %, vor allem durch Düngemittel und industrielle Prozesse.

Fazit: Die natürlichen Quellen sind zwar viel größer, aber im Gleichgewicht – der menschengemachte Überschuss kippt dieses Gleichgewicht langsam, was die langfristige Erwärmung antreibt."

https://www.gutefrage.net/frage/wie-hoch-sind-die-treibhausgasemissionen-die-durch-den-menschen-verursacht-werden-im-vergleich-zu-den-natuerlichen-quellen-von-co2n20-und-methan

Krankheit darf nicht dem Profit dienen

 

"[...] Bernard Lown sagte dazu einmal: „Ein profitorientiertes Gesundheitswesen ist ein Oxymoron, ein Widerspruch in sich. In dem Augenblick, in dem die Fürsorge dem Profit dient, hat sie die wahre Fürsorge verloren.“ [...]"

Bernd Hontschik ist Chirurg und Publizist. www.medizinHuman.de

https://www.fr.de/meinung/kolumnen/das-system-wird-kollabieren-94190636.html


Freitag, 27. Februar 2026

"Was ist eigentlich, wenn ich Deutschland mal verlassen muss?".

 "Der Ex-FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai erlebt mit Sorge, wie sich das wohlhabende Bürgertum radikalisiert. Und fragt sich deshalb, ob er eines Tages auswandern muss. [...]

 "[...] Djir-Sarai: Um es klar zu sagen: Ich mache mir Sorgen um die bürgerliche Mitte in Deutschland. In den Milieus, die eigentlich mal für Diskurs, Verständigung und Kompromiss standen, herrscht mittlerweile ein Geist der Kompromisslosigkeit. Der Staat soll liefern – und zwar sofort. Und wenn er nicht liefert, muss eben ein neues System her. Diese Haltung ist brandgefährlich.

ZEIT: Haben Sie ein Beispiel für diese Haltung?

Djir-Sarai: Ich skizziere Ihnen mal einen Typus: Stellen wir uns den Geschäftsführer eines Unternehmens vor, finanziell erfolgreich, internationale Ausbildung, internationaler Freundeskreis, vielleicht mit einem türkischen Schwiegersohn. Und einige solcher Leute reden nun plötzlich wie Radikale.

ZEIT: Wie denn?

Djir-Sarai: Sie schimpfen auf "die da oben", obwohl sie selbst natürlich zu "denen da oben" gehören. Sie sprechen mit einer tiefen Verachtung über Politiker. "Die können das nicht, die sind doof, die verstehen die Probleme im Land nicht, die sind abgehoben." Und dazu kommt dann nicht selten eine Verachtung für das System: "Hier geht alles so langsam, hier reden zu viele Leute mit, hier muss mal einer durchgreifen." So in etwa ist die Tonlage.

ZEIT: Man könnte ja auch sagen: Es läuft tatsächlich vieles gerade nicht besonders gut in Deutschland.

Djir-Sarai: Das stimmt, und das macht mich auch wütend. Aber ich komme zu einer anderen Schlussfolgerung: Dann muss man sich mehr engagieren, sich mehr einbringen, mehr diskutieren. Was ich aber stattdessen erlebe, ist ein Rückzug. Man richtet sich ein in seiner Wut und schimpft nur noch auf all diejenigen, die es angeblich verbocken. Und das sind natürlich immer die anderen. [...]

Djir-Sarai: Ich bin schon immer für eine restriktive Migrationspolitik. Ich hatte immer ein Problem damit, dass wir Leute ins Land lassen, die unsere Werte ablehnen. Das ist eine Bedrohung für unsere offene Gesellschaft. Ich wäre auch beim Thema Einbürgerung und Integration weitaus härter als die bisherige Politik. Für diese Haltung habe ich von links immer Prügel bekommen. [...] 

Djir-Sarai: Ich habe mich selbst neulich dabei erwischt, wie ich meiner Frau die Frage gestellt habe: "War es eigentlich ein Fehler, dass unsere Kinder meinen iranischen Nachnamen tragen?" Ich war in diesem Moment über meine eigene Frage entsetzt. Noch vor zehn Jahren wäre es mir nie in den Sinn gekommen, so was auch nur zu denken. [...] 

Djir-Sarai: Ich glaube, sie war auch massiv irritiert davon. So hat sie jedenfalls geguckt. Aber das Thema ist ja noch größer. Ich liebe Deutschland, es ist meine Heimat. Aber ich habe mir zuletzt schon die Frage gestellt: Was ist eigentlich, wenn ich Deutschland mal verlassen muss? Die Frage fand ich früher absurd.

ZEIT: Warum?

Djir-Sarai: Weil meine Eltern mich das immer gefragt haben. Und ich habe mich deshalb mit ihnen gestritten. Die haben zum Beispiel immer zu mir gesagt, du musst etwas studieren, womit man überall auf der Welt arbeiten kann. Medizin zum Beispiel. Und ich habe gesagt: Warum soll ich denn weggehen? Ich bin hier zu Hause. Und die sagten: Na ja, man weiß nie, wie sich die Dinge entwickeln. Ich habe mich darüber richtig aufgeregt.

ZEIT: Und heute würden Sie sagen, Ihre Eltern hatten recht?

Djir-Sarai: Nein, aber ich erwische mich jedenfalls selbst, wie ich dieselben Gedanken habe und genauso mit meinen Kindern heute rede." ZEIT 26.2.26