Dienstag, 28. Juli 2026

Precht und Zeh über Intellektuelle

 https://www.youtube.com/watch?v=ETaG8e_6R1M

Handlungsfähigkeit einer Gemeinschaft in Notsituationen

 https://jeanpol.wordpress.com/2026/07/28/die-neuen-menschenrechte-auf-einem-verlorenen-schiff/

Was ist zu beachten?

Information:
Alle Menschen auf dem Schiff müssen Zugang zu den wichtigen Informationen erhalten. Wie viel Wasser und Nahrung ist vorhanden? Welche Schäden gibt es? Was ist über Wetter, Strömung und Navigation bekannt? Unterschiedliche Beobachtungen und Lösungsvorschläge müssen gesammelt und ausgewertet werden.

Gesundheit:
Trinkwasser, Nahrung, Hygiene und medizinische Versorgung müssen organisiert werden. Niemand darf lebensnotwendige Vorräte horten. Kranke und verletzte Menschen müssen versorgt werden.

Sicherheit:
Gewalt und willkürliche Machtausübung gefährden die Gemeinschaft. Deshalb braucht es Regeln für Konflikte, Wachen und Notfälle. In akuten Gefahrensituationen müssen Entscheidungen schnell getroffen werden können.

Soziale Einbindung:
Niemand darf aus der Gruppe ausgeschlossen werden. Alle erhalten, soweit möglich, eine Aufgabe: bei der Navigation, der Reinigung, der Betreuung anderer Personen, der Reparatur des Schiffes oder der Verteilung der Vorräte. Auch schwächere Mitglieder bleiben Teil der Gemeinschaft.

Selbstverwirklichung und Partizipation:
Die Menschen sollen ihre Fähigkeiten einbringen und Verantwortung übernehmen können. Fachwissen muss berücksichtigt werden. Eine Ärztin verfügt bei medizinischen Fragen über besondere Kompetenz, ein erfahrener Seemann bei der Navigation. Kompetenz darf jedoch nicht automatisch zu dauerhafter Herrschaft führen.

Sinn:
Die Gemeinschaft braucht ein gemeinsames Ziel: das Überleben und die Rettung aller. Hoffnung, Gespräche, gemeinsame Rituale und das Bewusstsein, einen sinnvollen Beitrag zu leisten, stärken den Zusammenhalt.

Regeln müssen begründet werden

Aus den Grundbedürfnissen entstehen konkrete Regeln. Das Wasser wird kontrolliert und gerecht verteilt. Informationen über die Vorräte werden offengelegt. Aufgaben werden nach Fähigkeiten vergeben. Konflikte werden nicht durch Gewalt entschieden. Entscheidend ist jedoch: Die Regeln gelten nicht um ihrer selbst willen. Sie müssen sich daran messen lassen, ob sie der Lebenserhaltung und der Befriedigung der Grundbedürfnisse dienen. Das zeigt sich besonders bei der Frage nach der Entscheidungsgewalt. Während eines Sturms kann es notwendig sein, die Leitung vorübergehend einer erfahrenen Person zu übertragen. In diesem Moment steht das Bedürfnis nach Sicherheit im Vordergrund. Eine solche Zentralisierung ist jedoch nur legitim, solange die Gefahr besteht. Nach dem Sturm muss die Macht wieder an die Gemeinschaft zurückgegeben werden. Sonst würde aus einer funktionalen Notfallmaßnahme dauerhafte Herrschaft. Das Beispiel macht damit eine zentrale Spannung sichtbar: Demokratie bedeutet nicht, jederzeit alles durch Abstimmung zu entscheiden. Sie verlangt vielmehr, Wissen transparent zu machen, Kompetenzen sinnvoll zu nutzen, Macht zu begrenzen und Beteiligung zu ermöglichen.

Sonntag, 26. Juli 2026

Verkaufstrichter

Verkaufstrichter nennt man ein Verfahren, bei dem dem Angesprochenen am Schluss keine Wahl mehr bleibt, als dem Angebot zuzustimmen.

Das  Verfahren läuft so: Zunächst wird Aufmerksamkeit erzeugt, dann Interesse geweckt und schrittweise eine Bindung aufgebaut. Erst am Ende erscheint das eigentliche Produkt.

Dienstag, 21. Juli 2026

Aktuelle Rüstungsentwicklungen

 Im Prinzip interessiert mich an Rüstungsentwicklungen nur die Fehlleitung von Ressourcen, weil es dabei stets um Vernichtung von Kapital geht, das für produktive Zwecke wie die Herstellung von erneuerbarer Energie oder Lebensmittel geht. Aber die Sicht auf Krieg und die Erfahrung des Krieges durch die Akteure hat sich durch den Einsatz von Drohnen sich so verändert, dass das unbedingt auch mitverfolgt werden sollte.

Veränderung der Erlebniswelt des Krieges

Sie nennen es "Kriegsporno"


Ein Detail zu militärischen Drohnen, dem ich soeben begegnet bin, halte ich fest, damit ich mich evtl. daran erinnern kann:

https://defence-network.com/neue-fpv-drohnen-stimmen-israel-nachdenklich/ (15.10.25)

FPV-Drohnen – Einsatz von Mutterschiffen

"Laut israelischen Experten werden einige russische FPV-Drohnen von großen „Mutterschiffen“ wie Drohnen vom Typ Molniya aus eingesetzt. Die russische Molniya-Kamikaze-Drohne („Blitz“ auf Russisch) wurde zu einem Drohnenträger umgebaut, der FPV-UAVs transportieren kann. Dadurch wird ihre Reichweite erheblich vergrößert – manchmal bis zu 30-40 Kilometer von der Frontlinie entfernt.

Diese Methoden ermöglichen es russischen Operatoren, Ziele zu erreichen, die weit hinter denen von Standard-FPV-Drohnen liegen, darunter ukrainische Versorgungslinien in umkämpften Gebieten. Fortschrittliche Varianten wie die V2U verfügen über modulare Nutzlasten, wodurch sie für Anti-Fahrzeug- oder Anti-Personen-Einsätze angepasst werden können.

Diese Innovationen bedeuten, dass russische Angriffe immer schwieriger abzuwehren sind, insbesondere da der Umfang und die Automatisierung der russischen Drohnenoperationen zunehmen.

Profitiert der Iran?

Elektronik und Kernkomponenten werden oft aus China importiert, aber Russland scheint die heimische Innovation und Anpassung zu beschleunigen, um die ukrainischen Gegenmaßnahmen zu überwinden. In den ersten Phasen des Krieges in der Ukraine hat der Iran Russland mit einer großen Anzahl von Drohnen beliefert. Später wurde in Russland eine Montageanlage für iranische Drohnen gebaut, die jedoch sehr schnell mit der Herstellung moderner Drohnen begann."

Sonntag, 19. Juli 2026

KI: Hier bin ich und höre auf deine Befehle

 Die alten Ägypter legten ihren Verstorbenen kleine Figuren ins Grab - Uschebtis, die Antwortgebenden–, die für sie anfallende Arbeiten im Jenseits erledigen sollten. Zum ersten Mal in der Geschichte erscheint hier die die Idee des Computers: des antwortgebenden, jeden Befehl,ausführenden Repräsentanten. Die Instruktionen, mit denen die kleinen Figuren beschriftet sind, ähneln frappierend der algorithmischen Abfolge eines modernen Computerprogramms:

 'Magische Puppe, hör mich an! / Wenn ich gerufen werde / die Arbeit auszuführen…/ wisse, Du bist an meiner statt / von den Hütern des Jenseits dazu bestimmt / die Felder zu besäen / die Kanäle mit Wasser zu füllen / den Sand herüberzuschaffen…' Am Ende heißt es: 'Hier bin ich und höre auf Deine Befehle.'
Wir würden das heute dialogorientierte Benutzerführung nennen – und den Glauben daran, dass ein Zauberspruch ein Tonfigürchen zum Leben erweckt, einen Aberglauben. [...] Jedes einzelne System mag beherrschbar sein; die Schwierigkeit entsteht durch die Verbindungen und Wechselwirkungen.
 Der Soziologe Charles Perrow prägte dafür den Begriff der normal accidents: in hochkomplexen eng gekoppelten Systemen sind schwere Fehler nicht die Ausnahme, sondern irgendwann unvermeidlich, weil die Gesamtkomplexität die Übersicht übersteigt. [...] 
Auch gegen die KI-Dystopie hilft am Ende nur der Anspruch des Menschen und sein Beharren auf Eigensinn: auf der eigenen Beobachtung, auf dem unberechenbaren Wort und der unverfügbar Tat. Der Mensch ist mehr als eine Spiegelung im Glas des Neuen." (DIE ZEIT 16.7.2026, S.34)

Dienstag, 14. Juli 2026

Ein Ergebnis des Angriffs der USA auf den Iran

 

Salzburger Nachrichten (AT)

So finanziert die Welt die Mullahs

Die Salzburger Nachrichten ärgern sich über Trump:

„Denn die Straße von Hormus, durch die bisher rund ein Viertel des Rohöls bzw. ein Fünftel des Flüssiggases, die weltweit gehandelt werden, ging, wird wohl auf längere Zeit nicht mehr gratis passierbar sein. Diese Maut zahlen indirekt wieder wir alle über höhere Preise. Damit finanzieren wir unfreiwillig das Mullah-Regime mit. Donald Trump hat mit dem Start des Kriegs gegen den Iran also uns allen einen Bärendienst erwiesen und den Mullahs ohne Not einen neuen Hebel in die Hand gegeben. ... Es braucht daher jetzt Druck von vernünftigen Kräften ... . Denn von einer Waffenruhe, die tatsächlich hält, würden sie alle profitieren: die gemäßigten Politiker in den USA und im Iran, die Weltwirtschaft, die Zivilbevölkerung in Nahost – und wir alle als Konsumentinnen und Konsumenten.“

Stefan Veigl