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Mittwoch, 22. April 2026
Dienstag, 21. April 2026
Es ist gut, dass du in der Schule Dinge lernst, die du nicht brauchst
Bent Freiwald "In der neunten Klasse holte meine Biologielehrerin Frau Fischer einen Filmprojektor aus der Schrankwand. Sie musste noch mit der Hand kurbeln, um den Film abzuspielen, den sie uns zeigen wollte. (Nein, ich bin nicht in den sechziger Jahren zur Schule gegangen, Frau Fischer war nur etwas altmodisch.)
Über die Leinwand flimmerte ein Schwarzweißfilm über die Paarung des Alpenmolches. Ich weiß noch ganz genau, wie fassungslos ich damals war: Die Paarung des Alpenmolches? Ernsthaft? Wozu brauche ich das? Warum sollte ich das wissen?Diese Fassungslosigkeit begleitete mich durch meine gesamte Schulzeit und darüber hinaus. Und damit bin ich nicht allein. Erst neulich hat sich die ehemalige Boxerin Regina Halmich in einem SWR-Podcast aufgeregt: „Ich habe so viel in der Schule gelernt, was ich heute überhaupt nicht brauche.“ Gedichtanalyse? Kurvendiskussion? Stochastik? Puh. Shakespeare? Romantik? Goethe? Komm schon. Ich musste seit dem Matheabitur nie wieder die vierte Ableitung einer Funktion bestimmen. Du etwa? [...]" (zitiert nach: Krautreporter 8.4.26)
A. Polgar:„Ich kann keine Romane lesen“
„Ich kann keine Romane lesen“
In tausend Schicksale bist du durch Neugier, Gefühl, Nötigung hineingeknüpft, tausend Atem wehen Hauch und Sturm in deine Segel, immer schreckhafter wird die unentrinnbareVision von Figuren, Gesichtern, Stimmen, die deine Szene hintergründig abschließt. Und da soll man Romane lesen? Bei dieser Übervölkerung des Bewußtseins noch Leute hineinlassen, die gar nicht sind oder waren? Dem bis zum Niederbrechen in Anspruch genommenen Interesse für das Leben, seine Figuren und Schicksale, auch noch konstruiertes Leben, erfundene Figuren, zusammengelogene Schicksale aufladen? Wie, bei dieser schrecklichen Antlitze-Inflation, die das Dasein ohnehin mit sich bringt, soll ich noch Antlitze aus der Phantasie-Minze des Romanschreibers in meinen geistigen Umlauf setzen? Zubauen statt abbauen? Ich soll mein Mitgefühl, das schon vor der Stube des Schusters Potzner ohnmächtig versagt, noch durch imaginierte Leiden imaginierter Erdenwandler, die sich ein Herr am Schreibtisch aus dem tintigen Finger gesogen hat, in Bewegung setzen lassen? Ich soll zu den unlösbaren Problemen, die schon der Charakter meines Hausmeisters stellt, mir noch welche einwirtschaften, die eine Laune des Romanschreibers den von ihr geborenen Charakteren hineinpraktiziert hat? Romanleser sein, das heißt: ins grauslich überstopfte lebendige Leben noch papierenes stopfen, auf die zum Platzen geschwollene Welt noch Scheinwelt okulieren, an die Phantasie, für die ein Gott grandseigneural-üppig gedeckt hat, Ersatznahrung aus dem Laden der Fälscher verfuttern. Ich, der ich gar keine Besuche mache, soll mich durch Hütten und Paläste schleifen lassen, in Töpfe, Betten, Hirne gucken und zusehen, wie’s dort brodelt, wo doch schon der Brodem meines eignen kleinen Lebens mich betäubt, mir kosmischer Nebel scheint, unendlich, undurchdringlich ? Ich, der ich nicht genug Tränen habe, meinen eignen Toten — von meinen eignen Lebenden ganz zu schweigen — zu zahlen, soll an Gräbern schluchzen, die eine Feder aus Papier herausgeschaufelt hat und in denen gar keiner drinliegt? Wie kann man nur Romane lesen? Alfred Polgar: Ich kann keine Romane lesen. In: Orchester von oben, 1926, S. 266 ff. = https://archive.org/details/ |
Sonntag, 19. April 2026
Verbilligung der Satellitenstarts und Zunahme des Weltraumschrotts
Verbilligung der Satellitenstarts und Zunahme des Weltraumschrotts
ZEIT 15.4.2026
"[...] Transportpreise ins All sind im freien Fall. Ein Kilogramm Nutzlast in eine niedrige Umlaufbahn zu schießen, kostete während der Space-Shuttle-Ära von 1981 bis 2011 im Schnitt noch 54.500 Dollar. Heute verlangt SpaceX weniger als 3.000 Dollar. Falls es Elon Musk demnächst gelingt, seine Starship-Rakete vollständig wiederzuverwerten, rechnet das Unternehmen mit weniger als 50 Dollar – ein Preissturz um den Faktor 1.000. Starship, die größte je gebaute Rakete, soll 150 Tonnen auf einmal in den Orbit heben, das Gewicht eines Blauwals. Sie soll landen und sofort wieder starten, wie ein Flugzeug, mehrmals am Tag. [...]
Auf dem Weltwirtschaftsforum im Januar im schweizerischen Davos diskutierte ein Panel über »das nächste Rennen im All«, die Esa richtete dort ein eignes Side-Event aus – aber den lautesten Auftritt hatte Elon Musk. Er erklärte per Videoschalte: »Es liegt auf der Hand, solarbetriebene Datenzentren im Weltraum zu bauen.« Die Sache werde »in zwei, spätestens drei Jahren Wirklichkeit«. Seine Logik: Künstliche Intelligenz braucht große Mengen Strom und Kühlung. Beides löst das All. Sonne scheint dort oben ohne Unterbrechung. Überschüssige Wärme lässt sich ins Vakuum abstrahlen, ohne Kühlturm, ohne Wasser, ohne Verlust.
Musk befeuert solche Visionen sicher auch, um den Wert von SpaceX vor dem geplanten Börsengang in die Höhe zu treiben. Allein steht er mit seinem Urteil aber nicht. Das vom US-Chipkonzern Nvidia gestützte Unternehmen Starcloud trainierte 2025 erstmals ein KI-Modell auf einem Chip direkt im Orbit und hat die Genehmigung für 88.000 Satelliten beantragt. Noch gilt die Sache als zu teuer – aber mit jeder Kostensenkung, die Raketenfirmen wie Astra und SpaceX gelingt, werden aus heutiger Sicht völlig verrückte Ideen realistischer. Ob Orbithotels, gigantische Solarsegel zur Energiegewinnung oder der Abbau von Rohstoffen auf Asteroiden – was gestern noch als »crazy« abgetan wurde, rechnet man heute in Businessplänen durch. [...]
Jedes Start-up, das im All produziert, erhöht die Nachfrage. Was wiederum die Serienproduktion von Raketen treibt und dadurch die Startkosten senkt. Bisher mag Musks SpaceX dominieren, doch Hubbard glaubt, dass das bloß der Anfang eines ungezügelten Marktes ist. »Im All gibt es noch keinen Kontrolleur, da geht alles«, sagt der Nasa-Veteran.
Genau das wird für die Weltraumbranche gerade zum Problem. Das All wird zu voll, niemand holt den Schrott ab. Aber selbst die Müllabfuhr will nun ein Unternehmer übernehmen. [...]
Schon heute gibt es dem US-Weltraumüberwachungsnetzwerk zufolge alle zwei Minuten eine Kollisionswarnung im All; jedes Ausweichmanöver verbrennt Treibstoff. Und tatsächlich verlangen die USA und Europa von ihren Unternehmen schon erste Zusagen zur Trümmerbeseitigung nach Missionsende.
Wird Okada, dessen Land der Welt mit Marie Kondo das Aufräumen beibrachte, der Welt eines Tages einen sauberen Orbit schenken? »Dass diese Technik funktioniert, ist bewiesen«, antwortet der. »Die Preise werden jetzt kalkulierbar.« (ZEIT 15.4.26)
Freitag, 17. April 2026
Kant
Die Pflicht zur Zuversicht.
Ein emotionaler kategorischer Imperativ, der im gegenseitigen Austausch gegenwärtig nicht besonders intensiv befolgt wird.
Donnerstag, 16. April 2026
Angewohnheiten, die über den Erfolg einer Beziehung entscheiden
Psychologe: Drei Angewohnheiten entscheiden, wie glücklich Paare in der Beziehung sind
Stand:
Von: Sophia Sichtermann
Ego-Probleme können einer Beziehung schaden. Ein Psychologe erklärt, was Paare verbessern können, um glücklicher zu werden.
Ego-Probleme können einer Beziehung schaden. Ein Psychologe erklärt, was Paare verbessern können, um glücklicher zu werden.
Hamburg – Jede Beziehung ist einzigartig und jedes Paar hat eine individuelle Dynamik. Trotzdem lassen sich bestimmte Verhaltensweisen feststellen, die für eine Beziehung gesund sind – zum Beispiel der anderen Person zuzuhören, wertschätzend zu kommunizieren und eine Balance aus gemeinsamer Zeit und Eigenständigkeit zu finden. Andere Angewohnheiten wirken sich dagegen oft negativ auf das Zusammensein aus, zum Beispiel, wenn die Partner nicht ehrlich miteinander sprechen können. Der Grund für manche dieser Schwierigkeiten könnte im Ego liegen.
Darauf weist ein Beitrag im US-amerikanischen Blog Elephant Journal hin. Darin heißt es, das Ego sei der „Feind von Verbindungen“. Es würde das Glück in Beziehungen aushöhlen, weil es Nähe und Verletzlichkeit verhindere. Wahre Freude in einer Partnerschaft erfordere dagegen emotionale Stabilität und die Fähigkeit, sich selbst zu reflektieren.
Der Blog nennt drei typische Ego-Faktoren, die beeinflussen, wie glücklich – oder unglücklich – Paare miteinander sind. Die Frankfurter Rundschau hat mit dem Psychologen und Parship-Experten Markus Ernst darüber gesprochen, wie sich diese Aspekte im Alltag zeigen.
1. Keine Impulskontrolle
Eines der Dinge, die Beziehungen verletzen können, sei der Umgang mit Wutausbrüchen und emotionalen Reaktionen, die zu Respektlosigkeit führten. Doch was bringt einige Menschen dazu, defensiv zu reagieren, wenn sie sich verletzt fühlen – obwohl sie wissen, dass es der Beziehung schaden kann? „In solchen Situationen schaltet das Gehirn in einen ‚Bedrohungsmodus‘, ähnlich wie bei echter Gefahr und es kommt zu typischen Stressreaktionen“, sagt Ernst der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Vor diesen „spontanen, impulsartigen Reaktionen“ würden die Personen nicht reflektieren – auch dann, wenn ihnen die Beziehung eigentlich wichtig ist.
Wahrgenommene Verletzungen fühlten sich dann wie ein „Angriff auf das eigene Selbst“ an und könnten zusätzlich alte Erfahrungen reaktivieren. Die Folge: Der Beziehungspartner mache emotional zu, verteidige sich – oder greife an.
2. Schwierigkeiten mit offener Kommunikation
Laut dem Artikel im Elephant Journal sinke die Zufriedenheit in einer Beziehung, wenn eine Person nicht in der Lage sei, offen über Bedürfnisse und Gefühle zu sprechen, weil das Ego im Weg steht. Wenn Paare auch in schwierigen Zeiten miteinander reden, komme es zu weniger Missverständnissen – und zu mehr Nähe. Auch Psychologe Ernst betont, wie wichtig es ist, Konflikte nicht zu vermeiden, sondern sie konstruktiv zu führen: „Gesünder zu streiten bedeutet nicht, Konflikte zu vermeiden, sondern sie so zu führen, dass Annäherung möglich wird.“
Hilfreich sei es in solchen Momenten, sich kurz aus der Situation zu entfernen, durchzuatmen – um dann weniger emotional weiter zu kommunizieren. Zu einem konstruktiven Gespräch gehöre wirkliches Zuhören, betont der Experte – nicht nur abzuwarten, bis man wieder dran ist. „Oft erlebt man in der Praxis bei Streits eine Gewinner-Verlierer-Logik – davon sollte man sich frei machen“, sagt Ernst der Frankfurter Rundschau. Als Merksatz sollten Paare verinnerlichen: „Hilft das, was ich gerade sage oder tue, unserer Verbindung, oder schadet es ihr?“
3. Probleme, Konflikte hinter sich zu lassen
Auseinandersetzungen gehören zu jeder Beziehung – entscheidend ist, wie Paare danach wieder zueinanderfinden. In dem US-Blogbeitrag heißt es, dass viele Menschen Groll hegen, weil ihr Ego sie daran hindere, loszulassen. Das Bedürfnis, Recht zu behalten oder den eigenen Stolz zu wahren, stehe dann über dem Wunsch nach Nähe. Ernst rät zu einer „einfachen Selbstprüfung“ im Alltag: „Will ich meinen Partner verstehen oder will ich gewinnen?“ Gehe es eher um Kontrolle oder Selbstschutz, sei die Wahrscheinlichkeit „hoch, dass das eigene Ego der Beziehung im Weg steht“.
Hamburg – Jede Beziehung ist einzigartig und jedes Paar hat eine individuelle Dynamik. Trotzdem lassen sich bestimmte Verhaltensweisen feststellen, die für eine Beziehung gesund sind – zum Beispiel der anderen Person zuzuhören, wertschätzend zu kommunizieren und eine Balance aus gemeinsamer Zeit und Eigenständigkeit zu finden. Andere Angewohnheiten wirken sich dagegen oft negativ auf das Zusammensein aus, zum Beispiel, wenn die Partner nicht ehrlich miteinander sprechen können. Der Grund für manche dieser Schwierigkeiten könnte im Ego liegen.
1. Keine Impulskontrolle
Eines der Dinge, die Beziehungen verletzen können, sei der Umgang mit Wutausbrüchen und emotionalen Reaktionen, die zu Respektlosigkeit führten. Doch was bringt einige Menschen dazu, defensiv zu reagieren, wenn sie sich verletzt fühlen – obwohl sie wissen, dass es der Beziehung schaden kann? „In solchen Situationen schaltet das Gehirn in einen ‚Bedrohungsmodus‘, ähnlich wie bei echter Gefahr und es kommt zu typischen Stressreaktionen“, sagt Ernst der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media. Vor diesen „spontanen, impulsartigen Reaktionen“ würden die Personen nicht reflektieren – auch dann, wenn ihnen die Beziehung eigentlich wichtig ist.
Wahrgenommene Verletzungen fühlten sich dann wie ein „Angriff auf das eigene Selbst“ an und könnten zusätzlich alte Erfahrungen reaktivieren. Die Folge: Der Beziehungspartner mache emotional zu, verteidige sich – oder greife an.
2. Schwierigkeiten mit offener Kommunikation
Laut dem Artikel im Elephant Journal sinke die Zufriedenheit in einer Beziehung, wenn eine Person nicht in der Lage sei, offen über Bedürfnisse und Gefühle zu sprechen, weil das Ego im Weg steht. Wenn Paare auch in schwierigen Zeiten miteinander reden, komme es zu weniger Missverständnissen – und zu mehr Nähe. Auch Psychologe Ernst betont, wie wichtig es ist, Konflikte nicht zu vermeiden, sondern sie konstruktiv zu führen: „Gesünder zu streiten bedeutet nicht, Konflikte zu vermeiden, sondern sie so zu führen, dass Annäherung möglich wird.“
Hilfreich sei es in solchen Momenten, sich kurz aus der Situation zu entfernen, durchzuatmen – um dann weniger emotional weiter zu kommunizieren. Zu einem konstruktiven Gespräch gehöre wirkliches Zuhören, betont der Experte – nicht nur abzuwarten, bis man wieder dran ist. „Oft erlebt man in der Praxis bei Streits eine Gewinner-Verlierer-Logik – davon sollte man sich frei machen“, sagt Ernst der Frankfurter Rundschau. Als Merksatz sollten Paare verinnerlichen: „Hilft das, was ich gerade sage oder tue, unserer Verbindung, oder schadet es ihr?“
3. Probleme, Konflikte hinter sich zu lassen
Auseinandersetzungen gehören zu jeder Beziehung – entscheidend ist, wie Paare danach wieder zueinanderfinden. In dem US-Blogbeitrag heißt es, dass viele Menschen Groll hegen, weil ihr Ego sie daran hindere, loszulassen. Das Bedürfnis, Recht zu behalten oder den eigenen Stolz zu wahren, stehe dann über dem Wunsch nach Nähe. Ernst rät zu einer „einfachen Selbstprüfung“ im Alltag: „Will ich meinen Partner verstehen oder will ich gewinnen?“ Gehe es eher um Kontrolle oder Selbstschutz, sei die Wahrscheinlichkeit „hoch, dass das eigene Ego der Beziehung im Weg steht“.
Der Experte betont jedoch auch, dass ein Ego grundsätzlich etwas Positives ist: „Ein Ego zu haben ist überlebenswichtig“, sagt Ernst. Die Frage sei, wie bewusst der Einzelne damit umgehe. Grenzen zu setzen stärke das Selbstwertgefühl und könne Abhängigkeit verhindern. „Ein gesundes Ego dient der Selbstachtung“, so Ernst. „Ein unbewusstes – in Beziehungen problematisches – Ego hat Selbstschutz um jeden Preis im Sinn.“ (Quellen: Elephant Journal, eigene Recherche)
Der Experte betont jedoch auch, dass ein Ego grundsätzlich etwas Positives ist: „Ein Ego zu haben ist überlebenswichtig“, sagt Ernst. Die Frage sei, wie bewusst der Einzelne damit umgehe. Grenzen zu setzen stärke das Selbstwertgefühl und könne Abhängigkeit verhindern. „Ein gesundes Ego dient der Selbstachtung“, so Ernst. „Ein unbewusstes – in Beziehungen problematisches – Ego hat Selbstschutz um jeden Preis im Sinn.“ (Quellen: Elephant Journal, eigene Recherche)
