" [...]Da kommt man in eine Klasse, auf dem Papier gibt es dort einen Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund von 60 Prozent, und man denkt: Das ist für eine Großstadt durchschnittlich und müsste doch hinzukriegen sein! Aber dann erfährt man, dass dort zwölf Muttersprachen gesprochen werden, sieht an den Stecknadeln auf der Weltkarte an der Wand, dass die Familien aus drei Kontinenten kommen und verschiedensten Religionen angehören. Man trifft auf Hatice, vierte Generation, die sagt, sie sei Türkin, aber sie zählt per definitionem genauso wenig zu den 60 Prozent wie die schwarze Sandra. Und dann kapiert man, dass der Begriff Migrationshintergrund die Realität nicht mehr angemessen beschreiben kann. Stellen Sie sich ein zugewandertes ukrainisches oder syrisches Kind vor, das in so einem Klassenzimmer sitzt: Wie nimmt es dieses Land wahr? Für dieses Kind sind seine Klassenkameraden aus aller Welt Deutschland. Und mit dieser Brille merkt man schnell: Im politischen Berlin werden Debatten über Integration und Migration geführt, die 1990 sinnvoll gewesen wären. [...]"
Seiten
- Startseite
- Links
- Geschichte
- Über diesen Blog
- frühere Schnipsel
- Regenwaldreport
- Lernspiele
- Festgehalten
- Günter Gaus im Gespräch
- Gysi trifft Zeitgenossen
- Gysi gegen Guttenberg (Podcast)
- Sprüche
- Gesundheit
- Musik für den Abend
- Tools
- Lieder
- Rätsel, Quiz, Sudoku, Schach
- Sehenswürdigkeiten
- Impressum
- Dichter und andere Zeitgenossen im Gespräch
- Namen
Freitag, 17. Januar 2025
Diversität in der Gesellschaft
Mittwoch, 26. April 2023
Null-Bock-Einstellung: Warum unser Arbeitssystem Unlust fördert
Der Arbeitseifer habe nachgelassen. Menschen hätten heute weniger Lust, ihr Geld mit harter Arbeit zu verdienen; Arbeitnehmer seien heute generell fauler.
Solche moralischen Entrüstungen sind allgegenwärtig und angesichts der wachsenden Personallücken verständlich. Und sicherlich gibt es in jeder Generation systematische Drückeberger. Kein Geheimnis. Aber „faul“ ist eine zu einfache, verallgemeinernde Beschreibung für Menschen, die sich weigern, sich mit einem Arbeitssystem zufriedenzugeben, das Beschäftigte psychisch an ihre Belastungsgrenzen bringt und sie manchmal sogar zerstört.
Erwerbstätige hatten früher nicht so viele Möglichkeiten und den technologischen Fortschritt, der sich sukzessiv aufbaute, um sich die Arbeit zu erleichtern. Das stimmt. Die Zeiten und Möglichkeiten haben sich geändert. Arbeitnehmer genießen mehr Freiheiten.
Die Forderungen und die Arbeitsmoral junger Menschen als faul abzutun, schreit jedoch auch nach einer traurigen Bemühung, das in Schutz zu nehmen, was von denen, die sich beklagen, selbst jahrelang hingenommen und akzeptiert wurde – oder vielleicht auch akzeptiert werden musste, um zu überleben: Arbeiten bis zum Umfallen. Schuften auf Kosten der Gesundheit und des eigenen Lebens. Weniger realistische Chancen, eine gesunde Work-Life-Balance zu haben. [...]
Was Arbeitnehmer der Zukunft brauchen, um zu arbeiten
Es wirkt provokant, was junge Arbeitnehmer einfordern – aber nur, weil sie erkannt haben, dass sie sich nicht opfern müssen, um zu leben. Sie haben eine andere Arbeitsmoral. Hinter der Pauschalisierung „faul“ verbirgt sich viel mehr; ein Arbeitssystem, welches einen Widerspruch zu dem darstellt, was der Mensch braucht. Etwas, was der Mensch in einer kapitalistischen Wirtschaft systematisch aufgebaut hat, in Diskrepanz zu der eigenen menschlichen Natur und ihren Grenzen.
Der stille Protest der Quiet Quitter ist deshalb im Grunde ein sehr lauter, sehr sichtbarer Protest: Junge Menschen wünschen sich andere Bedingungen zum Arbeiten. Sie wollen sich nicht für ihren Beruf verkaufen, um leben zu können. Sie brauchen Motivation und Sinnhaftigkeit, einen gesunden Arbeitsplatz. Dies gilt für alle; für angehende Führungskräfte und Fachkräfte, für Menschen im Niedriglohnsektor, die sich überarbeiten und für die, die auf der Suche sind nach einem Job, der ihnen mehr als Geld bietet.
Fachkräfte und Arbeitnehmer der Zukunft sehen es nicht ein, sich einem neoliberalen Wohlstandsversprechen zu widmen, das mit seiner Art des Wirtschaftens mehr Schaden als Nutzen bringt. Dass Personal fehlt und Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben, ist kein „Phänomen“, das plötzlich da war. Arbeitsunlust ist keine Überraschung. Sie ist ein natürliches Resultat dessen, was jahrelang ignoriert wurde: dass Menschen nicht dazu gemacht sind, bis zum Abwinken zu schuften und Arbeit nicht der Sinn des Lebens ist – sondern ein Teil des Lebens.
Freitag, 16. September 2022
Habermas: Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und Precht/Welzer:Die vierte Gewalt
[...] Es ist die überarbeitete Fassung eines großen Artikels in einem Sonderheft der Zeitschrift „Leviathan“ zum Thema „Ein erneuter Strukturwandel der Öffentlichkeit?“. [...]
Es [das Buch] beschränkt sich auf die Rolle, die der neue Strukturwandel der Öffentlichkeit für die „deliberative Politik“ spielt. Deliberative Politik? „Deliberatio“ heißt Beratschlagung auf Latein. [...] Gemeint ist eine Politik, bei der aus verschiedenen Ansichten, Meinungen in einer öffentlichen Auseinandersetzung ein gemeinsamer Weg gefunden wird. Demokratische Gesellschaften sind darauf angewiesen, dass das nicht nur die Politiker:innen tun. Die Staatsbürger und Staatsbürgerinnen selbst müssen einander so begegnen. Sie müssen einander anerkennen, und sie müssen sich kundig machen, um vernünftige Entscheidungen oder doch wenigstens vernünftige Begründungen für sie entwickeln zu können.
Das Internet hat die größte Öffentlichkeit hergestellt, die es jemals gab. Niemals war es leichter, sich über unterschiedlichste Vorgänge und deren Interpretationen zu informieren. Niemals konnte man mit mehr Menschen kommunizieren. Aber gerade das lässt das Verlangen nach Zugehörigkeit wachsen. Man sucht sich Freunde, bleibt mit denen in einer Blase hängen und verzichtet auf die Kommunikation mit den Vertreter:innen anderer Ansichten. Je stärker diese Tendenz wird, desto schwieriger wird es mit der Demokratie.
An anderer Stelle hat Widmann den Gedankengang von Habermas noch plastischer formuliert:
"Die digitale Revolution hat uns alle zu potentiellen Autoren gemacht, schreibt Habermas. Die sozialen Medien lassen unserer „Plapperlust“ freien Lauf. Sie sind die allen ungefiltert zugängige Öffentlichkeit. Durch sie erst sind die Medien wirklich nichts als Medien. Die Kontrollinstanzen von z. B. Redakteur und Lektor entfallen. Jeder kann jedem twittern. Auch die Politiker sind nicht mehr angewiesen auf „Bild und Glotze“. Sie erreichen ihre Follower direkt. Habermas begrüßt ausdrücklich die so stattfindende „Inklusion“. Es handelt sich zweifelsohne um einen demokratischen Schub. Aber er gefährdet, so dialektisch geht es zu, die Demokratie. Nein, das Wort dialektisch verwendet Habermas nicht. Aber er beschreibt diesen zwiespältigen Vorgang sehr genau. Habermas sieht die Gefahr, dass „sich die Meinungsbildung in den zersplitterten und gleichzeitig von selektiven Standards entlasteten Kommunikationsblasen gegen die rationalisierende Kraft einer diskursiven Vielfalt der Beiträge immunisiert.“
Sieh auch:Freilich, da ich in der Ukrainekrise [das bezog sich auf die von 2014] wie der griechischen Finanzkrise weitgehend eine unkritische Übernahme der EU-Perspektive durch die Medien beobachtet habe, befürchte ich, dass auch die traditionellen Medien - aufgrund welcher Mechanismen auch immer - keine zureichende Meinungsvielfalt mehr generieren können."
Donnerstag, 4. August 2022
Die Gesellschaft driftet auseinander (Corona, soziale Medien,Ukraine)
Julia Probst (@augenschmaus - Lippenleserin):
Heute morgen im Penny: Ich bin die einzige, die eine Maske trägt. Die einzige von ca. 30 Leute im Laden. Die #Maskenpflicht fallen zu lassen war ein Ausbund falsch verpackter "FREIHEIT" und sowas von wissenschaftsfeindlich. Der Herbst wird noch so richtig "lustig". Nicht.
Ich werde nie wieder Maske tragen! Ich werde nie wieder einen Test machen! Und vor allem: Werde ich mich nie wieder derart gängeln lassen wie die letzten 2,5 Jahre Bin ein freier, selbstbestimmender Mensch, der am besten weiß, was wichtig & richtig ist #ichmachenichtmehrmit
Und Sie werden nie wieder auch nur einen Funken Verantwortungsgefühl für Ihre Mitmenschen aufbringen. "Humanität" ist aus Ihrem Wörterbuch gestrichen! Dafür habe ich nur eines: Verachtung.
Juli Zeh und Thea Dorn im Gespräch 11.5.22
Es ist in Deutschland üblich geworden, mit dem Gefühl der Angst Politik zu machen. Das ist gefährlich. Denn Angst ist wirklich kein Argument. Von Thea Dorn (ZEIT 3./4.8.22)
Bei der Auseinandersetzung zwischen Zeh und Dorn (der arme Zeh! ;-)) stehe ich eher auf der Seite von Zeh. (Gut, dass die beiden betonen, dass sie befreundet sind.)
Recht gebe ich aber Thea Dorn darin, dass man die Gefahr sehen und bekämpfen, aber nicht vor der Meinung des anderen Angst haben sollte.
Freilich: Angesichts des NS-Terrors konnte rechtzeitige Flucht helfen, dagegen war das Ausharren und die mutige Tat eines Einzelnen oder einiger weniger (Elser, Scholl, 20. Juli) oft zum Scheitern verurteilt. Vor dem Klimawandel gibt es aber keine Flucht, und man kann gefahrlos etwas gegen ihn tun, während Nicht-Handeln die Gefahr vergrößert. Hier fehlt jede Entschuldigung für Nicht-Handeln, auch wenn kein Einzelner die entscheidende Wende erreichen kann.
Harry Nutt geht mit seinem Beitrag einem anderen Gefühl nach, das sich in Internet und Gesellschaft verbreitet:
Lust an der Empörung v. Harry Nutt FR 5.8.22
"Wir machen mit im Karneval der Affekte, erschrecken aber, wenn uns aus den sozialen Medien Hass entgegenschlägt."
Nicht mehr sind "Erkenntnis und Aufklärung eine Richtschnur für politische Entscheidungen und soziales Handeln [...] Stattdessen kostümieren wir uns in den in rasantem Tempo einander ablösenden gesellschaftspolitischen Debatten für einen Karneval der Affekte, in dem die Gebote zu rationaler Begründung geringe Aussichten haben, befolgt zu werden."
Empörung wurde 2010 durch die Schrift "Empört euch!" der 93-jährigen Stéphane Hessel als positiver Affekt bezeichnet. Harry Nutt schreibt dazu:
„Wir müssen radikal mit dem Rausch des Immer noch mehr brechen“, heißt es in Hessels Bestseller, „in dem die Finanzwelt, aber auch Wissenschaft und Technik die Flucht nach vorn angetreten haben.“ Es sei höchste Zeit, dass Ethik, Gerechtigkeit, nachhaltiges Gleichgewicht unsere Anliegen werden."
Das, was Hessel zu Recht gegen Handeln der eigenen Regierung gefordert hat, wurde 2018 mit steigendem Erfolg von Greta Thunberg gegen das Nicht-Handeln der Regierungen in aller Welt gefordert.
Im Zuge der Corona-Pandemie machten sich die Maßnahmenkritiker diesen Anspruch auf Empörung zu eigen, indem sie für sich Meinungsfreiheit und Recht auf passiven Widerstand forderten. Dazu kamen, wie Harry Nutt es formuliert "entfesselte Ausdrucksformen [...] die weitgehend ohne Etikette auskommen" Das wiederum rief auf der Seite derer, die die Regierungsmaßnahmen für angemessen oder sogar nicht energisch ansehen, entsprechende Reaktionen - jetzt aber nicht gegen die Regierung, sondern gegen Personen hervor.
Dabei entsteht immer die Gefahr, dass solche Enthemmung in Hass umschlägt. Von der "Verachtung" ist der Weg nicht mehr sehr weit. - Auf beiden Seiten.
Zitat:
„Die Grundtönung des Hasses ist Feindschaft, Widerstreben, Ablehnung, Gefühlseinstellung negativer Art“, schreibt Kolnai. „Darin ist Hass mit Antipathie, Zorn, Ekel, Verachtung, Bekämpfung verwandt.“ Im sprachlichen Gebrauch aber ist die Formulierung Hass weit weniger negativ konnotiert. So missbrauchen wir laut Kolnai die Wörter „Hassen“ und „Hass“ bewusst zur Bezeichnung von Stellungnahmen und Empfindungen, die in Wirklichkeit weit oberflächlicher und allgemeiner Natur sind. „Wer davon redet, dass er z. B. kalten Braten hasse, weiß sehr wohl, wie wenig diese seine Geschmacksrichtung mit Hass zu tun hat.“ Er sei sich sehr wohl im Klaren darüber, dass diese unlustvolle Beziehung nicht nur dem Grad, sondern auch der Art nach völlig verschieden ist etwa vom Hass gegen einen Mann, der ihn um seine Existenz gebracht hat.
Die Harmlosigkeit, die dem Hass gegenüber dem kalten Braten innezuwohnen scheint, steht in einem fundamentalen Gegensatz zum Vernichtungswillen, der Kolnai zufolge weit über die Tötung einer konkreten Person hinausgeht. Der andere, so definiert Kolnai ein wesentliches Merkmal des Hasses, möge nicht nur verschwinden, sondern nie existiert haben. „Was der Hass verlangt und verheißt ist (…) eine Art Entscheidung über das Schicksal der Welt.“ [...]" (Lust an der Empörung v. Harry Nutt FR 5.8.22)
Mittwoch, 18. Januar 2017
Was Gesellschaft braucht
Was man auch zu recht gegen Thomas Mann vorbringen mag, immer wieder einmal ist seine Prosa Labsal.
Samstag, 14. Januar 2017
Was hält Stadt und Gesellschaft zusammen?
Freitag, 21. Oktober 2016
Sachbücher in Rezensionen der FAZ
Bach; Kommunikation; Regieren; Ende der Demokratie durch künstliche Intelligenz; radikalisierte Gesellschaft; Luther.
Samstag, 5. September 2015
Was braucht es, damit man nicht fliehen muss?
Wie viel gesellschaftliche Basis, wie viel Charakter und Begabung braucht man, um sein Selbst in einer feindlichen Umwelt zu behaupten?
Anne Frank brauchte das Hinterhaus, ihre Begabung und ihr Tagebuch, um nicht vergessenes Opfer zu werden. Kyi und Bonhoeffer Charakter und Basis, um die Entscheidung gegen Flucht nicht zu einer falschen zu machen.
Wolf Biermann primär Charakter und Begabung, aber auch gesellschaftliche Basis.
Wie viel braucht es, damit die Entscheidung für Flucht geradezu als falsch erscheinen kann?
Wie viel, damit die Entscheidung, seine gesellschaftliche Basis zu verlassen, gerechtfertigt erscheinen zu lassen. (Albert Schweitzer)
Samstag, 29. August 2015
Zivilgesellschaft für Flüchtlinge
"Viele haben erkannt, dass Migration notwendig ist. Es geht nicht mehr um Willkommenskultur. Was gerade entsteht, ist eine Willkommensgesellschaft." (ZEIT vom 27.8.2015, S.17)Das scheint recht optimistisch. Ich trage hier aber einmal stichwortartig zusammen, bisher schon an gesellschaftlichem Engagement für Flüchtlinge festzustellen ist:
Organisationen:
Amnesty International
Pro Asyl
Internationale Flüchtlingsorganisation
weitere Nichtregierungsorganisationen wie z.B.
Cap Anamur/Deutsche Notärzte
Büro für medizinische Flüchtlingshilfe
Aufklärung über die Situation der Flüchtlinge und was getan wird, um sie von Europa fernzuhalten:
Flüchtling
Der Film Der Marsch (1990)
Festung Europa
Frontex
Fluchtabwehr
überhaupt die Flüchtlingsthematik ganz allgemein (bei Wikipedia eine Kategorie mit sechs Unterkategorien und 151 Artikeln allein in der Hauptkategorie)
Informationspolitik der Medien (die freilich lange nicht so flüchtlingsfreundlich war wie gegenwärtig)
Textsammlung der Süddeutschen Zeitung
Textsammlung der Frankfurter Rundschau
Textsammlung von faz.net
ZEIT-Textsammlung zu Flüchtlingen; ZEIT Texte mit dem Schlagwort Flüchtling
Spiegel online Thema: Flüchtlinge
Flucht und Asyl auf dem Informationsportal zur politischen Bildung Laufend aktualisierte Angebote der Landeszentralen für politische Bildung und weiterer Anbieter zur Flüchtlings- und Asylpolitik
allgemein:
Wie Flüchtlingen geholfen wird
und aktuell:
http://ichhelfe.jetzt/
Blogger für Flüchtlinge (aktueller Spendenstand)
Als eine von vielen schreibt Pia Ziefle in ihrem Blogbeitrag Deutlich sein:
Millionen Menschen sind auf der Flucht, sie fliehen vor Hunger und Bürgerkrieg. Zehntausende überleben die Flucht nicht. Und wenn doch, treffen sie in Deutschland auf eine leise und breite Welle der Hilfsbereitschaft und Solidarität, während auf der Straße einige wenige lautstark – und umso vernehmlicher – gegen die neuen Nachbarn demonstrieren.Vorläufig ist diese Zusammenstellung erstens sehr unvollständig und außerdem nur ein Schnipsel. Es ist freilich schon so viel, dass es schwer - und mir unmöglich - sein wird, daraus einen normalen Artikel zu machen. (Vielleicht entsteht aber noch einer zu einem Teilaspekt.)
Denen möchte ich entgegentreten. In aller Deutlichkeit.
Mittwoch, 10. Dezember 2014
Gesellschaft der Angst
Heinz Bude: Generation Null Fehler, ZEIT 20.9.14
Heinz Bude im Gespräch: Das Produktivitätsproblem Deutschlandfunk 12.10.14
"Doch der Wohlfahrtsstaat alter Prägung hat sich der direkten Verantwortung für seine Bürger entzogen und die Fürsorge an den Markt delegiert. Die "Angst" vor dem Abstieg sei heute wieder eine persönliche Angelegenheit, konstatiert Bude. Insbesondere die Generation nach den Babyboomern, die in den 1970ern Geborenen, sei betroffen. Sie bilde den Prototyp des modernen Individuums: ehrgeizig, fleißig und sehr unentspannt. Der Mensch, thirty something, stehe immer kurz davor, alles zu verlieren - zumindest glaubt er das." (Deutschlandfunk)
Johano Strasser: Gesellschaft in Angst, 2013