Dienstag, 11. Mai 2021

Bedeutet eine starke Impfreaktion auch besseren Impfschutz?

 "[...] Die gute Nachricht ist: auch wenn man keine oder nur sehr milde Impfreaktion hat, ist man mit der gleichen Wahrscheinlichkeit geschützt. Das kann man schon daran erkennen, dass laut den Impfstudien viel mehr Leute geschützt sind, als Nebenwirkungen kriegen. [...]"

  • Lars Fischer erklärt aber auch, dass es deutlich komplexer ist, als dass es sich mit einem Satz erläutern ließe: Mehr dazu

Schwierige Kinder - Sytemsprenger

 Filmempfehlung:

"Sie hält sich ein Küchenmesser an den Hals, so eins mit schwarzem Griff, groß, scharf, gefährlich. Sie droht damit, sich umzubringen, denn sie will nicht in die Schule. In der Küche des Pflegeheims reden Erzieher und Kinder auf sie ein, rufen den Krankenwagen. Kurze Zeit später liegt sie in einem Krankenbett unter grellem Licht, gefesselt, damit sie weder sich noch jemand anderem etwas antun kann.

„Systemsprenger“ nennt man Kinder, die im deutschen Hilfesystem eine Station nach der anderen hinter sich lassen. Hilfesystem – das bedeutet: Schulen, Jugendämter, Heime, Wohngruppen, Erzieher:innen und Schulbegleiter:innen. Eben alle, die versuchen, verhaltensauffälligen Kindern zu helfen. „Systemsprenger“ heißt auch der deutsche Vorschlag für die Kategorie „Bester internationaler Film“ bei der Oscarverleihung 2020. Meine Einstiegsszene mit dem Messer stammt aus diesem Film. Er zeigt einem eine Welt, die es so in Deutschland gibt, von der die meisten Erwachsenen aber nichts mitbekommen.

Die neunjährige Hauptperson Benni durchläuft in dem Drama einen Kreislauf, den nicht viele Kinder in Deutschland durchlaufen. Benni fliegt aus Heimen, Schulen suspendieren sie dauerhaft, Pflegefamilien geben sie wieder ab. Sie weiß nicht, wohin mit ihrer Wut, aber die Wut findet ihren Weg: Benni schreit, prügelt und schlägt.

Kurz vor der Szene mit dem Messer wird sie von ihrer Mutter versetzt, sie sollte Benni eigentlich abholen und übers Wochenende mit nach Hause nehmen. Bennis Teufels-Kreislauf: Sie ist einsam und sucht eine Familie. Durch ihre Aggressivität können andere Kinder und Erzieher:innen aber nicht mit ihr umgehen. Dadurch bleibt sie allein, was sie noch aggressiver macht.

Laut Studien gelten etwa fünf bis sieben Prozent aller Heimkinder in Deutschland als Systemsprenger. Menno Baumann, Professor für Intensivpädagogik, hat den Film wissenschaftlich begleitet und dafür gesorgt, dass der Film – obwohl keine Doku – realistisch ist. Er sagt in einem Vortrag (zu sehen auf Youtube): „Das Thema dieser Kinder ist das Thema Brüche.“ Damit meint er vor allem Beziehungen, die zerbrechen. Oftmals zu allererst: die Beziehung zu den Eltern. In Bennis Fall, die Beziehung zur Mutter, die überfordert ist.

In einer Szene sagt die Mutter: „Wenn nicht einmal die Profis mit ihr klarkommen, wie soll ich das dann schaffen? Ich habe manchmal richtig Angst vor ihr.“

In einer anderen Szene sagt Benni: „Mama hasst mich.“ [...]" (Der Film „Systemsprenger“ tut weh – aber das muss er auch)

Montag, 10. Mai 2021

Wikipedialehrbuch von Ziko van Dijk

Titelseite mit direkter Anwahl von allen 196 Seiten

Inhalt:

Inhaltsverzeichnis auf den pdf-Seiten 5-7 (bei der Navigation jeweils + 2 , d.h. 7-10)

Vorwort 9 

1 Grundlagen 13 

1.1 Wiki . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 

1.2 Wikipedia und Wikimedia . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14 

1.3 Schwesterprojekte der Wikipedia . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 

1.4 Freie Inhalte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 

1.5 Gesetze . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 

1.6 Wikipedia-Jargon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21 

2 Gemeinschaft 25 

2.1 Wikipedianer werden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 

2.1.1 Wikipedia-Identität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 

2.1.2 Anonymität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29 

2.1.3 Registrierung und Anmeldung . . . . . . . . . . . . . . . . 30 

2.2 Hierarchie – das Oben und Unten . . . . . . . . . . . . . . . .31 

2.3 Fachbezogene Gruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33 

2.4 Kommunikation unter Wikipedianern . . . . . . . . . . . . . . . 35 

2.4.1 Stil . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35 

2.4.2 Wo man kommuniziert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 

2.4.3 Edit Wars . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38 

3 Aufbau und Wesen der Wikipedia 43 

3.1 Namensräume . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 

3.1.1 Artikel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44 

3.1.2 Wikipedia- und Hilfe-Seiten . . . . . . . . . . . . . . . . . 45 

usw. sieh S.6ff (Navigation 8ff)

Werkzeug der Unbequemlichkeit

 So hat Fontane in "Vor dem Sturm" die Zuckerzange genannt.

Was hätte er über die neusten Handys/Smartphones gesagt? Oder hätten die selbst ihm die Sprache verschlagen?

Wo es Hunderte (oder sind es Tausende?) von Tipps gibt, wie man was mit einem Handy machen kann, wo aber andererseits die Benutzung nicht nur von Marke zu Marke, sondern auch von Modell zu Modell sich unterscheidet, wo aber andererseits die Modellbezeichnung so sinnreich versteckt ist, dass - wenn man einen Nutzer derselben Marke fragt - man den Weg zur Modellbezeichnung kennen muss, um zu wissen, ob dieser Nutzer wissen kann, wie das eigene Modell bedient wird.

Was für eine stolze Erfahrung, wenn man einmal einen Tipp zu Ende nachvollzogen hat und dann erfahrenen Benutzern etwas erklären kann, was sie trotz Experimentierfreude noch nie entdeckt haben. 

Wenn sich über 90-Jährige im Internet zur Impfung anmelden sollen und dann per SMS über den Erfolg informiert bzw. gerade nicht informiert werden.

Samstag, 8. Mai 2021

Ein neuer Gedanke?

 Ein neuer Gedanke (freilich stammt er von 1990), doch wenn ich ihn auch schon mehrmals gelesen haben sollte:

Wenn ich über Identitätspolitik lese, habe ich ihn meist nicht parat.

Geschlechtsidentität und Identität allgemein wird von Anfang an dem Einzelnen aufgedrängt. Freiheit besteht darin, sich von dieser von außen vorgegebenen Identität - in gewissem Umfang - zu befreien
Wenn Personen darauf bestehen, dass Identitäten akzeptiert werden, ist das fundamentalistisch, denn jeder kann - im Prinzip - seine eigene Identität bestimmen. 
Der Gedanke stammt von Judith Butler, die insofern Simone de Beauvoir kritisiert. 

https://www.youtube.com/watch?v=zmlwM0i1yCw (ein Film von knapp 10 Minuten)

Donnerstag, 6. Mai 2021

Sophie und Hans Scholl

ichbinsophiescholl :
 Hab mir nochmal Gedanken gemacht zu dem Freund/ Freundin-Thema bei Hans. 
Das war damals schon schwierig für die Familie, als er vor Gericht stand. Er war angeklagt wegen angeblicher sexueller Handlungen zwischen ihm und einem anderen Mann. 
Naja "Mann" ... Hans war zum Zeitpunkt der sogenannten Tat gerade mal 16 oder 17 und der andere noch jünger. Er hats vor Gericht auch zugegeben. Hans musste sich dann fast ein halbes Jahr mit diesem verdammten Paragraphen 175 rumschlagen, bis die Anklage fallengelassen wurde. Ich hab mit Hans nie drüber gesprochen. Kam nie dazu. 
Trotzdem: Kein Wunder, dass er damals das Vertrauen in den Staat verloren hat. 

COVID-19 aus der Armutsperspektive

Aus einem Artikel  von Magda von Garrel  auf den Nachdenkseiten möchte ich folgende Gesichtspunkte hervorheben:

"Wegen der bis heute andauernden Ausblendung der sozialen Komponente sind die unterschiedlichen Voraussetzungen auch im Privatbereich nie ernsthaft berücksichtigt worden. Dabei bedarf es keiner allzu großen Fantasie, um sich vorstellen zu können, welche Folgen zu erwarten sind, wenn häusliche Quarantäne, Homeschooling und Ausgangssperren in einem dafür völlig ungeeigneten Umfeld zusammenkommen.

Menschen, die in ohnehin viel zu kleinen Wohnungen leben, müssen in Befolgung der Maßnahmen ziemlich lange und in noch größerer Zahl als zuvor aufeinander hocken und sind somit einer erhöhten Ansteckungsgefahr ausgesetzt. Trotzdem ist es bei dieser Art von “Vorsorge” auch dann noch geblieben, als eine Gruppe von Aerosolforschern darauf aufmerksam gemacht hat, dass ein Aufenthalt in Innenräumen weitaus riskanter als ein Aufenthalt im Freien ist.

Als genau so kontraproduktiv haben sich die in den Alten- und Pflegeheimen praktizierten monatelangen Zwangsisolierungen erwiesen und zwar vor allem dann, wenn es sich um “kostengünstige” Alten- und Pflegeheime handelte, denen schon allein aus zeitlichen Gründen keine Alternativen zur Verhinderung der aus Einsamkeit und Bewegungsmangel resultierenden Schwächung des Immunsystems der Bewohner*innen zur Verfügung standen. Das bedeutet, dass im Namen des Gesundheitsschutzes die Krankheitsanfälligkeit der unter solchen Bedingungen eingekerkerten und darunter schwer leidenden alten Menschen sogar noch erhöht worden ist. [...]

Eine auf Armutsbekämpfung bedachte Politik, die nicht mit der jetzt angelaufenen Impfkampagne in den so genannten sozialen Brennpunkten verwechselt werden darf, sondern stattdessen auf eine baldige Beendigung der Ausbeutung von Mensch und Natur ausgerichtet ist, liegt in unser aller Interesse."

 https://www.nachdenkseiten.de/?p=72180

Die mit diesen Hinweisen verbundene Polemik mache ich mir ausdrücklich nicht zu eigen.