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Samstag, 8. Januar 2022

Zu den Coronaregeln für Schulen in Ecuador und Deutschland

Ecuador 8.1.22 

Daniel Bernsen @eisenmed Hier mal ein Blick über den Tellerrand bzw. über den Atlantik: Wie sieht's mit der Corona-Schulpolitik im globalen Süden aus? Hier das Beispiel #EcuadorIn der ersten Woche nach den Ferien wird der Präsenzunterricht in allen Schulen komplett ausgesetzt. Alle Lehrer:innen werden unabhängig vom Alter spätestens nächste Woche geboostert, wenn die zweite Impfung mindestens 5 Monate zurückliegt (und damit zusammen mit Polizei und anderen Gruppen vorgezogen und priorisiert). In der zweiten Woche nach den Ferien dürfen die Schulen in Vollpräsenz zurückkehren, wenn mindestens 85% der Schüler:innen geimpft sind. Und natürlich gilt weiterhin in den Schulen durchgängig u.a. Maskenpflicht. Liegt die Impfquote der Schüler:innen unter 85% geht die Schule in den Wechselunterricht. Es dürfen nur maximal die Hälfte der Schüler:innen in Präsenz in der Schule sein. Die aktuelle Impfquote der 5-11jährigen liegt im Landesschnitt übrigens bei 50% - wobei eine "Impflicht" ab 5 Jahren gilt, die ab morgen u.a. durch Zugangsbeschränkungen für ungeimpfte Kinder zu Einkaufszentren, Restaurants, Sportanlagen etc. forciert werden soll.

Polilla @Polillaflaca Replying to @eisenmed Maximal die Hälfte der Schüler - gilt das auch für die Schulbusse?

Daniel Bernsen @eisenmed Das wäre gut und einzig sinnvoll - steht da aber nicht. An den Deutschen Schulen wird das meines Wissens auch so umgesetzt, aber die haben auch ganz andere Ressourcen als die staatlichen Schulen.

Deutschland:

 Heribert Prantl: Womöglich ist eine gesetzliche Impfpflicht für alle nur der Notausgang aus den ewigen Kontaktsperren und Einschränkungen der Grundrechte. Aber immerhin. (Gesetzliche Impfung: Richtig falsch Süddeutsche Zeitung 8.1.22)

Dienstag, 20. Juli 2021

Corona: Kein Schutz für die Ärmsten

 Kein Schutz für die Ärmsten von Pamela Dörhöfer FR 19.7.21

Corona-Infektionen in Afrika steigen immer stärker an. Alle Vorhersagen, der Kontinent würde verschont, waren Wunschdenken. Und nun stocken auch die Routine-Impfungen.

Namibia/Südafrika/Tunesien/Uganda/Sambia - Während in europäischen Ländern über sinkende Impfbereitschaft, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen und das Impfen von Kindern diskutiert wird, sieht die gesundheitliche Situation in anderen Regionen der Erde ungleich dramatischer aus. So berichtet die Weltgesundheitsorganisation WHO, dass die Zahl der Coronatoten in Afrika binnen einer Woche von 4384 auf 6273 pro Woche (Stand 11. Juli) und somit um mehr als 40 Prozent gestiegen ist. [...] 

Im Vergleich zu 2019 sollen 3,5 Millionen mehr Kinder die erste Dosis der Diphtherie-, der Tetanus- und der Keuchhusten-Impfung und drei Millionen mehr die erste Masern-Impfung nicht erhalten haben. Auch die Zahl der Mädchen, die zum Schutz vor Gebärmutterhalskrebs eine Impfung gegen das humane Papillomavirus bekommen haben, sei zurückgegangen.

 Das seien „alarmierende Zahlen“, die zeigten, dass die Pandemie jahrelange Fortschritte bei Routine-Impfungen zunichte mache, sagt Seth Berkley von der internationalen Impfallianz Gavi.

 Millionen Kinder würden so gefährlichen, vermeidbaren Krankheiten ausgesetzt. Unter der Entwicklung zu leiden hätten – wieder einmal – die „Schwächsten“, sagt Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Sie weist darauf hin, das es schon vor der Pandemie Anzeichen dafür gegeben habe, dass „im Kampf um die Immunisierung“ von Kindern gegen vermeidbare Krankheiten „Boden verloren“ ginge. Als Beispiel führt Henriette Fore einen Masernausbruch vor zwei Jahren an. „Die Pandemie hat die schlimme Situation noch verschlimmert.“

Bereits seit mehreren Jahren geraten die weltweit Kinder-Impfraten gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Masern und Polio ins Stocken – Krankheiten, an denen einst viele Menschen gestorben sind oder lebenslange Folgen davongetragen haben, vor denen eine Impfung aber sicheren Schutz bieten kann.