Sonntag, 1. November 2026

Corinne Hofmann: Die weiße Massai

 Corinne Hofmann: Die weiße Massai

Die weiße Massai (Film)

Handlung: "Corinne Hofmann, 1960 als Tochter einer französischen Mutter und eines deutschen Vaters in der Schweiz geboren, fährt 1986 mit ihrem Freund Marco in den Urlaub nach Mombasa. Auf einer Fähre verliebt sie sich in den Krieger Lketinga vom Stamm der Samburu." (Wikipedia)

Zitate: "Es trifft mich wie ein Blitzschlag. Da sitzt ein langer, tiefbrauner, sehr schöner, exotischer Mann lässig auf den Fährengeländer und schaut uns, die einzigen Weißen in diesem Gewühl, mit dunklen Augen an. Mein Gott, denke ich, ist der schön. So etwas hab ich noch nie gesehen. (S. 8)

"Und nun diese für mich völlig neue Erfahrung! Ich versuche immer noch zu begreifen, was da in mir vorgeht. Mit meinen Gefühlen bin ich weit weg von Marco und merke, dass ich ihn kaum wahrnehme. Dieser Massai hat sich in meinem Gehirn festgesetzt. Ich kann nichts essen.[...]/[...]  dieses Land hat mein Leben aus dem Fugen gerissen Und es wird nichts mehr so sein wie bisher." (S. 12/13) 

"Abends findet im Hotel ein Massai-Tanz mit anschließendem Schmuckverkauf statt. Und ich bin voller Hoffnung, ihn hier wiederzusehen. [...] Aber mein Massai ist nicht / dabei. Ich bin enttäuscht, trotzdem gefällt mir ihre Darbietung Und wieder rieche ich diese Ausdünstung, die sich von der anderer Afrikaner stark unterscheidet. [...]

Ich entschließe mich zu einem Solo/tanz inmitten der tanzenden Schwarzen und Weißen. Er muss doch einfach kommen!

Kurz nach elf Uhr, ich bin schon ganz schweißgebadet, öffnet sich die Tür. Mein Massai! Er legt seinen Schlagstock beim Kontrolleur nieder. Geht langsam zu einem Tisch und setzt sich mit dem Rücken zu mir. Meine Knie zittern, ich kann kaum noch stehen. Jetzt schießt mir der Schweiß erst recht aus allen Poren. Ich muss mich an einer Säule am Rand der Tanzfläche festhalten, um nicht umzukippen. 

Fieberhaft überlege ich, was ich tun könnte. Auf diesen Augenblick habe ich Tage gewartet So ruhig wie möglich gehe ich an unseren Tisch zurück. Und sage zu Marco: 'Schau da ist der Massai, der uns geholfen hat. Hol ihn bitte an unseren Tisch und spendiere ihm ein Bier als Dankeschön!' Marco dreht sich um. Und im selben Moment sieht uns der Massai. Er winkt, steht auf und kommt tatsächlich zu uns. 'Hello, friends.' Schon streckt er uns lachend seine Hand entgegen. Sie fühlt sich kühl und geschmeidig an. 

Er setzt sich neben Marco direkt mir gegenüber. Warum nur kann ich kein Englisch! Marco bemüht sich um ein Gespräch, wobei sich herausstellt, dass auch der Massai kaum Englisch spricht. Mit Gestik und Mimik versuchen wir uns zu verständigen. Er schaut zuerst Marco, dann mich an und fragt schließlich auf mich zeigend: 'Your wife.?' Auf Marcos 'Yes, yes', reagiere ich empört. 'No,. only boyfriend, no married!' Der Massai versteht nicht. Er fragt nach Kindern. Wieder sage ich: 'No, no! No maried.'

So nahe war er mir noch nie. Nur der Tisch ist zwischen uns, und ich kann ihn nach Herzenslust anstarren. Er ist faszinierend schön, mit seinem Schmuck, den langen Haaren und dem stolzen Blick. Von mir aus könnte die Zeit stehen bleiben. Er fragt Marco: 'Warum kannst du nicht mit deiner / Frau?' Als Marco zum Massai gewandt, antwortet, er trinke lieber Bier, ergreife ich die Gelegenheit und mache dem Massai klar, dass ich mit ihm tanzen will. Er schaut Marco an Und als keine Reaktion kommt, stimmt er zu.

Wir tanzen er mehr hüpfend wie beim Volkstanz ich europäisch. Er bewegt keinen Muskeln im Gesicht. Ich weiß nicht, ob ich ihm überhaupt gefalle. Dieser Mann, so fremd er mir ist, zieht mich wie ein Magnet an. Nach zwei Songs kommt langsame Musik, und ich würde ihn am liebsten an mich drücken. Stattdessen reiße ich mich zusammen und gehe von der Bühne. Ich würde sonst völlig die Kontrolle verlieren." (S.14-17)



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