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Sonntag, 18. Januar 2026

Klimagefahr durch venezolanisches Öl

 Hugo Chavez, der Vorgänger von Nicolás Maduro  hat unfreiwillig der Menschheit einen großen Dienst geleistet. Denn als er die politische Kontrolle des staatlichen Ölkonzerns PDVSA  übernahm,  wurde über Venezuela ein Wirtschaftsboykott verhängt, der dazu führte, dass Venezuela weniger Öl verkaufte und entsprechen auch weniger gefördert wurde. In den 1990er Jahre waren es noch 3,5 Millionen Barrel pro Tag, 2020 waren es unter  0,4 Millionen (inzwischen etwas mehr: knapp 1 Million). (Beleg)

Weshalb ist das gut?

1. Die kritische Grenze für das Weltklima liegt bei einem weltweiten Temperaturanstieg zwischen 1,5 und 2,0 Grad. Alles Erdöl, das jetzt noch gefördert wird, verringert die Chance, den Anstieg unter 2,0 Grad zu halten.

2. Venezolanisches Öl ist besonders umweltschädlich. (schwer, teerartig und schwefelreich). Die Aufbereitung ist dementsprechend energieintensiv, sie erfordert pro Barrel knapp 1,5 t, während sie bei dem relativ sauberem norwegischen Öl bei etwa 1,6 kg liegt, als nahezu nur ein Tausendstel des Aufwandes bei venezolanischen Öl. 

3. Venezuelas Ölreserven liegen bei über 300 Milliarden Barrel gegenüber 46 Milliarden der USA. Sie reichten, wenn sie gefördert würden, also aus, den Temperaturanstieg in katastrophale Höhen zu treiben. Weit über die 2,0-Grad-Grenze hinaus. 

Donald Trump hat keinen Hehl daraus gemacht, dass er die Kontrolle über das venezolanische Öl bekommen möchte, um die Ölproduktion wieder auf das alte Niveau zu steigern.

Die Folgen, die das für die Menschheit hätte, sind unabsehbar. Allerdings, dass die gegenwärtigen Kriege von der dann zu erwartenden Katastrophe weit übertroffen würden, ist leider ziemlich eindeutig.

Dazu:

Öl als Brandbeschleuniger, Frankfurter Rundschau 16.1.2026

Montag, 18. November 2019

Ojo Publico: Geschichten, die andere nicht erzählen wollen

Ojo Publico ist ein venezolanisches Internetmagazin, das es unternimmt, Machtmissbrauch aufzudecken, den andere Medien nicht zu benennen wagen. Oder, für die andere Medien sich nicht engagieren, indem sie gar nicht erst versuchen, genauer zu recherchieren. Denn solche Recherchen sind natürlich nie ganz ungefährlich.
Ob es sich um staatliche Macht handelt, mafiöse Strukturen oder um offen kriminelle Banden, wer Macht hat, hat auch die Chance, das Aufdecken seiner Methoden zu "bestrafen".
In Kooperation mit Ojo Publico arbeitet Ojobionico, das auf Faktencheck spezialisiert ist.

Samstag, 2. März 2019

Wie ein deutscher Immobilienmakler die Lage in Venezuela sieht

"[...] Venezuela ist das reichste Land in Südamerika und jetzt gibt es hier wirklich Leute, die Hunger leiden und kein Geld für Medizin haben.  Ein Monatslohn sind 14.000 Bolivar und eine Packung Aspirin kostet 20.000 Bolivar. Also man muss praktisch länger als einen Monat arbeiten, um Aspirin zu kaufen. Die Leute liegen in den Krankenhäusern auf dem Fußboden, weil es nicht genügend Betten gibt und steril ist das sowieso nicht mehr. Viele sterben in den Krankenhäusern. Das ist absoluter Wahnsinn. Da braucht man sich nicht fragen, wieso die Leute so feindlich gegenüber Maduro eingestellt sind. Eigentlich müsste man nur die Tür aufmachen und die Investoren reinlassen. Die Bedingungen sind optimal: Man zahlt keine Steuern, die Lohnkosten sind niedrig und Strom und Benzin kosten so gut wie gar nichts. Aber der Sozialismus hat die Menschen kaputt gemacht und in den Ruin getrieben.
Wie empfinden Sie die derzeitige Stimmung im Land? Es herrscht eine absolute Hochstimmung, fast Euphorie. Es riecht irgendwie nach Hoffnung, nach Zukunft, gerade bei den jungen Leuten spürt man viel Bewegung. [...]  Gibt es einen Punkt, an dem Sie Venezuela verlassen würden? Nein, ich werde auf jeden Fall bleiben, egal, wie es politisch hier weiter geht. Ich fühle mich mehr als Venezolaner denn als Deutscher, und da bin ich stolz drauf. Außerdem denke ich, dass sich hier alles in Kürze zum Guten wenden wird." („Maduro bekommt kein Bein mehr auf den Boden“ FAZ 2.3.19) (Die gelb unterlegten Passagen sind von mir hervorgehoben worden.)

"Eine Monatslohn reicht nicht, um eine Packung Aspirin zu kaufen, Die Krankenhäuser sind überfüllt. Dementsprechend hoch ist die Sterberate." Das berichtet der deutsche Auswanderer aus Venezuela und fährt fort: "Die Bedingungen sind optimal (...) Es herrscht absolute Hochstimmung. [...) Ich fühle mich mehr als Venezolaner denn als Deutscher".  Mitgefühl mit den Venezolanern zeigt er nicht, obwohl er sich angeblich zugehörig fühlt. Offenbar fühlt er sich als Angehöriger der Oberschicht, die von einem Einmarsch von US-Truppen profitieren würden. 
Armes "reichster Land von Venezuela"!