Warum ist so wenig passiert, wo doch die Gefahr so deutlich und exakt messbar schon lange zu sehen ist.
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Donnerstag, 16. Juni 2022
Weshalb geschieht so wenig gegen Klimawandel und Artensterben? Analyse und neue Wege
Sonntag, 28. November 2021
Vom Zusammenhang von Artensterben und Klimawandel
Der Klimawandel trägt nicht nur zum Artensterben bei, sondern das Artensterben auch zum Klimawandel. Denn jedes zerstörte Ökosystem macht die Erhaltung eines menschengerechten Klimas unwahrscheinlicher.
"Wenn Haie ihre ökologische Funktion an einem ohnehin geschwächten Riff nicht erfüllen können, vermehren sich andere Raubfische überproportional. Diese fressen dann zu viele pflanzenfressende Fische. Die ernähren sich normalerweise von den Algen, die auf den Korallen wachsen. Nehmen die Algen überhand, ersticken sie die Korallen. Die Folge: Das Riff beginnt zu sterben, einzelne Abschnitte brechen ab, sie sind nun nicht mehr die Kinderstube für die Myriaden an Fischen, von denen sich Hunderte Millionen Menschen ernähren. Und sie bieten auch keinen Schutz vor Wellen und Fluten mehr. Schätzungen gehen von bis zu einer halben Milliarde Menschen aus, die davon abhängig sind. [...]
1950 erst haben die große Beschleunigung und das große Ausrotten so richtig Fahrt aufgenommen, und schon heute, 70 Jahre später, geht es in Wahrheit bereits nicht mehr um die Tiere, sondern um uns. Und in weiteren 70 Jahren könnte es schon zu spät sein für ein gedeihliches menschliches Leben auf diesem Planeten. [...]"
(Unser Aussterben Die ZEIT 25.11.21)
https://www.zeit.de/2021/48/biodiversitaet-aussterben-arten-ueberleben-abschottung
Mittwoch, 9. Juni 2021
Frank Schätzing: Was, wenn wir einfach die Welt retten?
Teil 1: Eigentlich - (S.11ff.)
- wollte ich ein ganz anderes Buch schreiben, einen Thriller.
Dann dachte ich: Wir sind in einem Triller [...]
Als Akteure. [S.11 - Nämlich in der Menschheitsgeschichte]
"Jetzt aber werfe ich sie in ein schwarzes Loch." (S.17)
Teil 2: Frankenstein und die Klimakatastrophe (S.21ff.)
Teil 3: Thriller (S37ff.)
Zukunftsszenarios je nach Umfang der Erwärmung Zeitphasen 2015/20 (bereits historisch), von da ab etwa in Jahrzehnten 2021ff, 2030ff; 2040-54, 2055-70 (S.70), 2071-99 (S.71), 2100 - ? (S.73)
Teil 4: Ursache Wirkung (S.75ff.)
Wo Methan gebunden ist und wie es freigesetzt werden kann
Methan ist im Eis des Permafrostes
Methan ist auch in Methanhydrat gebunden, das in Küstenbereichen durch den Druck des das dort lagernden Sediments verfestigt wird und seinerseits das Sediment davor bewahrt, fortgespült zu werden. Lässt der Druck nach oder steigt die Temperatur an, wird es flüssig und das Methan entweicht in die Atmosphäre. - Ein solcher Vorgang hat etwa 8200 Jahre v. Chr. an der norwegischen Küste zur Storegga-Rutschung
Schöne Bilder und Formulierungen:
"Viren sind das reiselustigste Völkchen der Welt, machen unentwegt Bekanntschaft mit Spezies, deren Immunsystem nicht auf sie eingestellt ist, übertragen sich von Tier zu Tier, mutieren und springen auf Menschen über, den Rest besorgen interkontinentale Verkehrsmittel. [...] Was gar nicht in deren Sinne ist. Könnten sie denken, würden sie sagen, stopp! - wir wollen niemanden töten! Wir sind doch nicht bescheuert und töten den Wirt, der uns ernährt." (S.88)
Schön formuliert, auch wenn die Vermenschlichung zu einem Widerspruch führt: Eben waren sie noch "reiselustig", dann rufen sie: Stopp!
Teil 5: Die Guten - und die Bösen (S.91ff)
Mutter Erde hat Millionen Jahre liebevoll Kohlenstoff für uns eingezahlt: Jedes umgefallene Bäumchen unter geothermischen Druck verkohlen lassen, alle sterbenden Algen und Kleinstlebewesen zu Öl und Gas gemacht.
Und wir haben "Binnen weniger Hundert Jahre die Dividenden mehrerer Erdzeitalter verprasst. [...] Wie bescheuert kann man sein? Zurück auf die Bäume, möchte man rufen, aber die haut Bolsonaro gerade ab." (S.97)
Teil 6: Handeln (S.183ff)
Vernunftgemäß sind wir vernünftig und wir wollen gut sein. Daran hindert uns unser "Reptiliengehirn" (Hirnstamm), das uns ständig dazu bringen will, egoistisch zu handeln.
Dadurch kommt es zur Tragik der Allmende [die freilich nicht unvermeidbar ist].
"Im Nordpazifikwirbel zwischen Asien und Amerika treiben auf einer Fläche von über anderthalb Millionen Quadratkilometern (das sind ungefähr drei Frankreichs) geschätzt 1,8 Billionen Plastikteilchen [...] zusammen die sechsfache Menge allen Planktons der Welt." (S. 224) [Und das sind nicht einmal 0,14 % des gesamten Plastikmülls in den Meeren. (Wikipedia)]
Teil 7: Wie wir wachsen oder auch nicht (S.277ff.)
Ein Mentalitätswandel zu Kooperation könnte die bei Effektivitätsgewinnen (Faktor vier) gefährlichen Reboundeffekte (Mehrverbrauch, der Effektivität zunichte macht, z.B. SUV) verhindern und bei der Bemühung um Nachhaltigkeit (Veggieday) Backfireeffekte ("Verbotskultur") vermeiden. Prognosen, die heute noch den Reboundeffekt einrechnen müssen, könnten sich bei gesamtgesellschaftlichem Nachhaltigkeitsbewusstsein als viel zu pessimistisch erweisen, wenn es dann schick ist, alle Einsparungsmöglichkeiten wirklich effektiv zu nutzen. (S.282)
Teil 8: Science-Faction
Im letzten Abschnitt leistet Schätzing sich den Spaß, vorhandene Lösungsansätze geradlinig zu extrapolieren, um zu lauter Lösungen für Umweltprobleme zu kommen.
Mittwoch, 22. Januar 2020
Gründe für das Aussterben der Dinosaurier: Eine These wird glaubhafter
https://www.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/massensterben-durch-asteroid-die-mutter-der-katastrophen-16592254.html
Freitag, 18. Oktober 2019
Kurzinfo: Aus der Klimageschichte
Im Vergleich zu der Sturtischen Eiszeit vor etwa 700 Millionen Jahren war das freilich recht harmlos, denn damals war vermutlich weit über die Hälfte der Erde zugefroren und die Perioden besonderer Kälte dauerten mehrere Millionen Jahre.
Freilich die Warmzeiten waren ähnlich katastrophal. Die Letzte Warmzeit, die vor etwa 250 Millionen Jahren begann, führte zu Temperaturanstiegen der mittleren Erdtemperatur von bis zu 8 Grad. Die darauf folgende Abkühlung vor 34 Millionen Jahren führte zu einem ungeheuren Artensterben, freilich auch zur Entstehung ähnlich vieler neuer Arten. Im Bereich der Säugetiere waren es etwa 60% der Arten, die ausstarben, und 60% neue Arten. Man spricht daher auch vom Arten- oder Faunenaustausch. Das Aussterben einer einzelnen Säugetierart wie der Menschheit erscheint demgegenüber - freilich nur in erdgeschichtlicher Sicht - relativ belanglos.
Daher muss man genau hinhören, wenn jemand darauf hinweist, dass eine Temperaturschwankung von über 2 Grad in der Erdgeschichte immer wieder aufgetreten sei und man sie insofern nicht so ernst zu nehmen brauche.