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Sonntag, 26. Januar 2025

Anabaptist Community Bible

 Anabaptist Community Bible 

https://www.mennomedia.org/9781513814599/anabaptist-community-bible/

Aussage eines Mitarbeiters am Projekt:

"Was die Anabaptist Community Bible  auszeichnet, ist die Tatsache, dass wir versuchen, eine Auslegungsgemeinschaft zu schaffen – das, was die jüdische Tradition einen Midrasch* nennt. Die meisten Täufer verstanden die Bibel als ein lebendiges und dynamisches Wort, als einen Text, der als Rahmen für das christliche Leben und den Glauben sehr ernstzunehmen ist, aber nicht als einen Text, der als Waffe eingesetzt werden kann. In einer Zeit, in der die Bibel zunehmend zu einer Quelle von Konflikten wird – oder, was vielleicht noch häufiger der Fall ist, ganz ignoriert wird – hoffen wir, dass die  Anabaptist Community Bible  dazu einlädt, die Schrift als ein lebendigen Text wahrzunehmen, der das Potenzial hat, unser Leben zu verändern." 

*vereinfacht gesagt: eine Bibelauslegung mit vielen gleichberechtigten Auslegenden. (Die Wikipedia nennt historische Beispiele, aus denen man ohne weiteres Studium nicht klug wird.)

Deutsche Übersetzung des Verlagstextes:

Die Bibel hat den täuferischen Glauben 500 Jahre lang gestützt und überführt, ermutigt und verändert uns als Täufer weiterhin. Die Gemeinschaftsbibel der Täufer lädt Sie ein, die Heilige Schrift tief zu erforschen und zu entdecken, wie täuferische Schlüsselthemen sowohl durch die Geschichten der Bibel als auch durch Ihr eigenes Leben verwoben sind.

Die Täuferische Gemeinschaftsbibel wurde unter Verwendung der Gemeinsamen Englischen Bibelübersetzung erstellt und wird Sie tiefer mit der biblischen Geschichte, der täuferischen Geschichte und Ihrer eigenen Geschichte verbinden. Mehr als 7.200 Randbemerkungen neben dem biblischen Text enthalten Kommentare von täuferischen Gelehrten, historische Anmerkungen aus der Tradition und die Erkenntnisse von fast 600 Bibelstudiengruppen. Jahrestag des Täufertums, indem es einen gemeinschaftsorientierten Ansatz für das Lesen der Schrift vorlebt und gleichzeitig zu einer kontinuierlichen Auseinandersetzung mit dem Text einlädt und die Leserinnen und Leser aufruft, Jesus in Wort und Tat nachzufolgen. Erleben Sie eine erneuerte Auseinandersetzung mit der Heiligen Schrift, wenn Sie dem Text im Gespräch mit einer größeren Gemeinschaft von Gläubigen begegnen und erwarten, dass Gottes Wort Ihr Leben verändert.

Die Täuferische Gemeinschaftsbibel ist eine einzigartige Studienbibel, die Christen aller Glaubenstraditionen zugänglich ist, die die Heilige Schrift durch eine Jesus-zentrierte Sichtweise lesen wollen - eine unschätzbare Ressource für Familien, Studenten und Lehrer.

Der Text der Common English Bible (CEB)

Einspaltiges Format für den biblischen Text mit 7.200 Randbemerkungen

Von täuferischen Gelehrten verfasste Bucheinführungen bieten Kontext und Orientierung

Anmerkungen zum biblischen Kontext von täuferischen Gelehrten

Notizen zur gemeinschaftlichen Reflexion von fast 600 Bibelstudiengruppen

Anmerkungen zum frühen täuferischen Zeugnis [aus dem 16. und 17. Jahrhundert] bieten Einblicke in die Art und Weise, wie die frühen Täufer mit dem biblischen Text umgingen

Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

Sonntag, 14. August 2022

Deuteronomistisches Geschichtswerk (Bibelüberarbeitung)

Wikipedia 

Als deuteronomistisches Geschichtswerk (oder Deuteronomistisches Geschichtswerk, abgekürzt DtrG) bezeichnet die historisch-kritische Bibelwissenschaft das Ergebnis einer angenommenen theologischen Redaktion, die einige Bücher der Bibel miteinander verband.[1] Die Hauptbearbeitung fand demnach im 6. Jahrhundert v. Chr. statt, wahrscheinlich im Babylonischen Exil; zumindest Teile können jedoch auch in Palästina geschrieben oder bearbeitet worden sein.

Begriff

Der Name Deuteronomisten bezieht sich auf das Deuteronomium, das 5. Buch Mose.

Von einem Deuteronomisten spricht die Bibelforschung seit der im 19. Jahrhundert formulierten Vier-Quellen-Theorie für die Entstehung des Pentateuchs. Deren Hauptvertreter Julius Wellhausen vertrat erstmals die Ansicht, dass die Bücher vom Buch Josua bis zum 2. Buch der Könige einer gemeinsamen Redaktion unterlagen, deren Theologie der des Deuteronomiums ähnelt. Diese Bezeichnung für das 5. Buch Mose geht auf die griechische Septuaginta zurück, die die hebräischen Wörter für „die Abschrift dieser Weisung“ (hebräisch מִשְנֵה הַתּוֹרָה הַזֹּאת mischnê hattôrâ hazzot) in Dtn 17,18 als „dieses Zweitgesetz“ (τὸ Δευτερονόμιον (Deuteronómion) τοῦτο) übersetzte. Danach erhielt dieses biblische Buch im christlichen Bibelkanon den Namen Deuteronomium.

Von einem bewusst geplanten deuteronomistischen Geschichtswerk sprach erstmals der Alttestamentler Martin Noth, der diese These in seinen Überlieferungsgeschichtlichen Studien 1943 vorstellte und sie im Sinne Wellhausens als übergreifende Redaktion vom Buch Deuteronomium bis 2. Könige erläuterte. Er wies innerhalb dieses literarischen Zusammenhangs mehrere verbindende Stilelemente und durchlaufende Themenkomplexe nach. Das redaktionelle Interesse an einer großen Geschichtsrückschau fand er besonders in den großen rückblicksartigen Reden bedeutender biblischer Personen (Mose in Dtn 32f, Josua in Jos 23, David in 2. Sam 23) gebündelt. Den theologischen Ausgangspunkt der Redaktion fand er in der Forderung nach einer Kultzentralisation in Dtn 12 und im 1. Gebot (Ex 20,2/Dtn 6). Noth nannte den Redaktor, den er für die einheitliche Gestaltung der Buchgruppe verantwortlich sah, „Deuteronomist“. Dieser habe sein Geschichtswerk während des Exils (586–538 v. Chr.) konzipiert, um den Verlust der Eigenstaatlichkeit Israels sowie die Zerstörung des Jerusalemer Tempels durch die Babylonier theologisch zu verarbeiten.

Der Alttestamentler Alfred Jepsen vertiefte Noths These in seiner Studie Die Quellen des Königsbuches. Sie wurde 1939 verfasst, konnte aber erst 1953 veröffentlicht werden (2. Auflage 1956). In weiteren redaktionsgeschichtlichen Arbeiten zu den Quellen des Königsbuches berücksichtigte er neuere archäologische Entdeckungen.

Einige Grundannahmen dieser Arbeiten sind bis heute weithin wissenschaftlich anerkannt, wenn auch in vielfacher Hinsicht modifiziert worden. So gingen Rudolf SmendWalter Dietrich und Lothar Perlitt von mindestens drei aufeinander folgenden Redaktionen einer deuteronomistischen Schule oder Bewegung aus.

Die deuteronomistische Redaktion

Historischer Standort des oder der Deuteronomisten ist die Situation Israels nach der Zerstörung des Jerusalemer Tempels im Jahr 586 v. Chr. Sie wollten zeigen, dass Israel diese Katastrophe selbst verschuldet habe und sie nicht der Ohnmacht seines Gottes, sondern im Gegenteil dessen geschichtslenkender Macht verdanke.

Dazu fügte die Redaktion an allen historischen Wendepunkten der Geschichte Israels komponierte Reden ein, die sie den Führern des Gottesvolks in den Mund legte. Dazu zählte Martin Noth vor allem:

  • Dtn 1,1–4,43: Moserede als Rückblick auf die Wüstenzeit und Landnahme, die Gottes Treue zu den Väterverheißungen erweisen soll
  • Dtn 31: Abschiedspredigt des Mose, Einsetzung Josuas zu seinem Nachfolger und Niederschrift des Gesetzes
  • Dtn 34: Bericht vom Tod des Mose
  • Jos 1,2–9: Gottes Auftrag an Josua
  • Jos 22,1–8: Josuas Rede an die ostjordanischen Stämme
  • Jos 23: Abschiedsrede Josuas
  • Ri 2,6ff: Überblick über die Richterzeit; Ri 2,11–18: Vorausblick auf die Königszeit*
  • 1 Sam 12: Abschiedsrede Samuels
  • 1 Kön 8,14–21: Tempelweihrede Salomos; 1Kön 8,22–53: Tempelweihgebet
  • 2 Kön 17,7–23: Untergang des Nordreichs Israel als Folge der „Sünde Jerobeams
  • 2 Kön 22,16f; 23,26f; 24,3f: Untergang des Südreichs Juda

Diese Einschübe bilden einen geschichtstheologischen Leitfaden, der die ganze Geschichtserzählung durchzieht. Neben ihnen verknüpft die Chronologie den Zusammenhang, wonach vom Auszug aus Ägypten bis zum Baubeginn des ersten Tempels 480 Jahre vergangen sein sollen (Dtn 1,3; 1 Kön 6,1).

Die Redaktion hätte dann als Quellen vorgefunden:

Absicht, Ort und Zeit der Redaktion

Grundaussage des DtrG ist der Zusammenhang zwischen dem Gehorsam gegen den von Gott offenbarten, von Mose verkündeten, von Josua aufgeschriebenen Willen Gottes, den die Propheten in der Königszeit immer wieder in Erinnerung riefen, dem Ungehorsam der Könige und des Volkes und dem darauf notwendig folgenden Unheil in der Geschichte Israels und Judas. Damit beantwortete die Redaktion die Frage ihrer Leser und Hörer im Babylonischen Exil nach den Ursachen und dem Sinn der zurückliegenden Katastrophe des Tempel- und Landverlustes.

Noth nahm an, dass 2 Kön 25,27ff der originale Schluss des Werks war, so dass es nach 561 entstanden sein muss. Er stellte das Fehlen einer über den Untergang des Königtums hinausweisenden Zukunftshoffnung fest und ging daher von einer Abfassung in Palästina aus, wo den Redaktoren die älteren Quellen verfügbar gewesen seien. [...]"


Bibelzitate (Beispiel):

*6 Als nämlich Josua das Volk entlassen hatte, zogen die Kinder Israels jeder in sein Erbteil, um das Land in Besitz zu nehmen. 7 Und das Volk diente dem Herrn, solange Josua lebte und solange die Ältesten da waren, die Josua überlebten, welche alle die großen Werke des Herrn gesehen hatten, die er an Israel getan hatte. 8 Als aber Josua, der Sohn Nuns, der Knecht des Herrn, im Alter von 110 Jahren gestorben war, 9 da begruben sie ihn im Gebiet seines Erbteils, in Timnat-Heres, auf dem Bergland Ephraim, nördlich vom Berg Gaasch.
10 Und als auch jene ganze Generation zu ihren Vätern versammelt war, kam eine andere Generation nach ihnen auf, die den Herrn nicht kannte noch die Werke, die er an Israel getan hatte. 11 Da taten die Kinder Israels, was böse war in den Augen des Herrn, und sie dienten den Baalen; 12 und sie verließen den Herrn, den Gott ihrer Väter, der sie aus dem Land Ägypten herausgeführt hatte, und folgten anderen Göttern nach, von den Göttern der Völker, die um sie her wohnten, und beteten sie an und erzürnten den Herrn13 denn sie verließen den Herrn und dienten dem Baal und den Astarten.
14 Da entbrannte der Zorn des Herrn über Israel, und er gab sie in die Hand von Räubern, die sie beraubten; und er verkaufte sie in die Hand ihrer Feinde ringsum, so daß sie vor ihren Feinden nicht mehr bestehen konnten. 15 Überall, wohin sie zogen, war die Hand des Herrn gegen sie zum Unheil, wie der Herr es ihnen gesagt und wie der Herr es ihnen geschworen hatte; so wurden sie hart bedrängt.

16 Doch erweckte der Herr Richter, die sie aus den Händen derer retteten, die sie beraubten. 17 Aber auch ihren Richtern gehorchten sie nicht, sondern sie hurten mit anderen Göttern und beteten sie an und wichen bald ab von dem Weg, auf dem ihre Väter im Gehorsam gegen die Gebote des Herrn gegangen waren; sie handelten nicht ebenso. 18 Wenn aber der Herr ihnen Richter erweckte, so war der Herr mit dem Richter und errettete sie aus der Hand ihrer Feinde, solange der Richter lebte; denn der Herr hatte Mitleid wegen ihrer Wehklage über ihre Bedränger und Unterdrücker.


Sonntag, 30. Oktober 2016

Luther übte ersetzen: Am Anfang war das Wort (Festgottesdienst)

Die Bibel zu übersetzen bedeutete für Luther, den bis dahin gültigen lateinischen Text der Vulgata durch einen deutschen Text zu ersetzen, der für seine Zeitgenossen unmittelbar verständlich sein sollte. Dafür hat er - trotz einer schon seit Jahrhunderten bestehenden Tradition der Erfindung deutscher Wörter zur Wiedergabe lateinischer religiöser Begriffe *- seinerseits manche neuen Wörter erfunden (z.B. Lästermaul*); aber vor allem hat er "dem Volk aufs Maul" geschaut, das heißt, die aktuelle Umgangssprache aufgegriffen, um möglichst verständlich formulieren zu können.
Aber weil seine Sprachkenntnisse zwar erstaunlich gut waren, aber nicht perfekt, hat er sich dabei auch helfen lassen, nicht zuletzt von Melanchton.

An diese Übersetzung wurde unter dem Motto "Am Anfang war das Wort" in einem Festgottesdienst am 30.10. 2016 in der ev.-lutherischen St. Georgenkirche in Eisenach erinnert.
Über diesen Link kann man ihn ab 12:30 als Video abrufen.

In diesem Gottesdienst wurde die neuste Revision der Lutherbibel, die offizielle Version des Jubiläumsjahrs 2017, symbolisch an alle Gemeinden und Institutionen aller deutschen Landeskirchen übergeben.
Die Gottesdienstbesucher wurden aufgefordert, den "Erzählfaden der Sache mit Gott", der von der christlichen Urgemeinde angefangen worden ist, aufzunehmen und weiterzugeben.

 * beginnend bei Abrogans, Tatian, Isidor, Notker III. insbesondere in der deutschen Mystik

* außerdem auch: Feuertaufe, Bluthund, Selbstverleugnung, Machtwort, Schandfleck, Lückenbüßer, Gewissensbisse und Lockvogel (sieh: Wikipedia)

Links:

Johannesevangelium 1,1 Im Anfang war das Wort (Übersetzungen);

Präses Nikolaus Schneider 2012;
Wikipedia mit Bezug auf den griechischen Text;
Goethe Faust
Am Anfang schuf Gott ...; ...

Bibel "auf dem Bierdeckel"

Aus dem Gottesdienst:
Die Predigt hielt Margot Käßmann, ihr verdanke ich den Hinweis auf "übersetzen" als "üb ersetzen!" und auf den "Erzählfaden", den die Zuhören aufgreifen und weiterspinnen sollten. 
Die neue Version der Lutherbibel übergab ihr Nachfolger als Vorsitzender der EKiD Heinrich Bedford-Strohm
In der Kirche, in der Johann Sebastian Bach getauft wurde, erklangen die Eingangschöre der Bachkantaten "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes" und "Erschallet, ihr Lieder ...".

Das Evangelium Apostelgeschichte 8, 26-40 von Philippus und dem Kämmerer handelte davon, wie ein Text oft erst durch Auslegung für Zuhörer und Leser seinen vollen Sinn erhält. 
Der Text, den der Kämmerer liest, steht in Jesaja 53, Vers 7-8: 
"Wie ein Schaf, das zur Schlachtung geführt wird, und wie ein Lamm, das vor seinem Scherer verstummt, so tut er seinen Mund nicht auf.
In seiner Erniedrigung wurde sein Urteil aufgehoben. Wer kann seine Nachkommen aufzählen? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen."
Philippus bezieht das alte Prophetenwort natürlich auf Jesus und hat dadurch die Möglichkeit, seine frohe Botschaft zu verkünden, die nicht bei Schlachtung und Tod stehen bleibt. 
Besser, als ich den Text erläutern könnte, wird er hier interpretiert.

Sendung über die Wartburg, ihre geschichtliche Rolle und ein Interview mit Margot Käßmann über Luther

Festgottesdienst am 31.10.16 in der Marienkirche Berlin
Die Predigt handelte von Zuversicht oder anders gesagt: Voraus-Vertrauen,
gezeigt u.a. am Beispiel von Martin Luther King, der in einer Predigt in der Marienkirche zu DDR-Zeiten das Kommen der Freiheit voraussagte.
Staatsakt m 31.10. 16 im Konzerthaus in Berlin mit Ansprache von Bundespräsident Gauck

Montag, 10. Oktober 2016

Die Bibel auf einem Bierdeckel

Ohne Mausklick kriegt man hier freilich den Bierdeckel nicht zu sehen.
Zunächst nur meine Fragen:
Wozu soll die Bibel auf einem Bierdeckel stehen?
Ist es angemessen, so zu werben?
Wer wirbt da eigentlich?

In meiner Jugend habe ich einmal gelesen, im kleinsten Buch der Welt stünde gerade einmal das Vaterunser. Und dann soll die ganze Bibel auf einen Bierdeckel passen?

Was steht heute im kleinsten Buch der Welt?



  • click(Vielleicht erstmal kennenlernen?)
  • click(Egal was dein Spiegel heute morgen sagte)
  • click(Koste es, was es wolle)

Samstag, 28. Februar 2015

Bibel, Koran und Ungläubige

1. Wenn du in einer Stadt Ungläubige findest, "so sollst du die Bürger derselben Stadt schlagen mit des Schwertes Schärfe und sie verbannen mit allem, was darin ist, und ihr Vieh mit der Schärfe des Schwerts."

2. "Tötet die Ungläubigen, wo ihr sie zu fassen bekommt."

3. Du sollst die Ungläubigen "der Vernichtung weihen, so wie es der Herr, dein Gott, dir zur Pflicht gemacht hat". 

Woran erkennt man, welcher Auftrag in der Bibel und welcher im Koran erteilt wird?

Sobald man ernsthaft an die Frage herangeht, kann man feststellen, dass die Ähnlichkeit der Aussagen künstlich herbeigeführt worden ist, denn im wörtlichen Zitat kommt das Wort "Ungläubige" nur in der zweiten Aussage vor. Im dritten Satz heißt es "der Herr, dein Gott", eine Formulierung, die man im Koran nicht zu suchen braucht.
Auf dieselbe Formulierung stößt man bei der ersten Aussage, sobald man den Kontext beizieht: 
"13 Es sind etliche heillose Leute ausgegangen unter dir und haben die Bürger ihrer Stadt verführt und gesagt: Laßt uns gehen und andern Göttern dienen! -die ihr nicht kennt-14so sollst du sie fleißig suchen, forschen und fragen. Und so sich findet die Wahrheit, daß es gewiß also ist, daß der Greuel unter euch geschehen ist, 15so sollst du die Bürger derselben Stadt schlagen mit des Schwertes Schärfe und sie verbannen mit allem, was darin ist, und ihr Vieh mit der Schärfe des Schwerts.16Und allen ihren Raub sollst du sammeln mitten auf die Gasse und mit Feuer verbrennen, die Stadt und allen ihren Raub miteinander, dem HERRN, deinem Gott, daß sie auf einem Haufen liege ewiglich und nie wieder gebaut werde.…" (5. Buch Mose, Kapitel 13, Ver 13-16)

Doch auch im Koran steht in Sure 2, 191-193 etwas ganz anderes, als die Aussage 2 (eine Übersetzung ohne Kontext) auszusagen scheint.
Im Folgenden kommt es mir vor allem auf diese Aussage an. Im Kontext heißt es dort:

"Und tötet sie, auf welchem Schlachtfeld immer ihr sie zu fassen bekommt, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben! Denn die Unterdrückung ist schlimmer als das Töten. Aber kämpft nicht bei der heiligen Kultstätte gegen sie, solange sie nicht ihrerseits gegen euch kämpfen! Aber wenn sie dort gegen euch kämpfen, dann kämpft gegen sie! Derart ist der Lohn der Undankbaren. Wenn sie jedoch aufhören, so ist Gott barmherzig und bereit zu vergeben. Und kämpft gegen sie, bis es keine Unterdrückung mehr gibt, und bis das Urteil nur noch Gott gehört."
Diese Aussage stammt aus der Phase, wo die Muslime eine kleine Minderzahl waren, die in Mekka, der Stadt ihrer "heiligen Kultstätte", den Angriffen durch die Gegner Mohammeds ausgesetzt waren. Die Sure fordert die Muslime dazu auf, die Unterdrückung ihres Glaubens nicht hinzunehmen, sondern am Glauben festzuhalten und sich gegen die Unterdrücker zu wehren. Freilich nur, so lange diese mit ihrer Unterdrückung des Islams fortfahren.
Was klang wie eine Anweisung für Kämpfer des Islamischen Staates, lässt sich jetzt als Anweisung verstehen, sich gegen die Unterdrückung durch fehlgeleitete Islamisten zu wehren. 
Da ich weder Arabisch, Hebräisch oder Griechisch kann, habe ich diese meine Erläuterungen freilich aus fremden Quellen bezogen, insbesondere aus dem Aufsatz:
"Tötet sie, wo ihr sie zu fassen bekommt" von Ömer Özsoy in Publik Forum Nr.2, 30.1.2015, S.30-31.


Samstag, 17. Mai 2014

Der Papst und die Bibel

Drei Indianer übergeben beim Besuch von Papst Johannes Paul II. 1985 in Bolivien diesem eine Bibel und erklären:
"Wir Indianer der Anden und Amerikas haben beschlossen, das wir Ihnen anlässlich Ihres Besuchs ihrer Bibel zurückgeben. Denn im Laufe von fünf Jahrhunderten hat sie uns weder Liebe noch Frieden, noch Gerechtigkeit gebracht. Nehmen Sie also bitte die Bibel wieder und geben Sie diese unseren Unterdrückern zurück. Jene brauchen die darin enthaltenen Moralvorschriften mehr als wir. Denn seit Christoph Kolumbus hier gelandet ist, hat man uns eine Kultur, eine Sprache, eine Religion und eine Rangordnung von Werten aufgezwungen, die allesamt europäisch sind" (mitgeteilt von Leonardo Boff - zitiert nach Hans Küng: "Erlebte Menschlichkeit", S.353 f.)

Montag, 25. Februar 2013

Die Lutherbibel


Die Lutherbibel war nicht die erste Übersetzung der Bibel ins Deutsche, aber die einflussreichste.
Das Neue Testament übersetzte Luther 1522 bei seinem unfreiwilligen Aufenthalt auf der Wartburg nach dem Wormser Reichstag 1521. Die vollständige Übersetzung der Bibel lag 1534 vor. An der Übersetzung hatten mehrere weitere Theologen einigen Anteil, insbesondere Philipp Melanchthon. Die bildkräftige, einprägsame Sprache ist aber vor allem Luther zu verdanken. (sieh: Luthers Wortschöpfungen)
Für die Übersetzung der alttestamentlichen Propheten griff die Lutherbibel auf die Übersetzung von von Ludwig Hätzer und Johannes Denk zurück, die 1527 erschienen war.