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Dienstag, 1. September 2026

Was wollen wir unseren Enkelkindern weitergeben?

 Aleida Assmann:

"Im Umgang mit Menschen sollten Anerkennung und Interesse, Freundlichkeit, Zuhören und Zuspruch eine Hauptrolle spielen, denn: Güte ist wichtiger als Radikalität. (Rainald Goetz).

Verwechselt nicht den Grad technologischer Expertise eines Landes mit dessen Zivilität.
Setzt euch für Menschenrechte ein und vergesst dabei auch nicht die Menschenpflichten.
Sucht euch eure Vorbilder sorgfältig aus und behaltet sie im Blick.

Entwickelt ein bewusstes Gefühl der Dankbarkeit für das Leben und die Errungenschaften, die ihr genießt.
Lasst euch nicht beirren in der Leidenschaft für die eigene Arbeit.
Lasst euch auch nicht einschüchtern und einschränken durch Vorschriften, die ihr als ungerecht und unfair erkannt habt.

 Und vor allem: lasst euch nicht verführen, von vollmundigen Parolen, die nur an euren Stolz appellieren und euch eine heile Welt versprechen. Die gibt es nämlich nicht.

Was KI und Co. angeht: Nutzt sie als ein hilfreiches Werkzeug, wo immer dies möglich ist, aber unterwerft euch ihr nicht. Die KI arbeitet nach dem Wahrscheinlichkeitsprinzip und kann immer nur das nächste Wort, die nächsten Gedanken vorhersehen. Sie kann also nur anschließen und weitermachen, aber nichts anfangen, erfinden und in die Welt setzen. Das könnte nur ihr!"

Sonntag, 14. Oktober 2018

Jan Assmann: Kulturelles Gedächtnis

Kulturelles Gedächtnis

Jan Assmann: Kollektives Gedächtnis und kulturelle Identität , 1988

Aleida Assmann: Erinnerungsräume: Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses, 1999


http://www.fr.de/kultur/geschichte-deutschlands-holocaust-mahnmal-ist-eine-globale-ikone-a-1410087,0#artpager-1410087-1

http://www.fr.de/kultur/literatur/jan-assmann-exodus-die-gewalt-des-monotheismus-a-486986
Friedrich Wilhelm Graf, emeritierter Professor für Systematische Theologie und Ethik an der Universität München, lobt Jan Assmann dafür, wie aufgeschlossen er für Kritik an seiner These von der mosaischen Unterscheidung offenbar geblieben ist, denn in seinem Buch "Exodus" habe sich Assmann von der Grundunterscheidung zwischen wahr und falsch entfernt, die er in früheren Werken als den radikalen Umbruch zwischen Poly- und Monotheismus beschrieben und für die "Tendenz zum 'heiligen Krieg'" verantwortlich gemacht hatte, fasst der Rezensent zusammen. Die neue These gründet sich stärker auf den Bundesgedanken, auf den "Monotheismus der Treue", wie Assmann ihn nennt, so Graf. Dadurch fällt der Verdacht auf monotheistisch motivierte Gewaltbereitschaft allerdings nicht weg, weiß der Rezensent, Assmann verlagere ihre Begründung lediglich in das komplexere Verhältnis von Treue und Untreue. Nur dass Assmann sie immer noch als spezifisch monotheistisches Phänomen begreifen will, kritisiert Graf: auch in polytheistischen Religionen finde sich schließlich religiös motivierte Gewalt.
(https://www.perlentaucher.de/buch/jan-assmann/exodus.html)

http://www.fr.de/kultur/literatur/monotheismus-moerderisches-eifern-fuer-gott-a-456035

http://www.fr.de/kultur/literatur/jan-assmann-exodus-welthistorisch-einmalig-a-449450

http://www.fr.de/kultur/literatur/jan-assmann-die-totale-religion-a-742401

Jan Assmanns Bücher bei Perlentaucher:
https://www.perlentaucher.de/autor/jan-assmann.html

Samstag, 7. Juli 2018

Interview mit Jan Assmann

"[...] Sind Sie auch auf die Straße gegangen?
Assmann: Nein, zu dieser Zeit nicht mehr. Ich bin früher, 1958, gegen den Atomkrieg und gegen die Bewaffnung der Bundesrepublik auf die Straßen gegangen. Da hatte ich gerade Abitur gemacht. Das war meine politische Phase. Ich habe dann aber mit Erstaunen feststellen müssen, wie unpolitisch und konservativ diese 1950er-Jahre waren. Und habe das Aufkommen politischen Denkens in den 60er-Jahren dann sehr begrüßt.
Aber Sie waren kein Teil der „68er“-Bewegung?
Assmann: Irgendwann kippte das Ganze ins Ideologische um, wurde verbohrt, und da war für mich völlig klar: Mit denen kann man nicht gemeinsame Sache machen. Und außerdem stammen sowohl meine Frau Aleida als auch ich aus dem Bildungsbürgertum, was ja das Feindbild der „68er“ war .
Sie haben also mit der Bewegung sympathisiert, wollten sich aber nicht vereinnahmen lassen?
Assmann: Ja. Und 1967 haben wir uns dann auch in aller Form verlobt und ein Jahr später dann den Weg ins völlig bürgerliche Leben beschritten - und haben fünf Kinder bekommen. Wir halten also nach wie vor die Fahne des Bürgertums hoch. (lacht) [...]"