Posts mit dem Label Dialekt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Dialekt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 16. April 2021

Dialekte bei Tieren

Tierisches Geschwätz Von Urs Willmann ZEIT 18.2.21

Nicht allein der Mensch redet Dialekt. Auch Ziegen, Nacktmulle und sogar Bakterien passen sich sprachlich ihrer Umgebung an. 

"[...] Für die Mainzer Mikrobiologen Nazzareno Dominelli und Ralf Heermann, Autoren eines Fachartikels in Biologie in unserer Zeit, handelt es sich bei diesen Kommunikationsformen um nichts anderes als "unterschiedliche Sprachen und Dialekte". Den Einzellern gelinge sogar, was kaum ein Homo sapiens schafft: Sie kommunizieren "mit mehreren Dialekten parallel".

Da bakterielle Infektionen fast immer von der geglückten Kommunikation mit dem Wirt abhängen, haben die beiden Forscher einen kühnen Plan: Wer den Small Talk eines gefährlichen Bazillus versteht, besitzt vielleicht den Schlüssel, die Kommunikation kräftig zu stören. Sprich: die Infektion zu verhindern. Fundierte Sprachkenntnisse könnten so in Zukunft die Menschheit vor Seuchen retten. Zumindest dann, wenn sie von Bakterien übertragen werden – und wir ihren Dialekt verstehen."

Samstag, 3. August 2019

Zum Verhältnis der arabischen Sprachen untereinander

Auf gutefrage.net finden sich dazu zwei sich leicht widersprechende, aber sich auch ergänzende Antworten:

Hocharabisch "ist die Schriftsprache, die Sprachwurzel. Alles Geschriebene ist in Hocharabisch, auch Zeitungen.
Dann gibt es das Gesprochene. Es unterscheidet sich drastisch. Ein Arabisch-Prof meinte mal, es wäre so verschieden wie Latein zu deutsch, englisch, französisch. In den Ländern werden diese Sprachen gesprochen.
Natürlich können viele Araber nur die gesprochene Sprache. Was zu dem Ergebnis führt, dass sie teilweise ihre eigenen Zeitungen nicht lesen können.
Tunesier und Marokkaner sprechen daher verschiedene Sprachen.
Allerdings besteht eine Tendenz, dass "alle" den Dialekt aus Ägypten können / lernen (wie wir englisch). Er heisst "Kairinisch"." (Antwort von Mauritan auf diese Frage: https://www.gutefrage.net/frage/welche-unterschiede-gibt-es-zwischen-den-verschiedenen-arabischen-sprachen-in-afrika? )

"Manche Dialekte sind sich so unterschiedlich, dass sie sich nicht gut verständigen können. Aber z. B. versteht der Marokkaner den Ägypter besser als andersherum. Und marokkanisch und saudi-arabisch sind auch sehr unterschiedlich. Es kommt oft auf die jeweilige Gegend an, also untereinander können sich z. B. Syrer, Ägypter, Libanesen und Palestinenser sehr gut verständigen." (Antwort von Somayyah1 auf diese Frage: https://www.gutefrage.net/frage/welche-arten-von-arabischen-sprachen-gibt-es )

In der Praxis bedeutet das:  Ob man von Sprachen oder Dialekten sprechen will, macht in der Sache keinen großen Unterschied. Wer Hocharabisch beherrscht und sprachbegabt ist, wird sich in die verschiedenen arabischen Sprachen/Dialekte relativ gut einhören und sich irgendwie verständigen können. Aber wer weniger sprachbegabt ist, steht als Sprecher des Hocharabischen (genauso wie ein Sprecher des Hochdeutschen auf dem Land in Bayern oder Schleswig-Holstein) vor unüberwindlichen Hindernissen, sobald er auf Menschen trifft, die nicht ebenfalls Hocharabisch können. 
Dialektsprecher diesseits und jenseits der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland verstehen sich gut. Wer aber nur Hochdeutsch kann, wird beide nicht verstehen, wenn sie miteinander sprechen, sie aber werden ihn relativ gut verstehen, weil sie daran gewöhnt sind,  dass andere nur Hochsprache können. 

Wer viele europäische Sprachen beherrscht, kann es sich leisten, von den "indogermanischen Dialekten" zu sprechen. Wer nur eine Hochsprache kann und außerdem noch schwerhörig ist, kommt mit "Dialekten" nicht zurecht, egal, ob sie indogermanisch, germanisch, romanisch, slawisch oder deutsch sind. 
Aber wer die kroatische Hochsprache nicht sehr gut beherrscht, wird nicht unterscheiden können, ob jemand auf Serbisch oder auf Kroatisch zu ihm spricht.

Mittwoch, 14. Dezember 2016

August Rabe: Schnärzchen

Als Nachwort änne Värschröft

Böst du epper nech von hier,
Doch nech hier gewasen,
Horch ämal, da merke dir
Stets fär sch laute Lasen:

Alles göbt s in unsen Land,
Barge un ooch Höckel,
Beeme, Tiere allerhand,
Hasen un Karnöckel;

Unser Volk kann Spaß verstieh,
Kann ooch schiene sönge;
Aber eens das wärscht de nie
Nech in Thüring' fönge:

Hartes "p" un hartes "t"
Kannst de nech begrüße,
Weech ös Alles eenerlee,
Doch de ruhen Kliese;

"Leute" sötzen söcherlich
Nech dahier off "Stühlen",
Weil se nur off "Schdielen" sich
Racht "gemiedlich fiehlen;"

Unse ganzen "Leute" wunn
Nischt nech ha vom "Leben",
Weil mr amn s Lamn hunn,
Braucht s das nech ze "geben";

Keens hat noch bei uns gehatt
Jemals änne "Pfanne",
Weil nur in de "Fanne" brat't
Dorethee un Hanne;

Schröb ch s jedoch naturgetreu,
Wär sch ze schwier ze lasen,
Un ooch in dr Drockerei
Machte s merre Wasen!

  Drom: war nech hier drheeme ös,
  Vermart s off alle Fälle;
  No, un ihr Annern braucht gewöß
 Gar keene Värschröft? Gelle?

















Von diesen Texten in Thüringer Mundart habe ich ein paar Folgen, aber ohne Umschlag und mehrmals ohne Deckblatt gefunden.
Ich werde sie wohl bald fortwerfen.
Man kann einige noch käuflich erwerben. Nicht von mir.

Sonntag, 26. Januar 2014

Dialekte heute und Möglichkeiten zur Mitarbeit beim ...

Atlas zur deutschen Alltagssprache
"Die verschiedenen regionalen Varianten werden über Internetumfragen, also per indirekter Methode, an fast 500 Ortspunkten in Deutschland, Österreich, der deutschsprachigen Schweiz, Südtirol, Ostbelgien und Luxemburg erhoben. Dabei wird nicht nach der individuellen Gebrauchsform der Internetnutzer gefragt, sondern nach dem "normalen ortsüblichen Sprachgebrauch". In den Umfrageformularen, die online zugänglich sind und auch online ausgefüllt werden, gibt es zu jeder Frage sowohl vorgegebene Antwortmöglichkeiten als auch ein Freitext-Feld, in dem weitere Angaben gemacht werden können."

Link zur aktuellen Umfrage 

Ein Atlasbeispiel für Backofen/rohr o.ä.