Anne Franks Tagebuch ist in den USA eine verbreitete Schullektüre, die oft in den 8. Klassen, manchmal auch bereits in den 7. Klassen gelesen wird.
Allerdings gibt es bei manchen Eltern und entsprechend bei Schulen auch Bedenken, gegen die seit 1986 öffentlich zugängliche Originalversion, in der Anne Beobachtungen über ihren Körper festhält.
Diese Passagen hatte Otto Frank in der von ihm autorisierten Ausgabe weggelassen, um keinen Anstoß zu erregen. Da inzwischen einige Eltern Bedenken geäußert haben, ist man zumindest an einer Schule für die Klassenlektüre zu der von Otto Frank autorisierten Version zurückgekehrt.
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Donnerstag, 10. Januar 2019
Rezeption von Anne Franks Tagebuch in den USA
Donnerstag, 18. Oktober 2018
Lieblingsbuch: Anne Frank: Tagebuch
"weil ich noch immer an das innere Gute im Menschen glaube" (15.7.1944)
Fischer TB 11377 (1992), S.309
Fischer TB 11377 (1992), S.309
Montag, 30. November 2015
"Es hat nicht mehr als ein paar Stunden gedauert, ...
bis diese Katastrophe [Paris] instrumentalisiert wurde, um gegen Flüchtlinge zu hetzen und eine Wende in der Asylpolitik zu verlangen." (Meron Mendel* in der FR vom 30.11.15)
"Sie haben ein neues Programm, mit dem Sie Imame der Ahmadiyya-Moscheen in Konfliktmanagement schulen. Was ist das Ziel?
"Sie haben ein neues Programm, mit dem Sie Imame der Ahmadiyya-Moscheen in Konfliktmanagement schulen. Was ist das Ziel?
Die Ahmadiyya hat glücklicherweise kein großes Problem mit Radikalisierung. Aber wir sehen, dass alle großen muslimischen Organisationen Jugendliche an die salafistische Szene verlieren. Wenn die Moscheegemeinden eine effektive Jugendarbeit leisten, können wir das verhindern. Deswegen wollen wir die muslimischen Gemeinden stärken und dabei unterstützen, sich zu professionalisieren. Die Imame haben eine geistliche Funktion, aber sie sind auch Sozialarbeiter, die Jugendliche in schwierigen Lebenssituationen unterstützen. Darauf müssen sie vorbereitet sein."*Meron Mendel, 39, ist seit fünf Jahren Direktor der Bildungsstätte Anne Frank in Frankfurt. Zuvor hat er am Erziehungswissenschaftlichen Institut der Goethe-Universität geforscht, als Kurator am Jüdischen Museum mitgewirkt und war Geschäftsführer der Zionistischen Jugend in Deutschland.
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Asylpolitik,
Flüchtlinge
Samstag, 5. September 2015
Was braucht es, damit man nicht fliehen muss?
Aung San Suu Kyi, Dietrich Bonhoeffer, Anne Frank
Wie viel gesellschaftliche Basis, wie viel Charakter und Begabung braucht man, um sein Selbst in einer feindlichen Umwelt zu behaupten?
Anne Frank brauchte das Hinterhaus, ihre Begabung und ihr Tagebuch, um nicht vergessenes Opfer zu werden. Kyi und Bonhoeffer Charakter und Basis, um die Entscheidung gegen Flucht nicht zu einer falschen zu machen.
Wolf Biermann primär Charakter und Begabung, aber auch gesellschaftliche Basis.
Wie viel braucht es, damit die Entscheidung für Flucht geradezu als falsch erscheinen kann?
Wie viel, damit die Entscheidung, seine gesellschaftliche Basis zu verlassen, gerechtfertigt erscheinen zu lassen. (Albert Schweitzer)
Wie viel gesellschaftliche Basis, wie viel Charakter und Begabung braucht man, um sein Selbst in einer feindlichen Umwelt zu behaupten?
Anne Frank brauchte das Hinterhaus, ihre Begabung und ihr Tagebuch, um nicht vergessenes Opfer zu werden. Kyi und Bonhoeffer Charakter und Basis, um die Entscheidung gegen Flucht nicht zu einer falschen zu machen.
Wolf Biermann primär Charakter und Begabung, aber auch gesellschaftliche Basis.
Wie viel braucht es, damit die Entscheidung für Flucht geradezu als falsch erscheinen kann?
Wie viel, damit die Entscheidung, seine gesellschaftliche Basis zu verlassen, gerechtfertigt erscheinen zu lassen. (Albert Schweitzer)
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Wolf Biermann
Mittwoch, 1. August 2012
Ein Diskussionsbeitrag zur Frage: Ist jeder seines Glückes Schmied oder ...?
(Die Diskussion - und die Links, die in dieser Version fehlen - sind hier zu finden.)
Von den Hunderten Millionen Hungrigen sterben jährlich viele Millionen, davon viele Kinder, denen es nicht hilft, nicht verweichlicht zu sein.
Von den Zehntausenden aus Afrika, die versuchen, ihres Glückes und des Glückes Ihrer Familien Schmied zu sein, sterben jährlich Tausende, die zwar die lange Reise durch Afrika geschafft haben, aber im Mittelmeer ertrinken, weil man in Europa ins Gefängnis kommen kann, wenn man Menschen nicht ertrinken lässt.
Es ist nicht die Vorsehung, die verhindert, dass sie das aus sich machen, was sie werden könnten.
Denken wir an Anne und Margot Frank. Anne wurde eine der einflussreichsten Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts. Von Margot erfahren wir nur durch Anne, dass sie viel strebsamer war als Anne und dass sie sich alle Mühe gegeben hat, ihren Mitbewohnern im Hinterhaus zu helfen.
Wie viele jüdische Mädchen waren noch begabter und noch strebsamer als Anne und Margot?
Wir wissen es nicht. Aber wir wissen, weshalb sie keine Chance hatten, ihres Glückes Schmied zu sein.
Primo Levi, der der Überzeugung war, im KZ nicht mehr wirklich ein Mensch gewesen zu sein, hat großartige Werke geschrieben. Es spricht wenig dafür, dass er jemals, seit er ins KZ eingeliefert worden war, noch einmal glücklich war, und viel dafür, dass er nach einer erfolgreichen Karriere im Beruf - und nebenher als Schriftsteller - Selbstmord beging, weil er die Erinnerung an seine KZ-Zeit, als er "kein Mensch" war, nicht vergessen konnte.
Hat ihn die Vorsehung unglücklich gemacht oder hat er es an Einsatz fehlen lassen?
Ich möchte niemandem widersprechen, der hier geschrieben hat. Wahrscheinlich sind es auch nur Binsenweisheiten, die ich hier als Neuling ins Gespräch einbringe. Aber vielleicht wird dennoch jemand angeregt, Anne Franks Tagebuch oder Primo Levis "Ist das ein Mensch?" wieder vorzunehmen oder einen Text auf der Seite von Pro Asyl zu lesen.
Ich erinnere mich noch, dass ich vor Jahrzehnten in einem Spiel über Flüchtlinge aus der Dritten Welt den Satz zu sagen hatte: "Jeder hat schließlich sein Päckchen zu tragen."
Ich weiß heute besser als damals, wie wahr das ist.
Wer aber dennoch noch ein wenig schmieden kann, der tut sich etwas Gutes, wenn er nicht nur an seinem Glück schmiedet, sondern auch an dem anderer.
Wenn die vielen Helfer der Familie Frank nicht etwas von ihrem Glück riskiert hätten, wäre Annes Tagebuch weder geschrieben noch jemals veröffentlicht worden. Und ich bin sicher, dass nicht erst die Veröffentlichung dieses Tagebuches dem Leben dieser Helfer Sinn gegeben hat.
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