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Montag, 30. März 2015

Osterhammel: Weltgeschichte 1880-1914 (Textausschnitte)

Die Welt 1880-1914 (in: Jürgen Osterhammel: Informationen zur politischen Bildung Nr.315) 

Massenauswanderung und Globalisierungsschub 
"[...] Unter „Globalisierung“ versteht man die gleichzeitige Zunahme von Interaktionsdichte und Interaktionsgeschwindigkeit über große Entfernungen hinweg, letztlich in planetarischem Umfang. Seit seinem Beginn im 16. Jahrhundert ist dieser Globalisierungsprozess durch eine Reihe von Schüben vorangebracht worden. Ein besonders wichtiger fand in den letzten drei Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg statt. Von den technologischen Grundlagen in Verkehr und Telegrafie war bereits die Rede. In welchen anderen Formen zeigte sich die verstärkte Globalisierung um die Jahrhundertwende? [...]
Kollektive Wanderungen – auch Zwangswanderungen wie der atlantische Sklavenhandel – gehören zum Bild der gesamten Neuzeit. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts erreichten sie quantitativ eine neue Dimension. Große Wanderungen zu Lande fanden im Zarenreich statt. Dort war 1861 die Bindung der Bauern an die „Scholle“ aufgehoben worden. Innerhalb der folgenden zehn Jahre strömten rund 13 Millionen Landbewohner in die Großstädte und Bergbaugebiete Russlands, wo in diesen Jahren die Industrialisierung begann. Umfangreicher und auffälliger waren die Atlantiküberquerungen.
Die europäische Auswanderung in die Neue Welt hatte in den 1820er-Jahren bedeutend zugenommen. Während des gesamten Zeitraums zwischen circa 1820 und 1930 (als die Weltwirtschaftskrise die Migrationsströme abbrechen ließ) überquerten 50 bis 55 Millionen Menschen den Atlantik, die meisten von ihnen, um sich in Amerika permanent anzusiedeln. Während desselben Zeitraums verließen ungefähr 42 bis 48 Millionen Inder und Südchinesen ihre dicht bevölkerten Heimatländer und suchten Arbeit in Südostasien (die Inder in Burma, die Chinesen in Indonesien), Afrika, der Karibik oder dem Westen der USA. Diese beiden Migrationssysteme, das atlantische und das asiatische, wurden in ähnlicher Weise von zwei Hauptfaktoren angetrieben: (1) der Flucht der Menschen vor Elend und – ganz besonders im Falle der jüdischen Auswanderer aus dem Zarenreich – vor Verfolgung sowie (2) den Beschäftigungsanreizen, die von boomenden Hochlohnsektoren in Übersee ausgingen. [..]

Die Aufteilung Afrikas 
Die erstaunlichste Veränderung der politischen Landkarte nach 1880 erfolgte durch die koloniale Besetzung Afrikas. Zwischen 1881 und 1890 geriet der größte Teil des riesigen Kontinents unter europäische Kontrolle. Mit der Verwandlung des Königreichs Marokko in ein französisches Protektorat wurde diese Aufteilung Afrikas 1912 faktisch abgeschlossen. Nur Äthiopien, das 1896 einer italienischen Armee eine militärische Niederlage zugefügt hatte, und Liberia in Westafrika, seit 1847 als Zufluchtsort von Afro-Amerikanern eine unabhängige Republik, blieben von europäischer Herrschaft frei. [...]

Mit Soldaten, Administratoren und Kaufleuten kamen auch christliche Missionare, die in einigen Fällen als erste in unwegsame Landesteile vorstießen. Die christliche Mission war ein fester Bestandteil der europäischen Präsenz. Missionare äußerten sich aber auch zuweilen kritisch gegenüber den Exzessen europäischer Herrschaftsausübung. Sie brachten durch den Kampf gegen verbliebene Reste von Sklaverei, durch Missionsschulen, medizinische Versorgung und zuweilen durch eine Verbesserung der gesellschaftlichen Stellung von Frauen wichtige Elemente der Moderne nach Afrika. Andererseits war die Mission dort problematisch, wo sie Afrikaner zwangsweise ihren einheimischen Traditionen entfremdete, wo sie Familien trennte und Wohlfahrtsleistungen nur im Tausch für Bekehrung anbot. Das Christentum fasste in den außerislamischen Gebieten Afrikas viel fester Fuß als in Asien, wo es heute mit Ausnahme Südkoreas und der Philippinen nirgendwo eine große Rolle spielt. Im Afrika hingegen überlebte es vielfach die Kolonialzeit. [...]

Imperialismus in Ost- und Südostasien 

Die Ausdehnung des europäischen Einflusses in Asien war weniger spektakulär als die Unterwerfung Afrikas. Zum einen gingen die Anfänge der Kolonialgeschichte einiger Gebiete Asiens bis in das späte 16. Jahrhundert zurück; zum anderen wurden einige Teile Asiens vor 1914 keiner europäischen Kolonialherrschaft unterworfen. Dazu gehörten die Türkei, die Levante, Arabien, Iran, Afghanistan, die inneren Provinzen Chinas, Siam (das heutige Thailand) und selbstverständlich Japan.
Abgesehen von Indien, wo die Briten keine Konkurrenz zu fürchten hatten, war Südostasien der am intensivsten kolonisierte Teil des Kontinents. [...] 

In China herrscht bis heute eine verständliche Empörung über die „Schmach“, die dem Land von den imperialen Mächten im 19. Jahrhundert zugefügt wurde. Es muss dabei jedoch gesehen werden, dass die Einbindung Chinas in die Weltwirtschaft viel schwächer blieb als in den Fällen Indiens, Südostasiens oder Südafrikas. China war zu arm, um die Hoffnungen derjenigen im Westen erfüllen zu können, die in ihm einen gigantischen Absatzmarkt sahen. Nach dem Ende der Opiumimporte in den 1870er-Jahren hat es diese Funktion als Markt nie wieder gespielt. Auf der anderen Seite produzierte China – außerhalb der auf Japan hin umgepolten Mandschurei – sehr wenige weltmarkttaugliche Produkte. In mancher Hinsicht war seine Verwicklung in den globalen Handel in der frühen Neuzeit stärker gewesen. Denn seine klassischen Exportgüter verlor das Chinesische Kaiserreich an seine asiatischen Konkurrenten [...]

Der Aufstieg der USA zur Weltmacht 

Kein anderer Vorgang auf der internationalen Bühne sollte solch weitreichende Konsequenzen haben wie der Aufstieg der USA nach dem Bürgerkrieg. Um 1870 waren die USA ein allgemein respektierter Koloss ohne größeren Einfluss auf das Weltgeschehen außerhalb des eigenen Kontinents. 1919, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, wurde erstmals der amerikanische Präsident, damals Woodrow Wilson, als der mächtigste Mann der Welt anerkannt, der der Friedensregelung für Europa und den Nahen Osten seinen Stempel aufdrückte. Während der fünf Jahrzehnte, die zwischen diesen Daten lagen, hatten die USA einen doppelten Aufstieg erlebt, wirtschaftlich und machtpolitisch. Dabei ging die ökonomische Erstarkung der politischen zeitlich voraus und war überhaupt deren Voraussetzung. Die USA waren ein Industrialisierer der zweiten Generation gewesen. Nun zogen sie an dem Pionier Großbritannien vorbei. [...] 

Auf der Landenge von Panama sicherten sich die USA souveräne Rechte und gruben dort einen Kanal zwischen den Ozeanen, der 1914 eröffnet wurde. 1898 siegten sie in einem Krieg über Spanien und eigneten sich nach einem Krieg gegen eine nationale Unabhängigkeitsbewegung die ehemals spanische Kolonie der Philippinen an. Das bis dahin ebenfalls spanische Kuba wurde in der Folgezeit zu einer Art von Protektorat der USA. Die Vereinigten Staaten, selbst aus einem antikolonialen Befreiungskampf hervorgegangen, waren zu einer Kolonialmacht geworden. Ihre globalen Wirtschaftsinteressen gingen weit über das kleine Kolonialreich hinaus. Dass die USA einmal in einen europäischen Krieg eingreifen würden, war im Sommer 1914 freilich noch undenkbar. Spätestens 1917, als dies geschah, begann in einem weltpolitischen Sinne das 20. Jahrhundert. 

Die wissenschaftliche Grundlage für seine vereinfachte Darstellung der Weltgeschichte für Schüler hat Osterhammel 2009 in folgendem Werk gelegt:
Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts
  • Wie kann man Osterhammels Aussagen den Kategorien Zeit und Ort und/oder einigen der Panoramen und Themen seines wissenschaftlichen Werkes "Die Verwandlung der Welt" zuzuordnen.
  • Wie unterscheidet sich die Darstellungsweise?
  • Weshalb wählt er für Schüler eine Darstellungsweise, die so viel konventioneller ist als sein wissenschaftlicher Ansatz? 

Samstag, 28. März 2015

Osterhammel: Weltgeschichte 1850-1880 (Textausschnitte)

Die Welt 1850-1880 (in: Jürgen Osterhammel: Informationen zur politischen Bildung Nr.315)

Die großen Bürgerkriege und ihre Folgen: USA und China

[...] Der nordamerikanische Sezessionskrieg (1861-65) und die Taiping-Revolution in China (1850-64) waren mit großem Abstand die blutigsten Konflikte der Epoche. Der Amerikanische Bürgerkrieg forderte vermutlich 620 000 militärische Tote, die indirekten Opfer nicht gerechnet. Die Taiping-Revolution verwüstete ganze Landstriche auf Jahrzehnte hinaus; die Gesamtzahl der durch sie verursachten Todesfälle könnte – es sind nur grobe Schätzungen möglich – etwa 30 Millionen erreicht haben. [...]
Als im November 1860 der Republikaner Abraham Lincoln (1809-1865), ein Gegner der Sklaverei (wenngleich keiner der radikalsten), zum Präsidenten gewählt wurde, nahmen dies die Extremisten in den Sklavenstaaten zum Anlass, den Austritt des Südens aus der Union zu erklären (daher „Sezession“). Wenig später proklamierten sie einen eigenen souveränen Staat, die Confederate States of AmericaDer agrarische Süden war dem teilweise industrialisierten Norden an Ressourcen weit unterlegen. Niemals war es denkbar, dass er den Norden besiegt hätte. Die zuweilen brillante südliche Kriegführung hätte aber möglicherweise ein Patt erzwingen können und damit eine Teilung des nordamerikanischen Kontinents in drei Großstaaten herbeigeführt: Kanada (damals noch eine Ansammlung britischer Kolonien), die USA und die Konföderation. Dem stand Lincolns Wille entgegen, die Vereinigten Staaten in ihrer bestehenden Form um jeden Preis zu erhalten. Als während des Krieges im Norden die Stimmung gegen die Sklaverei stieg, setzte Lincoln seine moralische Ablehnung der Sklaverei in Politik um und proklamierte eine allgemeine Sklavenbefreiung zum 1. Januar 1863. (S.47)
Nun wurde das Ende der Sklaverei zu einem offiziellen Kriegsziel des Nordens. Freie Schwarze und befreite Sklaven schlossen sich den Unionsarmeen an. Jedem, auch im Ausland,/ wurde klar, dass zwei unvereinbare Gesellschaftsordnungen gegeneinander kämpften. Die Kapitulation der Konföderation im Mai 1865 stärkte weltweit liberale und demokratische Strömungen. (S.47/48)
Auch in China erhob sich, geografisch gesehen, der Süden gegen den Norden. [...] Die Bewegung der Taiping, die ein „Himmlisches Reich des Großen Friedens“ (chin.: Taiping tianguo) errichten wollte, entstand aus der Anhängerschaft des religiösen Propheten Hong Xiuquan (1814-1864) [...]. Hong konnte nur deshalb seine frühe Gefolgschaft zu einer riesigen Armee ausweiten, weil es damals in China viel Anlass für sozialen Protest gab, vor allem eine Wirtschaftskrise als Folge des Opiumkrieges (1840-42) und der beginnenden „Öffnung“ Chinas. [...]
Die kaiserliche Ordnung überlebte, allerdings nachhaltig geschwächt. Reformen, die in der Nach-Taiping-Zeit eingeleitet wurden, blieben zaghaft und vermochten China gegenüber den imperialistischen Mächten nicht nachhaltig zu stärken. (S.48)

Defensive Modernisierung: Japan 

Japan war seit dem frühen 17. Jahrhundert ein Land, das sich, begünstigt durch seine Insellage, von der Außenwelt noch viel gründlicher abschottete als China. Man war über Kontakte mit Niederländern, die als einzige Europäer in begrenztem Umfang Schiffe nach Japan schicken durften, im Groben über Europa und das Vordringen der europäischen Kolonialmächte in Asien unterrichtet. Die japanische Elite, bestehend aus dem obersten Militärherrn (dem Shogun), etwa 250 Territorialfürsten und deren Kriegern und Verwaltern (den Samurai), hatte jedoch keine Strategie zur Hand, als die USA 1853 auf der Öffnung Japans für westliche Diplomaten und Kaufleute beharrten. Während der folgenden 15 Jahre begannen Großbritannien und die USA mit dem Aufbau einer politischen und wirtschaftlichen Repräsentanz im Inselreich. Zugleich rang die japanische Elite um eine Antwort auf die westliche Herausforderung.
1868 beseitigte ein nahezu unblutiger Putsch von jungen Vertretern der Feudalaristokratie aus südlichen Landesteilen die seit einem Vierteljahrtausend bestehende Herrschaft der Shogune. Stattdessen wurde die längst zum Ornament degradierte Institution des Kaisers wiederbelebt. Fortan regierte eine kleine Oligarchie im Namen des Monarchen. Diese Meiji-Restauration oder Meiji-Erneuerung, wie sie in Japan genannt wird, war in Wirklichkeit eine Revolution „von oben“. [...] In den Jahren nach 1868 wurde das Land dem radikalsten Sozialexperiment des 19. Jahrhunderts unterzogen. Die alte Statushierarchie wurde abgeschafft, darunter auch die privilegierte Gruppe der Samurai, aus der die Oligarchen selbst stammten. [...] Japan wurde politisch vollkommen umorganisiert. [...] Japan verwandelte sich in ein unitarisches Land ohne den in Deutschland bewahrten Föderalismus. [...] Die Staatsfinanzen und die Währung wurden nach den Gepflogenheiten moderner Industriegesellschaften organisiert. Der Staat gab sogar – was in Europa sehr selten geschah – den Anstoß zu Industrialisierungsprojekten. Da Japan sich davor hütete, durch Anleihen vom Ausland abhängig zu werden (wie es gleichzeitig in China und im Osmanischen Reich geschah), lag die Last der Finanzierung der neuen Industrie auf der Bauernschaft, der extrem harte Steuern aufgebürdet wurden. 


Musterkolonie Indien und informeller Imperialismus in China 

[...] Vom kontinentalen Amerika [...] war europäische Kolonialherrschaft weitgehend verschwunden. Sie hielt sich noch auf den karibischen Inseln (mit Ausnahme des seit 1804 unabhängigen Haiti), deren weltwirtschaftliche Bedeutung dank der Abschaffung der Sklaverei jedoch zurückgegangen war. Allein Kuba, wo Sklaverei bis 1886 legal blieb, war eine exportorientierte Plantagenökonomie. [...]
Unter allen europäischen Imperien war das britische dadurch einzigartig, dass es in mehreren Kolonien Bevölkerungsmehrheiten europäischer Siedler gab, während die Einheimischen, ähnlich wie in den USA, militärisch besiegt, verfolgt und zurückgedrängt wurden. Dies galt außer für Kanada auch für Australien sowie Neuseeland, das seit 1840 zum British Empire gehörte. Diese Länder nannte man bald nicht mehr „Kolonien“, sondern Dominions, Herrschaftsgebiete, in denen die britische Krone ihre Kontrolle zunehmend auf Militär, Außenpolitik und (teilweise) Finanzen beschränkte. Ansonsten waren diese Länder nicht in die autoritäre Kommandostruktur der Kolonialverwaltung einbezogen. Sie regierten sich im Wesentlichen selbst und hatten Regierungen, die nach britischem Muster demokratisch gewählten Parlamenten verantwortlich waren. [...] (S.50) Kanada, Australien und Neuseeland blieben Teile des British Empire, waren aber am Vorabend des Ersten Weltkriegs in vieler Hinsicht zu selbstständigen Nationalstaaten geworden.
Auch im französischen Kolonialreich verlagerte sich der geografische Schwerpunkt. [...] Ein Neuaufbau eines französischen Kolonialreichs begann erst 1830 mit der brutalen Eroberung Algeriens, die um die Mitte des Jahrhunderts abgeschlossen war. Infolge einer umfangreichen Einwanderung aus Frankreich, Spanien und Italien war Algerien um 1870 zu einer Siedlerkolonie geworden. Anders als etwa in Australien bildeten hier die Einheimischen aber weiterhin eine Bevölkerungsmehrheit [...]. Algerien war fortan Frankreichs wichtigste Kolonie; es erhielt sogar den Sonderstatus, administrativ ein Teil des Mutterlandes zu sein. In Asien begann ein französisches Engagement 1862 mit der Eroberung von Saigon. Bis 1890 hatten die Franzosen ihre Kontrolle auf ganz Vietnam bis hoch zur chinesischen Grenze ausgedehnt.
Niederländisch-Ostindien (das heutige Indonesien) war ein Überrest aus Hollands goldenem Zeitalter als führende Welthandelsnation [...]. Im 19. Jahrhundert fehlten den Niederlanden die Machtmittel für eine aggressive Kolonialpolitik. Sie dehnten ihr Kolonialreich nicht weiter aus. [...]
Die bevölkerungsreichste und wirtschaftlich wie politisch wichtigste Kolonie von allen wurde Britisch-Indien. Es war das schiere Gegenteil einer Siedlungskolonie. Europäisch geführte Farmen oder Plantagen spielten hier (abgesehen von Teepflanzungen im nordöstlichen Assam) keine nennenswerte Rolle. Die Regierungsform kann man als despotisch-bürokratisch bezeichnen. Ein mächtiger Generalgouverneur bzw. Vizekönig stand an der Spitze einer bürokratischen Hie-rarchie, die aus gut ausgebildeten und sorgfältig rekrutierten Elitebeamten bestand. [...] Inder waren von den politischen Entscheidungen über ihr eigenes Schicksal ausgeschlossen. In Nischen des riesigen Landes ließen die Briten weiterhin rund 500 Fürsten gewähren, sorgten aber in diesem „System indirekter Herrschaft“ dafür, dass sie zu keiner militärischen Gefahr für die Kolonialmacht werden konnten. (S.51)
Indien war für die Briten in mehrfacher Hinsicht von größtem Interesse: Es war ein Prestigeprojekt, der führenden Weltmacht würdig. Es war ein großer Absatzmarkt für die Produkte der britischen Industrie, zuerst Baumwolltextilien, später Eisenbahnen. Es besaß eine bäuerliche Landwirtschaft, die sich derart besteuern ließ, dass sich die Kolonialherrschaft selbst finanzierte und zudem erhebliche Überschüsse in britische Kassen flossen. Und es konnte als ein gewaltiges Reservoir für tüchtige Soldaten dienen. Schon während der Eroberungsphase hatten diese die Mehrheit in der indischen Armee gebildet. Im späten 19. Jahrhundert wurden sie als imperiale Elitetruppen im gesamten Weltreich eingesetzt.

Genau diese indischen Truppen stürzten 1857 die britische Herrschaft in ihre größte Krise im 19. Jahrhundert. [...] Vorübergehend stand die britische Herrschaft über Indien auf Messers Schneide. Schließlich konnten sich die Briten gegen die Aufständischen [...] militärisch durchsetzen. In den Jahrzehnten nach diesem „Großen Aufstand“ war die britische Haltung gegenüber Indien von einem starken Misstrauen geprägt. Man verließ sich nunmehr auf besondere Truppenteile, etwa die loyalen Sikhs, und verzichtete darauf, durch modernisierende Reformen Unruhe in die indische Gesellschaft zu tragen. Die Kolonialherrschaft erstarrte [...].
Ein ganz anderes Modell der Expansion wurde in China angewendet. Obwohl der kaiserliche Staat seit dem frühen 19. Jahrhundert stark geschwächt war, den Opiumkrieg verloren und die Gefahr durch die Taiping nur knapp überstanden hatte, tat sich in China niemals ein Machtvakuum auf [...]. Schließlich zeigten schon früh mehrere Großmächte Interesse an der Erweiterung ihres Einflusses in China, sodass die Gefahr direkter Konflikte zwischen ihnen bestand. (S.52)

 [...] Die fremden Mächte sicherten sich das Recht der Niederlassung in den meisten von Chinas großen Städten (man nannte sie „Vertragshäfen“). Hongkong ganz im Süden und Shanghai an der mittelchinesischen Küste waren sogar regelrechte städtische Kolonien. Von diesen Stützpunkten aus konnten westliche Geschäftsleute den Handel mit dem Binnenland organisieren; [...]. Dieses System funktionierte bis 1895 so gut, dass eine Notwendigkeit von Kolonisierung indischen oder algerischen Typs nicht bestand. 

Kommunikationsrevolution und Standardisierung 

Im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts führten neue technische Systeme und neue länderübergreifende Institutionen dazu, dass die Welt zusammenrückte. Unter den technischen Systemen waren die wichtigsten die interkontinentale Dampfschifffahrt und die Telegrafie. [...] In manchen Verwendungen hielten sich Segelschiffe noch mehrere Jahrzehnte lang. Die schnellsten Segelschiffe aller Zeiten, die tea clippers, die frisch gepflückten Tee von Asien nach Europa brachten, verkehrten noch in den 1860er-Jahren. (S.53)

[...]  Bis 1880 war ein Dampfernetz entstanden, das Häfen auf allen Kontinenten verlässlich erreichbar machte. Ozeandampfer waren sicherer als Segelschiffe. [...] Erstmals gab es auch im Fernverkehr zu Wasser Fahrpläne. [...] In den 1850er-Jahren wurden die großen Städte Europas durch Telegrafenleitungen miteinander vernetzt. [...] 
Die letzte wichtige Lücke im globalen Netz wurde geschlossen, als 1903 das Transpazifikkabel zwischen San Francisco und Manila seinen Betrieb aufnahm. [...] Noch am Vorabend des Telegrafenverkehrs waren Briefe aus New York 14, aus Kapstadt 30, aus Kalkutta 35, aus Shanghai 56 und aus Sydney 70 Tage nach London unterwegs gewesen. Nun erreichte eine Kabelbotschaft um die halbe Welt ihren Empfänger innerhalb eines einzigen Tages. Telegrafenkommunikation war jedoch sehr teuer. [...] Von großer Bedeutung wurde sie für die Übermittlung von Aufträgen und Preisen im Welthandel, für Börsengeschäfte, Diplomatie, Militär sowie für die Nachrichtenagenturen [...]. Die Telegrafie war niemals imstande, große Datenmengen zu transportieren. [...] Insofern war die Telegrafie keine direkte Vorläuferin des Internet.
Telekommunikation verlangte Standardisierung. [...] Schon seit der Jahrhundertmitte wurde auf verschiedenen Ebenen erfolgreich nach Vereinheitlichungen gesucht. Eine solche Bildung großer Kommunikationsräume durch ausgehandelte Standardisierung charakterisierte zur gleichen Zeit auch andere Bereiche. Die nationalen Eisenbahnfahrpläne wurden allmählich in einen Europa-Fahrplan integriert. [...] Mitte der 1870er-Jahre hatte sich das metrische System weitgehend durchgesetzt; nur das British Empire betrachtete es mit Skepsis. Das Chaos regionaler und lokaler Zeitmessungen wurde 1884 auf der Internationalen Meridian-Konferenz in Washington beseitigt, als die Einteilung des Globus in Zeitzonen sowie eine internationale Datumsgrenze beschlossen wurden. Auf dem Gebiet des Rechts wurde es möglich, zu Übereinkünften zu gelangen, die Verträgen transnationale Gültigkeit verliehen, es also Gläubigern ermöglichten, ihre Schulden im Ausland einzutreiben. [...] Viele der Normierungen und Vereinheitlichungen, die noch heute selbstverständlich sind, gehen auf das dritte Viertel des 19. Jahrhunderts zurück.
Sie waren eng verbunden mit der Schaffung übernationaler Institutionen. Besonders wichtig war dabei der Freihandel, von Großbritannien als Pionier angeregt, der nach 1860 innerhalb weniger Jahre in fast ganz Europa eingeführt wurde. [...] Gegenüber asiatischen Staaten setzten die Briten den Freihandel mit Drohungen oder Waffengewalt durch und diktierten „ungleiche Verträge“, die einheimische Märkte ohne Zollschranken für westliche Produkte öffneten.
Eine weitere neuartige Institution in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen war der Goldstandard, ein Mechanismus zum Ausgleich von Währungsschwankungen. Damit war bis 1870 erstmals in der Geschichte ein umfassendes Weltwährungssystem geschaffen worden, dem sich vor dem Ende des Jahrhunderts mit Ausnahme Chinas alle großen Länder der Welt anschlossen. 


Die wissenschaftliche Grundlage für seine vereinfachte Darstellung der Weltgeschichte für Schüler hat Osterhammel 2009 in folgendem Werk gelegt:
Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts
  • Wie kann man Osterhammels Aussagen den Kategorien Zeit und Ort und/oder einigen der Panoramen und Themen seines wissenschaftlichen Werkes "Die Verwandlung der Welt" zuzuordnen.
  • Wie unterscheidet sich die Darstellungsweise?
  • Weshalb wählt er für Schüler eine Darstellungsweise, die so viel konventioneller ist als sein wissenschaftlicher Ansatz? 

Freitag, 27. März 2015

Osterhammel: Weltgeschichte 1800-1850 (Textausschnitte)

19. Jahrhundert, Informationen zur politischen Bildung Nr.315 von Jürgen Osterhammel (S.22-29) - Eine kurze Weltgeschichte von 1800-1850 für Schüler

      Transatlantische Verbindungen und Trennungen

"Um 1800 waren die einzelnen Teile der Erde noch sehr weit von einander entfernt. Von einem Kontinent zum anderen gelangte man nur durch gefährliche und beschwerliche Seereisen. Von England aus war ein Schiff nach China vier bis fünf Monate unterwegs. [...] Nirgendwo, auch nicht über den Nordatlantik hinweg, gab es einen fahrplanmäßigen Schiffsverkehr, von Tourismus ganz zu schweigen. [...] Um 1800 hatten die europäischen Mächte keineswegs schon den überwiegenden Teil der Erdkugel unter ihre Herrschaft gebracht. In Afrika war nur die Südspitze des Kontinents niederländisches, dann britisches Kolonialgebiet.
In Asien hielten sich winzige portugiesische Küstenenklaven (Goa in Indien, Macau in China) als Reste eines verschwundenen Handelsimperiums. Bedeutenden Kolonialbesitz [...] unterhielten nur die Niederlande im heutigen Indonesien sowie die Briten, deren halboffizielle East India Company seit den 1760er-Jahren Territorialherrin in Bengalen (mit der Hauptstadt Kalkutta) war und um 1800 erfolgreich Kriege zur Ausweitung ihres Herrschaftsbereichs führte. Französische Versuche, sich in Asien festzusetzen, waren gescheitert. [...]

Viel tiefer hatte sich der europäische Kolonialismus in der westlichen Hemisphäre eingewurzelt. Dort war er aber in den 1760er-Jahren in eine tiefe Krise geraten. Diese Krise hatte 1776 dazu geführt, dass 13 der britischen Kolonien in Nordamerika ihre Unabhängigkeit erklärten. Sie siegten in einem Krieg gegen das vormalige Mutterland und gaben sich 1787 eine gemeinsame Verfassung. 1789, im Jahr der Französischen Revolution, nahmen die Organe eines neu gegründeten Staates – Präsident, Senat und Repräsentantenhaus – ihre Arbeit auf: die der Vereinigten Staaten von Amerika. Die USA waren durch Sezession ohne verbleibende Bindung aus dem British Empire ausgeschieden.
Die imperiale Krise der 1760er-Jahre hatte auch das große spanische Reich in der Neuen Welt erfasst. [...] Aus dem riesigen spanischen Imperium wurde ein Mosaik von 16 souveränen Staaten: großen wie Mexiko, Venezuela oder Argentinien, kleinen wie Panama oder Honduras. Unter anderen Umständen löste sich Brasilien 1822 von Portugal und machte sich zu einem selbstständigen Kaiserreich. Nur die Inseln Kuba und Puerto Rico verblieben bis 1898 in spanischer Hand.
Die Unabhängigkeit Lateinamerikas war die umfassendste Veränderung der politischen Landkarte in der gesamten Neuzeit. Fügt man hinzu, dass Napoleon 1803 die riesigen französischen Besitzungen in Nordamerika, die sich heute auf 15 Bundesstaaten verteilen, an die USA verkaufte, so zeigt sich, dass zwischen 1783 – als die späteren USA nach ihrem militärischen Sieg über Großbritannien de facto selbstständig wurden – und 1826 aus einem vom arktischen Norden bis in den tiefen Süden von Europa kolonisierten Kontinent eine Welt post-imperialer Nationalstaaten geworden war; nur Kanada blieb britisch." 
"Die Inselwelt der Karibik ging einen anderen Weg als das Festland. Dort behauptete sich der europäische Kolonialismus. Eine Ausnahme bildete die französische Kolonie Saint-Domingue, die westliche Hälfte der Insel Hispaniola. Saint-Domingue war die wirtschaftlich produktivste und profitabelste Kolonie des französischen Ancien Régime. Hunderttausende von Sklaven, die aus Afrika herbeigeschleppt worden waren, bauten dort für französische Pflanzer Zucker und Tabak an, „Kolonialwaren“ für europäische Kunden. Nachrichten vom Ausbruch der Französischen Revolution weckten Freiheitshoffnungen in allen Teilen der Bevölkerung. [...] Vorübergehend schien sich die Möglichkeit eines autonomen Sonderstatus innerhalb des französischen Staatsverbandes abzuzeichnen. Sie wurde verspielt. Am Ende eines blutigen Tumults, der insgesamt von 1791 bis 1804 dauerte, stand die Gründung des neuen Staates Haiti – das erste Beispiel für einen erfolgreichen anti-kolonialen Befreiungskampf von Nicht-Weißen. Die Haitianische Revolution bildet eine wichtige Episode in der Geschichte revolutionärer Wechselwirkungen über den Atlantik hinweg in den Jahrzehnten um 1800." (S.22-23)

Agrarische Imperien und ihr Niedergang
"Während sich in Amerika die europäischen Kolonialreiche auflösten, gerieten in Asien die seit langem etablierten agrarischen Monarchien in eine tiefe Krise. In Indien war bereits im frühen 18. Jahrhundert das vordem riesige und mächtige Mogulreich in Teilstaaten zerfallen. Erst diese Zersplitterung hatte es den Briten erlaubt, in Bengalen Fuß zu fassen und von dort aus – dies war bis 1818 geschehen – große Teile des Subkontinents zu erobern. So weit kam es in anderen Teilen Asiens einstweilen noch nicht. Der im 17. Jahrhundert starke und kulturell blühende Iran wurde Opfer nicht europäischer, sondern afghanischer Invasionen. Dennoch war die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Wendezeit für Asien, denn das bis dahin bestehende ungefähre Gleichgewicht zwischen Asien und Europa verschwand. 
Europa, vor allem vertreten durch das wirtschaftlich dynamische Großbritannien, konfrontierte Asien mit militärischen und kulturellen Herausforderungen, auf die eine Antwort schwerfiel. Keine der agrarischen Monarchien erwies sich als reformfähig genug, um dem Westen Widerstand leisten zu können." (S.24)

Die eigenständige Entwicklung der USA
"[...] Zum Zeitpunkt der Gründung der USA 1789 wusste man an der Atlantikküste so gut wie nichts über das Innere und den Westen des eigenen Kontinents. [...] Die Erschließung des Westens dauerte bis zum Ende des Jahrhunderts und wurde zu einem der großen Themen des US-amerikanischen Selbstverständnisses. Dieses Voranschieben einer Siedlungsgrenze, der frontier, war mit brutalem Vorgehen gegenüber der indianischen Bevölkerung verbunden." (S.26)
"Kalifornien wurde anfangs nicht durch die Ost-West-Bewegung der agrarischen Frontier besiedelt, sondern von Abenteurern, die nach der Entdeckung von Gold im Jahre 1848 in diese Region strömten. Durch einen Angriffskrieg gegen Mexiko hatten die USA zu Beginn desselben Jahres den mittelamerikanischen Nachbarstaat zur Abtretung des größten Teils Kaliforniens gezwungen. Das Staatsgebiet der USA wurde seit der Unionsgründung kontinuierlich erweitert. [...] Die Einbeziehung der neuen Territorien in den Zusammenhang der Föderation gehört zu den erstaunlichsten Leistungen politischer Organisation in der Weltgeschichte des 19. Jahrhunderts. So wurde verhindert (was durchaus / denkbar gewesen wäre), dass sich auf nordamerikanischem Boden, ähnlich wie in Süd- und Mittelamerika, mehrere unabhängige Staaten bildeten." (S.27/29) "Die territoriale Expansion schuf aber mindestens ein zentrales Problem: die Ausdehnung der Sklaverei in die neu angeschlossenen Gebiete. Die Einfuhr neuer Sklaven in die USA war 1808 durch Bundesgesetze verboten worden. Die Sklaverei jedoch blieb weiterhin erlaubt. Sie wurde mehr denn je zur wirtschaftlichen Grundlage einer boomenden Plantagenproduktion, vor allem von Baumwolle, in den Südstaaten und zur zentralen gesellschaftlichen Institution in diesen Teilen der USA. Da sich die Sklavenbevölkerung in den USA, anders als in der Karibik, ohne neuen Zustrom selbst vermehrte, herrschte an schwarzen Arbeitskräften kein Mangel. Im Norden, das heißt nördlich von Virginia und Kentucky, war die Sklaverei nach 1780 durch einzelstaatliche Gesetzgebung schrittweise abgeschafft worden. Den neu an die Union angeschlossen Staaten wurde es nicht länger anheimgestellt, sich selbst für oder gegen die Sklaverei zu entscheiden („Missouri-Kompromiss“ von 1820)." (S.29)
Pax Britannica als Weltordnung
"[...] Die einzige wirkliche Weltmacht im 19. Jahrhundert war Großbritannien. [...] Die Vernichtung von Napoleons Seemacht bekräftigte nach 1805 die maritime Vorrangstellung des Vereinigten Königreichs. [...] Das britische Weltreich unterschied sich von allen anderen zeitgenössischen Reichen dadurch, dass es (beim Stand von etwa 1850) neben Flächenkolonien wie Kanada, Australien, Neuseeland, Indien oder Südafrika ein weltweites System von Hafenstützpunkten unterhielt, die unter anderem der Proviantierung der Schiffe dienten. [...] Dabei verfolgte Großbritannien keineswegs die Politik, Verkehr und Handel auf den Ozeanen für sich zu monopolisieren.
Nachdem das britische Parlament mit Wirkung ab 1808 den Sklavenhandel verboten hatte, wurden das Aufbringen von Sklavenschiffen und die Befreiung der Sklaven zu einer weiteren, quasi-polizeilichen Daueraufgabe der Navy. Schließlich war die Flotte auch zu Kriegseinsätzen fähig. Nach der Einführung dampfgetriebener Kanonenboote, wie sie erstmals im Opiumkrieg gegen China eingesetzt wurden, besaß sie die Kapazität, im außereuropäischen Raum zur Durchsetzung imperialer Interessen lokal zu intervenieren und Druck auszuüben. Dampfschiffe hatten dabei den Vorteil, dass sie flussaufwärts fahren und Städte im Landesinneren bedrohen konnten.
Der Begriff des britisch durchgesetzten Friedens, der Pax Britannica, umfasst noch mehr. Zum einen bezieht er sich auf die Tatsache, dass die Briten nach der Eroberungsphase in vielen ihrer Kolonien für einen inneren Landfrieden sorgten. [...] Zum anderen bedeutete Pax Britannica, dass die britische Seeherrschaft durch die leistungsfähigste Ökonomie der Welt untermauert war. Die britische Wirtschaft war dabei in hohem Maße auf ihre weltwirtschaftliche Einbindung angewiesen. Ihre wichtigsten Rohstoffe, vor allem Baumwolle, bezog sie aus Übersee; ihre einträglichsten Absatzmärkte lagen außerhalb der heimatlichen Inseln. [...] Der Wiener Ordnung auf dem europäischen Kontinent entsprach keine per Konferenz und Verträge abgesicherte internationale Ordnung. Die Pax Britannica, gegen die vor den 1880er-Jahren keine der anderen Großmächte ernsthaften Protest anmeldete, fungierte als eine Art von Ersatz für eine solche Ordnung." (S.29)

Die wissenschaftliche Grundlage für seine vereinfachte Darstellung der Weltgeschichte für Schüler hat Osterhammel 2009 in folgendem Werk gelegt:
Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts
  • Wie kann man Osterhammels Aussagen den Kategorien Zeit und Ort und/oder einigen der Panoramen und Themen seines wissenschaftlichen Werkes "Die Verwandlung der Welt" zuzuordnen.
  • Wie unterscheidet sich die Darstellungsweise?
  • Weshalb wählt er für Schüler eine Darstellungsweise, die so viel konventioneller ist als sein wissenschaftlicher Ansatz?