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Freitag, 8. März 2024

Das Internet vergisst ständig

"Die Aussage, dass das Internet nicht vergisst, ist nicht ganz richtig. Viele Netzinhalte verschwinden, wenn sie nicht archiviert werden – gerade in sozialen Medien.

https://www.bpb.de/lernen/digitale-bildung/werkstatt/521549/history-auf-tiktok-und-instagram/


Zitat daraus:

"werkstatt.bpb.de: Wie beeinträchtigt das Ihre Forschung?

Andrea Lorenz: Ich kann dann in einigen Jahren beispielsweise nur noch schlecht über die Präsidentschaft von Donald Trump schreiben, die ja viel auf Twitter stattgefunden hat. Oder über #BlackLivesMatter, den Krieg gegen die Ukraine oder die Proteste im Iran. Das ist ein Problem, mit dem wir uns im Projekt viel auseinandergesetzt haben. Wir haben allerdings noch keine Lösung gefunden. Uns geht es aber auch darum, diese Dringlichkeit zu thematisieren.

werkstatt.bpb.de: Auch wenn die bisherige Forschung erschwert wurde. Gibt es schon Erkenntnisse zu den Geschichtserzählungen auf Instagram/TikTok?

Andrea Lorenz: Die unbefriedigende Antwort lautet: Es gibt in den sozialen Medien alles an geschichtsbezogenen Inhalten.

Wenn man auf TikTok #History eingibt, wird man feststellen, dass der Hashtag insgesamt 82 Milliarden Aufrufe hat. Das ist einerseits cool, weil es offensichtlich viele Menschen und Inhalte gibt, die sich mit Geschichte auseinandersetzen. Und andererseits ist es sehr schwer, da einen Überblick zu bekommen. Vor allem als klassisch ausgebildete Historikerin, die ja nicht unbedingt technische Kompetenzen im Umgang mit Big Data besitzt."

Dagegen kämpfen Einrichtungen wie das Webarchive: https://archive.org/.

Aber natürlich kann da nur vergleichsweise wenig festgehalten werden.

Das Projekt Memory of Mankind (https://de.wikipedia.org/wiki/Memory_of_Mankind)

geht das Problem ganz grundsätzlich an.

Zum Beispiel um mit Keramiktafeln langfristig vor gelagertem Atommüll zu warnen.



Donnerstag, 14. Januar 2021

Archäologie der Moderne

Neuzeitarchäologie: Ist das Archäologie, oder kann das weg? Von Max Rauner, ZEIT 14.1.2021
"Eine bronzezeitliche Speerspitze und eine Bierdose aus dem Jahr 2020: Für Gegenwartsarchäologen sind beide Fundstücke von gleichem Erkenntniswert – genauso wie Kritzeleien, Gartenzwerge und Tonbandkassetten." 

Die Überschrift  Ist das Archäologie, oder kann das weg?  erscheint fragwürdig, wenn man im Text des Artikels den Hinweis findet, dass 90% der archäologischen Objekte Abfall sind. Bei der zweiten Bedeutung der Frage, nämlich der, die sich auf die Neuzeitarchäologie als solche bezieht, müsste es heißen: 'oder ist es überflüssig'. Denn die Wissenschaft als solche schafft Tradition und ist kein Überrest.

In den Kommentaren zum Artikel führt der Verfasser Max Rauner folgende Arbeiten mir Kurzlinks an: (Schrägdruck bezeichnet Text von Fontanefan)

Ulrich Müllers Forschungsarbeit über die Graffiti im Hörsaal der Universität Kiel: http://bit.ly/3icm2NB

Das Paper über die Ausgrabungen am Militärstützpunkt Greenham Commonhttp://bit.ly/3bCwlcB

Meine Frau hat mehrere Monate lang bei einem Lager der Frauen von Greenham Common Nachtwachen gehalten und dabei erfahren, dass die verschiedenen Lager sich sehr in ihrem Selbstverständnis unterschieden. Auf den Gedanken, dass alle Veganerinnen waren, wäre sie nie gekommen. Freilich, könnten trotz des archäologischen Befunds alle Veganerinnen gewesen sein, denn die Frauen, die Nachwache hielten, haben vermutlich nicht alle alles, was sie mitgebracht hatten, wieder mit nach Hause genommen.

In ihrer Doktorarbeit bezeichnet Rachael Kiddey die Obdachlosen als “Kollegen”
http://bit.ly/3bDU1NK
und in dem Fachartikel, publiziert in Post-Medieval Archeology stehen zwei von ihnen mit in der Autorenzeile: https://bit.ly/3bDktav

John Schofield sezierte einen 14 Jahre alten, ausgemusterten Ford Transit. Das Ergebnis publizierte er im Cambridge Archaeological Journal: https://bit.ly/3nIf2JE

John Schofield und Paul Graves-Brown schrieben einen Artikel über das Kulturerbe der Sex Pistols für die Fachzeitschrift Antiquity: http://bit.ly/3qdb8tQ

Das Programm der DGUF-Jahrestagung zur Archäologie der Moderne war hier zu finden: http://bit.ly/39yp7Uf

John Schofield für das Magazin ZEIT WISSEN portraitiert. Den Artikel finden Sie hier: http://bit.ly/38FASsP

Ich habe die Kurzlinks stehen lassen, sie aber bei der Verlinkung der Artikel (nicht alle habe ich verlinkt) durch vollständige ersetzt, weil Kurzlinks nur kurzfristig gültig sind. Die vollständigen führen zwar auch nicht sehr lange zu den betreffenden Artikeln, aber es besteht die Chance, dass sie auch nach Löschung der Artikel im Webarchiv gefunden werden können.

Alle Links sind freilich trotzdem sehr kurzlebig, wie alle elektronische Information, die nicht regelmäßig auf aktuelle Trägermedien gespeichert und in aktuellem Code erfasst ist. 

Zur Frage der Haltbarkeit heutiger Tradition möchte ich daher auf das Projekt Memory of Mankind (https://de.wikipedia.org/wiki/Memory_of_Mankind) hinweisen. (vgl. dazu den Versuch durch Keramiktafeln langfristig vor gelagertem Atommüll zu warnen.)

Bei meinen privaten Informationen stelle ich fest, dass der Selektionsprozess bei auf Papier festgehaltenen sehr viel bewusster erfolgt als der im Computer oder im Netz. Da besteht immer die Gefahr der Vernichtung von Information in großem Stil, die nicht ausdrücklich in anderer Hardware gesichert ist.

Information auf Papier versuche ich, wenn sie mir auch für andere Personen wichtig erscheint, möglichst ins Netz zu stellen, um sie  durch Verbreitung zugänglich und dadurch ihre Überlieferung aufgrund der Vervielfältigung wahrscheinlicher zu machen. (Ein Beispiel: die Anmerkung 6 im Wikipediaartikel Friedensresolution: "Außerdem wurde die praktische Bedeutung und Durchführung der Friedensresolution durch Michaelis’ anschließende Reichstagsrede mit der Forderung nach Sicherstellung der deutschen Grenzen für alle Zeit, auch innerhalb der Friedensresolution, „wie ich sie auffasse“, von vornherein in Frage gestellt.[6]" für die ich folgende Seiten aus Michaelis Memoiren ins Netz gestellt habe:  

https://4321dokumente.files.wordpress.com/2010/10/img_0347.jpg


Dienstag, 15. November 2016

Nachhaltige Erinnerung - ein Projekt für die Schule

Es hat sich mir tief ins Gedächtnis eingebrannt: Keramik und analoge Wiedergabe sind die größte Chance, Informationen langfristig zu überliefern. Aber immer wieder vergesse ich, wo ich die Informationen über dieses Projekt finde:

Memory of Mankind, die größte Zeitkapsel der Menschheit

Hier das Angebot von Workshops für die Schule

Donnerstag, 3. November 2016

nicht vergessen! Memory of Mankind

Es hat sich mir tief ins Gedächtnis eingebrannt: Keramik und analoge Wiedergabe sind die größte Chance, Informationen langfristig zu überliefern. Aber immer wieder vergesse ich, wo ich die Informationen über dieses Projekt finde:

Memory of Mankind, die größte Zeitkapsel der Menschheit

Auf Grund unseres digitalen Zeitalters laufen wir Gefahr, kaum dauerhafte Aufzeichnungen zu hinterlassen. Auf der anderen Seite haben wir die Verpflichtung bestimmte Informationen besonders lange Aufzubewahren. Das sind zum Beispiel Informationen über Lagerstätten von nuklearem Abfall. MOM ist in verschiedenen Sprachen geschrieben. Du findest hier auch die Erklärung, wie unsere heutigen Sprachen in die Zukunft weitergegeben werden.  (mehr dazu)
Entzifferung unserer Sprachen
Ein kritischer Aspekt des MOM Projektes ist die Aufbewahrung von Information in einer Weise, die eine Entzifferung in der Zukunft ermöglicht.
Um eine präzise Entzifferung zu garantieren werden die Sprachen selbst beschrieben:
Ein "Bilderwörterbuch" enthält tausende von Fotos von Dingen und Situationen, die mit den dazugehörenden Begriffen direkt beschriftet sind.
Abstrakte Bedeutungen werden durch konkrete Begriffe erklärt.
Thesaurus, Wörter-, Phrasen-, Redewendungs-, Grammatik- und Rechtschreibungsverzeichnisse vertiefen die Darstellung der Sprachen.
Beachte: Der Token ist so gestaltet, dass erst eine Zivilisation auf ähnlichem technischem Stand diesen verstehen und das MOM Archiv finden kann. Darum ist es erlaubt, die Technik für automatisierte Textverarbeitung als bekannt anzunehmen.

Hamburger Kessel Juni 1986

Biographie von Max Frisch, 2010

Autorenporträts von Max Frisch im Berliner Journal 1973 u.a. Wolf, Johnson, Biermann, Enzensberger, ...

Günther de Bruyn 90 J.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Atommüll und Keramiktafeln

"Der schwedische Professor für Archäologie, Cornelius Holtorf von der Linnaeus University in Kalmar, will hier Tontafeln hinterlegen, die Lage, Inhalt und Zugang aller Atommülllagerstätten auf der ganzen Welt anzeigen und kommende Generationen eindringlich davor warnen, sie auszugraben und mit ihnen in Berührung zu kommen. Holtorf beschäftigt sich mit dem sogenannten Wissensgebiet der "Atomsemiotik", die über die Anwendung allgemeinverständlicher Zeichen Warnungen vor Gefahren des Atommülls an die Nachwelt weitergeben will."
Wer weiß, ohne dem Link nachzugehen, schon beim Stichwort "Hallstatt", worum es geht?