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Fontanefans Schnipsel
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Donnerstag, 19. März 2026
Wortzusammensetzungen: Was kommt in die Fuge zwischen zwei Wörtern?
Beispiel:
Warum heißt es eigentlich Gruppenmitglieder, wenn es doch nur um eine Gruppe geht?
"Kurzfassung: Dieses -en- war ursprünglich einmal eine Genitivendung (obwohl Gruppe niemals einen derartigen Genitiv hatte), aber heute wird sie genauso wie -es- wahllos in solche Komposita eingestreut, um die Wortfuge (=dort, wo die beiden Wörter zusammenstoßen) zu kennzeichnen. Man nennt es deshalb auch „Fugenzeichen“.
Die Langfassung ist, wie zu erwarten, deutlich länger als ein Absatz.
Wörter wie Gruppenmitglied, Ankunftszeit, Eselsmilch, Fensterrahmen, Betriebsleiter, Katzenklo, … sind sogenannte Determinativkomposita: Sie bestehen als zwei Teilen X und Y, die für sich alleine eine Bedeutung tragen. Ein XY bezeichnet diejenigen Y, die irgendwie zu X gehören, oder die Eigenschaften von X haben. Die Ankunftszeit ist also die Zeit der Ankunft, und das Katzenklo gehört der Katze bzw. ist für sie. In der Grammatik nennt man sie auch oft Tatpuruṣa (das Wort stammt aus dem Saṁskr̥t, weil die altindischen Grammatiker schon seit mehr als 2000 Jahren diese Strukturen systematisch beschreiben).
Oft ist die Beziehung zwischen den Teilen X und Y die eines Genitivs: das Mitglied der Gruppe, die Milch des Esels, der Leiter des Betriebs etc. Deshalb wurden solche Zusammensetzungen oft so gebildet, daß das Vorderglied im Gen. Sg. steht.
Im Deutschen kann der Gen Sg auf zwei Arten gebildet werden: Mit -(e)s (stark) wie z.B. des Esels, Betriebes oder mit -(e)n (schwach) wie z.B. des Grafen, des Jungen, und weibliche Wörter haben gar kein Genitivkennzeichen. Allerdings hat sich das im Lauf der Sprachgeschichte oft hin- und herverschoben, wir sagen z.B. heute des Hahnes, aber im Mittelalter sagte man noch des Hahnen (obwohl man es nicht so schrieb).
Deshalb kam zu zu einem Chaos beim Bilden dieser Zusammensetzungen; beispielsweise sprechen wir heute vom Hahnenschrei oder dem Schwanengesang, obwohl die beiden Vögel heute ihren Genitiv mit -es bilden. Der ehemalige Genitiv ist also nicht mehr zu erkennen.
Dazu kommt, daß das Deutsche in den letzten zweihundert Jahren eine ausgeprägt Liebe zur Bildung solcher Zusammensetzungen entwickelt hat und in jedem Jahrzehnt unzählige neue dazukommen. Die Sprecher wollen sich dabei an bereits vorhandenen Mustern in der Sprache orientieren, können das aber nicht, weil bereits der relativ kleine Bestand an alten, aus dem Mittelalter kommenden Zusammensetzungen inkonsistent war (so wie Hahnenschrei, Schwanenhals). Die neu dazugekommen halten sich gleich an gar keine Regel, so daß man kein Muster hat, wie man neue derartige Bildungen formen soll: Mit -(e)s-, mit -(e)n- oder ohne jedes Kennzeichen.
Daher gibt es heute keine Regel, welche Zusammensetzung mit welchem Infix gebildet werden sollen. Die Faustregeln orientieren sich am Geschlecht und an der Genitivform des Vorderglieds und an der Aussprechbarkeit der Konsonantenverbindungen, aber sie stehen oft in Konflikt zueinander, und im Endeffekt macht jedes dieser Komposita, was es eben machen will."
Antwort eines Experten auf gutefrage.net: indiachinacook Community-Experte
Freitag, 13. März 2026
Kirche ist anders
Anna-Nicole Heinrich (Wikipedia)
"[...] Heinrich: Wir kamen ein Jahr nach dem Abi zusammen und haben nach vier Jahren geheiratet. Als wir zusammenzogen, fing er in einer Kanzlei für Wirtschaftsprüfung in München an und war 20 Wochen im Jahr unterwegs. Ich wollte nicht allein in einer Wohnung rumsitzen. So kamen wir auf die Idee mit der WG. Wir leben heute zu fünft in einer 135-Quadratmeter-Wohnung mit kleinem Gemeinschaftsgarten. Wir backen oft zusammen Pizza oder spielen, gerade feiern wir das Kartenspiel Unstable Unicorns. [...]
Ich bin auf jeden Fall eine Macherin. Ich mag es, Ergebnisse zu sehen. Das Philosophie-Studium war das Gegenteil: Du denkst und denkst und schreibst und schreibst, und dann kommt jemand mit einem Gegenargument. Ich habe parallel immer Programmierkurse belegt. Da musste man in zwei Stunden ein Schachspiel programmieren und war dann einfach fertig. [...]
Heinrich: Ich bin über die Schule in die Evangelische Jugend reingerutscht. Wir trafen uns abends zum Spielen, sonntags im Kindergottesdienst und fuhren im Sommer ans Ijsselmeer. Mit elf oder zwölf kam das Thema Taufe auf. Mir wurde klar: Ich fühle mich zwar zugehörig, bin es aber nicht richtig.
ZEIT: Deine Mutter hat sich gleich mittaufen lassen.
Heinrich: Das war ein sehr geschickter Move des Pfarrers. Wer sich taufen lässt, braucht einen Paten. Weil unser Vermieter der einzige Christ war, den wir kannten, wurde er mein Taufpate. Der Pfarrer meinte aber, es wäre schon gut, wenn es noch einen Christen im näheren Umfeld gebe. Deshalb ließ sich auch meine Mutter taufen. Sie hat den Zugang zum Glauben, meine ich, nie richtig gefunden. Aber sie würde auch nie austreten, weil sie sieht, wie die Kirche mich und meine kleine Schwester prägt. [...]
ZEIT: Vor dir waren erfahrene Politikerinnen wie Irmgard Schwaetzer und Katrin Göring-Eckardt in diesem Amt.
Heinrich: Irmgard Schwaetzer sagte kurz nach der Wahl zu mir: Du bist 54 Jahre jünger. Lass deine Sneaker an. Die Leute haben dich gewählt, weil du bist, wie du bist.
ZEIT: War dein Alter ein Vorteil?
Heinrich: Ich konnte Sachen machen, die sich erfahrenere Leute nicht hätten erlauben können. Es wird von jungen Menschen in großen Institutionen erwartet, dass sie wilder sind und noch nicht systemblind; dass sie sagen, was sie denken. Diese Kraft nutzt sich aber auch ab. [...]
ZEIT: Du äußerst dich oft politisch. 2022 hast du eine Aktivistin der Letzten Generation zur Synode eingeladen. Vielen ging das zu weit, jemand kritisierte einen "verzweifelten Versuch der Anbiederung". Kann Kirche zu aktivistisch sein?
Heinrich: Kirche kann nicht genug für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit tun. Niemand sprach damals mit den Leuten der Letzten Generation. Ich habe mich nicht mit ihnen auf die Straße geklebt, ich habe einer Aktivistin zehn Minuten auf unserer Bühne gegeben, in denen sie zeigen konnte, dass die Letzte Generation mehr ist als Sekundenkleber. Eine Kernfunktion von Kirche ist, Menschen ins Gespräch zu bringen, Verständigungsort zu sein. Insofern würde ich sie wieder einladen.
ZEIT: Du polarisierst auch mit eigenen Auftritten, etwa auf dem Christival in Erfurt, an dem sich auch konservative Freikirchen beteiligen, die ein Abtreibungsverbot fordern.
Heinrich: Wenn Menschen rote Linien überschreiten, braucht es Widerspruch, am besten im selben Raum. Deshalb gehe ich auch in diese Räume. Wenn ich auf dem Christival spreche, legitimiere ich damit kein Abtreibungsverbot.
ZEIT: Mit wem würdest du nicht sprechen?
Heinrich: Nach meiner Wahl habe ich mich mit allen religionspolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen getroffen, auch mit dem der AfD. Das waren Gespräche unter vier Augen. In so einem Setting spreche ich mit jedem. Öffentlich würde ich das immer abwägen. [...]"
Youtube zu Literatur und Habermas
https://de.wikipedia.org/wiki/Silber_%E2%80%93_Die_Trilogie_der_Träume
Das Wirtshaus im Spessart (1958)
Th. Mann: Die Buddenbrooks (1959) Teil I Teil II
Th. Mann: Der Zauberberg (1981)
60 Jahre Gruppe 47 Gruppe 47 vorläufiges Schlussbild nach 30 Jahren, Glanz und Vergehen der Gruppe
Kurt Tucholsky Paul Celan Herta Müller Heinrich Böll Böll 2 Böll 1975 Böll 1992 Böll 2009
Peter Handke Martin Walser u 47 H.M.Enzensberger 1961,
Siegfried Unseld Uwe Johnson Max Frisch Ingeborg Bachmann Ingeborg Bachmann
Friedrich Dürrenmatt; Dürrenmatt: Wie entsteht ein Drama? (1969 - 1) (1969 - 2)
Habermas 90 Jahre (Seyla Benhabib Rainer Forst im Interview mit Yves Bossart: über die Grindstruktur seines Denkens über kommunikative Vernunft)
Sloterdijk über Habermas (2022) Damals sah man Adorno als Lehrer und Habermas als seinen Assistenten (speziell Erkenntnis u. Interesse), S.s 60 S. Exzerpt Hab. als Paraphrasiker gesehen; Ss. Kritik der zynischen Vernunft (1983) von H. noch rechtpositiv besprochen, vielleicht in der Hoffnung S. in seinen Kreis einbeziehen zu können, - Begegnung H. und S. in Baltimore Auseinanderentwicklung. Der Historikerstreit sieht S. als eng und kleinlich an.)
Mehr als alles, was der Fall ist (H: "Auch eine Geschichte der Philosophie" eine Rekonstruktion der Entwicklung des säkularen Denkens Dürnberger (H. Kants Transzendentalphilosophie als Ersatz für Metaphysik durch Kommunikationstheorie ersetzt)
Reemtsma Vortrag zu "Auch eine Geschichte der Philosophie" und Habermas Antwort
Habermas und das Begreifen der Gegenwart
Zum Verhältnis von Moral und Sittlichkeit
Die Öffentlichkeitstheorie von Habermas
Strukturwandel der Öffentlichkeit bei H. übergangen der Kampf um Informationsfreiheit, Trennung von Information und Meinung
Mittwoch, 11. März 2026
Bach
Bachs Leben im DDR Fernsehen
Teil I Die Herausforderung
Teil II Bist du bei mir
Teil III Stürme und Jahre
Teil IV Die Ordnung der Sterne
1122 Taler, "Das ist alles was der Verstobene an Werten hinterlassen hat" (Aufnahme des Erbes für die Bewertung des Nachlasses)
Die ganze Wahrheit über Bach (Nur Text und Bilder, ganz ohne Musik)
Die Rolle der Zeit bei der Bewältigung der globalen Probleme der Menschheit
"[...] In der Vergangenheit waren Macht, Rohstoffe oder Territorien oft die entscheidenden Ressourcen von Gesellschaften. Heute wird zunehmend deutlich, dass eine andere Ressource immer knapper wird: Zeit. Die Menschheit verfügt über Wissen, Technologien und organisatorische Fähigkeiten, die noch vor wenigen Generationen undenkbar gewesen wären. Doch die Frage ist, ob es gelingt, dieses Wissen rechtzeitig zu nutzen. Die Rolle der Zeit besteht daher nicht nur darin, Probleme zu begrenzen oder Fristen zu setzen. Sie bestimmt letztlich, ob die Menschheit ihre gegenwärtige Phase der historischen Beschleunigung als Übergang zu einer stabilen und kooperativen globalen Gesellschaft nutzen kann – oder ob sie von den Dynamiken überrollt wird, die sie selbst in Gang gesetzt hat.[...]"
Dienstag, 10. März 2026
Juli Zeh
In welcher Welt leben wir eigentlich? u.a. burnout (nur Ton) Zwischenwelten Stefan Urban Städter u. Bäuerin (Vor ihrem E-Mailkontakt haben sie in einer engen WG zusammengelebt, stellen fest, dass sie sich weit voneinander entfernt haben) Der Diskurs wird so emotional, weil sie sich nicht verlieren möchten wollen. - Sie wollen die Gruppe aufrechterhalten.
Früher gab es auch große Kontroversen, aber weniger verletzende. Bei gleichem Wertekonsens mehr Schärfe. Ein Agreement to disagree fällt viel schwerer.) Es müsste eine neue Stufe des Zusammenlebens geben. ("Pubertät der Gesellschaft")
Entwicklung der letzten 250 Jahre. Seit 1960ern erheblich erhöhtes Tempo. Der Grad an Erwartung auf Selbstverwirklichung hat das bisherige Gefühl der Herdengemeinsamkeit zerrissen. Vielleicht kann man in der Herde besser frei sein.
Aber die Herdenerzählung wurde dekonstruiert.
Zeh: Interessengruppe materiell/sozial begründet Das scheint problematisch schnell zu verschwinden.
Andererseits Gruppenbildung über Moral. Das wird leicht zu überhöht.
Schreckensszenarien: Spaltung der Gesellschaft, Polarisierung
Gefährdung der Demokratie
Wir brauchen etwas, worüber wir uns einigen können.
Vermutung: Übereinstimmung über Heimatzuordnung
Warum bei prinzipieller Freiheit so viel Bewusstsein von Eingeschränktsein?
Leben auf dem Dorf staatsfern, ohne Bezug zur Politik, lieber Dinge selbst lösen bis zur Selbstjustiz
Über Juli Zeh von Sonja E. Klocke Sie sieht Zehs Kritik an Maßnahmen als zu eng zu wenig komplex und ordnet sie als rechts ein. Jenny Erpenbeck sei da weniger scharf.
Was man lernt in einer guten Ehe auch bei getrennten Schlafzimmern, wenn wir das schaffen würden in der Gesellschaft, dann wären wir weiter
Über Menschen Corona Einengung des Verhaltens
Wovor darf man Angst haben? Dora Gote, der Dorfnazi, zu dem Empathie geschaffen wird
Wir können uns Meinungsfreiheit erlauben, aber Rechtsgüter müssen geschützt werden
Übertreibung beim Compact-Verbot