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Freitag, 12. Dezember 2025

Kritikwürdige Ehrung?

 "Angela Merkel bekommt die Staufermedaille in Gold, die höchste Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg. Und das explizit für ihre Corona-Politik. Das ist mehr als eine Steilvorlage für Corona-Leugner.

Winfried Kretschmann und Angela Merkel verbindet seit Jahren eine fast rührende politische Vertrautheit. Man kennt sich, man schätzt sich, man lobt sich. Die letzte schwarz-grüne Bastion sozusagen. Und Kretschmann (Grüne) hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, dass er ein großer Fan der CDU-Politikerin ist.

Doch nicht nur deshalb zeugt es von wenig Fingerspitzengefühl und Klarsicht, dass er am Dienstag der Altkanzlerin die höchste Auszeichnung des Landes Baden-Württemberg – die Staufermedaille in Gold – verleiht, ausgerechnet für ihre Corona-Politik. Die Ehrung wirkt wie ein Freundschaftsdienst und kommt zur völlig falschen Zeit.

Komplett neue Lage

Niemand stellt infrage, dass die Corona-Pandemie eine komplett neue Situation, eine komplexe zudem, für ganz Deutschland war. Und für die Politiker in Berlin ohnehin. Plötzlich musste ein ganzes Land lahmgelegt werden. Die Folgen sind bis heute zu spüren.

Nur mühsam konnte sich der Bund zur Aufarbeitung durchringen, die erst jetzt beginnt. Mehr als fünf Jahre nach dem ersten Lockdown. Seit September tagt eine Enquete-Kommission – 14 Abgeordnete, 14 externe Expertinnen und Experten. Ihr Auftrag ist breit: Wie gut funktionierte die Früherkennung? Wo versagte das Krisenmanagement? Waren Schulschließungen wirklich nötig? Und, und, und.

Kurz gesagt: Der Bund versucht endlich, Licht ins Corona-Dunkel zu bringen. Und das Ländle? Macht das glatte Gegenteil: Es schlägt ein Siegel der Unantastbarkeit auf eine Zeit, in der so vieles strittig war – und immer noch ist.

Angela Merkel und Winfried Kretschmann bei der Bundesversammlung 2022: Die beiden gehörten stets zum "Team Vorsicht" in Sachen Corona. (Quelle: IMAGO/IPON/imago)

Impfpflicht-Debatte hat Gesellschaft tief gespalten

Noch immer wird darüber gestritten, ob Schulschließungen zu früh kamen – oder zu spät, ob sie zu lange dauerten. Ob die Schäden dadurch nicht eigentlich größer waren als ihr Nutzen. Ob die Maskenpflicht konsequent oder völlig chaotisch umgesetzt wurde. Ob Lockdowns Leben schützten – oder gesellschaftliche Schäden verursachten. Oder vielleicht beides.

Insbesondere die Debatte über eine Impfpflicht hat die Gesellschaft tief gespalten. Viele fragen sich bis heute, warum Risiken und Nutzen nicht klarer erklärt wurden. Warum Druck aufgebaut wurde, bevor überhaupt ein schlüssiges Konzept existierte. Und warum ausgerechnet die Gruppen, die im Fokus standen – Pflegekräfte, junge Erwachsene, Menschen mit Vorerkrankungen – kaum in die Debatte einbezogen wurden.

Statt Orientierung gab es moralische Appelle und politische Zickzacklinien. Am Ende blieb ein Gefühl von Fremdbestimmung zurück – und ein Vertrauensverlust, der noch immer andauert. Und von dem besonders die AfD profitiert, weil sie ihn geschickt ausnutzt."

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_101036798/angela-merkel-fuer-corona-politik-geehrt-die-auszeichnung-ist-ein-fehler.html

Sonntag, 6. Juli 2025

Rückblick auf die Coronaepidemie und die unzureichende Aufarbeitung

 Während der Coronaepidemie wurden viele sehr ungewohnte Maßnahmen ergriffen und viele Fehler gemacht.

Der Hauptfehler war meiner Meinung nach aber nicht, dass Maßnahmen als alternativlos dargestellt wurden und deshalb verteidigt worden wären. Der Hauptfehler war m.E., dass man der Bevölkerung Angst zu machen versucht hat, um sie zur Zustimmung zu solchen Maßnahmen zu bringen.

Das hat dazu geführt, dass ein Teil der Gesellschaft eine (im Nachhinein als übertrieben zu bezeichnende) Angst entwickelt hat und andere sich über diese Manipulation empört haben. Das weitere Ergebnis war, dass sehr viele sich über die abweichende Meinung der anderen empört haben. Das hat m.E. zu einer Spaltung der Gesellschaft geführt, die sich auch auf die Beurteilung anderer Fragen übertragen hat.

Plötzlich entstand bei manchen der Eindruck, dass Personen, die die Coronaepidemie als weniger gefährlich ansahen oder auch nur die ergriffenen Maßnahmen als falsch ansahen, entweder böswillig oder demokratie- oder staatsfeindlich seien. Das wurde noch dadurch gesteigert, dass manche meinten, Maßnahmenkritiker wären entweder Coronaleugner (denn solche gab es ja auch, wenn auch nur relativ wenige) oder Anhänger irgendwelcher radikalen Bewegungen (wie etwa des rechtsradikalen Teils der AfD).

Steffen Mau hat darauf aufmerksam gemacht, dass dies auch dazu geführt hat, dass auch andere Fragen mehr und mehr nicht mehr sachlich diskutiert wurden. In seinem Buch Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft, 2023 hat er das genauer ausgeführt.

Meine Überzeugung ist: Angesichts der schnellen Ausbreitung der Epidemie entstand ein Handlungsdruck, der zu vielen Fehlern geführt hat, die aber in der großen Mehrzahl nahezu unvermeidlich waren. (Für manche sehr fragwürdige Geschäftemacherei sind die Täter verantwortlich, dass man ihnen nicht das Handwerk gelegt hat, gehört aber zu den kaum vermeidbaren menschlichen Fehlleistungen.)

Am bedauerlichsten finde ich aber zweierlei: Dass über der aktuellen Krise Coronaepidemie der weit gefährlichere Klimawandel für viele aus dem Blickfeld geriet und dass noch immer keine halbwegs neutrale Aufarbeitung der Fehler bei den Maßnahmen stattgefunden hat.

Viele Maßnahmen waren falsch. Sie waren aber durchaus nicht absurd. Dass sie von manchen auch im Nachhinein noch als absurd bezeichnet werden, liegt m.E. daran, dass man der Bevölkerung Angst eingejagt hat und Maßnahmenkritiker nicht selten sehr zu Unrecht kritisiert hat.

Die staatlichen Maßnahmen waren nicht absurd, aber das Vorgehen gegen Maßnahmenkritiker war nicht selten völlig unverhältnismäßig.


Montag, 10. März 2025

Auswirkungen des Lockdowns in der Coronazeit


























Ein Bericht aus dem Bergsträßer Anzeiger vom 10.3.2025 in der Rubrik Aus aller Welt, S.6

Da sehr schlechte Auflösung hier zum Text der letzten beiden unteren Spalten:

Urlaub nur unter Corona-Auflagen möglich.
Als sich die Corona-Pandemie im Frühjahr 2020 weltweit zuspitzt, befinden sich noch über 100.000 Deutsche im Ausland. Am 17. März spricht die Bundesregierung eine weltweite Reisewarnung aus und kündigt Rückholaktionen an. Sonderzüge bringen die Menschen zurück, da reguläre Verbindungen bereits eingestellt wurden.
Im Sommer 2020, als sich die Lage etwas entspannt, reisen, trotz Pandemie viele Menschen in den Urlaub. Bayern richtet für Reiserückkehrer aus ganz Deutschland kostenlose Teststationen an den Grenzen und Flughäfen im Freistaat ein. Doch es kommt zu einer Panne: Zehntausende Menschen warten teils mehrere Tage auf ihr Testergebnis, darunter auch 900 positiv Getestete. [...]
Keine Einschränkungen mehr für Geimpfte.
"Die dritte Welle scheint gebrochen", stellt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am 7. Mai 2021 fest. Mit Blick auf eine zunehmende Anzahl an geimpften. Menschen stimmt der Bundestag für eine Aufhebung zahlreicher Einschränkungen für diese. So brauchen Geimpfte und Genesene beispielsweise keine negativen Tests mehr zum Einkaufen oder beim Friseur. Sie können sich außerdem ohne Einschränkungen treffen. Deutschland tritt damit in eine neue Phase der Pandemie. dpa

Link zu Geimpfte und Genesene2G-Regel

Allgemeine Links zu COVID und Corona:



Dienstag, 15. Oktober 2024

Die Fälle von Nebenwirkungen der Corona-Impfung sind laut Befragungen deutlich höher als bisher erfasst

Nebenwirkungen der Corona-Impfung: Zahl der Betroffenen offenbar 

deutlich höher als bekannt, nachdenkseiten 15.10.2024

"[...] Rund viereinhalb Prozent der Geimpften wurden laut eigener Aussage die körperlichen Beschwerden vom Arzt als Nebenwirkung der Corona-Impfung bestätigt. Dies wären in absoluten Zahlen rund 2,9 Millionen Menschen und immer noch deutlich mehr Menschen als es offizielle Verdachtsmeldungen gab. [...]"

Die Quelle der Nachdenkseiten ist das Magazin multipolar vom 15.10.24
Dort heißt es außerdem auch:
"[...] Laut Paragraph 6 des Infektionsschutzgesetzes, muss der Verdacht einer über das übliche Ausmaß einer Impfreaktion hinausgehenden gesundheitlichen Schädigung durch den festzustellenden Arzt unverzüglich erfolgen. Laut Arzneimittelgesetz (Paragraph 63c) müssen auch die Inhaber der Zulassung eines Medikamentes, also die Pharma-Firmen, gegen Nebenwirkungen aktiv werden. [...]"

Montag, 19. August 2024

Eine KI über die Folgen der Coronapandemie für Schüler und wie ein Nachteilsausgleich möglich wäre - und meine Schlüsse daraus

Folgen der Coronapandemie für die Schüler in Deutschland?

  • Lernrückstände: Der Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht, sowie die unterschiedlichen Lernbedingungen zu Hause führten bei vielen Schüler:innen zu Lernlücken. Besonders in Fächern wie Mathematik und den Naturwissenschaften wurden Defizite festgestellt.

  • Psychische Belastung: Die Isolation, der fehlende soziale Kontakt in der Schule und die Unsicherheit über die Zukunft haben bei vielen Jugendlichen zu psychischen Belastungen wie Angst, Depressionen und Einsamkeit geführt.

  • Soziale Ungleichheit: Die Pandemie hat bestehende soziale Ungleichheiten verstärkt. Schüler:innen aus bildungsfernen Schichten hatten oft weniger Möglichkeiten, den Distanzunterricht gut zu bewältigen, da ihnen beispielsweise die nötige technische Ausstattung oder elterliche Unterstützung fehlte.

  • Motivationsprobleme: Die fehlende Struktur und der fehlende soziale Austausch im Distanzunterricht führten bei vielen Schüler:innen zu Motivationsproblemen und einem geringeren Interesse am Lernen.

  • Störung des sozialen Lernens: Schule ist nicht nur ein Ort zum Lernen, sondern auch ein Ort für soziale Interaktion. Die eingeschränkten sozialen Kontakte in der Pandemie haben die Entwicklung sozialer Kompetenzen bei vielen Jugendlichen beeinträchtigt.

Langfristige Folgen:

  • Bildungsungleichheit: Die Pandemie könnte langfristig zu einer stärkeren Bildungsungleichheit führen, da Schüler:innen aus benachteiligten Schichten die Lernrückstände möglicherweise nicht aufholen können.

  • Psychische Gesundheit: Die psychischen Belastungen, die viele Jugendliche in der Pandemie erfahren haben, könnten langfristige Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit haben.

  • Vertrauensverlust in das Bildungssystem: Die Erfahrungen mit dem Distanzunterricht könnten das Vertrauen von Schüler:innen und Eltern in das Bildungssystem erschüttert haben.

Maßnahmen zur Bewältigung:

Um die negativen Folgen der Pandemie für Schüler:innen abzumildern, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich:

  • Individuelle Förderung: Schüler:innen mit Lernschwierigkeiten benötigen eine intensive individuelle Förderung.

  • Psychosoziale Unterstützung: Schulen und außerschulische Einrichtungen müssen Angebote zur Stärkung der psychischen Gesundheit von Jugendlichen bereitstellen.

  • Digitale Ausstattung: Schulen müssen sicherstellen, dass alle Schüler:innen Zugang zu den notwendigen digitalen Geräten und einer stabilen Internetverbindung haben.

  • Fortbildung für Lehrkräfte: Lehrkräfte benötigen eine bessere Ausstattung und Fortbildung, um den Herausforderungen des hybriden Unterrichts gerecht zu werden.

Wie unterschieden sich Folgen der Coronapandemie für Schüler mit Migrationshintergrund von denen mit Eltern mit akademischer Ausbildung?


Schüler:innen mit Migrationshintergrund

  • Sprachliche Barrieren: Die sprachlichen Herausforderungen verstärkten sich während des Distanzunterrichts, da viele Familien nicht über die nötigen sprachlichen Ressourcen verfügten, um ihre Kinder zu unterstützen.

  • Technische Ausstattung: Der Zugang zu digitalen Geräten und einer stabilen Internetverbindung war oft eingeschränkt, was den Distanzunterricht erschwerte.

  • Soziale Isolation: Schüler:innen mit Migrationshintergrund fühlten sich oft stärker isoliert, da sie weniger Möglichkeiten hatten, Kontakte zu Gleichaltrigen zu pflegen.

  • Vorurteile und Diskriminierung: Die Pandemie verstärkte in einigen Fällen bestehende Vorurteile und Diskriminierung gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund.

Schüler:innen mit Eltern, die eine akademische Ausbildung haben

  • Bessere Unterstützung: Eltern mit akademischem Hintergrund konnten ihre Kinder in der Regel besser beim Lernen unterstützen und hatten oft ein größeres Netzwerk, um Hilfe zu erhalten.

  • Technische Ausstattung: Familien mit höherem Bildungsniveau verfügten in der Regel über eine bessere technische Ausstattung, was den Distanzunterricht erleichterte.

  • Geringere soziale Isolation: Durch die Netzwerke der Eltern hatten diese Schüler:innen oft mehr Möglichkeiten, soziale Kontakte zu pflegen.

Folgen für die Zukunft:

Die Pandemie hat die bestehenden sozialen Ungleichheiten im Bildungssystem verstärkt. Es ist zu befürchten, dass die Lernrückstände von Schüler:innen mit Migrationshintergrund langfristig zu einer weiteren Benachteiligung führen könnten. Um dies zu verhindern, sind gezielte Fördermaßnahmen erforderlich.

Mögliche Maßnahmen:

  • Sprachförderung: Intensivierung der Sprachförderung für Schüler:innen mit Migrationshintergrund.

  • Digitale Ausstattung: Bereitstellung von Geräten und Internetzugang für alle Schüler:innen.

  • Individuelle Förderung: Stärkere individuelle Förderung von Schüler:innen mit Lernschwierigkeiten.

  • Kooperation mit Eltern: Enge Zusammenarbeit mit Eltern, um sie bei der Unterstützung ihrer Kinder zu stärken.

Wenn man die beiden Antworten liest, wirken sie nicht eben originell. Umso mehr erstaunt, dass so wenig für den Nachteilsausgleich getan wurde. Doch zum Glück hat die KI auch dafür eine Antwort: 

1. Komplexität der Situation:

  • Schnelle Reaktion erforderlich: Die Pandemie erforderte von Schulen und Politik schnelle Reaktionen, was die Entwicklung und Umsetzung umfassender Ausgleichsmaßnahmen erschwerte.
  • Heterogene Schullandschaft: Die unterschiedlichen Voraussetzungen und Strukturen der Schulen in Deutschland machten es schwierig, einheitliche Lösungen zu finden. (Ausnahmsweise also keine Kritik an der Kultusministerkonferenz)
  • Unvorhersehbarkeit: Die Entwicklung der Pandemie war schwer vorhersehbar, was die Planung langfristiger Maßnahmen erschwerte.

2. Mangelnde Ressourcen:

  • Finanzielle Engpässe: Viele Schulen und Kommunen verfügten nicht über ausreichende finanzielle Mittel, um umfangreiche Förderprogramme zu initiieren.
  • Personalmangel: Der Mangel an Lehrkräften und Sozialarbeitern erschwerte die individuelle Betreuung von Schüler:innen.

3. Prioritätensetzung in der Politik:

  • Konkurrierende Interessen: Die Pandemie hat zu einer Vielzahl von Krisen geführt, die um politische Aufmerksamkeit und Ressourcen konkurrierten.
  • Kurzfristige Lösungen: Oft wurden kurzfristige Lösungen bevorzugt, anstatt langfristige Strategien zur Überwindung der Bildungsungleichheit zu entwickeln.

4. Fehlende Evaluation:

  • Mangelnde Daten: Es fehlten oft ausreichende Daten, um die Auswirkungen der Pandemie auf die einzelnen Schüler:innen genau zu erfassen und gezielte Maßnahmen zu entwickeln.
  • Langwierige Prozesse: Die Evaluation von Maßnahmen ist zeitaufwendig und erfordert Ressourcen, die oft nicht vorhanden waren.

5. Gesellschaftliche Faktoren:

  • Akzeptanz von Ungleichheit: Die tief verwurzelte soziale Ungleichheit in Deutschland hat dazu geführt, dass die Notwendigkeit von Ausgleichsmaßnahmen nicht immer ausreichend anerkannt wurde.
  • Individuelle Verantwortung: Es besteht die Tendenz, die Verantwortung für den eigenen Erfolg oder Misserfolg stärker beim Individuum als beim System zu suchen.

Mögliche Gründe, warum diese Faktoren zu einer unzureichenden Reaktion geführt haben:

  • Überforderung: Die Komplexität der Situation hat dazu geführt, dass viele Akteure überfordert waren und keine effektiven Lösungen finden konnten.
  • Risikoaversion: Politische Entscheidungsträger:innen waren möglicherweise risikoscheu und haben sich für bewährte, aber nicht unbedingt effektive Maßnahmen entschieden.
  • Mangelnde Prioritätensetzung: Die Bildung wurde im Vergleich zu anderen Bereichen möglicherweise nicht als ausreichend wichtig angesehen.

Fazit:

Die unzureichende Reaktion auf die Bildungsungleichheit, die durch die Pandemie verstärkt wurde, ist das Ergebnis einer komplexen Wechselwirkung verschiedener Faktoren. Um zukünftig besser auf solche Krisen vorbereitet zu sein, müssen wir die Ursachen der Ungleichheit besser verstehen und langfristige Strategien entwickeln, um sie zu überwinden.

Mögliche Lösungsansätze:

  • Mehr Investitionen in Bildung: Eine stärkere finanzielle Ausstattung von Schulen ist unerlässlich.
  • Individuelle Förderung: Jedes Kind braucht individuelle Förderung, um seine Lernziele zu erreichen.
  • Kooperation zwischen Schule, Elternhaus und außerschulischen Partnern: Eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten ist entscheidend.
  • Evaluation von Maßnahmen: Die Wirksamkeit von Maßnahmen muss kontinuierlich evaluiert werden, um Anpassungen vornehmen zu können.
  • Prävention von Bildungsungleichheit: Es müssen langfristige Strategien entwickelt werden, um die Ursachen von Bildungsungleichheit zu bekämpfen.
Mein Fazit:
Die KI hat viel Verständnis für menschliche Schwächen.
Andererseits scheut sie nicht davor zurück, Forderungen zu stellen, die in der gegenwärtigen Situation völlig utopisch erscheinen: "Jedes Kind braucht individuelle Förderung". "Die Wirksamkeit von Maßnahmen muss kontinuierlich evaluiert werden, um Anpassungen vornehmen zu können."
Selbst die Veröffentlichung der RKI-Protokolle hat noch nicht dazu geführt, dass die Erfahrungen aus der Pandemie aufgearbeitet worden wären.

Mittwoch, 24. Juli 2024

RKI-Protokolle zur Pandemie

  Berliner Zeitung 23.7.24

"[...] Hier finden Sie die kompletten RKI-Files ohne Schwärzung

Eine Person aus dem Robert-Koch-Institut hatte nun offenbar genug von dem Versteckspiel: Sie gab die kompletten RKI-Files für alle vier Pandemie-Jahre, von 2020 bis einschließlich 2023, jetzt ungeschwärzt an die Berliner Journalistin Aya Velazquez weiter. Sie sind hier einzusehen

Montag, 24. Juni 2024

Die größte Wohlstandsvernichtung in der Geschichte der Bundesrepublik?

 "Corona-Maßnahmen, die Unterstützung der Ukraine und Aufrüstung haben Sonderausgaben und Kosten erzeugt, welche zu höheren Belastungen führen als die deutsche Einheit. Eine Aufstellung der Positionen verdeutlicht die Dimensionen der Verluste und die Auswirkungen auf den Wohlstandstaat. Anstatt die exorbitanten Summen in Bildung, Energieunabhängigkeit, Ausbau von Infrastruktur und Förderprogramme für sozial Benachteiligte zu investieren, werden damit wissenschaftlich äußerst fragwürdige Gesundheitsmaßnahmen, Kriege im Ausland und Waffen finanziert. 

Die politischen Entscheidungen der letzten vier Jahre haben zu Sonderausgaben und Kosten geführt, welche in Summe die Marke von einer Billion Euro erreicht haben. Im Schnitt sind das 250 Milliarden Euro pro Jahr. Ein Großteil der Verluste hätte vermieden werden können, wenn die Entscheidungen zum Wohl der deutschen Bevölkerung ausgefallen wären. [...] Von Karsten Montag.

https://www.nachdenkseiten.de/?p=117122

Montag, 18. März 2024

Ein Rückblick auf die Corona-Maßnahmen in der Pandemie

 Kanzlerin Angela Merkel erklärte den Deutschen am 18. März 2020, was in der Pandemie auf sie zukommen werde. [FR 17.3. 2024]

"Es war der Moment, als alle die Luft anhielten. Am Abend des 18. März 2020 trat die Bundeskanzlerin vor die Kameras. Angela Merkel hatte Bedeutendes zu sagen. Die Bilder aus der Tagesschau kannte man bereits: Lkws, die beladen mit vielen Toten die italienische Stadt Bergamo verließen. Alles in der Dunkelheit, möglichst wenige sollten aufmerksam werden, doch gesehen hatte es die ganze Welt. Und auch die Regierenden in Berlin.

„Es ist ernst“, sagte Kanzlerin Angela Merkel im Ersten, ZDF und anderen Fernsehsendern zu den Deutschen. „Nehmen Sie es auch ernst.“ Ein klitzekleines Virus hatte die Welt im Griff. Schon im Dezember hatte man aus China beunruhigende Nachrichten vernommen, dass dort eine Epidemie ausgebrochen sei. Einige warnten bereits eindringlich, hier gehe eine Gefahr für die ganze Welt aus. Meldungen über eine Corona-Epedimie die meisten Zeitungen auf ihren Panorama-Seiten. Erst einige Wochen später sollte es zu einem weltpolitischen Gegenstand werden – und auf die Politikstrecke und die Titelseiten vorrücken. Doch bis dahin herrschte fast überall Business as usual.

In Deutschland erwachte man erst am 9. März aus dem selbstgerechten Schlummer. In Heinsberg hatten sich in einer Karnevalssitzung einige Menschen mit dem Corona-Virus infiziert. An dem Tag wurde der Tod von zwei Menschen gemeldet. Deutschland hatte die ersten Corona-Toten zu beklagen. Einige Teilnehmer hatten sich zuvor beim Skifahren in Österreich mit dem Virus infiziert. Zugleich gab es immer mehr Bilder aus Bergamo, wo gespenstische Verhältnisse herrschten. Viele fragten sich, wann reagiert die deutsche Regierung auf die bedrohliche Situation. Doch hierzulande herrschte eiserne Zuversicht. Man habe alles im Griff, hieß es. Bis Merkel im TV auftrat. Die Corona-Pandemie sei die größte Herausforderung seit dem Zweiten Weltkrieg, erklärte sie dem sichtlich erstaunten Publikum. „Wir müssen aus Rücksicht voneinander Abstand halten.“ Es sei „existenziell“, das öffentliche Leben so weit es geht herunterzufahren. [...]

Doch nun war konkrete Politik gefordert. Sie fordert Bürgerinnen und Bürger auf, sich an die Regeln und Einschränkungen zu halten, die der Staat ihnen auferlegt. Alles, was Menschen gefährden könnte, müsse reduziert werden, sagte sie. Es gehe darum, „Zeit zu gewinnen“. Die Ausbreitung des Virus müsse verlangsamt werden. Und das hänge maßgeblich davon ab, wie diszipliniert jeder und jede die Regeln befolge und umsetze, betont Merkel. Disziplin, das Zauberwort der Deutschen. Merkel schob nach: „Es kommt ohne Ausnahme auf jeden Einzelnen und damit auf uns alle an.“ Die Alternative lautete nun: entweder Lockdown oder eine hohe Zahl an Pandemieopfern. Letzteres war aus Sicht der Bundesregierung ausgeschlossen. Die Bilder aus Bergamo hatten ihre Wirkung gezeigt. Nun zeigte der Staat, zu was er in der Lage ist. Man wollte in der Regierung unbedingt verhindern, dass es zu sogenannten Triage-Entscheidungen in Krankenhäusern kommt, dass Ärzte wählen müssten, wer am Leben bleibt und wer sterben müsse. [...]

Öffentliche Ängste sind immer eine Bedrohung für Institutionen. Sie erlauben es dem Staat, seinen Bürgern weitreichende Rechte aus Gründen der Sicherheit zu entziehen. Die ab dem 22. März 2020 in Deutschland praktizierte Form der sozialen Distanz und des Verbleibens in den eigenen vier Wänden erschien richtig. Doch es folgt ein großes Aber. Alle politischen Monster des 20. Jahrhunderts hebelten die Demokratie aus, weil sie sich auf die Furcht der Menschen stützen konnten. Solche Krisen erzeugen Tyrannen. Und auch dieses Mal war es die Angst vor dem unbekannten, das die entscheidende Rolle spielte. Müssen wir also nicht sehr achtsam sein? Das fragten sich einige. Sie gingen wenige Monate später auf die Straße, um für die Wiedereinsetzung ihrer Grundrechte zu demonstrieren. Die anderen hielten ihnen vor, Vernunftverzicht zu üben. Die Risse in der Gesellschaft waren unverkennbar.  [...]

Im Blick zurück wähnte sich der Wissenschaftler Armin Nassehi in einem soziologischen Hauptseminar. Der Modus der Ununterscheidbarkeit der Deutschen war nämlich schnell verloren. Man habe beim ersten Lockdown „zu drastischen Maßnahmen gegriffen, das war ja schon ein Durchregieren, wenn man so will“, sagte er der FR zwei Jahre später. Man habe die „Wahl zwischen Pest und Cholera“ gehabt. Nicht alles lief so glatt, wie es zunächst den Anschein hatte. Die Länder in der Europäischen Union schotteten sich ab. Es gab Lieferengpässe, Gereiztheiten, Verteilungskämpfe. Die Deutschen horteten Klopapier, die Franzosen Rotwein. Masseneinkäufe waren angesagt.

In den USA häuften sich indes die Todeszahlen. Das Land wurde von Donald Trump regiert, und der war sichtlich überfordert. Den staunenden Amerikanern erklärte er: „Das Virus wird einfach verschwinden, wie durch ein Wunder.“ Doch das ließ auf sich warten. Dafür trat es in Deutschland ein. Vor dem Sommer gab es erste Lockerungen des Lockdowns. Man war hervorragend durch die Zeit gekommen. So schien es zunächst. Und es gab neue öffentliche Intellektuelle, die den Menschen erklärten, wo es langgeht. Wofür früher Philosophen wie Jürgen Habermas oder Schriftsteller wie Günter Grass standen, da fanden sich nun Virologen wie Christian Drosten oder auch Ugur Sahin, dem Gründer von Biontech, der den Impfstoff gegen das Virus entwickelte.

Dem Rechtsphilosophen Reinhard Merkel schwante nichts Gutes: „Man muss sich bei der Abwägung ökonomischer und pandemischer Folgen darüber klar sein, dass auf beiden Seiten die Risiken exorbitant sind. Vielleicht kommen wir mit den ökonomischen Kollateralschäden halbwegs glimpflich davon“, er glaubte jedoch im Jahr 2020: „Das wird globale Erschütterungen und Verwerfungen nach sich ziehen“, sagte er in einem Interview mit der FR. Aber könnte es nicht sein, dass die Nach-Krisen-Gesellschaft solidarischer sein wird? „Manche Ethiker glauben das. Ich nicht. Ich halte das für blauäugig, um nicht zu sagen kindlich. Moralisch hochlobenswert, sicher, aber im realistischen Blick naiv. Wir werden harte Verteilungskämpfe kriegen nach dem Ende dieser Krise. Auch die AfD wird wieder aus ihrem eigenen politischen Lockdown herauskommen“, sagte Rechtsphilosoph Merkel. Er sollte recht behalten."

Sine ira et studio

Montag, 16. Oktober 2023

Man sollte annehmen, solche Kommentare könne es gar nicht geben

 „Der Terror der Hamas ist keine Eskalationsstufe, nein, es ist einfach nur eine andere Ausdrucksform. Die widerlichste, verachtungswürdigste von allen, der heimtückische Mord, das Massaker. Aber der Hass, er hat dieselbe Wurzel: Antisemitismus. Die Anti-Corona-Demonstranten sind ebensolche Antisemiten.“ 

"Noch vor anderthalb Jahren, nicht vor 80, standen 50.000 Menschen am Brandenburger Tor, und in ihren vom Hass dumm gewordenen Gesichtern war auch der Judenhass zu erkennen. Der deutsche, über Jahrhunderte gegärte, garstige Judenhass."

Woraus kann man bei einer Corona-Demonstration auf Judenhass schließen? Aus den Gesichtern? und das bei 50 000 Menschen??

Beifall für Verschwörungstheorien, die den guten Willen von Bill Gates nicht nut in Zweifel ziehen, sondern als belegt ausgeben. Das könnte beweisen, dass hier Hass geschürt werden soll, aber von fern gesehene Gesichter sollen Judenhass beweisen. 

Wie kann man den erkennen, selbst wenn man aus nächster Nähe in ein von blinder Wut verzerrtes Gesicht schaut?  Angesichts einer solchen  Behauptung ist schon geradezu belanglos, dass man auch erkennen können soll, wie alt das Hassgefühl einer Person ist.

Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=105354  - Noch darf man hoffen, dass hinter der Bezahlschranke ein ganz harmloser Text steht und der Autor die haarsträubenden Behauptungen nur erfunden hat. Hoffen darf man, aber halten Sie diese Hoffnung auch für begründt?

Donnerstag, 25. Mai 2023

Nach drei Jahren Corona: Regierung besitzt Herdenimmunität gegen Kritik und Erkenntnis

 Regierung besitzt Herdenimmunität gegen Kritik und Erkenntnis, telepoli.de  

Zitat daraus:

"Die besonders kritischen Fragen sind nicht geklärt: Wie und wann dürfen Rechte eingeschränkt werden? Wann ist die Krise hinreichen schwerwiegend? Was genau ist eine "bedrohliche Infektionskrankheit"?

Diese Fragen bleiben für die Zukunft ebenso unklar wie die Bewertung der Corona-Politik von zwei Bundes- und vielen Landesregierungen. Sicherlich, der Sachverständigenausschuss hat Maßnahmen kritisch bewertet. Aber was folgt daraus?

Wurden Bußgelder zurückgezahlt? Hat es Rücktritte gegeben? Wurde das Berufsverbot für einen Weimarer Richter aufgehoben, der die Maskenpflicht, Abstandsregeln und Tests für zwei Schulen aufgehoben und dies mit der "Sicherstellung des Kindswohls" begründet hatte? Eine Einschätzung, die im Kern inzwischen sogar Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bestätigt hat.

Die Antworten auf die drei Fragen lauten nein, nein und nein."

Dienstag, 14. Februar 2023

Umfassende Aufarbeitung der Pandemie gefordert

 Interview mit Hendrik Streeck „Das nahm fast intolerante Züge an“ in Focus, 13.2.23

"[...] Sie selbst sind heute Mitglied im Corona-Expertenrat der Bundesregierung. Es gibt solche Runden also inzwischen.

Streeck: Und das müssen wir weiter ausbauen, auch über Pandemien hinaus. Oft mussten sich die politisch Verantwortlichen zwischen zwei Übeln in der Pandemie entscheiden: Schulschließung oder Infektion der Kinder, um mal ein plakatives Beispiel zu bringen. Da zeigte sich zugleich, dass kein Wissenschaftler allein die Wahrheit gepachtet hat und allein den richtigen Rat geben kann. Expertengremien müssen diverse Fachexpertise vereinen und ergebnisoffen diskutieren. Dass uns diese Ergebnisoffenheit fehlte, das sollten wir noch aufarbeiten.

Wer muss sich dem stellen?

Streeck: Wissenschaft, Politik, die Medien; auch Institutionen wie Robert Koch-Institut (RKI), Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Leopoldina, Ständige Impfkommission (Stiko), Ethikrat … Zugleich dürfen nicht ausschließlich jene die Aufarbeitung übernehmen, die selbst im Pandemiemanagement aktiv waren. Das kann nicht funktionieren.

Ein Teil der Bevölkerung fordert mittlerweile Entschuldigungen oder gleich Untersuchungsausschüsse.

Streeck: Da hat sich bedauerlicherweise viel Bitterkeit und Hass aufgestaut. Aber so eine Aufarbeitung ist wichtig, um zu einem gewissen Grad die Spaltung in der Gesellschaft zu überwinden. Dieser Prozess kann durchaus Jahre dauern und benötigt Ressourcen, darf aber auch nicht dazu führen, einzelne Akteure an den Pranger zu stellen. Wir brauchen eine neue, positive Fehlerkultur, um für die Zukunft zu lernen.

Viele Maßnahmen werden im Nachhinein damit entschuldigt, man habe anfangs ja nicht gewusst, wie gefährlich es wird …

Streeck: … was ja auch stimmt. Jede Entscheidung aus der ersten Phase der Pandemie stand unter der Prämisse: lieber zu harte Maßnahmen als zu milde. Es ging um Menschenleben. Präventive Vorsicht war in der allerersten Phase durchaus angeraten. Man hätte nur schneller adaptieren müssen. [...]

Was muss Ihrer Ansicht nach global in den nächsten Jahren angegangen werden als Antwort auf Corona?

Streeck: Wir brauchen intensiven, unideologischen und datenzentrierten Austausch auf internationaler Ebene, deutlich über Viren hinaus. In den USA werden zurzeit die Top-65-Erreger aufgelistet und darauf geprüft, wie gefährlich jeder einzelne von ihnen ist und wie man vorgehen soll, wenn er sich ausbreitet. Die Gefahr liegt bei der Übertragung von Tieren auf den Menschen. Der jüngste Ausbruch der Vogelgrippe in Nerz-Farmen zeigt das Risiko solcher Zoonosen. Es geht deshalb auch darum, Grenzen zu ziehen zwischen uns und der Tierwelt. Internationale Gesundheitspolitik bedeutet also auch, global über Artenschutz und den Stopp von Entwaldung zu reden. [...]"

Donnerstag, 1. Dezember 2022

Ungeimpfte zu Unrecht beschuldigt?

 Ungeimpfte zu Unrecht beschuldigt? von Christiane Cichy mdr 30.11.22

"Die einrichtungsbezogene Impfpflicht soll auslaufen, denn Impfungen würden nicht mehr vor einer Ansteckung schützen, so Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Doch einen Fremdschutz gibt es schon lange nicht mehr. Warum wurde dennoch politischer Druck auf Ungeimpfte ausgeübt? Das fragt sich MDR-Autorin Christiane Cichy. [...]

Der Druck auf all jene, die sich nicht impfen lassen wollten, nahm im Herbst 2021 als Deutschland von der vierten Coronawelle überrollt wurde, erheblich zu. Obwohl mittlerweile mehr als zwei Drittel aller Erwachsenen geimpft waren, kletterten die Inzidenzen sogar schneller und höher als im Jahr zuvor. Auch die Intensivstationen füllten sich wieder. Das Virus hatte Deutschland erneut im Griff.

Doch statt politische Maßnahmen wie beispielsweise eine grundsätzliche Testpflicht für alle, auch für Geimpfte und Genesene einzuführen, stürzte man sich auf die Gruppe der Ungeimpften. Sie seien schuld am erneuten Pandemiegeschehen. Gäbe es nicht so viele Menschen, die sich dem Pieks verweigert hätten, wäre längst die Rückkehr zur Normalität möglich, so die Behauptungen einiger Politiker, aber auch Ärzte und Wissenschaftler. Wer sich nicht impfen lässt, verhalte sich unsolidarisch und sei nicht nur für zunehmende Infektionen, sondern auch für das überlastete Pflegepersonal verantwortlich. [...]"

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/corona-impfung-wirkung-kritik-ungeimpfte-100.html

Montag, 26. September 2022

Hirschausen zu Long-Covid

Hirschhausen zu Long-Covid: „Mich schockiert die Ignoranz von manchen Medizinern“ utopia 26.9.22
"[...] Jede:r zehnte Infizierte leidet an Long-Covid und ist mindestens drei Monate lang stärker beeinträchtigt, erklärt von Hirschhausen in der WDR-Reportage. Nicht alle Verläufe sind extrem, aber eine Long-Covid-Erkrankung kann auch zu massiven gesundheitlichen Einschränkungen führen, das zeigen zahlreiche Schicksale im Film.

Das sind hunderttausende Menschen, die ohne Behandlung kaum Aussicht auf Besserung haben und deren Zustand oft chronisch wird“, so Eckart von Hirschhausen. [...]"

Montag, 19. September 2022

Geimpfte 96-Jährige bekommt Corona

 "Du hast kürzlich Corona gehabt. Wie ist Corona mit 96 Jahren? [...]

Ach was, mir lief die Nase, ich hatte etwas Fieber, keinen Appetit, war matt, aber das war’s dann auch. Erst nach sechs Tagen war ein Test positiv. Die Impfung hat das Schlimmste ferngehalten.

Und dann?

Hab ich meine Hausärztin angerufen, und die hat gesagt: Wenn mehr nicht kommt …

 Wie hast Du Dich versorgt? 

 Als alte Hausfrau hat man immer Vorräte. Die Leute von der Tagesmütterzentrale, mit denen ich verabredet war, fragten gleich: Oh, können wir dir was einkaufen? Ich sagte: Ja – ein Pfund Spargel und ein Pfund Erdbeeren. Stunde später standen sie vor der Tür.

Das war alles? Für eine Woche?# Eine Woche ist ja nicht lang. Erstens esse ich nicht so furchtbar viel. Zweitens hab ich Kartoffeln, Reis, Nudeln und so was doch da. Und immer kleine fertig gekochte Gerichte im Tiefkühl. Wenn ich mir eine Gemüsesuppe koche, friere ich mindestens vier Portionen ein. [...]"

(FR 18.7.22)

Donnerstag, 4. August 2022

Die Gesellschaft driftet auseinander (Corona, soziale Medien,Ukraine)

 Twitter

Julia Probst (@augenschmaus - Lippenleserin):

Heute morgen im Penny: Ich bin die einzige, die eine Maske trägt. Die einzige von ca. 30 Leute im Laden. Die #Maskenpflicht fallen zu lassen war ein Ausbund falsch verpackter "FREIHEIT" und sowas von wissenschaftsfeindlich. Der Herbst wird noch so richtig "lustig". Nicht.

FrannyFine

Ich werde nie wieder Maske tragen! Ich werde nie wieder einen Test machen! Und vor allem: Werde ich mich nie wieder derart gängeln lassen wie die letzten 2,5 Jahre  Bin ein freier, selbstbestimmender Mensch, der am besten weiß, was wichtig & richtig ist #ichmachenichtmehrmit

(((B.Tomm-Bub)))

Und Sie werden nie wieder auch nur einen Funken Verantwortungsgefühl für Ihre Mitmenschen aufbringen. "Humanität" ist aus Ihrem Wörterbuch gestrichen! Dafür habe ich nur eines: Verachtung.


Wovor hast du Angst?

Juli Zeh und Thea Dorn im Gespräch 11.5.22

Fürchten Sie sich nicht? 

Es ist in Deutschland üblich geworden, mit dem Gefühl der Angst Politik zu machen. Das ist gefährlich. Denn Angst ist wirklich kein Argument. Von Thea Dorn (ZEIT 3./4.8.22)

Bei der Auseinandersetzung zwischen Zeh und Dorn (der arme Zeh! ;-)) stehe ich eher auf der Seite von Zeh. (Gut, dass die beiden betonen, dass sie befreundet sind.)

Recht gebe ich aber Thea Dorn darin, dass man die Gefahr sehen und bekämpfen, aber nicht vor der Meinung des anderen Angst haben sollte.

Freilich: Angesichts des NS-Terrors konnte rechtzeitige Flucht helfen, dagegen war das Ausharren und die mutige Tat eines Einzelnen oder einiger weniger (Elser, Scholl, 20. Juli) oft zum Scheitern verurteilt. Vor dem Klimawandel gibt es aber keine Flucht, und man kann gefahrlos etwas gegen ihn tun, während Nicht-Handeln die Gefahr vergrößert. Hier fehlt jede Entschuldigung für Nicht-Handeln, auch wenn kein Einzelner die entscheidende Wende erreichen kann. 

Harry Nutt geht mit seinem Beitrag einem anderen Gefühl nach, das sich in Internet und Gesellschaft verbreitet:

Lust an der Empörung v. Harry Nutt FR 5.8.22

"Wir machen mit im Karneval der Affekte, erschrecken aber, wenn uns aus den sozialen Medien Hass entgegenschlägt."

Nicht mehr sind "Erkenntnis und Aufklärung eine Richtschnur für politische Entscheidungen und soziales Handeln [...] Stattdessen kostümieren wir uns in den in rasantem Tempo einander ablösenden gesellschaftspolitischen Debatten für einen Karneval der Affekte, in dem die Gebote zu rationaler Begründung geringe Aussichten haben, befolgt zu werden."

Empörung wurde 2010 durch die Schrift "Empört euch!" der 93-jährigen Stéphane Hessel als positiver Affekt bezeichnet. Harry Nutt schreibt dazu:

 „Wir müssen radikal mit dem Rausch des Immer noch mehr brechen“, heißt es in Hessels Bestseller, „in dem die Finanzwelt, aber auch Wissenschaft und Technik die Flucht nach vorn angetreten haben.“ Es sei höchste Zeit, dass Ethik, Gerechtigkeit, nachhaltiges Gleichgewicht unsere Anliegen werden."

Das, was Hessel zu Recht gegen Handeln der eigenen Regierung gefordert hat, wurde 2018 mit steigendem Erfolg von Greta Thunberg gegen das Nicht-Handeln der Regierungen in aller Welt gefordert.

Im Zuge der Corona-Pandemie machten sich die Maßnahmenkritiker diesen Anspruch auf Empörung zu eigen, indem sie für sich Meinungsfreiheit und Recht auf passiven Widerstand forderten. Dazu kamen, wie Harry Nutt es formuliert "entfesselte Ausdrucksformen [...] die weitgehend ohne Etikette auskommen"  Das wiederum rief  auf der Seite derer, die die Regierungsmaßnahmen für angemessen oder sogar nicht energisch ansehen, entsprechende Reaktionen - jetzt aber nicht gegen die Regierung, sondern gegen Personen hervor.

Dabei entsteht immer die Gefahr, dass solche Enthemmung in Hass umschlägt. Von der "Verachtung" ist der Weg nicht mehr sehr weit. - Auf beiden Seiten. 

Zitat:

„Die Grundtönung des Hasses ist Feindschaft, Widerstreben, Ablehnung, Gefühlseinstellung negativer Art“, schreibt Kolnai. „Darin ist Hass mit Antipathie, Zorn, Ekel, Verachtung, Bekämpfung verwandt.“ Im sprachlichen Gebrauch aber ist die Formulierung Hass weit weniger negativ konnotiert. So missbrauchen wir laut Kolnai die Wörter „Hassen“ und „Hass“ bewusst zur Bezeichnung von Stellungnahmen und Empfindungen, die in Wirklichkeit weit oberflächlicher und allgemeiner Natur sind. „Wer davon redet, dass er z. B. kalten Braten hasse, weiß sehr wohl, wie wenig diese seine Geschmacksrichtung mit Hass zu tun hat.“ Er sei sich sehr wohl im Klaren darüber, dass diese unlustvolle Beziehung nicht nur dem Grad, sondern auch der Art nach völlig verschieden ist etwa vom Hass gegen einen Mann, der ihn um seine Existenz gebracht hat.

Die Harmlosigkeit, die dem Hass gegenüber dem kalten Braten innezuwohnen scheint, steht in einem fundamentalen Gegensatz zum Vernichtungswillen, der Kolnai zufolge weit über die Tötung einer konkreten Person hinausgeht. Der andere, so definiert Kolnai ein wesentliches Merkmal des Hasses, möge nicht nur verschwinden, sondern nie existiert haben. „Was der Hass verlangt und verheißt ist (…) eine Art Entscheidung über das Schicksal der Welt.“ [...]"  (Lust an der Empörung v. Harry Nutt FR 5.8.22)

Donnerstag, 30. Juni 2022

EU-Kommission und Hersteller verhinderten gerechte Verteilung der Impfstoffe

 "Die EU hatte zu Beginn der Corona-Pandemie eine weltweit gerechte Verteilung der Impfstoffe versprochen. Recherchen von Monitor zeigen, wie EU-Kommission und Hersteller dies verhinderten und Hunderte Millionen Menschen leer ausgingen."

tagesschau.de 30.6.2022

Samstag, 8. Januar 2022

Zu den Coronaregeln für Schulen in Ecuador und Deutschland

Ecuador 8.1.22 

Daniel Bernsen @eisenmed Hier mal ein Blick über den Tellerrand bzw. über den Atlantik: Wie sieht's mit der Corona-Schulpolitik im globalen Süden aus? Hier das Beispiel #EcuadorIn der ersten Woche nach den Ferien wird der Präsenzunterricht in allen Schulen komplett ausgesetzt. Alle Lehrer:innen werden unabhängig vom Alter spätestens nächste Woche geboostert, wenn die zweite Impfung mindestens 5 Monate zurückliegt (und damit zusammen mit Polizei und anderen Gruppen vorgezogen und priorisiert). In der zweiten Woche nach den Ferien dürfen die Schulen in Vollpräsenz zurückkehren, wenn mindestens 85% der Schüler:innen geimpft sind. Und natürlich gilt weiterhin in den Schulen durchgängig u.a. Maskenpflicht. Liegt die Impfquote der Schüler:innen unter 85% geht die Schule in den Wechselunterricht. Es dürfen nur maximal die Hälfte der Schüler:innen in Präsenz in der Schule sein. Die aktuelle Impfquote der 5-11jährigen liegt im Landesschnitt übrigens bei 50% - wobei eine "Impflicht" ab 5 Jahren gilt, die ab morgen u.a. durch Zugangsbeschränkungen für ungeimpfte Kinder zu Einkaufszentren, Restaurants, Sportanlagen etc. forciert werden soll.

Polilla @Polillaflaca Replying to @eisenmed Maximal die Hälfte der Schüler - gilt das auch für die Schulbusse?

Daniel Bernsen @eisenmed Das wäre gut und einzig sinnvoll - steht da aber nicht. An den Deutschen Schulen wird das meines Wissens auch so umgesetzt, aber die haben auch ganz andere Ressourcen als die staatlichen Schulen.

Deutschland:

 Heribert Prantl: Womöglich ist eine gesetzliche Impfpflicht für alle nur der Notausgang aus den ewigen Kontaktsperren und Einschränkungen der Grundrechte. Aber immerhin. (Gesetzliche Impfung: Richtig falsch Süddeutsche Zeitung 8.1.22)