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Freitag, 7. Februar 2025

Unter diesem Planenschutz ... Gedichte der Rohingya

 Die Zeilen, mit denen Ro Anamul Hasan sein bis jetzt wohl bekanntestes Gedicht beginnt, gehen so: 

„Unter diesem Planenschutz; wohne ich wie Ameisen im Loch; verbringe meinen Alltag; durch die Sehnsucht nach Heim und Heimat; wird meine dunkle Nacht nie zu Tageslicht.“ [...]

Wie fast eine Million weiterer Rohingya wohnt Ro Anamul Hasan im Camp Kutupalong, einem Bezirk nahe der Stadt Cox’s Bazar, der durch die Ansammlung mehrerer Siedlungen zum wohl größten Flüchtlingslager der Welt geworden ist. Und wie schon die ersten Zeilen in „Mein Flüchtlingsleben“ andeuten, ist der Alltag dort so prekär und gefährlich wie in kaum einem anderen Camp. [...]

Die Nichtregierungsorganisation Human Rights Watch fasste die Situation der Rohingya 2023 so zusammen: „Ihrer Staatsbürgerschaft beraubt, leben Rohingya auf beiden Seiten der Grenze zwischen Myanmar und Bangladesch unter schrecklichen Bedingungen. Ihnen werden grundlegende Rechte verweigert und sie warten auf Gerechtigkeit und die Möglichkeit, nach Hause zurückzukehren.“ [...]

„Ein tiefes Zeichen der Seele; das ist der Ton, der herauskommt; aus dem Schrei einer Witwe; die ihren Mann verloren hat; durch die Hände der Kriegsmonster.“

 „Schlafzerstörende Geräusche“  von  Ro Anamul Hasan


"[...] demokratisch ausgerichtete Schattenregierung, die sich weitgehend auf die letzten Wahlergebnisse vor dem Militärputsch beruft, aber längst in Kooperation mit mehreren ethnischen Gruppen gemeinsam gegen das Militär kämpft, wünscht sich die Unterstützung der Rohingya. Der Dichter will ihr glauben: „Unter dem Militär Myanmars leiden doch alle Menschen. Wir alle sollten zusammenhalten, gegen das Militär. Die Demokratiebewegung hat immerhin versprochen, uns Rohingya schützen zu wollen.“

Und um einen kleinen Beitrag zu leisten, schreibt Ro Anamul Hasan seine Gedichte aus dem Flüchtlingscamp nicht nur auf Rohingyalisch, sondern auch auf Birmanisch – der Sprache der ethnischen Mehrheit in Myanmar, dem Land, aus dem er, wie alle im Camp von Cox's Bazar, vertrieben wurde." (Die Bürde der Rohingya FR 6.2.25)


Donnerstag, 25. Mai 2023

Zum Schicksal der Rohingya


 "Das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen meldete für vergangenes Jahr im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg der Rohingya-Bootsflüchtlinge um 360 Prozent. Sie wollen nach Malaysia, Vietnam oder Indien. Diese Staaten aber wollen sie nicht. Und so treiben die Menschen teils wochenlang auf hoher See, richtungslos und ohne Aussicht. Manchmal verdursten sie auf den Booten. Manchmal kentern sie. Dann spült sie das Meer zurück, tot oder lebendig, an den Ort, an dem sie nie sein wollten."

"[...] mehr als 700.000 Rohingya drängen innerhalb weniger Tage auf die andere Seite, es ist eine der größten Fluchtbewegungen der jüngeren Geschichte. Für umgerechnet rund 100 Euro bringt ein Bootsmann die Familie ans andere Ufer.

Das Militär von Bangladesch befiehlt den Hunderttausenden, nach Kutupalong zu gehen. 

Dort, im Dschungel, gibt es bereits eine kleine Flüchtlingssiedlung von Rohingya. Innerhalb 

kürzester Zeit roden die Neuankömmlinge Bäume, errichten Hütten. Sie dringen in die 

dichten Wälder vor, Heimat des vom Aussterben bedrohten Asiatischen Elefanten. 

Bei Begegnungen zwischen Mensch und Tier werden 13 Geflüchtete zu Tode getrampelt. 

Immer wieder kommt es zu Erdrutschen, weil der aufgeweichte Boden die Massen nicht mehr tragen kann."

Das Lager der Vergessenen Von  ZEIT Nr.11, 11.3.2023

Rohingya (Wikipedia)

Völkermord an den Rohingya (Wikipedia)

Es gibt unglaublich viel Unrecht auf der Welt, und die Möglichkeiten, etwas dagegen zu tun, sind oft sehr eingeschränkt, doch auch wenn das so ist. Das Schicksal der Rohingya ist doch  ein Sonderfall dar. Die Beharrlichkeit, mit der dort weggesehen wird, ist vielleicht einmalig.

Gerade weil auch ich  immer wieder aus Hilflosigkeit weggesehen habe, will ich doch wenigstens einmal  darauf hinweisen.