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Montag, 9. Februar 2026

Welche Meinung gilt?

     1) siceripos (Beitrag bei gutefrage.net)   "Beliebte Märchengeschichte in der linksgrünen Blase....

An allem Elend in der dritten Welt ist grundsätzlich  der Westen " irgendwie schuld, niemals aber die Menschen in der Region.

Sprich....: wenn man massenweise Kinder in die Welt setzt obwohl man sie nicht ernähren kann ist der Westen schuld....

Wenn man sich gegenseitig abschlachtet weil man zu unterschiedlichen " Stämmen " gehört ist auch der Westen schuld.

Wenn man immer und immer wieder Mitglieder korrupter Clans in politische Führungspositionen wählt, wo sie sich die Taschen vollstopfen und ihr Volk hungern lassen ist ebenfalls der Westen schuld.

Und angeblich wesentlicher Grund für das Elend ist natürlich der Kolonialismus, der schon vor Jahrzehnten beendet wurde. Dass die meisten der Länder die heute in Elend leben zu ihren Zeiten als Kolonie ein besseres Bildungssystem hatten, eine besser funktionierende Infrastruktur und oft auch deutlich friedlichere und rechtsstaatliche Verhältnisse wird völlig ausgeblendet, genauso wie die Tatsache, dass die Kolonien in Asien nach ihrer Entlassung in die Unabhängigkeit es meist in wenigen Jahrzehnten geschafft haben, zum Teil wirtschaftlich und gesellschaftlich zu westlichen Staaten aufzuschließen."

2) Nein, es ist kein Märchen: Die Hauptschuld liegt tatsächlich bei der misslungenen Transformation der vorkolonialen Gesellschaft in eine an die globalisierte Gesellschaft angepasste.

3) Die differenzierte Darstellung von Achebe stimmt: Von beiden Seiten wurden große Fehler gemacht. Und die Schuld liegt nicht allein an den Kolonialmächten.

Dienstag, 2. Mai 2023

Gesellschaftsschichten nach Einkommen, besonders "Mittelschicht"

"[...] Zur Mittelschicht gehören diejenigen, die weder zu den ärmsten noch zu den reichsten Schichten der Gesellschaft gehören. 2018 waren das 64 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung lag in Deutschland das mittlere Jahresgehalt 2018 bei etwa 46.300 Euro. [...]

Die Definition der Mittelschicht variiert je nach Kontext, Land und wirtschaftlicher Lage. Generell umfasst die Mittelschicht jedoch Menschen, die weder zu den ärmsten noch zu den reichsten Schichten einer Gesellschaft gehören. In der Regel verfügt die Mittelschicht also über ein mittleres Einkommen und ist in der Lage, ihren Lebensunterhalt ohne staatliche Unterstützung zu bestreiten.

Das Einkommen der Mittelschicht liegt oft über dem Durchschnittseinkommen einer Gesellschaft, aber unter dem Einkommen der reichsten 20 Prozent. Die Mittelschicht gilt als stabilisierender Faktor in einer Gesellschaft, da sie einen großen Teil der Wirtschaftsleistung erbringt und für den sozialen Zusammenhalt sorgt.

Hier sind die Richtwerte, ab welchem Nettoeinkommen [pro Monat] ihr laut der Bertelsmannstiftung zu welcher Einkommensschicht gehört. Die Werte geben dabei die jeweiligen Obergrenzen:

SinglesFamilien
Untere Einkommensschicht1500 Euro3000 Euro
Untere Mittelschicht2000 Euro4000 Euro
Mittlere Mittelschicht3000 Euro6000 Euro
Obere Mittelschicht4000 Euro8000 Euro
Obere Einkommensschichtmehr als 4000 Euromehr als 8000 Euro

https://www.businessinsider.de/karriere/mittelschicht-gehalt-ab-welchem-einkommen-gehoert-ihr-dazu/ 


Mittwoch, 17. August 2022

Binsenweisheit: Menschen mit geringerem Einkommen sind am stärksten betroffen

 Vielleicht sollt man es konkretisieren:

Die einen temperieren Haus und Auto im Sommer auf 20°, im Winter auf 25°.

Die anderen retten im Sommer, bis sie vertrieben werden, gekühlte Supermärkte oder - extrem selten - Kühlbusse. Und im Winter, bis sie vertrieben werden, Supermärkte und Wärmebusse oder - wenn sie fehlen - durch seine Betäubungswirkung - Schnaps bis zum Erfrieren. 

Die meisten haben die Wahl zwischen Solidarität und Egozentrik oder vielleicht doch Egoismus?

Freiwilliges Sparen, Freiwilliges Soziales Jahr, Freiwillige Sondersteuer für Millionäre und Milliardäre?

Oder gleichmäßige Belastung aller ohne Rücksicht auf das Existenzminimum, soziales Pflichtjahr für Jugendliche, Übergewinnsteuer, vermögensbegrenzende Erbschaftssteuer?

Warum entscheiden sich so viele Besserverdiener für Zwang für Geringverdiener und Freiwilligkeit für Millionäre? 

Und warum entscheiden sich die meisten Wähler ebenso?

Samstag, 6. August 2022

Aktuelle Armut in Deutschland

 Armut in Deutschland ist kein neues Thema. 

Derzeit sind über 13.400.000 Mitbürger:innen von Armut betroffen. Das sind rund 16 Prozent der Bevölkerung - die größte gemessene Armut seit der Wiedervereinigung! 

Die Dunkelziffer der von “verdeckter Armut” Betroffenen ist hier noch nicht berücksichtigt. Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigen, dass rund 40 Prozent aller dem Grunde nach Anspruchsberechtigten von staatlichen Grundsicherungsleistungen – wie die nach SGB XII geregelte Grundsicherung im Alter oder ALG II – diese gar nicht erst wahrnehmen. 

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) nennt in seinem Wochenbericht (49/2019) die erschütternde Zahl von rund 625.000 Privathaushalten oder 60 Prozent Leistungsberechtigter, die einen Anspruch auf Grundsicherung im Alter, vielleicht aus Scham, vielleicht aus Angst vor Ausgrenzung oder Angst vor der Bürokratie, vielleicht auch aus schierer Unwissenheit, verstreichen lassen. 

Armut ist divers! 

Wie diese Diversität aussieht, demonstrieren seit dem 12. Mai 2022 Tausende Nutzer:innen unter dem Hashtag #IchBinArmutsbetroffen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Samstag, 4. September 2021

Sonntag, 21. Februar 2021

Soziale Ungleichheit

 Abgehängt im Warmen von 

"Mehr Wohlstand und mehr Armut – Deutschland hat sich in den letzten Jahren auseinanderentwickelt. Die größte Not jedoch nahm eher ab.
Die deutsche Gesellschaft driftet auseinander. Auf der einen Seite leben mehr Menschen in Armut als vor zwanzig oder dreißig Jahren. Auf der anderen Seite wächst die Schicht der Wohlhabenden. Und: Der Aufstieg aus der Armut gelingt seltener als früher. Fast 60 Prozent der Armen sind nach fünf Jahren immer noch arm. In den Achtzigerjahren waren es nur 40 Prozent. [...]
Die jetzt veröffentlichten Zahlen reichen bis ins Jahr 2018, sie geben also noch nicht die Folgen der Corona-Krise wieder. [...]  Allerdings gibt es für Armut und Reichtum verschiedene Definitionen und Messmethoden. Deshalb ist das Bild widersprüchlich. So werden in der EU regelmäßig Bürgerinnen und Bürger befragt, ob ihnen das Geld fehle, um ihre Wohnung ausreichend zu heizen, sich jeden Tag eine vollwertige warme Mahlzeit zu leisten, unerwartete Ausgaben zu bewältigen oder eine Woche im Jahr in den Urlaub zu fahren. Wer viele dieser und weiterer Fragen mit "Ja" beantworten muss, leidet offiziell unter "erheblicher materieller Entbehrung", gilt also als arm. Nach dieser Erhebung, die in Deutschland das Statistische Bundesamt durchführt, ist die Armut auf einen Tiefststand gefallen – von 5,5 Prozent Betroffenen in der Bevölkerung im Jahr 2008 auf 3,1 Prozent im Jahr 2018. Das heißt: Etwa zwei Millionen Menschen weniger haben große finanzielle Probleme. [...]"
Worin besteht das Problem?
Eine immer größere Zahl von Menschen erlebt soziale Abwertung, weil sie mit dem Durchschnitt der Bevölkerung nicht mehr mithalten kann und  weil zusätzlich ein steigender Anteil  sich im Verhältnis zu den sehr Wohlhabenden zurückgesetzt fühlen. [Das könnte einer der Gründe  für die zeitweise starke Zunahme von AfD-Wählern sein.] Durch die Coronakrise verschärft sich das Problem, weil jetzt ein Teil der Bevölkerung von Existenzängsten betroffen ist, der sich davor gesichert glaubte. 



Sonntag, 25. Oktober 2020

Kurzerinnerung

 https://fontanefan.blogspot.com/2018/07/eine-realistische-weltsicht-schliet.html

Wir waren einmal auf einem richtigen Weg. Die Art der Bekämpfung von COVID-19 - so alternativlos sie unter anderen Gesichtspunkten erscheinen mag - hat die absolute Armut um viele Millionen vermehrt und wird sie auf absehbare Zeit weiter vermehren (wenn auch - hoffentlich - langsamer).

Armut und Lebensstandard

 Armut

"Die entscheidende Minimalmarkierung für Wohlstand war [...] die kontinuierliche Beschäftigung von Hauspersonal, auch in einer gemieteten Wohnung. Von dort war es noch ein weiter Weg über shabby gentility bis zu ausgesprochener Armut."(S.330)
"Im subsaharischen Afrika war der Besitz von Land ein weit weniger wichtiges Kriterium als die Kontrolle über Abhängige. Viele Herrscher im vorkolonialen Afrika besaßen kaum mehr lagerbare Schätze als ihre Untertanen. Sie hoben sich durch die Zahl ihrer Frauen, ihrer Sklaven, ihres Viehs und durch die Größe ihrer Getreidespeicher hervor. [...] Ein Armer war in Afrika jemand, der sich in einer besonders verletztlichen Lebenslage befand und der geringen oder gar keinen Zugang zur Arbeitskraft anderer hatte. Am Boden der Gesellschaft fanden sich diejenigen, die unverheiratet, kinderlos und vielleicht sogar noch wegen körperlicher Behinderung arbeitsunfähig waren. Selbst wenn sie oft besser ernährt waren als jene, um die sich niemand kümmerte, gehörten auch Sklaven zweifellos zur Schicht der Ärmsten." (S.331)
"Im südlichen Afrika begann Armut schon vor dem Ersten Weltkrieg eine Form anzunehmen, wie sie aus den dicht besiedelten Gesellschaften Europas und Asiens bekannt ist: Landlosigkeit mehr als physische Behinderung des Einzelnen wurde zur Hauptquelle von materieller Depravation. Staatlich unterstützte Landaneignung durch Siedler war eine typische Ursache dieser Art von Armut." (S.332)
"Profile von Einkommen und Lebensstandard [kann man] überhaupt nur im städtischen Raum erheben."  (S.332)
Die Zahl arbeitsfähiger Männer in britischen Arbeitshäusern ist ein guter Indikator für das Ausmaß extremer städtischer Armut. Diese Zahlen gingen zwischen 1860 und dem Ersten Weltkrieg nicht signifikant zurück. [...] Es ist unmöglich, für das 19. Jahrhundert Armut weltweit zu quantifizieren. (S.333)

Bettelei und Mildtätigkeit
"Die Tatsache, dass in Deutschland und einigen anderen Ländern Europas gegen Ende des 19. Jahrhunderts allmählich ein Wohlfahrtsstaat aufgebaut wurde, sollte nicht davon ablenken, dass dies in vielen Teilen der Welt auch eine Epoche fortgesetzter und neu motivierter philanthropischer Bemühungen um die Armen war." (S.333)
"In Ägypten setzte sich eine alte Tradition von Generosität und Almosenspendung fort. Diese Generosität hatte nach den Geboten des Islam nicht ostentativ in der Öffentlichkeit, sondern diskret ausgeübt zu werden." (S.334) "Ägypten unterschied sich freilich in
mehrfacher Hinsicht vom nördlichen Europa: [...] Die Armen verschwanden nie aus der Öffentlichkeit, sondern machten ihre Ansprüche geltend, anders als etwa die städtischen Unterschichten Englands, bei denen seit den 1860er Jahren die Entgegennahme von Armenfürsorge und erst recht Bettelei als peinlich und entwürdigend galten. Bettelfreiheit ist ein historisch ganz seltener Zustand, und er wurde vermutlich vor dem 20. Jahrhundert fast niemals erreicht.(S.334) 

Globalisierter Konsum
"Die umfassendste interkontinentale Wechselwirkung von Ernährungspraktiken war bereits im 16. Jahrhundert erfolgt. Dieser Columbian Exchange hatte europäische Nutzpflanzen und Tiere in der Neuen Welt eingeführt und amerikanische Pflanzen nach Asien und Europa gebracht. [...] Die Kartoffel brauchte seit der Ankunft der ersten Knollen kurz vor 1600 etwa zweihundert Jahre, bis sie in Ländern wie Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien zum wichtigsten Grundnahrungsmittel wurde. Schon viel früher hatte die
Einführung ertragreicherer Reissorten die Produktion in Südostasien und China erheblich gesteigert.(S.335)
"Die amerikanische Maniok-Wurzel wurde in Afrika heimisch gemacht, [...]. Heute ist Maniok in den tropischen Teilen Afrikas die am weitesten verbreitete Nahrungspflanze." (S.336)
Kulinarische Mobilität
"Seit dem Goldrausch der Jahrhundertmitte waren Italiener in Kalifornien ansässig. Bald immigrierten sie in / viele andere Teile der USA. Sie brachten den Durum-Weizen mit, den
man für italienische Pasta benötigt." (S.336/37) 
"In keinem europäischen Land spielten aus Übersee importierte Nahrungs- und Genussmittel eine größere Rolle als in Großbritannien. Die East India Company hatte, vor [...] die Briten zu einer Nation von Teetrinkern erzogen. [...] Der einzige andere exotische Import, der über den engen Kreis des Luxuskonsums hinaus die Ernährung der breiten Bevölkerung veränderte, war der Zucker. [...] Der eigentliche Aufstieg des Zuckerkonsums fand aber erst im 19. Jahrhundert statt. Die Zuckerproduktion auf der Welt verdoppelte sich zwischen 1880 und 1900 und nochmals von da an bis 1914. Der Anteil von Zucker an der durchschnittlichen Kalorienversorgung der Briten soll im Laufe des Jahrhunderts von 2 Prozent auf 14 Prozent gestiegen sein." (S.338)
"Es war eine der großen Tendenzen des 19. Jahrhunderts auf dem Ernährungssektor, dass die Industrialisierung auch die Herstellung von Fleisch erfasste und den Fleischmarkt
zu einem transkontinentalen Geschäft machte. [...] Spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts nahm in Westeuropa der Fleischkonsum auch der Unterschichten deutlich zu. Zwischen den 1860er und den 1890er Jahren verdoppelte sich der Fleischverbrauch englischer Arbeiterfamilien auf mehr als ein Pfund pro Kopf in der Woche. Die Japaner [...]  bekehrten sich von vegetarischer Ernährung zum Verzehr von Fleisch. [...] 1876 wurde erstmals argentinisches Rindfleisch per Kühlschiff nach Europa gebracht." (S.339)
"Romantische Sozialtypen wie der nordamerikanische Cowboy und der argentinische Gaucho waren das mobile Proletariat einer weltweit operierenden Fleischindustrie. [...]
1905 wurden 17 Millionen Tiere getötet. Es ist kein Zufall, dass eine der schärfsten literarischen Attacken auf den amerikanischen Kapitalismus, Upton Sinclairs Roman The Jungle (1906), seinen Schauplatz in den Chicagoer Schlachthöfen hat [...]." (S.340)

Samstag, 15. Juni 2019

Armutsmeldung von 1996

"10% der Bevölkerung der BRD leben unter der Sozialhilfeschwelle.
15% sind von Armut bedroht, da sie einen zu hohen Aufwand für
Wohnkosten haben.
Jeder 10. New Yorker lebt von dem Essen, das City Harvest* vor dem
Müllschlucker bewahrt (z.B. das Ausgehöhlte aus Kartoffeln).
Sie sind obdachlos oder stehen vor der Alternative: Miete oder Essen.
In New York stehen 1,5 Mill. Wohnungen leer." (1996)



*"Founded in 1982, City Harvest is the world's first food rescue organization.[2] Its founders included Helen VerDuin Palit[3] and Harley Brooke-Hitching (founding chair) and Peter Schmidt (founding Board Member).[4] To date, the organization has rescued and delivered more than 600 million pounds of food.[1] The operation utilizes 22 trucks (including 2 tractor trailers), 160 staff members, thousands of volunteers, a Food Rescue Facility, and the support of many food and financial donors.[5] Fresh fruits and vegetables comprised more than half of the rescued food.[6] "(https://en.wikipedia.org/wiki/City_Harvest_(organization))

"Die im Tafel Deutschland e. V. organisierten Tafeln sind – gemessen an den etablierten Verbänden der freien Wohlfahrtspflege wie etwa der Arbeiterwohlfahrt und der Caritas – eher neue Akteure im Bereich der sozialen Arbeit. Die erste deutsche Tafel wurde 1993 in Berlin durch Sabine Werth und ihre Initiativgruppe Berliner Frauen e. V. gegründet und organisiert, nach deren Vorbild weitere Tafeln zunächst in den großen deutschen Städten entstanden.[3] Inzwischen (Stand Oktober 2011) gibt es in der Bundesrepublik über 900 Tafeln, die in der Regel mit ehrenamtlichen Helfern verwertbare Lebensmittel einsammeln, die der Handel oder Hersteller als unverkäuflich aussortierten."
(https://de.wikipedia.org/wiki/Tafel_(Organisation)#Geschichte_und_Entwicklung_der_Tafeln_in_Deutschland - Hervorhebungen von Fontanefan)

Donnerstag, 21. Februar 2019

Armut - Reichtum

Aber die Alternative zu Armut ist nicht Reichtum - die Alternative zu Armut und Reichtum ist: Gemeinschaft. Man kann in Armut leben, wenn sei gemeinsam getragen wird. Erst die ungerechte Verteilung der Mittel und Chancen zum Leben macht Armut zur Qual. (Jürgen Moltmann)
Eine Erklärung, weshalb der Unmut in der Bevölkerung zunimmt?


Dienstag, 5. Februar 2019

Rechtsgleichheit und erworbene Ungleichheit

Die folgenden Rechnungen habe nicht ich aufgestellt. Sie lassen sich gewiss anfechten.
Aber der Eindruck, den sie vermitteln, dürfte kaum zu widerlegen sein:

Oxfam:
8 Menschen haben so viel Besitz wie die ärmeren 50% der Menschheit

jinfo.org:
0,2 Prozent der Weltbevölkerung sind Juden.
22 Prozent der Nobelpreisträger sind Juden.
http://www.jinfo.org/Nobel_Prizes.html
Die Nobelpreisträger versuchen meist, so viel von ihren Erkenntnissen weiterzugeben wie möglich.  (Alfred Nobel hat versucht, das zu unterstützen.)
Die meisten der 8 Reichen (oder sind es alle?) haben versprochen, - nach ihrem Tode - mindestens 50% ihres Reichtums nicht an ihre leiblichen Erben weiterzugeben, sondern für gute Zwecke zur Verfügung zu stellen. 

Meine persönliche Meinung
Es würde wohl nichts schaden, wenn sie damit ein wenig früher anfingen und wenn sie ihren Erben pro Person nicht wesentlich mehr als 1 Million US-Dollar vererben würden.

Muhammad Yunus hat einen guten Vorschlag dazu gemacht, wie das dann gespendete Geld verwendet werden könnte. 
"Wenn diese hyperreichen Zeitgenossen bereit wären, die Hälfte ihres Reichtums zum Nutzen der Welt abzugeben, würde der Geldfluss sofort seine Richtung ändern. [...] Überraschenderweise ist das kein Problem. Wir brauchen sie nicht zu überreden. Sie haben schon beschlossen, es zu tun! Alle acht haben Givingg Pledge unterschrieben und sich so verpflichtet, nach ihrem Tod die Hälfte ihres Reichtums für wohltätige Zwecke zu geben. [...]
Die Existenz von Givingg Pledge und seine Beliebtheit unter den Reichsten dieser Welt ist ein gutes Zeichen. Jetzt müssen wir sie nur noch davon überzeugen, dass zumindest ein Teil dieses Geldes für das Social Business genutzt werden sollte." (S.257-59)
Zum Kontext seines Vorschlags.

Außerdem könnten die Superreichen versuchen, ihren Nachkommen statt über Vererbung mit optimaler Förderung überdurchschnittliche Lebenschancen zu eröffnen.

Zum Versuch, Bildungsungleichheit statt durch Menschen durch Verwendung digitaler Medien ("digitale Bildung") auszugleichen. (mehr dazu: Internetlernen und Schnipsel)

Ein bekannter anderer Versuch war zwar folgenreich, aber nicht erfolgreich.

Samstag, 17. November 2018

Hashtags: Gesellschaftlicher Wandel und Zementierung eines Unten

#Industrie4.0
#Arbeit4.0
#metoo
#unten
In der 4. Klasse hatte ich einen Schnitt von 3,4 Empfehlung der Lehrer: Realschule Begründung: Eltern (Bauingenieur und Bankkauffrau) können ja helfen Meine Freundin Schnitt 2.9 Vater alleinerziehend und Bauarbeiter Empfehlung: Hauptschule
: Mutter (schwerbehindert) zieht alleine 2 Kinder am Existenzminimum groß. Keine Chance für die eigene Vorsorge. Mutter wird mit 60 Jahren Pflegefall. K1 mit Studium fertig, wenn das abgezahlt ist, darf K1 Elternunterhalt zahlen & für die Beerdigung der Mutter sparen.

Einmal unten, immer unten ZEIT online 14.11.18
"Wie fühlt es sich an, in Deutschland arm zu sein? Auf Twitter ist eine neue Debatte darüber entstanden. Gut so. Noch besser wäre es, die Diskussion hätte auch echte Folgen."

Donnerstag, 12. Juli 2018

Ein neues Verständnis von Armut

Abhijit V. BanerjeeEsther Duflo: Poor Economics 

Plädoyer für ein neues Verständnis von Armut


Joseph StiglitzDer Preis der Ungleichheit


"[...] In Afrika gibt es einige Staaten, die zwanzig, vierzig oder achtzig Prozent des Haushalts von der Entwicklungshilfe finanziert bekommen. Gelder in solch hohem Ausmass beeinflussen das Verhältnis zwischen Regierung und Bevölkerung. Der Gesellschaftsvertrag werde gestört, wie Angus Deaton betont: «Ohne ein demokratisches oder wechselwirksames Zusammenspiel von Steuern und Ausgaben» könne der Staat nicht funktionieren.
In der Schweiz ebenso wie in den USA übernimmt der Staat wichtige Dienstleistungen, und wenn der Bürger mit der Leistung des Staats und seinen politischen Vertretern nicht zufrieden ist, kann er sie abwählen. Aber wenn die Dienstleistungen von aussen herangetragen würden, funktioniere dieser Mechanismus nicht mehr. Das Zusammenspiel von Verantwortungs-Übertragung und Rechenschafts-Pflicht, wie es in einer modernen Gesellschaft besteht, werde gestört. Entwicklungshilfe behindert laut Deaton deshalb die Entstehung eines funktionierenden Staates.

Hilfe für statt Hilfe in

Damit Entwicklungshilfe den Gesellschaftsvertrag nicht antastet, schlägt Angus Deaton vor, nicht länger Hilfe in einem Land zu leisten. Stattdessen müsse man Hilfe für ein Land leisten. Etwa im Bereich Tropenkrankheiten könnten die Industrienationen viel mehr tun. «Es wird kaum Geld für die Malariaforschung ausgegeben und fast nichts für Ebola», erklärt Deaton, «weil die Krankheiten amerikanische Bürger nicht betreffen. Würde sie die Amerikaner betreffen, würde die Regierung sehr viel Geld ausgeben. Wenn wir den Menschen also helfen wollen, können wir grosse Summen für die Erforschung solcher Krankheiten spenden.» [...]"

Samstag, 27. Januar 2018

Reichtum, Armut und Steuervermeidung

Die zukünftige Bundesregierung muss endlich handeln

"[...] die 32-jährige Duong Thi Lan aus Vietnam näht Absätze und Sohlen für Schuhe internationaler Marken zusammen. An sechs Tagen die Woche, neun Stunden am Tag. Für einen US-Dollar pro Stunde. Sie selbst kann sich diese Schuhe nicht leisten.[...]"

mehr ...

Mittwoch, 16. August 2017

Von der Renaissance bis heute kaum was verändert in Florenz?

Schön wär's in Sachen Architektur. In der Tat, die Bauwerke sind nach allen Naturkatastrophen wiederhergestellt, nach Jahrhunderten des Verschleiß gut restauriert.

Aber hier geht's um die Vermögensverteilung:
In Florenz sind die reichen Familien von 1427 immer noch reich. 
ZEIT 23/2017 1.6.17 von J. Dudziak

Wenn Niccolò Ridolfi erklären möchte, worauf es ihm im Leben ankommt, geht er in seine Garage. Dort steht ein glänzend roter anderthalb Meter langer Maserati, den er seiner Tochter von einer Reise mitgebracht hat. Mit dem Spielzeugauto gibt es nur ein Problem: Die Seitenstangen und das Lenkrad sind aus Aluminium. Nicht hinnehmbar für einen Ridolfi. Also hat er einen Handwerker damit beauftragt, die Teile neu anzufertigen. Ob das Lenkrad aus Holz, Leder oder Metall sein und in welcher Form es gebaut werden soll, darüber kann seine siebenjährige Tochter selbst bestimmen. Ridolfi tätschelt die Karosserie. Dann sagt er: "Ich möchte ihr ein Gespür dafür vermitteln, was es heißt, ein Florentiner zu sein. Damit meine ich, dass wir mit Gefühl, Intelligenz und Fantasie etwas schaffen können, das einzigartig ist – und Bestand hat."
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Dienstag, 4. Juli 2017

Die Kluft wächst. CDU und CSU wollen gerne damit leben.

"Das Fünftel der Beschäftigten mit den geringsten Stundenlöhnen musste zwischen 1995 und 2015 einen Reallohnverlust von sieben Prozent hinnehmen, auch das darüber liegende Fünftel kam preisbereinigt noch auf ein Minus von fünf Prozent." (Mitteldeutsche Zeitung 3.7.17)

Die Union kündigt in ihrem Wahlprogramm an, daran nichts ändern zu wollen, und das unter dem Motto: "Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben."

Nur eins wollen sie ändern: Die oberen drei Fünftel sollen von Steuern entlastet werden. 
Unsozialer sind da nur noch AfD und FDP.