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Samstag, 22. November 2025

euro|topics Was ist von Putin zu erhoffen?

 

Aktuálně.cz (CZ)

Kyjiw in absurder Lage

Aktuálně.cz kommentiert:

„Der Plan ist absurd. Die Ukraine soll die Annexion der Krim anerkennen, den noch unbesetzten Teil des Donbass abtreten und einer Reduzierung ihrer Armee zustimmen. Genau das bietet der amerikanische Friedensplan Kyjiw an. Die einzige Hoffnung der Ukrainer ruht nun paradoxerweise auf Wladimir Putin, der wie immer die Masche abziehen kann: 'Mir reicht das nicht, ich will noch mehr.'“

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https://www.eurotopics.net/de/348701/ukraine-plan-kapitulation-oder-friedenssicherung? 

Mittwoch, 17. September 2025

Wirklich kurz vor einem möglichen Weltkrieg?

"[...] In comments to the media in Russia  last Thursday — one day before the Biden-Starmer meeting at the White House — Russian President Vladimir Putin made it clear that any lifting of the restrictions on Ukrainian use of U.S.- and U.K.-provided long-range weapons would change “the very essence of the conflict.”  He said:

“This will mean that NATO countries, the United States, European countries are fighting Russia. And if this is the case, then…we will make appropriate decisions in response to the threats that will be posed to us.”

Kremlin spokesperson Dmitry Peskov, speaking after Putin’s announcement, noted that the Russian president’s words were “extremely clear” and that they had reached their intended audience — U.S. President Biden. 

Biden didn’t seem happy about the message. In responding to a question from reporters prior to his meeting with Prime Minister Starmer at the White House about what he thought about Putin’s warning, Biden snapped angrily, “I don’t think much about Vladimir Putin.”[...]"


 https://consortiumnews.com/2024/09/19/scott-ritter-72-hours/?eType=EmailBlastContent&eId=f5a0c01f-61fe-4ded-a19f-242a75641225

Dienstag, 31. Dezember 2024

Nehmen Personen und Staaten Trumps Ankündigungen noch erst, obwohl er oft nicht hält, was er verspricht?

Es kommt darauf an, wovon er spricht. Wenn er von etwas redet, was er in Zukunft machen wird, werden viele skeptisch sein, so bei Ulbrichts Satz "Niemand denket daran, eine Mauer zu bauen." Denn er hat öfter etwas angekündigt, was er dann nicht verwirklicht hat, aber wenn er mit etwas droht, muss man sich schon drauf einstellen, dass er es eventuell macht, auch wenn es so scheint, dass es nicht im Interesse der USA wäre. So etwa, wenn er mit dem Austritt aus der Nato droht oder damit, ein Land nicht zu unterstützen, auch wenn er vertraglich dazu verpflichtet wäre. Denn er handelt wie ein Geschäftsmann, der versucht, mit einem gewissen Druck die für ihn günstigste Regelung herauszuholen. Daran, dass er als vertrauenswürdig gilt, liegt ihm wenig, wichtiger ist ihm, dass man ihm alles zutraut und lieber gleich nachgibt, bevor er all seine Machtmittel einsetzt.

Das merkt man an dem vorauseilenden Gehorsam von ehemaligen Trump-Kritikern, die schon, bevor er im Amt ist, versuchen, sich bei ihm lieb Kind zu machen. Je mehr das geschieht, umso mehr wird er Drohungen einsetzen, auch wenn er sie eigentlich nicht wahr machen will. Denn immer wenn man ihm nachgibt, schmeichelt es seinem Selbstbewusstsein.

Dass es sinnvoll ist, Drohungen  ernst zu nehmen, auch wenn es scheint, es wäre nicht im Sinne des Drohenden, seine Ankündigung wahr zu machen, merkt man an Putins Drohung mit einem Einmarsch in die Ukraine. Obwohl er sich mit dem Einmarsch schwerwiegende Probleme eingehandelt hat, hat er doch eins erreicht: Man wird seine Drohungen ernst nehmen, auch wenn sie  zunächst nicht glaubwürdig erscheinen.

Ähnlich steht es mit Trumps Drohungen. Ihm ist wichtig, dass er als unberechenbar gilt. 

Montag, 1. August 2022

Putin und der Atomerstschlag

 FR 1.8.2022 

"Ukraine-Krieg: Putin äußert sich zu Atom-Erstschlag

+++ 20.00 Uhr: Trotz des Kriegs in der Ukraine hat Russland bekräftigt, keinen Atomkrieg starten zu wollen. «Wir gehen davon aus, dass es in einem Atomkrieg keine Sieger geben kann und er niemals begonnen werden darf», schrieb Präsident Wladimir Putin in einem am Montag auf der Webseite des Kremls veröffentlichten Grußwort an die Teilnehmer der Konferenz zum Atomwaffensperrvertrag in New York. Damit trat er seit Kriegsbeginn wachsenden Befürchtungen entgegen, dass Moskau in der Ukraine womöglich Atomwaffen einsetzen könnte.

Die Befürchtungen begründeten sich unter anderem darauf, dass Putin die russischen Atomstreitkräfte kurz nach dem Angriff auf das Nachbarland in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt hatte. Zuvor hatte Russlands Führung einen atomaren Erstschlag stets ausgeschlossen und Einsatzpläne lediglich für einen sogenannten Gegenschlag präsentiert, also die militärische Antwort auf einen Angriff.

Nun betonte Putin, dass Russland seine Verpflichtungen als Gründungsmitglied des Atomwaffensperrvertrags erfülle und auch weiter erfüllen wolle. Zugleich forderte der Kremlchef «gleiche und unteilbare Sicherheit für alle Mitglieder der Weltgemeinschaft.» Daneben sollten alle Länder, die die Bestimmungen des Sperrvertrags erfüllten, Zugang zur zivilen Nutzung der Atomkraft haben. Diese Forderung Putins zielte womöglich auf das zivile iranische Atomprogramm, das von Russland unterstützt wird. [...]"

"Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer." Davon bin ich überzeugt. Es ist wahrscheinlich, dass Putin gegenwärtig so argumentiert. Was er denkt, wird er als rational denkender Politiker nicht verraten.

Freitag, 1. April 2022

Wurde Putin falsch informiert?

 Im Krieg stirbt als ersten die Wahrheit. Meist auf beiden Seiten. Und zwar deshalb, weil genaue Kenntnis der Wahrheit dem Gegner einen Vorteil verschaffen könnte. Und das wollen natürlich beide Seiten vermeiden.

Mir der Überschrift "Wurde Putin falsch informiert?" suggeriert die FAZ (31.3.22), dass Putin falsch informiert wurde und in Kenntnis der Wahrheit wohl den Krieg schon abgebrochen hätte oder bald abbrechen wird. 

Der vollständige Text steht hinter einer Zahlschranke. Was dort steht, weiß ich nicht. 

Ich habe dieselbe Überschrift gewählt, denn sie erweckt Neugier. Oder hatte ich einen anderen Grund?

Im Krieg sterben oft auch einfache Wahrheiten, denn die Unsicherheit nimmt zu. 

Zum Z

 In Russland wird gefordert, als Zustimmungsbeweis für die "Militäraktion" gegen die Ukraine ein großes Z zu zeigen.

Personen, die dieses Z in Deutschland zeigen, werden jetzt bestraft, weil es kein Zeichen einer freien Meinungsäußerung darstelle.

Ich habe Verständnis für einen satirischen Text, in dem jetzt alle 'z's  durch ein Auslassungs_eichen ersetzt werden. 

Andererseits gibt es auch eine sinnvolle Begründung für die Strafankündigung. Dadurch gibt es nämlich eine Möglichkeit für Russen in Deutschland, die gegen den Krieg sind, aber befürchten, dass ihre Angehörigen oder sie selbst (nach einer Rückkehr nach Russland) sanktioniert werden, weil sie das  geforderte Z nicht zeigen. Jetzt können sie die in Deutschland angekündigte Strafe als Rechtfertigung für die fehlende Z-Demonstration  heranziehen.

Es ist kompliziert. Denn wenn man die angekündigte Strafe als Voraussetzung für eine freie Meinungsäußerung versteht, dann dürfte man nicht seinerseits genauso, wie in Russland ein Z (als demonstrative Zustimmung zum Krieg) gefordert wird, hier eine demonstrative Abwendung von Putin fordern.

Ob der satirische Text auch als Kritik am Gendern und am Vermeiden von in historischen Texten verwendeten Wörtern, die rassistischen Beiklang haben, verstanden werden kann, ist eine weiterführende Frage, die ich hier ausklammere. 


Dienstag, 22. Februar 2022

Ukrainekrise

Aktuelle Meldungen der Frankfurter Rundschau
Präsident Putins komplette Rede an die Nation vom 21.4.22
FAZ: Russland erkennt „Volksrepubliken“ als unabhängig an VON FRIEDRICH SCHMIDTMOSKAUUND TH 21.2.22  21:56"[...] Putin begründete seine Entscheidung mit angeblichen Angriffen der Ukraine auf die sogenannten „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk. Das durch den „Staatsstreich“ 2014 in der Ukraine an die Macht gekommene nationalistische und neonazistische „Regime“ kenne für diese Konflikte keine andere Lösung als Gewalt. Putin forderte die ukrainische Führung auf, die angeblichen Kampfhandlungen unverzüglich einzustellen. Andernfalls trage sie die volle Verantwortung für alles weitere Blutvergießen. [...]"
zu Putins Rede (ZDF

 Newsticker der FR

22.2.22+ 06.26 Uhr: Der Ukraine-Konflikt spitzt sich zu. Russlands Präsident Wladimir Putin kündigte an, Truppen in die Ostukraine schicken zu wollen. Der Nachrichtenagentur Interfax zufolge habe eine „größere Zahl von gepanzerten Fahrzeugen“ die Grenze zur selbsterklärten „Volksrepublik Donezk“ in der Ostukraine überquert.

21.2.22+ 18.17 Uhr: Inmitten wachsender Spannungen zwischen Russland und der Ukraine hat in Polen ein internationales Nato-Manöver begonnen. An der Übung „Saber Strike 2022“ seien 1300 polnische Soldaten beteiligt, teilte die Armeeführung am Montag mit. „Schulungsveranstaltungen wie Saber Strike 22 werden lange im Voraus geplant und stehen in keinem Zusammenhang mit einer laufenden Operation“, hieß es weiter.

Das Manöver konzentriere sich auf den nördlichen Teil des Landes, sagte eine Sprecherin der polnischen Streitkräfte der Deutschen Presse-Agentur. Polen grenzt im Südosten an die Ukraine. An dem Manöver sind auch Soldaten aus den USA und anderen Nato-Staaten beteiligt. Zu ihrer Zahl konnte die Armeesprecherin keine Angaben machen.

Entscheidung zu „Volksrepubliken“ Donezk und Luhansk soll noch am Montag fallen

+++ 17.00 Uhr: Der russische Präsident Wladimir Putin will noch am Montag über die Anerkennung der selbst ernannten Volksrepubliken als unabhängige Staaten entscheiden. Das sagte er nach einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats, die live im Staatsfernsehen gezeigt wurde. Alle Beteiligten, darunter Außenminister Sergej Lawrow und Verteidigungsminister Sergej Schoigu, sprachen sich für die Anerkennung der Regionen aus. Die prorussischen Separatistenführer in Luhansk und Donezk hatten Putin zuvor um Beistand im Kampf gegen die ukrainischen Regierungstruppen gebeten.

Russland-Ukrainekonflikt im Zusammenhang

Krautreporter

Wikipedia


Vorgeschichte:

"Seit Oktober 2010 verhandelte die Europäische Union mit der Ukraine über eine Partnerschaft ohne direkte Mitgliedschaft. Ende März 2012 beschloss die EU das Assoziierungs- und Freihandelsabkommen zu paraphieren, um Einfluss auf die Entwicklung in der Ukraine zu behalten. Eine Unterzeichnung bzw. Inkraftsetzung solle es aber nur geben, wenn die ukrainische Justiz aufhöre, gegen Tymoschenko und andere Oppositionspolitiker vorzugehen.[23] Das ausgehandelte Abkommen selbst wurde in Medienberichten als das weitestreichende bezeichnet, das die Europäische Union jemals mit einem Nichtmitglied ausverhandelt hat.[24]

Allerdings wurde auch darauf verwiesen, dass das Abkommen der Ukraine Anpassungsleistungen abverlange, für die das Land kaum gerüstet sei.[25]"

(Wikipedia)


2013

"Janukowytsch erklärte dazu, die Ukraine ändere ihren EU-Kurs nicht, das Land strebe aber danach, dass seine nationalen Interessen berücksichtigt werden. Zurzeit sei die Ukraine zum Abschluss des Assoziierungsabkommens aus wirtschaftlichen Gründen noch nicht bereit, eine Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU im Frühjahr 2014 sei aber möglich. Zuvor müsse man jedoch eine Reihe von aktuellen Problemen im Handel mit Russland lösen.[30] Janukowytsch erklärte weiter, niemand werde in der Lage sein, die Ukraine vom europäischen Weg abzubringen.[31] Das „Einfrieren“ des Abkommens führte zu Demonstrationen und Protesten, die als Euromaidan bezeichnet wurden und sich gegen die Politik der ukrainischen Staatsführung richteten.

2014

Ab dem 18. Februar 2014 eskalierten die seit dem Ende des Vorjahres ununterbrochen andauernden Euromaidan-Proteste in Kiew zu blutigen Auseinandersetzungen, die über 80 Todesopfer forderten.[32]

Am 21. Februar 2014 unterzeichneten regierungsseitig der damalige Präsident der Ukraine Wiktor Janukowytsch und oppositionsseitig Vitali Klitschko von der Partei UDAROleh Tjahnybok von der Partei Allukrainische Vereinigung „Swoboda“ sowie Arsenij Jazenjuk von der Partei Allukrainische Vereinigung „Vaterland“ die Vereinbarung über die Beilegung der Krise in der Ukraine, die die Beilegung des Konflikts herbeiführen sollte und von den Außenministern Deutschlands, Frankreichs und Polens sowie einem Vertreter Russlands zuvor vor Ort in mehrtägigen Gesprächen mit den beteiligten Interessengruppen verhandelt wurde.[33]

Nur einen Tag später, am 22. Februar 2014, erklärte das ukrainische Parlament den Präsidenten Janukowytsch, der wenige Stunden zuvor zunächst in die Ostukraine und später nach Russland floh, für abgesetzt. Die mehr als zwei Jahre lang inhaftierte Julija Tymoschenko kam am gleichen Tag frei.[34] Gleichentags wurde außerdem Oleksandr Turtschynow zum Parlamentspräsident gewählt.[35]"

(Wikipedia)

2014

"Nach den Protesten des Euromaidan ab Spätherbst 2013 und dem Sturz der pro-russischen Regierung unter Wiktor Janukowytsch fanden im März 2014 in den ukrainischen Oblast Donezk und Luhansk, die gemeinsam als „Donbas“ bezeichnet werden, Interventionen prorussischer separatistischer Gruppen statt,[1][2] in etwa zeitgleich mit der völkerrechtswidrigen Besetzung der Krim durch Russland. Bewaffnete riefen die Volksrepubliken Donezk (DNR) und Lugansk (LNR) aus. Am 14. April wurde von der Ukraine der Beginn der militärischen Anti-Terror-Operation (ATO) gegen die ‚Autonomisten‘ im Donbas, auf der Krim und in Sewastopol erklärt.

Als der Konflikt im Mai 2014 weiter eskalierte, wandte Russland einen „hybriden Ansatz“ an und setzte eine Kombination aus Desinformation, irregulären Milizenregulären russischen Truppen und konventioneller militärischer Unterstützung ein, um den Donbas zu erobern." (Wikipedia)

"Die mit internationaler Hilfe zustande gekommenen Minsker Abkommen von September 2014 und Februar 2015 sahen für den Krieg in der Ostukraine einen dauerhaften Waffenstillstand vor; tatsächlich erreicht wurde bestenfalls eine Stabilisierung des lokalen Konflikts mit fortlaufenden Provokationen durch die russisch-separatistsche Seite." (Wikipedia)

Natomanöver in den östlichen Randstaaten der Nato 2020 ff.

Obama verhöhnt Russland als Regionalmacht Deeskalation sieht anders aus: In der Krim-Krise verspottet US-Präsident Obama Russland - er nennt das größte Land der Welt eine Regionalmacht. Für Amerika gebe es schlimmere Bedrohungen, Kreml-Chef Putin agiere aus einer Position der Schwäche. 25.03.2014, 17.48 Uhr (Spiegel online) 

Über das Auftreten der Vertreter der EU 2014 in der Ukraine sagte Helmut Schmidt: Das beschwört Kriegsgefahr herauf. (Wikipedia)

Ischinger (2008): Das Angebot der Nato an die Ukraine "Die Tür steht offen", war ein "Sündenfall der Nato" (FR 25.2.22)

Der Weg der OECD, mit der Sicherheitskonferenz in Helsinki (1973 ff.) eine multipolare Diplomatie zu entwickeln, wurde nach und nach aufgegeben. 

Der Westen hat auf Gorbatschows Politik der Annäherung hin ein übertriebenes Machtgefühl (Francis FukuyamaDas Ende der Geschichte) entwickelt, statt Multipolarität voranzutreiben. So wurde die Friedensdividende verspielt. 

Das heißt nicht, dass sie real erreichbar war, aber der Versuch, sie zu erreichen, wurde nicht einmal ernsthaft gemacht.

Freitag, 2. Oktober 2015

Ist die BILD-Zeitung eine Art Friedensforschungsinstitut?

Die Schlagzeile "BILD schlägt Merkel für den Friedensnobelpreis vor." könnte so etwas vermuten lassen; denn laut Wikipedia hat das Vorschlagsrecht für den Nobelpreis "Grundsätzlich frühere Preisträger der jeweiligen Kategorie". Wenn BILD den bekommen hätte, hätten wir schon etwas darüber gehört.
Weiter heißt es in der Wikipedia: "Vorschläge für den Friedensnobelpreis kann jedes Mitglied eines nationalen Parlaments oder einer Regierung sowie eines internationalen Gerichts machen, außerdem Professoren der Fachrichtungen Sozialwissenschaft, Geschichte, Philosophie, Recht und Theologie sowie die Leiter von Friedensforschungsinstituten und ähnlichen Organisationen."

Der Tagesspiegel titelt etwas weniger überraschend: Entscheidung am kommenden Freitag: Kanzlerin Merkel unter Favoriten für Friedensnobelpreis. Weiter unten heißt es dann:
"Insgesamt verzeichnete das Nobelkomitee in diesem Jahr 276 Nominierungen, zwei weniger als 2014. Die Kandidatenliste ist streng geheim, trotzdem gibt es jedes Jahr eifrige Spekulationen über die Entscheidung des Nobelkomitees. Als weitere aussichtsreiche Anwärter gelten diesmal die kolumbianische Regierung und die linken Farc-Rebellen, die nach jahrzehntelangen Kämpfen Friedensverhandlungen führen, und die russische Oppositionszeitung "Nowaja Gaseta"."
 Offenbar hat hier also jemand eine Schlagzeile nach der Methode "Polizist beißt Hund" gebastelt.

Mir aber ermöglicht diese Schlagzeile einen schönen Traum.
Seehofers Kritik ist Merkel so auf die Nerven gefallen, dass sie ihre Spezis Putin und Obama dazu überredet hat, sich über die Assad-Frage zu einigen und den syrischen Bürgerkrieg zu beenden. Die Flüchtlinge sind in ihre Herkunftsländer zurückgekehrt und jeden Freitag finden in Dresden große Demonstrationen von Pegida und den Arbeitgeberverbänden statt, in denen ein Einwanderungsgesetz gefordert wird unter der Devise "Muslime kommt wieder! Der Islam gehört zu Deutschland."
Klar, dass Obama dann längst Merkel für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen hätte.

Freitag, 5. Juni 2015

Der Westen gebraucht Putin als Feindbild, deshalb ...

Putin braucht den Westen nur als Feindbild,  5. Juni 2015 in ZEIT online von Johannes Voswinkel

Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen.
Internationale Kooperation ist gefordert. "Der" Westen gibt Putin keine Gelegenheit, sie zu verweigern und setzt sich damit ins Unrecht.

Putin gehört nicht dazu, ZEIT online 5.6.15
G7-Gipfel: SPD-Vize Stegner kritisiert Ausschluss Russlands, Spiegel online 5.6.15
G7-Gipfel ohne Putin: Ein mächtiger Fehler, Spiegel online 2.6.15
Vor Gipfel in Elmau: Merkel nennt Russlands Rückkehr in die G8 "zurzeit nicht vorstellbar", Spiegel online 5.6.15

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Es ist eine merkwürdige Welt, wo ...

Es ist eine merkwürdige Welt, wo #Putinkritiker* Kriegshetzer genannt werden u. Kritiker bramarbasierender Außenpolitik #Putinversteher. 
So war die Welt schon immer. Ich habe mich nur noch nicht daran gewöhnt.

Differenzierung wird weniger wahrgenommen. Aber es hilft nicht gegen Fremdenhass (besser:) in Überfremdungsfurcht sich äußernde Abstiegsängste, wenn man Pegida nur abqualifiziert. 

Im Internet kann man genauso in einen Tunnelblick geraten wie im Fernsehen. 
Es sind nur unterschiedliche Mechanismen, die einem dazu verhelfen.

*oder auch so: ", , : Seltsam, daß die deutschen Lügenmedien jeden russischen Verbrecher als bezeichen." (Fettdruck von mir)
(Klickt man auf #Navalny erhält man ein widersprüchliches Bild: #Navalny)

Montag, 15. Dezember 2014

Friedensdemonstration vor Schloss Bellevue am 13.12.14

Etwa 4000 Demonstranten haben im Rahmen des "Friedenswinters 2014/2015" in Berlin vor dem Bundespräsidialamt gegen die Nato und Bundespräsident Gauck protestiert. (Süddeutsche Zeitung, 13.12.14)
Rede des Theologen Eugen Drewermann

Pro und Contra zur Aktion "Friedenswinter 2014/15" 

Ich stimme mit keiner der hier verlinkten Ansichten überein. Sie sind mir zu undifferenziert und weitgehend zu aggressiv. Viel eher - wenn auch nicht in jeder Formulierung - finde ich mich wieder im Aufruf der 60 Prominenten: "Wieder Krieg in Europa? Nicht in unserem Namen!"

Aber ich stimme überein mit der Journalistin Daniela Dahn, die in ihrem Grußwort zu der teils recht einseitigen Demonstration formulierte:
"Die Debatte um Krieg und Frieden ist zu wichtig, um sie den Eliten zu überlassen, sie gehört ins Parlament, in die Gesellschaft und in die Friedensbewegung."
Und ich stimme überein mit Hannah Beitzer, die in der SZ Daniela Dahn zitiert, wenn sie hinzufügt:
"Das ist richtig. Ganz egal, wie groß das gegenseitige Unverständnis manchmal auch ist."
Deswegen mache ich hier noch einmal auf diese Demonstration aufmerksam, die m.E. zu Unrecht in den Medien abqualifiziert wurde, ohne dass auf dort gefallene Argumente eingegangen wurde.

Der ehemalige norwegische Ministerpräsident Stoltenberg hat sich als NATO-Generalsekretär zwar beängstigend an die kriegbegünstigende Redeweise seines Vorgängers angepasst, deshalb ist er aber noch nicht Teil einer Verbrecherbande. Verantwortlich kann ich die Politik, die er vertritt, deshalb aber auch nicht nennen.

Es gilt zu deeskalieren, nicht Konflikte anzuheizen.

Dienstag, 18. November 2014

Welches Denken in Einflusssphären ist erlaubt?

Nach einem Bericht von KATJA TICHOMIROWA in der Frankfurter Rundschau sagte Merkel
„Altes Denken in Einflusssphären, das internationales Recht mit Füßen tritt, das darf sich nicht durchsetzen“
und fügte dem später hinzu:
Russland stelle nach dem Schrecken zweier Weltkriege und dem Ende des Kalten Krieges die europäische Friedensordnung infrage, kritisierte die Kanzlerin. Sie wolle nicht zurück in die Zeit der DDR, in der ohne die Zustimmung Moskaus keine politische Entscheidung möglich gewesen sei: „Ansonsten muss man sagen: Wir sind zu schwach, passt auf Leute, wir können keinen mehr aufnehmen, wir fragen erst in Moskau nach, ob das möglich ist. So war es 40 Jahre lang, und da wollte ich eigentlich nicht wieder hin zurück“, sagte Merkel. (Beide Zitate in: Die Zornige, FR 17.11.2014)
Da fragt sich: Welches Denken in Einflusssphären ist problematischer, eines, das die vorhandene zu bewahren sucht oder eines, das sie gegen den Willen des anderen auszuweiten versucht?

Offenbar fühlt sich die EU gegenwärtig stark genug, die Ukraine ihrer Einflusssphäre zuzuordnen, auch wenn diese deswegen auf ihre überwiegend russisch besiedelten Gebiete verzichten muss.
Oder wie sonst kann man die Tatsache interpretieren, dass die Ukraine ihre Staatsvertreter aus diesen Gebieten zurückzieht und auch sonstige staatliche Leistungen für Bewohner dieser Gebiete von jetzt ab verweigert und parallel dazu die EU der Ukraine Hilfen bei der Verbesserung ihrer Infrastruktur verspricht?

Über die Position Putins berichtet Viktor Funk am gleichen Tag in der Frankfurter Rundschau:
Auffallend im Interview ist, dass Putin stets von „unseren westlichen Partnern“ spricht, und dass er Bundeskanzlerin Angela Merkel wertschätzend erwähnt. Putin sagt, dass er mit der Bundesrepublik für die Einhaltung der Minsker Abkommen eintreten wolle. Allerdings schränkt er ein: Auch der Westen müsse auf seine „Klienten“ in Kiew einwirken. Die Ukraine ist in Putins Augen ein Spielball verschiedener Kräfte. [...]
Man muss Putins Positionen nicht teilen, aber einmal mehr hat er sich weit aus dem Fenster gelehnt und sich als Partner angeboten.
Angesichts der mehr als 4000 Toten in der Ostukraine, des Syrien-Krieges und neuer Probleme im Nahen Osten müssen sich westliche Politiker fragen, ob sie Putin weiterhin als Paria behandeln wollen. (PUTIN IN DER ARD: Putin will kein Paria sein, FR 17.11.14)
 Wie sollte man sich in dieser Konfliktsituation verhalten?

Donnerstag, 19. Juni 2014

Putin-Anekdote

Hillary Clinton gibt in ihren Memoiren wieder, was nach Putin sein Vater ihm erzählt hat:
Als Putins Vater als Soldat nach Leningrad (heute wieder Petersburg) zurück kam, sah er, wie eine Fuhre Leichen zu einem Massengrab gefahren werden sollte. An den Schuhen erkannte er seine Frau, flehte die Bestatter an, ihm ihren Körper herauszugeben, stellte dann fest, dass sie noch lebte, pflegte sie, bis sie gesundete, und acht Jahre später wurde Putin geboren.
Ich gebe diesen Bericht absichtlich sehr distanziert wieder. Selbst wenn Putins Vater seinem Sohn den Vorgang so wiedergegeben hat, braucht er sich nicht so abgespielt zu haben.
Aber der Bericht trägt alle Zeichen einer Anekdote. Die Wikipedia kennzeichnet eine Anekdote, wie folgt:
"Eine Anekdote hat eine bemerkenswerte oder charakteristische Begebenheit, meist im Leben einer Person, zur Grundlage. Die drei wichtigsten Merkmale sind: die Pointe, dass sie nur auf das Wesentliche reduziert ist und die scharfe Charakterisierung einer oder auch mehrerer Personen."
In diesem Fall charakterisiert der Erzähler Putin sich selbst als traumatisiert durch die Erfahrungen seiner Eltern bei der Leningrader Blockade, dem vielleicht größten Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht.
Was immer Putins Eltern in dieser Zeit erlebt haben. Es ist kaum vorstellbar, dass sie dadurch nicht traumatisiert wurden.
Wenn Putin einer US-Außenministerin eine solche Anekdote erzählt, so um deutlich zu machen, dass er ein biographisch bedingtes Recht auf ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis habe.
Wer es für nötig gehalten haben sollte, Deutschland im Hindukusch zu verteidigen, und sich jetzt vielleicht durch die Besetzung der Krim bedroht fühlt, der hat schlechte Karten, wenn er Putin ein Recht auf ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis absprechen will.
Doch wird ihn kaum etwas hindern, mich als "Putinversteher" abzuqualifizieren.