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Mittwoch, 14. Oktober 2026

Zeh, Lanz, Precht im Gespräch 2020

Zeh verweist auf ein neues Selbstverständnis der Bürger. Sie verstehen sich als Konsumenten mit dem Recht auf kleinteilige Wahl, Freiheit im Sinne ihrer Interessen und nicht auf Auswahl zwischen verschiedenen Denksystem (Ideologien).

Lanz, verweist darauf, dass Plato gegen die Individualisierung gewesen sei, da sie Gesellschaft zerstöre
Zeh: es ist ein neuer Gerechtigkeit Begriff beliebt geworden: Einzelfall Gerechtigkeit statt Chancengleichheit.
Wenn man Einzelfall Gerechtigkeit erreichen will, braucht man eine umfassende Bürokratie.
Brecht: die Demokratie adressiert heute nicht mehr den mündigen Bürger
Zeh: Mündigkeit ist ein Bild ungs Verlag kann nicht vorausgesetzt werden
Precht Informationen gibt es für alle, nur wird nicht die notwendige Urteilskraft mitgeliefert
Zeh. Leute zu erziehen, geht nicht., Man kann nur versuchen, sie zu Urteilskraft zu befähigen.
Precht: das Problem die Parteien setzen sich mit liberaler Demokratie gleich. Sie stehen aber nicht mehr für die liberale Demokratie, die früher existierte.
Zeh.. Es fehlt Verantwortungsübernahme. Nur die ermöglicht die notwendige fehlerfreie Freundlichkeit. Durch Verantwortungsübernahme lassen sich politische Handlungsspielräume gewinnen. Gerhard Schröder hat die Agenda 2010 ohne Rücksicht auf Verluste durchgesetzt das war mutig.
Lanz: warum beschreiben Politiker die Wirklichkeit nicht korrekt?

Dienstag, 10. März 2026

Juli Zeh

 In welcher Welt leben wir eigentlich? u.a. burnout (nur Ton) Zwischenwelten Stefan Urban Städter u. Bäuerin (Vor ihrem E-Mailkontakt haben sie in einer engen WG zusammengelebt, stellen fest, dass sie sich weit voneinander entfernt haben) Der Diskurs wird so emotional, weil sie sich nicht verlieren möchten wollen. - Sie wollen die Gruppe aufrechterhalten.

Früher gab es auch große Kontroversen, aber weniger verletzende. Bei gleichem Wertekonsens mehr Schärfe. Ein Agreement to disagree fällt viel schwerer.) Es müsste eine neue Stufe des Zusammenlebens geben. ("Pubertät der Gesellschaft")

Entwicklung der letzten 250 Jahre. Seit 1960ern erheblich erhöhtes Tempo.  Der Grad an Erwartung auf Selbstverwirklichung hat das bisherige Gefühl der Herdengemeinsamkeit zerrissen. Vielleicht kann man in der Herde besser frei sein. 

Aber die Herdenerzählung wurde dekonstruiert.

Zeh: Interessengruppe materiell/sozial begründet Das scheint problematisch schnell zu verschwinden.

Andererseits Gruppenbildung über Moral. Das wird leicht zu überhöht. 

Schreckensszenarien: Spaltung der Gesellschaft, Polarisierung

Gefährdung der Demokratie

Wir brauchen etwas, worüber wir uns einigen können.

Vermutung: Übereinstimmung über Heimatzuordnung



 

Warum bei prinzipieller Freiheit so viel Bewusstsein von Eingeschränktsein?


Leben auf dem Dorf staatsfern, ohne Bezug zur Politik, lieber Dinge selbst lösen bis zur Selbstjustiz


Über Juli Zeh von Sonja E. Klocke Sie sieht Zehs Kritik an Maßnahmen als zu eng zu wenig komplex und ordnet sie als rechts ein. Jenny Erpenbeck sei da weniger scharf. 


Was man lernt in einer guten Ehe auch bei getrennten Schlafzimmern, wenn wir das schaffen würden in der Gesellschaft, dann wären wir weiter


Über Menschen Corona Einengung des Verhaltens

Wovor darf man Angst haben? Dora  Gote, der Dorfnazi, zu dem Empathie geschaffen wird

Wir können uns Meinungsfreiheit erlauben,  aber Rechtsgüter müssen geschützt werden

Übertreibung beim Compact-Verbot

Sonntag, 15. Juni 2025

D. Finck u. J.Zeh über gut, böse u.a.

https://www.youtube.com/watch?v=QETyTK1y3ag

 Juli Zeh: Justiz hat nicht die Aufgabe, Gut und Böse festzustellen, sondern unser Zusammenleben zu gestalten, am Laufen zu halten Finck und Zeh im Interview (1h 1m 35)

 Juli Zeh: Da es gesellschaftliche Regeln gibt, braucht man eine Antwort auf den Regelbruch, damit es danach friedlich weitergehen kann.

Finck und Matze weisen hin auf John Wick [eine Person, die oft Böses tut, um Gutes zu erreichen]. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wird Wick mehrfach wieder erwähnt, aber nie geklärt, worum es geht, weil die Männer ihn - offenbar wegen Juli Zeh - in diesem Gespräch aus dem Spiel lassen wollen. 

D. Finck: Der Schwindel (Roman), Rasmus, schöne Sätze - gute Absicht, schlimme Folgen

D. Finck: Menschliche Wahrheit ist eine Frage der Perspektive. Mann und Frau, die sich scheiden lassen wollen, erinnern vermutlich zwei verschiedene Wahrheiten über ihre Ehe.

Juli Zeh: Ich glaube, Wahrheit ist transzendental, also keine Summe von Wirklichkeiten, sondern sie setzt Glaubensfähigkeit voraus.

Wahrheit ist keine individuelle Kategorie. Wenn man von Politik das Richtige und Wahre  fordert, fordert man Unmögliches.

D. Finck: Demokratische Politiker müssen Kompromisse finden, Das lässt sich nicht mit der Überzeugung für das Richtige verbinden. Wenn man als Einzelner seine Wahrheit gefunden hat, regt man sich auf, wenn andere eine andere vertreten.

Juli Zeh: Wenn es keine Großerzählung mehr gibt, tendiert man zur Mannschaftsbildung, die sich über ihren Gegner charakterisiert.

D. Finck: Jeder muss beweisen, dass er zur Mannschaft gehört.

Vielleicht schieben wir mal die Schuld dafür der Aufklärung zu. 

J. Zeh: Die Unterscheidung zwischen gut und böse ist nur aufgrund einer sicheren Überlegenheitsposition möglich. Man steigt besser vom hohen Ross. Früher war das Gottes Angelegenheit.

D.F.' Wir bringen uns in eine Elternsituation. Wir maßen uns an, über andere zu urteilen.

D.F. :Immer zweifelhaft, wenn man den Eindruck hat, anderen etwas erklären zu müssen.

Die von Matze am Schluss empfohlene Sendung ist die mit Maja Göpel

https://www.youtube.com/watch?v=px_bauf8_AA

Da sie allein für sich spricht und nicht stets durch Differenzierung des Partners anders eingeordnet, um nicht zu sagen: korrigiert, werden kann, erwecken ihre Aussagen etwas den Eindruck, sie glaube, etwas erklären zu müssen, was dem Dreiergespräch Matze, Finck, Zeh abgeht. 

Dafür ist freilich auch passend, dass Finck weniger zupackend formuliert, sich auf seinen Status als "NRW-Abiturler" zurückzieht, während Zeh sich verpflichtet fühlt, sehr trennscharf zu formulieren (und das m.E. auch kann) und andererseits Übung darin hat, entweder-oder ["Mannschaftsdenken" ] Standpunkte zu vermeiden, obwohl sie von sich selbst sagt, dass sie sehr viel weniger tolerant sei, als es scheine. Offenbar hält sie ziemlich kompromisslos an der Ablehnung von Mannschaftsdenken fest.

Dienstag, 3. Mai 2022

Juli Zeh : "Das Ziel muss sein, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden"

Am 29. April haben 28 prominente deutsche Intellektuelle, Schriftstellerinnen, Künstler in der Zeitschrift "Emma" einen offenen Brief veröffentlicht, in dem sie Bundeskanzler Olaf Scholz auffordern, keine weiteren schweren Waffen an die Ukraine zu liefern. "Wir bitten Sie im Gegenteil dringlich", schreiben die Autorinnen und Autoren, "alles dazu beizutragen, dass es so schnell wie möglich zu einem Waffenstillstand kommen kann; zu einem Kompromiss, den beide Seiten akzeptieren können." Auch gebe es mit dem "Maß an Zerstörung und menschlichem Leid unter der ukrainischen Zivilbevölkerung" eine "Grenzlinie", schreiben die Unterzeichnenden: "Selbst der berechtigte Widerstand gegen einen Aggressor steht dazu irgendwann in einem unerträglichen Missverhältnis." [...] "

Juli Zeh: [...] Ich glaube, wir haben einen großen Konsens darüber, was das Ziel der Ukrainepolitik sein muss. Aber wir reden zu wenig über die Mittel, die dafür eingesetzt werden sollen. Zum Beispiel Waffenlieferungen. [...] Das Ziel muss sein, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden. 
ZEIT ONLINE: Woher wollen Sie wissen, ob in dem Moment, in dem der Krieg beendet wird, auch das Morden, die Vergewaltigungen und die Deportationen beendet werden? 
 Zeh: Unter Kriegsbedingungen wird all das ganz sicher weitergehen. Deswegen brauchen wir dringend einen Waffenstillstand, eine Ruhepause, die es ermöglicht, in einen Verhandlungsmodus zu gelangen. 
 ZEIT ONLINE: Aber es wird doch schon die ganze Zeit verhandelt, die Ukraine bietet sogar Kompromisse an, etwa eine Neutralität mit Sicherheitsgarantien. Russland geht nur nicht darauf ein. 
 Zeh: Was wir im Moment haben, sind nur dem Namen nach Verhandlungen. Sie dienen dazu, in Kontakt zu bleiben. Zuerst brauchen wir eine Waffenruhe. Das ist der erste Schritt. Es muss Zeit gewonnen werden. Wir wissen aus Erfahrung, dass Friedensprozesse langwierig sind. Wir können nicht auf schnelle Ergebnisse hoffen – und auch nicht auf eins, das uns gefällt. Trotzdem müssen wir an diesem Weg festhalten, weil es der einzig gangbare ist. Auch wenn wir uns wünschen, die Ukraine mit allen Mitteln zu beschützen und Putin restlos zu besiegen, müssen wir uns die Frage stellen, ob das überhaupt möglich ist. Denn wenn man etwas Unmögliches anstrebt und dabei sagt: Das müssen wir erreichen, um jeden Preis!, gerät man in einen Teufelskreis, der rationale Abwägung verhindert. 
 ZEIT ONLINE: Wie könnte denn Ihrer Meinung nach ein Verhandlungskompromiss aussehen, der Putin für seinen verbrecherischen Angriffskrieg nicht belohnt? 
 Zeh: Es kann doch nicht darum gehen, ob Putin auf irgendeine Weise belohnt wird. Es muss darum gehen, Menschenleben zu retten. Es ist auf keine Weise sicher, dass sich der Konflikt mit Waffenlieferungen schneller lösen lässt. Angesichts des enormen Risikos ist es Bürgerpflicht, das zu hinterfragen. 
 ZEIT ONLINE: Aber ist es Sache deutscher Intellektueller, darüber zu urteilen, wie weit die gerechtfertigte Gegenwehr der Ukrainer gehen sollte? Wenn deren demokratisch gewählte Regierung mehr Waffen fordert, ist dann das, was Sie fordern, nicht Appeasement zulasten Dritter? 
 Zeh: Dass sich die Ukraine gerechtfertigt wehrt, heißt nicht, dass wir Waffen liefern müssen. [...]"

Leider ist Soziale Verteidigung bisher weiterhin nur eine Utopie. So gibt es keine eindeutige Antwort darauf, was bei einem Angriffskrieg eine angemessene Verteidigungsstrategie ist.
Aber die Frage muss erlaubt sein. 

Mittwoch, 6. April 2016

Julie Zeh: Unterleuten

"Der Roman gibt zwar eine differenzierte Einordnung, moralisiert aber nicht. Statt dessen geht Juli Zeh mit ihren Charakteren respektvoll und wohlwollend um. Man merkt, dass sie gelernt hat, sie einfach nur zu beobachten und ihnen zuzuhören, wenn sie etwas zu sagen haben." (Deep Read 8.3.16)

Freitag, 7. November 2014

Wen Drohnen töten sollen, wird anhand von Kommunikationsprofilen berechnet

Man braucht also nicht den Namen der Personen zu kennen. Es reicht aus, wenn die Metadaten eine zureichend große Wahrscheinlichkeit errechnen lassen, dass die betreffende Person Terrorist ist.
Es gibt schon Drohnenmodelle, die das automatisch anhand der Metadaten tun können. Bis jetzt muss aber noch ein Mensch die Entscheidung über die Tötung treffen.
Eine seriöse Schätzung besagt, dass jährlich 4 700 Personen durch Drohnen getötet werden, aufgrund von Metadaten.

No-Name Terrorists Now CIA Drone Targets, Wired 5.6.2010

Diese kurzen Hinweise basieren auf einem
Vortrag von Sascha Lobo über die digitale Sphäre
veröffentlicht am 6.11.14 auf Youtube


Julie Zeh: Wer rettet die Privatsphäre? FAZ  4.5.14