Posts mit dem Label Demokratiefähigkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Demokratiefähigkeit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. Februar 2017

Demokratie im Klassenzimmer und auf dem Schulhof (Blogparade Demokratiefähigkeit)

In unserer Gesellschaft ist aus gutem Grund das Bewusstsein dafür gewachsen, dass Demokratie einen fortwährenden Einsatz braucht, um sie lebendig zu erhalten.
Wenn - wie Daniel Bernsen herausgestellt hat - das Klassenzimmer eine wichtige Schule der Demokratie ist, dann gehört auch dazu, dass dort ein respektvoller Umgang gepflegt wird. Denn ohne den können sich Empathie und die Bereitschaft zu Kompromissen nicht entfalten.
Deshalb trifft das Manifest des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) "HALTUNG ZÄHLT" einen zentralen Punkt: 
"Wir wollen, dass unsere Kinder in einer weltoffenen Gesellschaft leben. Unsere Kinder sollen Respekt, Wertschätzung und Interesse für die anderen Menschen erleben und leben - unabhängig davon, welcher Religion sie angehören, welche Hautfarbe sie haben, welche Muttersprache sie sprechen und welche Meinung sie vertreten.

Als besorgte Lehrerinnen und Lehrer appellieren wir deshalb an alle, unsere Gesellschaft vor Spaltung, Brutalität, Rücksichtslosigkeit und Radikalisierung zu schützen und so unsere Demokratie zu bewahren. Lassen wir uns nicht einschüchtern und setzen wir uns selbstbewusst und kompromisslos ein."

Die Initiatoren des Netzwerks für Demokratie und Courage und der BLLV haben gewiss einen unterschiedlichen gesellschaftlichen Hintergrund und damit auch unterschiedliche Interessen, aber das Ziel ist durchaus ein gemeinsames. 

vgl. auch: Die neue digitale Zivilcourage und den Hashtag #ichbinhier

Freitag, 3. Februar 2017

Was kann Schule zur Unterstützung von Demokratiefähigkeit leisten? (Blogparade)

"Es scheint mir eine Überlegung wert, die langfristig verwendeten, immer wiederkehrenden politisch instrumentalisierten Geschichtstopoi zu identifizieren und bei der Erstellung der Inhalte von Lehr- und Rahmenplänen für den Geschichts-, Politik- und Gesellschaftslehreunterricht besonders zu berücksichtigen."
Diesen Gedanken von Daniel Bernsen möchte ich unterstützen. Deshalb greife ich ihn hier gleich  auf, ohne ihn schon vertiefen zu können.

Bernsen kommt auf diesen Gedanken, weil er bei seiner Behandlung geschichtsverfälschender Mythen (vgl. die korrigierenden Darstellungen bei Geschichtscheck) festgestellt hat:
"Es sind also insbesondere die Leerräume der öffentlichen, staatlichen Geschichtsdarstellung, die mit Fehlinterpretationen und bewussten Lügen gefüllt und politisch instrumentalisiert werden." 
Aufgefallen ist ihm das bei der Behandlung politischer Hassreden, wie sie insbesondere gegen Flüchtlinge vorgebracht werden, aber auch sonst zur Stützung nationalistischer Ideologien verwendet werden. Dazu schreibt er, es handle sich "bei vielen Themen, um historische Ereignisse, Entwicklungen und Strukturen, die nicht in den Geschichtslehrplänen aufgegriffen werden, wie z.B. der gesellschaftliche Umgang mit Homosexualität oder die Situation der deutschen Kriegsgefangenen am Ende des 2. Weltkriegs („Rheinwiesenlager„), oder die in den letzten Jahren aus den Lehrplänen gestrichen wurden, wie z.B. die „Völkerwanderung“."

Dieser Beitrag von Bernsen lässt sich gut dem Themenfeld der Blogparade Förderung von Demokratiefähigkeit zuordnen, zu der Walter Böhme im ZUM-Blog aufgerufen hat.

Auch der Kinderreport des Kinderhilfswerks bezieht sich auf das Thema Förderung von Demokratiefähigkeit:
"Gleichzeitig bietet der Kinderreport 2017 aber auch Hinweise auf Strategien zur Stärkung unserer Demokratie durch eine Förderung demokratischer Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen. Wenn diese Förderung von nachhaltiger Wirkung sein soll, muss sie frühzeitig ansetzen und vor allem milieuübergreifend erfolgen“, betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes. „Demokratie normiert unser Zusammenleben und gibt den geregelten Rahmen für politische Entscheidungsund Gestaltungsprozesse vor. Sie ist aber nur dann verwirklicht, wenn jeder einzelne sie unabhängig vom Alter als Möglichkeit zur Selbstentfaltung begreift und gleichzeitig die vielfältigen Meinungen und Bedürfnisse anderer nicht aus dem Blick verliert. Wir müssen unsere Demokratie mit Leben füllen, ihre Voraussetzungen bewahren und sie offensiv gegen Bedrohungen verteidigen – und zwar jeden Tag aufs Neue“, so Krüger weiter." (Pressemitteilung des Kinderhilfswerks vom 2.2.17)