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Montag, 30. Januar 2023

Exxon Mobile kannte exakte Vorhersagen des Klimawandels

 Exxon Mobile kannte exakte Vorhersagen des Klimawandels und stritt dennoch den menschengemachten Klimawandel ab.

Exxon Mobile und die Gutachten: Im Namen des ProfitsVon: Michael Hesse FR 29.01.2023

"[...] Die Rede ist von der Exxon Mobil Corporation: dem US-amerikanischen Mineralölkonzern ExxonMobil. Er dürfte als Prototyp des Klimaschurken in die Geschichtsbücher eingehen. Bereits im Jahr 2019 wurde öffentlich, dass der Konzern schon in den 1970er Jahren relativ genau wissen konnte, dass und in welchem Umfang er mitverantwortlich ist für den zu erwartenden Klimaverlauf.

Der Konzern hatte Wissenschaftler damit beauftragt herauszufinden, ob und wie man für diese Unternehmenspolitik zur Verantwortung gezogen werden könnte. Die Ergebnisse wurden in einem Beitrag im Magazin „Science“ kürzlich noch einmal wissenschaftlich aufgearbeitet. Demnach gab es zwischen 1979 und 1985 zehn interne Momoranden und eine durch das Peer-Review-Verfahren geprüfte wissenschaftliche Publikation, die eine erschreckend exakte Vorhersage der Entwicklungen machten. Zielsicher wurde das Jahr 2000, plus minus fünf Jahre, als der Zeitpunkt genannt, an dem erstmals die globale Erwärmung erkennbar sein würde. Die natürlichen Klimaschwankungen waren in das Modell eingerechnet worden. [...]

Stellt sich die Frage, wie solche Konzerne und ihre Lenker zur Verantwortung gezogen werden müssen. Die „Süddeutsche Zeitung“ brachte Sondertribunale ins Gespräch, wie sie etwa nach dem Zweiten Weltkrieg oder nach dem Jugoslawien-Krieg eingerichtet worden waren, um die schlimmsten Übeltäter ihrer Strafe zuzuführen. Möglicherweise sind die von den Mineralölkonzernen verursachten Folgen deutlich schlimmer und weitreichender als die beiden Weltkriege zusammen. Insofern könnten das Bosnien-Tribunal oder das Nürnberger-Prozess-Verfahren eine Blaupause für die Aufarbeitung der Schuldfragen vorgeben – so die SZ –, die sich im Fall von Konzernen, Wissenschaftlern und Ingenieuren in besonderer Weise stellt. [...]"


Dienstag, 17. Januar 2023

Ölkonzern belog die Welt jahrzehntelang über die Klimakrise

"Klimaforscher der Harvard University und des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK) machen dem Ölkonzern ExxonMobil schwere Vorwürfe. Das US-Unternehmen habe die globale Erderwärmung als Folge des Ausstoßes von Treibhausgasen seit Ende der 1970er Jahre genau vorhergesagt, schreiben die Forscher in einem Artikel im Fachjournal "Science". Zugleich habe das Unternehmen, das zu den größten Luftverschmutzern der Welt zählt, diesen Zusammenhang jahrzehntelang systematisch heruntergespielt.

Dass Exxon schon lange von der Bedrohung durch die globale Erwärmung wusste, war bereits grundsätzlich bekannt. Die Klimaforscher werteten nun die dem Unternehmen intern vorliegenden Daten und darauf basierenden Prognosen von 1977 bis 2003 aus – das Ergebnis nannten sie "verblüffend". [...]

Die Prognosen waren demnach deutlich besser als die, die der Nasa-Wissenschaftlers James Hansen 1988 dem US-Kongress vorlegte. Hansen gilt als Pionier der modernen Klimaforschung und warnte in den 1980er Jahren als einer der ersten vor den Gefahren der globalen Erwärmung.

"Eine Exxon-Projektion sagte sogar schon 1977 korrekt voraus, dass die Nutzung fossiler Brennstoffe ein 'kohlendioxidinduziertes Superinterglazial' verursachen würde", erklärte Stefan Rahmstorf vom PIK, Ko-Autor der Studie. "Das ist eine Warmzeit, die nicht nur viel wärmer ist als alles in der Geschichte der menschlichen Zivilisation, sondern sogar wärmer als die letzte Warmzeit vor 125.000 Jahren."

Die Analysen von Exxon hätten auch "genau vorausgesagt, wann die vom Menschen verursachte globale Erwärmung zum ersten Mal in den Messdaten festgestellt werden würde". Sie berechneten demnach sogar recht präzise ein "Kohlenstoffbudget" für eine Begrenzung der Erderwärmung auf zwei Grad.

Konzern widersprach in der Öffentlichkeit den eigenen Daten

In öffentlichen Erklärungen habe das Unternehmen "seinen eigenen wissenschaftlichen Daten" jedoch systematisch widersprochen, kritisieren die Forscher. ExxonMobil habe "Unsicherheiten übertrieben, Klimamodelle kritisiert, den Mythos globaler Abkühlung verbreitet und Unwissenheit darüber vorgetäuscht, wann – oder ob – die vom Menschen verursachte globale Erwärmung messbar sein würde", erklärte der Hauptautor der Studie, Geoffrey Supran von der Harvard University.

ExxonMobil könne daher mit Recht der "bewussten Klimavergehen" beschuldigt werden, schloss Supran."

https://www.t-online.de/finanzen/unternehmen-verbraucher/unternehmen/id_100111034/oelkonzern-exxonmobile-belog-die-welt-jahrzehntelang-ueber-die-klimakrise.html

t-online 13.1.2023