Samstag, 11. Dezember 2021

Jonathan Franzen: Crossroads

Jonathan Franzen: Crossroads

"Trotz des historischen Settings ist Crossroads laut Franzen kein historischer Roman, sondern eine Geschichte innerhalb seiner eigenen Erinnerung.[2] Er habe festgestellt, dass er in seinen Werken die prägendste Zeit seines eigenen Lebens, die ersten sechs Jahre der 1970er, noch gar nicht beschrieben habe.[3] So geht auch die Jugendgruppe Crossroads auf eine Jugendgruppe namens Fellowship zurück, die Franzen in seiner Jugend in Webster Groves besucht hatte und die er später in seinem autobiografischen Essay The Joy Breaks Through (deutsch: Dann bricht Freude durch) in The Discomfort Zone (2006, deutsch: Die Unruhezone) beschrieb. Deren charismatischer Anführer Bob Mutton ist unschwer als Vorbild der Romanfigur Rick Ambrose zu erkennen.[2] Franzen erläuterte: „Ich habe daran teilgenommen, weil ich so in die Nähe von Mädchen kam und weil wir coole Ausflüge gemacht haben.“[7] Und: „Ich bin umarmt worden und ich habe andere umarmt in dieser Jugendgruppe“.[6] Die Fotografie auf dem Romanumschlag ist ein Privatfoto von dieser Jugendgruppe.[8]"

Freitag, 10. Dezember 2021

MARGARET ATWOOD ZU AFGHANISTAN

 "[...] Schon das Wenige, das ich von der Geschichte dieses Landes wusste, hatte mich von fern fasziniert – kein ausländischer Eindringling einschließlich der Briten vermochte je, das Land über längere Zeit zu beherrschen. Berühmt ist der Ausspruch von Alexander dem Großen, dass es leicht sei, in Afghanistan einzumarschieren, aber schwer, wieder hinauszugelangen. Auch die Russen sollten später die Erfahrung machen, und wenige Jahrzehnte nach ihnen die Amerikaner. Warum?

Vielleicht liegt es an der Verbindung von einer außerordentlich harschen Landschaft und dem unbändigen Freiheitswillen der Bewohner. Vor unserem Abflug sagte mein Vater: „Fahrt da nicht hin, es wird bald Krieg geben.“ Wie konnte er das wissen? Sechs Wochen nach unserem Besuch wurden Präsident Daoud Khan und fast seine gesamte Familie ermordet, was den über vierzigjährigen Krieg auslöste, den wir seither mit ansehen. Wir erlebten dieses überwältigend schöne Land, kurz bevor es in den Abgrund stürzte. [...]" (Ohne Frauen kann kein Land bestehen FAZ 8.12.21)

EcoPeace

 https://de.wikipedia.org/wiki/EcoPeace

Mittwoch, 8. Dezember 2021

Zum Antisemitismusbegriff

 Julia Bernstein Israelbezogener Antisemitismus: Erkennen – Handeln – Vorbeugen“ 2021

Leseprobe aus Bernstein, Israelbezogener Antisemitismus. Erkennen – Handeln – Vorbeugen, ISBN 978-3-7799-6359-2 © 2021 Beltz Juventa in der Verlagsgruppe Beltz, Weinheim Basel 

"Wenn es in Deutschland um Israel geht, lässt sich mitunter etwas höchst Seltenes und deshalb Verdächtiges beobachten: Menschen unterschiedlichen Bildungsstandes, unterschiedlicher Gruppenzugehörigkeiten oder politischer Überzeugungen zeigen sich einig darin, dem jüdischen Staat „kritisch“ zugewandt zu sein. Ob Deutsche oder Nichtdeutsche, muslimisch, nichtreligiös oder christlich, von der Universität und dem Bildungsbürgertum zum Stammtisch oder von „Links“ über die „Mitte der Gesellschaft“ hin zum Rechtsextremismus: häufig finden die unterschiedlichsten Menschen über eine ablehnende Haltung zum jüdischen Staat zusammen. 

„Es ist so schrecklich, was da unten los ist, was die Israelis jetzt in Palästina machen.“ Eine solche Aussage ist deshalb immer wieder aus allen Ecken zu hören, auf jeden Fall dann, wenn man als Jude in Deutschland auf diesen „Missstand“ angesprochen wird (Zick et al. 2017a, S. 69 ff.; Bernstein 2020, S. 84 ff.). Sie kommt scheinbar ganz unverfänglich als Meinungsäußerung über Israel oder den Nahostkonflikt daher und geht deshalb vielen Menschen leicht über die Lippen. Nicht nur das, mit solchen Aussagen machen Menschen ihrem Ärger Luft: Es gehe ja gar nicht um Juden, mit der deutschen Geschichte, dem Nationalsozialismus und dem Holocaust habe das doch nichts zu tun. Kritik an Israel zu äußern, ja das müsse immer möglich sein, und überhaupt, die Israelis machen ja nicht alles richtig, sind auch nicht besser und den Mund lasse man sich schon gar nicht verbieten. Das lässt schon ersichtlich werden: Die „Israelkritik“ ist der zeitgemäße Ausdruck des Antisemitismus, mit ihr wird heutzutage die Judenfeindschaft legitimiert. Denn nach dem Holocaust ist der Antisemitismus sozial geächtet worden, angesichts des nationalsozialistischen Antisemitismus und der Ermordung von sechs Millionen Juden ist es verpönt, sich zur Judenfeindschaft zu bekennen, oder schlicht undenkbar, das negative Gefühl Juden gegenüber überhaupt einzugestehen, obwohl das Bild von den Juden sich nach dem Holocaust nicht verändert hat. Ein „Israelkritiker“ zu sein, steht den Menschen besser zu Gesicht als ein Antisemit zu sein. Die alten Feindbilder über Juden werden aber einfach auf Israel übertragen, das negative Gefühl den Juden gegenüber übersetzt sich in eine Meinung über Israel, die dann im Zweifel als „Kritik“ rationalisiert wird. So hat der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt in einem Essay schon früh festgestellt (1980, S. 93): „Kein Mensch ist heute mehr Antisemit, man versteht nur die Araber.“ 

Der Antisemitismus hat nach dem Holocaust also mit dem Israelbezug eine Form angenommen, die die soziale Ächtung der Judenfeindschaft in Deutschland nach dem Holocaust unterläuft. Manche Menschen stellen sich voller Überzeugung und Engagement gegen den Antisemitismus, wie er in seiner rassistischen Variante die Vergangenheit geprägt hat, sie tragen dann also mitunter seine Ächtung vor sich her, und verfestigen ihn gleichzeitig über die „Israelkritik“ in der Gegenwart. 

Diese Janusköpfigkeit der Deutschen prägt den Antisemitismus der Gegenwart: Zum einen gerieren sich Menschen vor dem Hintergrund oder gar wegen der nationalsozialistischen Geschichte und des Holocausts als geläutert und beschwören die Verpflichtung zur Ächtung des Antisemitismus immer wieder in Sprechblasen wie „Wehret den Anfängen“ verpackt herauf, zum anderen weisen Umfragen aus, dass sich der israelbezogene Antisemitismus in den Einstellungen von vierzig Prozent der Bevölkerung zeigt (vgl. Zick et al. 2017b, S. 27).

Denn nach dem Holocaust ist der Antisemitismus sozial geächtet worden, angesichts des nationalsozialistischen Antisemitismus und der Ermordung von sechs Millionen Juden ist es verpönt, sich zur Judenfeindschaft zu bekennen, oder schlicht undenkbar, das negative Gefühl Juden gegenüber überhaupt einzugestehen, obwohl das Bild von den Juden sich nach dem Holocaust nicht verändert hat. Ein „Israelkritiker“ zu sein, steht den Menschen besser zu Gesicht als ein Antisemit zu sein. Die alten Feindbilder über Juden werden aber einfach auf Israel übertragen, das negative Gefühl den Juden gegenüber übersetzt sich in eine Meinung über Israel, die dann im Zweifel als „Kritik“ rationalisiert wird. So hat der Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt in einem Essay schon früh festgestellt (1980, S. 93): „Kein Mensch ist heute mehr Antisemit, man versteht nur die Araber.“ [...]"

Gert Krell/Michael Brumlik: Dämonisierung, Delegitimisierung und Doppelstandards FR 8.12.21, S.22/23

"[...] Antisemitisch, antizionistisch, antiisraelisch oder israelkritisch sind Begriffe für sehr verschiedene Einstellungen; alle vier können in Kombinationen auftreten, aber auch für sich stehen. Es gibt auch proisraelische Antisemiten; und es gibt Menschen, die Israel sehr gewogen sind, zugleich aber auch kritisch gegenüberstehen – nicht weil sie Antisemiten wären, sondern aus Sorge um seine Zukunft.
Julia Bernsteins Mischung aus Kampf gegen Antisemitismus mit Kampf gegen Kritik an der Besatzung und an der großisraelischen Politik der israelischen Rechtsparteien führt bei ihr zu einer maßlosen Überziehung des Antisemitismusvorwurfs. Damit aber schadet sie dem Kampf gegen den real existierenden Antisemitismus; auch und gerade in der politischen Bildung. Lehrer:innen dürfen durchaus ihre eigene politische Meinung zu kontroversen Sachverhalten in ihre Klassen einbringen; aggressive Werbung für die eigene Position, vor allem, wenn sie auf einem Pol einer breiten Debatte angesiedelt ist, ist jedoch nicht zulässig. Auf jeden Fall aber müssten auch andere Positionen zur Sprache kommen. Das hieße für den Nahostkonflikt, auch die innerisraelischen, innerjüdischen oder die allgemeinen wissenschaftlichen Kontroversen (auch über den Antisemitismus-Begriff!) wenigstens anzudeuten [...]
Das größte pädagogische Versäumnis der Autorin aber liegt darin, dass sie Lehrer:innen und Schüler:innen keine Perspektive anbietet. Ein Konflikt, in dem die eine Seite die andere vernichten will und die andere sich nur verteidigt, hat ja auch keine Perspektive außer der militärischen Selbstbehauptung. Wie sollen denn Schüler:innen und Jugendliche mit jüdischen oder arabischem bzw. muslimischem Hintergrund auf Julia Bernsteins Diagnose reagieren? [...]"

Dabei besonders wichtig erscheint mir der Beitrag von Stephan Hebel. Im Anschluss darauf gehe ich dort darauf ein, dass selbst Hebels klare Differenzierung bei kürzeren Äußerungen ausreicht, Israelkritik und Antisemitismus eindeutig zu unterscheiden. Für eine solche Unterscheidung ist immer eine Betrachtung des Kontextes nötig, sowohl des Argumentationskontextes wie des Handlungskontextes. 

Vergiss mein nicht

 Bewegend die Szene, wo die 96-jährige Mutter des Mannes (Malte Sieveking) nachfragt, wie alt seine Frau Gretel ist. Als sie erfährt, dass sie 73 Jahre alt ist, meint sie: "Aber das kann mein Sohn doch nicht machen, ihr könnt ihn doch nicht so verbrauchen."


Dabei spielt gewiss eine Rolle, dass sie im Heim ist und er sie seltener besucht, weil er sich ständig um seine Frau kümmern muss. Sicher spielen dabei die Jahrzehnte (zwei oder gar fünf?) eine Rolle, wo sie sich mit Kontaktwünschen zurückgehalten hat, um ihrem Sohn, dem Mathematikprofessor, Zeit für seine Arbeit und die notwendige Erholung zu lassen. Gewiss ist sie eifersüchtig auf ihre Schwiegertochter, die so viel Zuwendung erfährt und sie doch gar nicht richtig nutzen kann, weil sie schon im nächsten Moment vergessen hat, dass sie sie erfahren hat. Und sie, die Mutter, die doch Jahrzehnte so für ihren Sohn da war, wird von ihm so vernachlässigt.
Aber sicher spielt auch hinein, dass sie sieht, wie fordernd die Arbeit in der Altenpflege ist, und dass sie es bedauert, dass sie anderen so viel Arbeit macht, weil sie nicht mehr zureichend für sich selbst sorgen kann.
Und dann die Vorstellung, der geliebte Sohn, dessen Wohlergehen ihr seit seiner Geburt so wichtig war, könnte vom Status des angesehenen Professors, der endlich Zeit hat, seinen eigenen Interessen nachzugehen, in den Status eines Vollzeit-Altenpflegers zurückfallen und diese Tätigkeit mit schwindenden Kräften immer weiter ausüben müssen, bis er selbst pflegebedürftig wird.

Bewegend aber auch die strahlende Dankbarkeit der Frau, wenn sie wahrnimmt, dass sie anderen so wichtig ist, dass sie sich die Mühe machen, genau das für sie zu tun, was sie gerade haben will.

Aus einem meiner früheren Artikel möchte ich hier noch anführen:
Tiere sind weit besser darin, Menschen zu verstehen, die sich nicht erklären können. Nicht selten finden auch Kinder zu solchen Menschen einen leichteren Zugang als Erwachsene, aber ganz unabhängig von sinnwidriger sprachlicher Kombination sind Tiere am besten geeignet. 
Wegen diesen unmittelbaren Zugangs zur Psyche des Menschen sind Tiere besonders für alte und junge Menschen so wichtig.

http://vergissmeinnicht-film.de/
http://www.spiegel.de/kultur/kino/dokumentarfilm-vergiss-mein-nicht-von-david-sieveking-a-880585.html
http://www.sueddeutsche.de/kultur/vergiss-mein-nicht-im-kino-vorgefuehrt-im-verfall-1.1592413

Diesen Artikel habe ich vor acht Jahren geschrieben (und veröffentlichet) und er ist für mich nicht weniger aktuell geworden.

Dienstag, 7. Dezember 2021

Musik in Konzentrationslagern

"Die Erinnerungen von Überlebenden beschreiben, wie die Häftlingskapellen organisiert waren und zu welchen Anlässen die Musiker welche Musik spielen mussten. Die Hauptaufgabe der Häftlingsorchester bestand in vielen Lagern darin, den Tagesablauf zu strukturieren. Es sind vor allem die Klänge deutscher Marschmusik und populärer Orchestermusik, die sich in die Köpfe der Überlebenden eingegraben haben. Zu dieser Musik marschierten die Arbeitskolonnen tagtäglich durch die Lagertore. Der Takt der Märsche sollte sie zum Gleichschritt disziplinieren und die anwesenden SS-Männer unterhalten. Bekannte Orchesterstücke aus Operetten, Melodien populärer Lieder wie „Lilli Marleen“ verhöhnten die gequälten Menschen und demonstrierten ihnen ihre Hilflosigkeit, denn sie konnten der Musik nicht entkommen, die sie an ein normales Leben, eine glückliche Vergangenheit erinnerte. Vom Orchester des Auschwitzer Frauenlagers ist überliefert, dass es Tausende von Deportierten mit leichter Operettenmusik empfangen musste, um die Neuangekommenen abzulenken und zu täuschen. „Ein nächtliches Konzert beginnt“, erinnerte sich die Musikerin Seweryna Szmaglewska.

„Bei den Waggons schreien die SS-Männer wie besessen, jammern die Geschlagenen, weinen die Kinder, und auf diesem akustischen Hintergrund erklingen die Melodien spanischer Tänze, sehnsüchtiger Serenaden, sentimentaler Lieder.” (Szmaglewska 1962: 245) Aus vielen Konzentrationslagern ist bekannt, dass die SS-Wachen mit dem gebrülltem Befehl „ein Lied“ die Gefangenen in verschiedenen Situationen deutsche Volkslieder singen ließen, zum Beispiel, wenn sie die Bevölkerung der umliegenden Dörfer über den wahren Charakter der Lager hinwegtäuschen wollten." (S.214-216)

Juliane Brauer: "Lieder aus den nationalsozialistischen Konzentrationslagern Geschichte(n), Erinnerung und Rezeption" in: Berichte, künstlerische Werke und Erzählungen von NS‑Verfolgten Zeugnisformen Bildungsarbeit mit Zeugnissen. Herausgegeben von Dagi Knellessen und Ralf Possekel, S. 213 ff. (Link zum Download)

Montag, 6. Dezember 2021

Habeck und Fischer (40 Jahre die Grünen: 2020)

 Robert Habeck im Gespräch mit Joschka Fischer


Habeck: Relevante Politik kann nicht heißen, in ein bestehendes System, das Probleme verursacht, einfach mehr Geld hineinzustecken. Das ist das Gegenteil von relevanter Politik.

Sonntag, 5. Dezember 2021

Angela Kasner und Wolf Biermann - Zwei, die in die DDR gingen und nach Westdeutschland zurückkehrten

 Angela Kasner* wurde im Elim-Krankenhaus im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel als erstes Kind des evangelischen Theologen Horst Kasner (* 1926 in Berlin; † 2. September 2011 ebenda) und seiner Frau Herlind Kasner, geb. Jentzsch (* 8. Juli 1928 in Danzig; † 6. April 2019 in Berlin[4]), geboren. Horst Kasner hatte ab 1948 an den Universitäten Heidelberg und Hamburg sowie an der Kirchlichen Hochschule Bethel in Bielefeld Theologie studiert. Seine Frau Herlind war Lehrerin für Latein und Englisch.

Noch 1954, einige Wochen nach der Geburt der Tochter, siedelte die Familie von Hamburg-Eppendorf, Isestraße 95, in die DDR über. Für die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg trat Horst Kasner im Dorf Quitzow (heute ein Ortsteil von Perleberg) eine Pfarrstelle an. Angela ist ebenfalls evangelisch-lutherisch.

Haus Fichtengrund, Wohnhaus der Familie Kasner in Templin

1957 wechselte Kasner dauerhaft nach Templin in der Uckermark, um sich am Aufbau einer innerkirchlichen Weiterbildungsstelle zu beteiligen. Dort wuchs Angela  im Haus Fichtengrund auf. Ihre Mutter war aufgrund des Pfarrberufs des Vaters im Schuldienst der DDR unerwünscht.[5] Am 7. Juli 1957 wurde Angelas Bruder Marcus, am 19. August 1964 ihre Schwester Irene geboren.

In Polen erregte 2013 die Entdeckung ihrer polnischen Wurzeln Aufmerksamkeit: Ihr Großvater, der Polizeibeamte Ludwig Kasner (1896–1959), hatte als Ludwig Kazmierczak als Pole im Deutschen Kaiserreich in Posen gelebt, im Ersten Weltkrieg erst für die deutsche Armee und dann als Angehöriger der polnischen Haller-Armee möglicherweise gegen die deutsche Armee an der Westfront gekämpft.[6] Er siedelte später nach Berlin über.

Schulzeit und Studium (1961–1978)[Bearbeiten]

Gebäude der früheren Polytechnischen Oberschule

1961 wurde Angela Kasner an der Polytechnischen Oberschule (POS) in Templin (heute Aktive Naturschule Templin) eingeschult. Auffallend waren ihre überdurchschnittlichen schulischen Leistungen; in den Schulfächern Russisch und Mathematik war Kasner Klassenbeste. Sie gewann Russisch-Olympiaden bis hin zur DDR-Ebene und galt während ihrer Schulzeit als zurückhaltende Schülerin.[7] Sie war Mitglied der Freien Deutschen Jugend (FDJ).[8] 1973 legte sie an der Erweiterten Oberschule (EOS) in Templin das Abitur ab.[9]

Kasner hatte sich bereits während ihrer Schulzeit für das Studium der Physik an der Karl-Marx-Universität (heute: „Universität Leipzig“) in Leipzig entschieden, das sie 1973 aufnahm. Um ihr Einkommen während ihres Studiums aufzubessern, arbeitete sie nach eigenen Angaben an zwei Abenden pro Woche in Discotheken nebenberuflich als „Bardame“.[10] Sie gehörte nicht zu den opponierenden Kräften innerhalb der DDR, was ihre akademische Laufbahn verhindert hätte, berichtet aber, in diesen Jahren den Autor Reiner Kunze getroffen zu haben, den sie als ihren Lieblingsschriftsteller bezeichnet. 1977 heiratete sie den Physikstudenten Ulrich Merkel; die Ehe wurde 1982 geschieden.[11][12]" (Wikipedia)

*Der Text wurde aus dem Wikipediaartikel Angela Merkel übernommen, nur wurde der Geburtsname beibehalten.

mehr zu Angela Kasner/Merkel:

Helga Schubert :Ein feste Burg (ZEIT 9.12.21)

"Du hast den Farbfilm vergessen" (Wikipedia) (Text)

Nina Hagen in Liveaufnahme


Großer Zapfenstreich für Angela Merkel ( "Du hast den Farbfilm vergessen" ab Minute 16, "Für mich soll's rote Rosen regnen" ab 18:20 (Text) )


Wolf Biermann

Vortrag von Biermann

"Du lass dich nicht verhärten" (Text)

Faltanleitung für FFP2-Masken

  https://twitter.com/maxplanckpress/status/1466694602837086208

Samstag, 4. Dezember 2021

Chrismon

 chrismon.evangelisch.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Chrismon_(Zeitschrift)

Ein Teil von chrismon spricht mich immer sehr an. 

Auch dies: https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2021/52083/so-gingen-chrismon-geschichten-aus-2021-weiter

und dies: https://chrismon.evangelisch.de/artikel/2021/52063/izzeldin-abuelaish-kaempft-fuer-frieden-in-nahost

Diese beiden kann man gleich im Internet nachlesen. 

Aber es sind diesmal andere, die mich noch mehr angesprochen haben:

Der Bericht der Frau, die mit Depressionen lebte, weil ihre Mutter von ihrem Stiefvater missbraucht* wurde und von ihrer eigenen Mutter keine Unterstützung bekam, sondern nur Vorwürfe, dass die Tochter ihr ihren Geliebten weggenommen habe:

"Sie [die Tochter, die missbraucht worden war] wollte eine gute Mutter sein und eine harmonische Familie haben, aber sie konnte das nicht umsetzen. Wir wurden grundlos geschlagen ..." (chrismon Nr.12, S.13)

*Statistik zu sexuellem Missbrauch von Kindern in Deutschland

Sie ließ es zu, dass ihre Tochter bei ihrem Ex-Partner aufwuchs, weil sie verhindern wollte, dass diese sie erleben würde, während sie eine Depression hat. Wenigstens in der dritten Generation sollten die Gewalterfahrungen aufhören. 

Und die Empfehlung der Biografin Michaela Frölich, wie man mit seiner Biografie umgehen solle. (chrismon Nr.12, S.18)

Der Bericht zweier Schriftsteller*innen, die mit mehreren Sprachen leben und ähnlich, aber auch unterschiedlich über ihre Texte denken:

Senthuran Varatharajah sagt: "Es ist eine grundsätzliche Erfahrung, dass man nie die Autorität über sein Buch besessen hat, von Anfang an nicht. Der Text steht für sich, er ist nicht mehr verfügbar für eine Person, die das Buch geschrieben hat. Nur wenn man ins Nichts schreibt, kann es möglich sein, jemanden angesprochen oder und gerufen zu haben. So wie die Bibel auch nicht mehr in den Händen Gottes liegt. Sie zu verstehen, das ist unsere Aufgabe jetzt." (S.25)

Iris Wolff sagt dazu:: "Für mich ist es leicht anders. Es gibt diesen schönen Satz von Novalis: "Der wahre Leser muss der erweiterte Autor sein." Ist es schon Musik, wenn ich ein Stück komponiere, oder braucht es die Aufführung, um Klang zu werden? Buchstaben auf Papier werden womöglich erst Literatur, wenn sich jemand zu dem Text in Beziehung setzt. Erst dann verwandelt er sich und wird lebendig." (S.25/26)


Mittwoch, 1. Dezember 2021

Was ist die Voraussetzung für Heimat?

 "Ohne ein Zuhause, das man sich dauerhaft leisten kann, könne ein Wohnort kaum zur Heimat werden, glaubt Laumann."

https://www.zeit.de/2021/49/karl-josef-laumann-cdu-sozialpolitik-landwirt/komplettansicht

Andrea Doria

 Genuesischer Admiral zur Zeit Karls V. und Gegenspieler Fiescos in Schillers Drama "Die Verschwörung des Fiesco"

nach  Andrea Doria benannte Schiffe:

Baujahr 1913 italien. Kriegsschiff im 1. u. 2. Weltkrieg, das erst 1958 als zivilies Schiff ausgemustert wurde.

Baujahr 1952 größtes Passagierschiff der italienischen Flotte. Sie sank 1956 nach einem Zusammenstoß mit der schwedischen Stockholm vor der US-amerikanischen Küste.