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Sonntag, 29. Juni 2025

Gebärdensprache

Gebärdensprache (Wikipedia)

Deutsche Gebärdensprache (DGS)

American Sign Language (ASL) Amerikanische Gebärdensprache

IS: https://de.wikipedia.org/wiki/International_Sign

Liste von Gebärdensprachen https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Geb%C3%A4rdensprachen

Freitag, 24. Mai 2024

Wie kann man Gebärdensprache lernen?

Empfehlungen von Willy1729 auf gutefrage.net

Seite https://web.kestner.de/.

Da findest Du einiges Lehrmaterial.

Sehr empfehlenswert (allerdings nicht ganz billig) ist das große Wörterbuch der Deutschen Gebärdensprache, das etwa 20.000 Gebärden enthält, die in kleinen Videos abgespielt werden.

Auch die dort angebotene Grammatik der Deutschen Gebärdensprache, die auch eine DVD mit vielen Beispielsätzen enthält, ist sehr lesenswert.

Da die Videos im Lexikon auch nach Rubriken sortiert werden können, läßt sich gezielt ein Wortschatz aufbauen.

Es empfiehlt sich, zu Beginn das Fingeralphabet zu lernen, da die Buchstaben viele wichtige Handformen umfassen. Die F-Hand etwa wird gebraucht für Gebärden wie gut, Familie, Sohn, Tochter, Onkel Tante, Spiel und unzählige andere.

Die einzelnen Gebärden unterscheidet man nach Handform, Handstellung, Ausführungsort der Gebärde, Handbewegung, Mimik, Körperhaltung und Mundbild.

Vorsicht! Der Satzbau in der Gebärdensprache unterscheidet sich stark von dem in der gesprochenen Sprache. Auch die Grammatik ist eine andere. Da gibt es Stellvertretergebärden oder Richtungsgebärden, die in der gesprochenen Sprache unbekannt sind. Auch an das Fehlen von Endungen muß man sich gewöhnen.

Statt Ich gehe, du gehst usw. heißt es ich geh, du geh,...wir geh usw.

Dabei wird allerdings unterschieden, ob der Sprecher selbst geht oder ob er von jemandem berichtet, der geht.

Auch der Gebärdenraum spielt eine sehr wichtige Rolle: Wo befindet sich wer im Raum? Was steht wo? In welcher Richtung befindet sich mein Ziel?

Ist von einer Lampe die Rede: Befindet sie sich an der Decke oder an der Wand (wenn ja, welche Wand?) oder ist sie ein Deckenfluter?

Ist etwas oder jemand groß oder klein, dick oder dünn? Lese ich ein Buch, das mich langweilt oder das mich im Gegenteil fesselt? Überfliege ich den Text oder lese ich ihn sehr intensiv? All dies drückt sich in der Bewegung aus, mit der die Gebärde für Lesen ausgeführt wird, und in der Mimik. Gehörlose sind geborene Schauspieler, die sehr genau die Mimik und Körperhaltung ihres Gegenübers beobachten.

Allgemein ist Blickkontakt im Umgang mit Gehörlosen unverzichtbar, dazu deutliche Mundbewegungen. Besonders laut zu sprechen ist dagegen nicht erforderlich. Bei völlig Ertaubten bringt das überhaupt nichts, bei CI-Trägern oder solchen mit Hörgeräten ist langsames und deutliches Sprechen viel wichtiger.

Ein wenig Gebärdensprache zu können ist auf jeden Fall besser als diese gar nicht zu beherrschen. Jede Gebärde hilft bei der Kommunikation. Von Laien wie uns wird dabei auch nicht erwartet, daß wir die feinsten Feinheiten beherrschen. Bis jetzt waren alle Gehörlosen, die ich getroffen hatte, hocherfreut darüber, daß sie in Gebärdensprache angesprochen wurden.

Ich habe gerade gesehen, daß die Grammatik dort ausverkauft ist. Es gibt aber noch eine bei Amazon:

https://www.amazon.de/Grammatik-Deutschen-Gebärdensprache-gehörloser-Gebärdensprachlehre/

Samstag, 27. Januar 2018

Gebärdensprache

Gebärdensprache (Wikipedia)     Tweets zu Gebärdensprache

"Juli 2017 wurde ein an der Universität von Kalifornien entwickelter Handschuh vorgestellt, der die Gesten einer Hand analysiert und erstmals das Gebärden-ABC in Schriftsprache übersetzen kann.[21]"

" Die Handschuhe übersetzen im Moment alle 26 Buchstaben der amerikanischen Gebärdensprache, American Sign Language (ASL)." (http://science.orf.at/stories/2854501/)

Das verweist auf das Problem, dass es viele sehr unterschiedliche Gebärdensprachen gibt. So unterscheiden sich etwa die britische und die amerikanische Gebärdensprache (ASL) enorm (nicht weniger als die deutsche Gebärdensprache (DGS) von der britischen). Die ASL ist allerdings mit der französischen Gebärdensprache verwandt, weil ein Franzose bei der Einführung der ASL mitgearbeitet hat. 
Als internationale Gebärdensprache dient meist die ASL, da die International Sign (eine von den Landesgebärdensprachen unabhängige Sprache nur für relativ primitive Kommunikation ausreicht.)

"Die Geschichte der Gebärdensprachen beginnt in der Antike, da Gebärdensprachen wie auch die Lautsprachen eine lange Geschichte haben. Schon PlatoAugustinus und Leonardo da Vinci berichteten über gebärdende taube Personen. Im jüdischen Talmud wird die Eheschließung von tauben Ehewilligen in Gebärden erwähnt. Die bekannte Geschichte der modernen Gebärdensprachen beginnt erst im 18. Jahrhundert mit der Bildung tauber Kinder. [...] Eine stabilisierende Entwicklung erfuhren Gebärdensprachen mit der pädagogischen Betreuung von tauben Kindern, die zuerst in privilegierten Kreisen, beispielsweise durch den Mönch Pedro Ponce de León in Spanien, der um 1550 Gebärden vom Kloster San Salvador in Oña verwendete, um taube adlige Kinder zu unterrichten.
historisches Fingeralphabet

Gründer der ersten öffentlichen Schule für taube Kinder war 1755 in Paris der Geistliche Abbé de l'Epée. Er hatte dort Mitte des 18. Jahrhunderts die Gehörlosen gesehen, die in Straßen mit Händen miteinander sprachen. Darüber berichtete auch der taube Buchbinder Pierre Desloges 1779 in einem kleinen Buch „Beobachtungen“, wie er sich selbst mit anderen tauben ungeschulten Erwachsenen in Gebärden „über alles, was es unter der Sonne gibt“ unterhalten hatte. De l'Epée merkte schnell, dass diese Sprache die Basis für die Erziehung der tauben Kinder bilden könnte.
Nach der Gründung seiner Schule für taube Kinder entwickelte sich unter seiner Leitung aus den „Straßengebärden“ die französische Gebärdensprache mit Hilfe der französischen Grammatik als Ausbausprache. Diese Gebärdensprache verbreitete sich schnell und wurde populär. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es 21 Schulen für taube Kinder, an denen jedoch zum Teil auch versucht wurde, tauben Kindern primär die Lautsprache beizubringen. [...] Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es jedoch populär, taube Kinder nur zum Sprechen zu erziehen. Die sogenannten „Oralisten“, von denen keiner taub war, bekämpften die Gebärdensprache mit allen Mitteln. Sie wurde als „Affensprache“ hingestellt. Diese Ansicht führte 1880 zu dem Beschluss beim Mailänder Kongress von 1880, die Gebärdensprache generell aus dem Unterricht zu verbannen und nur Sprechen zuzulassen. Danach wurde die Gebärdensprache in fast allen Schulen aller Länder verboten. Bis heute hat die Gebärdensprache nicht mehr die gleiche Stellung wiedererlangt, die sie vorher hatte. In Frankreich wurde erst 1991 das Gebärdenverbot in Schulen für taube Kinder per Gesetz aufgehoben.(Wikipedia: Geschichte der Gebärdensprachen)

Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser an der Universität Hamburg
Zur Geschichte des Instituts
"Die Zusammenarbeit von hörenden und gehörlosen Fachleuten funktionierte und dabei kam jeder, auch die Hörenden mit ihrer Lautsprache, in seiner Sprache zum Zuge, sodass jeder genau wusste, was der andere sagen will, wenn’s wirklich drauf ankam. Und auch sonst hat man sich wechselseitig respektiert und auch akzeptiert, dass niemand, egal ob hörend oder gehörlos, in beiden Sprachen, d.h. Laut- und Gebärdensprache- voll kompetent war, mit Ausnahme der dolmetschenden Personen, die ja durchweg Hörende waren aber doch sehr gut in der DGS zu Hause waren." (Prof. Dr. Siegmund Prillwitz)



Die Gebärde für deutsch in manchen Gebärdensprachen symbolisiert eine Pickelhaube und bedeutete im deutschsprachigen Bereich früher „Schutzmann“.
Zum Vergleich: Die DGS-Gebärde für deutsch in Gebärdenschrift.
SignDict offenes Wörterbuch für Gebärdensprache (gezeigt werden unter dem Link die Gebärden für deutsch, Deutschland, Deutscher Gehörlosen-Bund, Tag der deutschen Einheit und Bundesrepublik Deutschland

Schweizerischer Gehörlosenbund

Freitag, 6. Juni 2014

Gebärden für Fußballreportagen

Verärgert reagiert Augenschmaus auf einen Blogartikel der Aktion Mensch, dem auch ich aufgesessen bin.
Ich habe aufgrund des Artikels der Aktion Mensch geschrieben:
Damit die Gebärdensprachberichter von der Fußballweltmeisterschaft genauer berichten können, hat sich eine Schulklasse an die Arbeit gemacht.
Augenschmaus schreibt u.a.
Die Aktion Mensch lügt dreist, um ihr Projekt zu promoten und sie tut so, als ob es nur Dank ihr so ist, dass die Gebärdensprache um 250 Fußballerbegriffe reicher ist.Das ist kompletter Humburg: Die Fußballergebärden gab es schon immer. Es ist nichts neues - sie waren schon da. Die Schüler haben lediglich die ihnen bekannten Begriffe in Gebärdensprache dokumentiert. 
Ich verstehe ihre Reaktion.  Freilich wird in dem Artikel der Aktion Mensch nicht behauptet, alle 250 Gebärden seien erfunden worden. Aber da Augenschmaus Fußballgebärden schon lange dokumentiert hat, ist es verständlich, dass sie sich aufregt, wenn so getan wird, als ob es ihre Dokumentationen nicht gäbe.

Aus meiner Sicht ist die Unterrichtseinheit der Lehrerin sehr erfreulich, die Berichterstattung durch die Aktion Mensch, wenn nicht irreführend, so doch zumindest sehr missverständlich. Mir jedenfalls ist der Sachverhalt aufgrund des Berichtes nicht klar geworden.
Ganz am Schluss ihres Artikels schreibt übrigens auch Augenschmaus: "Das Projekt der Haslochmühle ist übrigens an sich gut."

Was auf jeden Fall festgehalten werden sollte: Zwar kann das Wort Gebärde auch für Gesten gebraucht werden, aber Gesten sind keine Gebärden im Sinne der Gebärdensprache.