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Montag, 6. September 2021

Wichtiger als die Wahrheit?

Wenn Presseleute mit Hilfswerken kooperieren, entstehen Konflikte zwischen dem Informationsinteresse und dem Interesse daran zu helfen. Dazu

Johannes Dietrich: Wichtiger als die Wahrheit FR 6.9.21

https://www.fr.de/politik/wichtiger-als-die-wahrheit-90962149.html

Aber nicht nur da gibt es diese Konflikte:

https://www.fr.de/suche/?tt=1&tx=&sb=&td=&fd=&qr=Wichtiger+als+dei+Wahrheit

In Lessings Nathan heißt es: "Für die Wahrheit alles auf das Spiel zu setzen: Leib und Leben, Gut und Blut." Das ist das Ethos des Journalismus.

Lessing lässt seinen Nathan nicht so handeln. 

Dabei war Lessing doch der aufklärende, aufgeklärte Wahrheitssucher par excellence.

Er folgte sein Leben lang dem, was Camus im Mythos des Sisyphos beschrieben hat. 

Nach dem Tod seiner Frau schrieb er:

Gestern liebt' ich, 

Heute leid' ich, 

Morgen sterb ich: 

Dennoch denke ich Heut' und morgen 

Gern an gestern.

Der genaue Zeitpunkt*, wann er dies Gedicht schrieb, das er als "Lied aus dem Spanischen" bezeichnete, ist mir freilich nicht einmal bekannt.  -Wahrheit? Was wusste er über sein "morgen"? Doch hat er sicher viele Heute an dies Gestern gedacht. (Gestern war heute - Ingeborg Drewitz)

* "um 1780" 

"Am 8. Oktober 1776 heirateten[15] er und Eva König in Jork bei Hamburg im Hause von Johannes Schuback[16]. Am Weihnachtsabend 1777 gebar sie den Sohn Traugott, der aber am folgenden Tag starb. Am 10. Januar 1778 starb auch Eva Lessing an Kindbettfieber."

(Wikipedia)

Freitag, 18. Juli 2014

Menschlichkeit oder Logik

Das zweite Maschinenzeitalter ist nach dem Prinzip aufgebaut "The winner takes it all"*. Wenn es eine beste Suchmaschine gibt, sucht man nicht bei der zweitbesten. Während es für manches Millionen von lokalen Märkten gibt, gibt es für beliebig vermehrbare elektronische Produkte und Dienstleistungen inzwischen nur noch einen Markt (bzw. zwei: China und andererseits den Rest der Welt).
Erik Brynjolfsson und Andrew McAfee gehen der Frage nach, wie in einer Situation, wo Computer immer anspruchsvollere Intelligenzleistungen erbringen, dennoch alle menschlichen Fähigkeiten in der Gesellschaft zum Zuge kommen können.
Erik Brynjolfsson dazu im Interview:
"Jetzt sind wir abermals gefordert, uns an neue Bedingungen anzupassen. Dabei sind Kreativität und der zwischenmenschliche Austausch gefragt. Auch müssen wir Unternehmertum fördern, Sozialwerke reformieren und Anreize setzen, die neue Jobs schaffen. Wenn das gelingt, bin ich optimistisch, dass uns ein bislang ungeahnter Wohlstand bevorsteht." (Finanz und Wirtschaft, 7.3.14)
*Auch wenn's hier um etwas anderes geht als bei ABBA (Text), melancholisch kann auch das einen machen.

Aktuell zum Thema:
Roman Pletter: Ist er besser als wir? ZEIT Nr.29 10.Juli 2014