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Donnerstag, 22. April 2021

Was gegen Wohnpreis-Explosionen hilft

Wohnungsmarkt:Trau dich, Staat!  Von Uwe Jean Heuser ZEIT 22.4.21

Das Ausland zeigt, was gegen Wohnpreis-Explosionen hilft.

"[...] Einen enormen Preisschub bescheren deutschen Städten ausländische Investoren von Amerika bis China. Zeitweise kam die Hälfte der Großinvestitionen aus dem Ausland. In Berlin zeugen viele Kaufanzeigen auf Englisch ebenso vom internationalen Interesse wie Batterien von chinesischen Klingelschildern und Quartiere, in deren Wohnungen so gut wie nie das Licht brennt. Kein Wunder, der Euro ist relativ billig, der Zins gering, der Quadratmeterpreis in den deutschen Metropolen oft immer noch viel niedriger als in London oder San Francisco.
Solchen oft spekulativen, von Finanz- und Währungsmärkten getriebenen Investitionen werfen sich andere Staaten entgegen. Die Schweiz verbietet es Ausländern, eine Wohnung oder ein Haus zu kaufen, wenn sie dort nicht dauerhaft leben – Ausnahmen sind Kontingente von Ferienwohnungen. In Österreich müssen solche Käufe unter teils strengen Auflagen genehmigt werden. 
 Dänemark macht es Ausländern sehr schwer, ein Ferienhaus an der Küste zu erwerben. In Australien dürfen diese nur noch Neubauten kaufen, in Neuseeland gar keine Wohnbauten mehr. Wem das zu weit geht, der kann auch in die kanadische Boomstadt Vancouver schauen, die kaufende Ausländer erheblich besteuert."

Sonntag, 25. September 2016

Wie entstehen unsichtbare Mauern zwischen Stadtvierteln?

Durch Bauvorschriften. Sieh ZEIT 22.9.16, S.24
"Oft verhindern diese Vorschriften, dass bezahlbarer Wohnraum in wohlhabenden Gegenden entsteht."

Aber auch ohne Bauvorschriften kann bezahlbarer Wohnraum verhindert werden, nämlich, indem man ihn beseitigt:
"Gentrifizierungsprozesse laufen nach typischen Mustern ab: Wegen niedriger Mietpreise sowie zunehmend attraktiver Lage werden einzelne Stadtteile für „Pioniere“ (Studenten, Künstler, Subkultur) attraktiv. Diese werten die Stadtteile durch kulturelle Aktivitäten auf und setzen einen Segregationsprozess in Gang. Künstler etablieren sich und bringen weitere Interessenten in die Stadtteile. Studenten steigen ins Berufsleben ein, verdienen mehr Geld als zuvor und gründen Familien, womit ihre Wohnflächenansprüche zunehmen; damit hängt die Gentrifizierung also nicht immer vom Zuzug neuer Bewohner ab. Investoren sehen Chancen zur Wertsteigerung, Häuser und Wohnungen werden aufgekauft und restauriert, Szene-Clubs und Lokale entstehen – es steigen die Mieten, und finanziell Schwache wandern ab. DieBevölkerungsstruktur und der Charakter der Viertel wandeln sich. Die Gentrifizierung geht einher mit einem allgemeinen Segregationsprozess.
Nach der Theorie vom „doppelten“ Invasions-Sukzessions-Zyklus[12] stellen bereits die Studenten und Künstler die ersten „Invasoren“ dar. Sie verdrängen andere soziale Gruppen und schaffen ein neuartiges soziales Milieu, das besser in Wert gesetzt werden kann (Sanierungen) und damit das Umfeld zur zweiten „Invasorenwelle“, den sogenannten „Gentrifiers“, schafft. Die vorherigen Gruppen werden immer stärker verdrängt, und es erfolgt eine Aufwertung von innenstadtnahen, ehemals marginalen Wohnvierteln (ein Prozess von Reurbanisierung). Chris Hammnett zufolge wirkt sich die Gentrifizierung nicht nur auf die Bewohnerschaft, sondern sehr intensiv auf das Wohnungs- und Raumangebot und dessen Qualität aus („Luxussanierung“)." (Gentrifizierung in Wikipedia)