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Montag, 21. September 2026

Weltordnung

Die Vorstellung einer geordneten Welt, also einer Weltordnung; liegt wohl allen Mythologien zugrunde, auch da, wo es keine geschlossene Götterwelt gibt, dienen Mythologien dazu, die Welt begreifbar zu machen, indem sie das Chaos gliedern und die Welt beseelen. 

In den großen Imperien herrschte nicht selten die Vorstellung, das Imperium sei wie China, das Reich der Mitte, Mittelpunkt der Welt und die Grundlage jeder Weltordnung, gerade weil man nur so wenig über den Erdball wusste. 

Der Begriff Weltordnung wurde daher erst dann aktuell, als mit dem Völkerbund und später mit den Vereinen Nationen Institutionen gegründet wurden, die eine Zusammenarbeit aller Nationen der Welt erreichen sollten.

Mit der Entstehung von Ost- und Westblock erlahmte dann dies Bemühen. Der Versuch, Gorbatschows es fortzusetzen, endete schon früh mir dem Zusammenbuch der Supermacht, so dass die USA als einige verbleibende Supermacht versuchten, eine Neue Weltordnung als US-Hegemonie aufzurichten, während Mächte zweiten Ranges eine Multipolare Weltordnung anstrebten, bei der auch sie mitwirken könnten.  Die Regelbasierte Weltordnung, die eng an die bestehenden Institutionen der Vereinten Nationen  angebunden ist, soll nach diesem Verständnis energisch reformiert werde, während China und Russland sie ganz ablehnen zugunsten einer Multipolarität ohne die traditionelle Vorrangstellung der USA.

Technopolare Weltordnung

"Den Begriff der technopolaren Weltordnung hat der amerikanische Politikwissenschaftler Ian Bremmer geprägt. Er meint eine Ordnung, in der Tech-Konzerne Machtbefugnisse gewinnen, die seit dem Westfälischen Frieden in den Händen der Nationalstaaten waren. Ihr wichtigster Hebel sind ihre Monopole. Indem sie Plattformen, Daten, Kommunikationswege, Suchmaschinen, Cloud-Infrastruktur kontrollieren, beherrschen sie den digitalen Raum.

Schrittweise weiten sie ihre digitale Macht ins Politische aus. Entscheidend ist: Die Konzerne gewinnen politische Macht aktuell weniger im Kampf gegen staatliche Auflagen als vielmehr durch Verschmelzung von digitaler und staatlicher Macht. Genau in dieses zweite Vorgehen reihen sich die aktuellen Kontrollforderungen ein.

Beim Verständnis der technopolaren Machttransformationen hilft ein Blick auf das Selbstverständnis der Tech-Eliten. Aufschlussreich sind Stellungnahmen von Peter Thiel. Thiel hat nicht nur PayPal und Palantir mitgegründet und u. a. Facebook, OpenAI, Anthropic sowie die Wahlkämpfe von Donald Trump und JD Vance mitfinanziert; der „Thielismus“ bildet – nach seinem Biografen Max Chafkin – auch „das dominante Ethos im Silicon Valley“. In Vorlesungen an der Stanford-Universität führt Thiel in Monopolbildung ein. Er stellt sie als „Verschwörung zur Veränderung der Welt“ vor. Verändern will er die liberale Welt, deren Grundprinzipien er ablehnt: die ökonomische „Ideologie des Wettbewerbs“, das politische Rechtsstaatsprinzip und den Pluralismus der Weltanschauungen.

Im Silicon Valley werden die Thielischen Monopolstrategien äußerst erfolgreich umgesetzt. Über ihre Monopole an der digitalen Infrastruktur gewinnen Thiel und seine „Mitverschwörer“ immense ökonomische Macht, Wissensmacht und politische Macht – und bauen damit die technopolare Ordnung auf. Dies beginnt mit volkswirtschaftlichen Transformationen: Die Infrastruktur-Monopole überführen die liberale Konkurrenzwirtschaft in eine postliberale Wirtschaftsordnung der großen Konzerne."

KI Ecosia: "Technopolarität bezieht sich auf die zunehmende Dominanz und den Einfluss moderner Technologie und technokratischer Strukturen in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Dabei geht es um die Idee, dass technische Experten und Fachleute – statt gewählter Politiker – zentrale Entscheidungen treffen, insbesondere in Bereichen, die wissenschaftliches oder technisches Fachwissen erfordern. Diese Entwicklung wird oft mit dem Begriff Technokratie verbunden, also einer Herrschaftsform, in der Sachverständige und Technokraten die Politik bestimmen."