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Dienstag, 14. April 2026

Fünf Mythen über Gewalt gegen Frauen – und wie du sie entkräftest

 Krautreporter 09.04.2026

"[...] Carmen Maria Machado hat über Gewalt in einer queeren Beziehung ein geniales autofiktionales Buch geschrieben. Ihre Suche nach den richtigen Worten für diese Gewalterfahrung zeigt, wie schwer es ist, eine Sprache für diese Gewalt zu finden. Ein Mann, der Gewalt ausübt, ist ein gesellschaftlich verbreitetes Bild. Eine Frau oder eine queere Person, die das tut, nicht. Es muss möglich sein, darüber zu sprechen.

Gleichzeitig ist es wichtig festzuhalten, dass partnerschaftliche Gewalt Männer nicht in der gleichen Quantität und Qualität wie Frauen trifft. 80 Prozent der Opfer von partnerschaftlicher Gewalt sind weiblich. Und Männer sind in 77,7 Prozent der Fälle partnerschaftlicher Gewalt die Tatverdächtigen. Auch was die Schwere der Gewalt angeht, gibt es einen Unterschied. Im vergangenen Jahr wurden 132 Frauen und 24 Männer durch Partnerschaftsgewalt getötet. Dies zeigen die Zahlen des Bundeskriminalamts für das Jahr 2024. [...]"

Samstag, 29. März 2025

Wie sind Suren im Koran zu verstehen, die zu Gewalt an Ungläubigen aufrufen?

 Wie komplex das Thema ist, ist vielleicht am besten anhand der Schrift "Ist der Islam noch zu retten? Eine Streitschrift in 95 Thesen" von Hamed Abdel-Samad und Mouhanad Khorchide nachzuvollziehen.

Abdel-Samad kritisiert die aggressive Haltung, die aus vielen Versen spricht, Khorchide weist auf ihren historischen Kontext hin und zeigt auf, dass eine Kritik an solchen Positionen schon im Koran angelegt ist.

Sein Argument: Wenn man den Koran auf den Aufruf zu Gewalt reduziert, gibt man islamischen Hasspredigern recht.

Der Auftrag an den Propheten Mohamed war ein anderer: "Wir [Gott] haben dich ausschließlich als Barmherzigkeit für alle Welten entsandt." (Sure 21:107)

Wenn man aber - entgegen diesem Auftrag - den Hass zwischen den Religionen fördern will, dann muss man die aggressiven Botschaften als Kern des Auftrags verstehen. Das geschieht heute schon übergenug von Islamisten wie von Islamkritikern.

Mittwoch, 21. Februar 2024

Erhard Eppler 2001 über privatisierte Gewalt

 Natürlich treffen Epplers Überlegungen nicht für die Hamas und schon gar nicht für die Ukraine zu. Aber sie geben Anlass zu bedenken, wenn man versucht, mit staatlicher Gewalt die Einstellung einer Bevölkerung zu bekämpfen. Geht es ohne Staatsterror?

Erhard Eppler: Weder Krieg noch Frieden. (Der Spiegel 7.10.2001)

Privatisierte Gewalt ist, zumindest im Endstadium, meist kommerzialisierte Gewalt. Sie muss sich rechnen. War-Lords sind Unternehmer. Privatisierte Gewalt ist gesetzlose Gewalt. 80 % aller Opfer sind heute Zivilisten.

Da aber auch privatisierte Gewalt nicht ohne hehre Ziele auskommt, ist sie fast immer eine Mischung aus Fundamentalistischem Fanatismus und simpler Kriminalität.

Erhard Eppler: Vom Gewaltmonopol zum Gewaltmarkt? Die Privatisierung und Kommerzialisierung der Gewalt. von Renate Faerber-Husemann

"Die furchtbaren Anschläge vom 11. September vergangenen Jahres auf das World-Trade-Center in New York haben viele Menschen nachdenklich gestimmt. So auch Erhard Eppler. Der SPD-Vor- und Querdenker legt nun ein Buch vor, in dem er die neue Situation und die Konsequenzen beschreibt, die seiner Meinung nach aus dem 11. September 2001 gezogen werden müssen. Er sieht eine Privatisierung und Kommerzialisierung der Gewalt und stellt Überlegungen an, wie diese gefährliche Entwicklung zu stoppen sei. Seine Antwort: Durch radikal neue Anforderungen an eine nationale und weltweite Sicherheitspolitik. Vorrangiges Ziel für Eppler ist es, das Gewaltmonopol im Inneren der Staaten zu stärken und darüber hinaus ein internationales Gewaltmonopol unter dem Dach der UNO zu errichten."

Montag, 19. Februar 2024

Zahl der Todesfälle durch Gewalt im Laufe der Jahrtausende

Blxtantes auf gutefrage.net: "Laut einer Studie von Steven Pinker in seinem Buch “The Better Angels of Our Nature”, lag die Rate der Todesfälle durch Krieg und Gewalt in prähistorischen Gesellschaften bei etwa 15%. Wenn wir diese Rate auf die geschätzte Gesamtzahl der Menschen, die jemals gelebt haben - etwa 107 Milliarden laut einer Schätzung der Population Reference Bureau - anwenden, könnten wir zu einer groben Schätzung von etwa 16 Milliarden Menschen kommen, die durch Gewalt gestorben sind."

Mittwoch, 16. August 2023

Mittwoch, 12. April 2023

Nehmen Gewaltdelikte seit Jahrhunderten ab?

Literatur zu dem Thema

Steven Pinker: "Gewalt - Eine neue Geschichte der Menschheit"  

Der Klappentext und drei kritische Rezensionen zum Buch auf Perlentaucher

Perlentaucher referiert Herfried Münklers Rezension des Buches wie folgt:

"Nicht dass Herfried Münkler den Ansatz von Steven Pinker uninteressant fände. Es ist nur so, dass der Rezensent sich vorkommt wie in einer vor Abschweifungen strotzenden Vorlesung in die Methodologie der Soziologie des Krieges oder so ähnlich. Schlimmer noch empfindet Münkler die mangelnde Quellenkritik des Autors sowie die schweren argumentativen Probleme der nicht eben kleinlauten Studie. 

Wer wie Pinker derart interdisziplinär unterwegs ist, sollte zumindest etwas skeptischer auftreten, meint er. Pinker jedoch zieht selbstsicher Belege für seinen "Anti-Spengler" heran, die Münkler beim besten Willen nicht für bare Münze nehmen kann, schließlich ist weder die Bibel noch die Ilias eine echte historische Quelle. Am Ende ist also alle Freude darüber verfrüht, dass die Menschen, wie hier behauptet, auf dem Weg zu einer friedlichen Koexistenz sind."


Mittwoch, 26. November 2014

Zwei Worte und ein "Jugendwort"

"Und so blicken wir wir heute auf das, was irgendwann zwangsläufig Alltag in einer gespaltenen Gesellschaft werden wird: Die Benachteiligten reagieren mit offener Gewalt." (Arnd Festerling in FR vom 26.11.14 über Ferguson)
"Es ist der Moment, den Gedanken eines verängstigten Europas fallen zu lassen, um ein Europa zu erwecken [...], das auf den Menschen schaut und ihn verteidigt [...], ein kostbarer Bezugspunkt für die gesamte Menschheit!" (Papst Franziskus vor dem EU-Parlament in Straßburg, 25.11.14 - Die vollständige Rede findet sich in der SZ)
Das "Jugendwort des Jahres 2014", das an sich ein einzelnes Wort sein soll, lautet "Läuft bei dir".

Dazu ein Kommentar von Jonas Jansen, faz.net, 24.11.14
"Anfang Oktober erschien auf der amerikanischen Seite 4chan ein Aufruf, doch bitte das Wort „fappieren“ zu wählen. 4chan ist bekannt für Trollaktionen und geschmacklose Bilder, die an der Grenze zur Legalität und manchmal jenseits ihrer liegen. Der Aufruf führte dazu, dass „fappieren“, was für Selbstbefriedung bei Jungen stehen soll, mit fast 50 Prozent der Stimmen auf Platz 1 der Online-Wahl landete. Wählen konnte man anonym und immer wieder. Das geht, weil Langenscheidt bei einer früheren Wahl mal feststellte, dass viel weniger Leute ihre Favoriten wählen, wenn man sich anmelden muss, wie eine Verlagssprecherin dieser Zeitung mitteilte. Was für eine Überraschung!"

Meine Zusammenstellung ist nicht zufällig. Jeder wird sich seinen eigenen Kommentar dazu machen.







Auch ich wünsche mir, dass "Läuft bei dir" ein treffender Kommentar für EU und die Menschheit wird und nicht "fappieren".

Freitag, 21. November 2014

Taxifahrer warnen: Nehme keine blutenden Fahrgäste mit

"In Guerrero fahren Taxis, die haben ein Pappschild auf dem Armaturenbrett, wo 'Nehme keine blutenden Fahrgäste mit' draufsteht." (Jennifer Clement: Gebete für die Vermissten, 2014)

Im Anschluss an das obige Zitat fährt die Rezensentin der Frankfurter Runschau fort:
"Vor diesem Hintergrund hat Jennifer Clement zehn Jahre lang für ihren Roman recherchiert und Hunderte von Interviews mit Mädchen und Frauen geführt. Und hat es geschafft, das immense Hintergrundwissen, das sie dabei angehäuft haben muss, nicht auszustellen, sondern es beim Schreiben ganz beiläufig im Hintergrund zu belassen. Ebenso wenig, und das ist noch wichtiger, ist sie der Versuchung erlegen, das Entsetzen, die Wut und Fassungslosigkeit, die sie ganz zweifellos oft gepackt haben müssen, auch nur ansatzweise durchscheinen zu lassen. Die Autorin verschwindet hinter ihrer Geschichte, übergibt die Hoheit über die Perspektive ganz und gar ihrer Hauptfigur." KATHARINA GRANZIN: Schöne Mädchen leben gefährlich, FR 20.11.14)